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Ab 01.09.06: Prof. Dr. Wulf Diepenbrock

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Rektor: Prof. Dr. Wilfried Grecksch
Gründungsjahr: 1502 (Wittenberg) und
1694 (Halle)
Ort: Halle (Sachsen-Anhalt)
Studiengänge: > 100
Fakultäten: 7
immatrikulierte Studenten: 18.690 (WS 2005/2006)
davon ausländ. Studenten: 1.560 (WS 2004/2005)
abgeschl. Promotionen: 157 (WS 2005/2005)
abgeschl. Habilitationen: 24 (2004)
flächenbez. Studienplätze: ?? (??.??.????)
Frauenquote: ca. 55%
Mitarbeiter: 5.017
davon Hochschulbereich: 1.881
Professoren: 405 (Soll)/335 (Ist)
davon Hochschulbereich: 322 (Soll)/277 (Ist)
Juniorprofessoren: 37 (Soll)/11 (Ist)
Anschrift: Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg

06099 Halle (Saale)
Website: www.uni-halle.de

Die heutige Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist eine Universität in Deutschland, die aus zwei Universitäten entstanden ist.

Die ältere wurde 1502 in Wittenberg gegründet, die jüngere 1694 in Halle (Saale). Nach einer wechselvollen Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen wurden beide Universitäten 1817 vereinigt.

Ihren heutigen Namen "Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg" erhielt sie am 10. November 1933.

Universität Halle-Wittenberg


Halleuniplatz.JPG Nachdem im Jahre 1994 das 300-jährige Gründungsjubiläum des halleschen Zweiges gefeiert wurde, fanden im Jahre 2002 die Feierlichkeiten zum großen gemeinsamen 500-jährigen Jubiläum der Wittenberger Universitätsgründung statt.

Durch ihre lange Geschichte ist die Universität mit der Stadt Halle räumlich eng verwoben. Die Universität ist stetig gewachsen und hat sich langsam aber sicher über die gesamte Innenstadt, teilweise auch weit darüber hinaus, verbreitet. Viele Institute sind in alten Villen oder historischen Gebäuden untergebracht. Daneben wurden aber auch viele Universitätsgebäude neu errichtet oder umfassend renoviert. Das Empfangsgebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg liegt direkt am Martin-Luther-Erinnerungs-Wanderweg.

Geschichte


Universität Wittenberg

Gründungsurkunde-WB-UNI.jpg Am 18. Oktober 1502 wurde auf Bestreben des Kurfürsten Friedrich III. (genannt "der Weise") von Sachsen die Universität Wittenberg "Leucorea" als erste Universität nach der Leipziger Teilung auf dem ernestinischen Kurfürstentum Sachsen gegründet. Die Gründung galt der Ausbildung von fähigen Juristen, Theologen und Medizinern, für die sächsische Ernestische Landesverwaltung. Fünf Jahre nach der Gründung verband Kurfürst Friedrich die neue Hochschule mit dem Stift Allerheiligen. Der erste Rektor war Martin Pollich, sowie der Theologe Johann von Staupitz. Lehrer wie Andreas Bodenstein aus Carlstadt lehrten in der frühen Folgezeit an der Universität. Staupitz bewirkte 1508 die Berufung eines weiteren Augustinermönches: Martin Luther. Später wurden noch Nikolaus von Amsdorf und für die griechische Sprache Philipp Melanchthon berufen.

Inhaltlich, wie strukturell, orientierte sich die Wittenberger Universität an den bereits bestehenden Universitäten in Deutschland. Die eigene Gerichtsbarkeit der Universität durch die übertragene Rechte Friedrich des Weisen gab ihr im 16. Jahrhundert einen Sonderstatus. Im jenem ereignisreichen 16. Jahrhundert entwickelte sich die Universität, zu einem der wichtigsten theologischen Zentren Europas.

Mit dem Wiener Kongress 1815 kamen die sächsischen Gebiete um Wittenberg zu Preußen. Das führte dazu, dass die Universität von Wittenberg nach Halle verlegt und dort 12. April 1817 die Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg gegründet wurde. Als Ersatz bekam Wittenberg das evangelische Predigerseminar, das heute in den Räumen des Augusteum's seinen Sitz hat. Das Fridericianum wurde zur Kaserne umgebaut und in seiner späteren Entwicklung als Wohnraum genutzt. Wittenberg hatte damit seine wichtigste Institution verloren und entwickelte sich Fortan als Garnisons- und Industriestadt weiter.

Initiativen zur Wiedergründung blieben stets erfolglos. Erst nach der Wende 1990 wurde in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, am 1. April 1994 die Stiftung Leucorea als Stiftung öffentlichen Rechtes gegründet.

Universität Halle

Auf Bestreben Friedrich III. (Kurfürst von Brandenburg und später König Friedrich I. in Preußen) sollte im südlichen Bistum Magdeburg eine neue Universität entstehen. Die in Halle vorhandene Ritterakademie reichte schon lange nicht mehr für die Bedürfnisse der aufstrebenden Stadt aus. Nach längerem Hintertreiben dieser Pläne an den Höfen von Wien und Dresden, weihte Leopold I. die alma mater hallensis 1694 ein. Die herausragenden an der Gründung beteiligten Gelehrten waren der Rechtsgelehrte und Philosoph Christian Thomasius (gleichzeitig erster Rektor der Universität) und der Philosoph Christian Wolff. Durch die praktischen ethischen Schriften Thomasius wurde die hallesche Universität zu einem Ausgangspunkt der deutschen Aufklärung. In den Folgejahren entstanden jedoch Konflikte mit der 1698 gegründeten Franckeschen Stiftungen, die das Zentrum des deutschen Pietismus wurde. Als Konsequenz der Unnachgiebigkeit Wolffs wurde dieser vom preußischen König unter Androhung der Todesstrafe des Landes verwiesen. Wolff, der mit Leibniz die Philosophie Deutschlands dominierte emigrierte nach Marburg, wo er umjubelt eintraf. Nachdem die Konflikte zwischen Wolff und den halleschen Pietisten abgeschwollen war, holte Friedrich II. Wolff 1743 wieder an die Universität Halle zurück. 1717 eröffnete J. Juncker an den Franckeschen Stiftungen das erste deutsche Universitätsklinikum. Als erste Frau an einer deutschen Universität promovierte Dorothea Christiane Erxleben 1754 in Halle.

Universität Halle-Wittenberg

nach 1817
Die vom Preußischen Staat erwarteten Synergieeffekte traten nach 1817 auf dem Gebiet der Naturwissenschaften und der Medizin tatsächlich ein. Bis zur Reichsgründung war die Universität jedoch einem ständigen Säuberungsprozess ausgesetzt. Nach 1817 wurden Professoren, die sich mit der Napoleonischen Fremdherrschaft arrangiert hatten, zurückgestuft oder entlassen. In den 1830-er Jahren tobte ein heftiger Streit in der Theologischen Fakultät, der zur Ausgrenzung und Entlassung von Altlutheranern und Rationalisten führte. Zugleich wurde das studentische Leben einer derartigen Kontrolle unterworfen, die zum Absterben jeglicher politischer Regung führte. Nach der gescheiterten demokratischen Bewegung von 1848 wurden erneut mehrere Mitglieder des Lehrkörpers entlassen oder ins Exil gedrängt. Seit den 1860-er Jahren gehörte die Universität jedoch – nicht zuletzt durch einen Generationswechsel in der Professorenschaft – wieder zu den bedeutendsten im deutschen Sprachraum. Größere Investionen verdankt die Universität den Reparationen des Krieges 1870/71, etwa neue Universitätskliniken und die heutige Universitäts- und Landesbibliothek. In der Studentenfrequenz stand Halle jedoch immer hinter Berlin, Leipzig und München zurück. Seit dieser Zeit ist ein für Halle typisches Phänomen zu beobachten: die Durchgangsuniversität. Wegen begrenzter finanzieller Ressourcen werden hier üblicherweise vergleichsweise junge, talentierte Forscher berufen, die dann nach Berlin, Leipzig oder – seit 1945 – nach Westdeutschland etwa Bonn, Mainz, Göttingen oder München wechseln.

nach 1918
In der Weimarer Republik galt die Universität als reaktionär und nicht förderungswürdig. Investitionen fanden nicht statt, berufen wurden üblicherweise Gelehrte der zweiten Reihe. In der Zeit des Nationalsozialismus verfestigte sich Halles Ruf als "akademisches Workuta", nicht zuletzt deshalb, weil viele aus politischen Gründen "nicht tragbare" Gelehrte nach Halle strafversetzt wurden. Zugleich war die Universität erneut Säuberungen ausgesetzt, als Grund für die Entlassung von mehr als einem Dutzend Professoren und Dozenten wurden jüdische Abstammung, jüdische Ehefrauen, politisches Engagement für die Sozialdemokratie oder Homosexualität angegeben. Während des Zweiten Weltkrieges engagierten sich mehrere Professoren in der deutschen Kriegswirtschaft, vor allem als externe Berater von Industrieunternehmen oder auf dem Gebiet kriegswichtiger Grundlagenforschung. Zu nennen sind hier vor allem Chemiker, Physiker, Geologen und Landwirtschaftswissenschaftler. Zwei Mediziner beteiligten sich an Massenmorden oder Menschenexperimenten. Obwohl zahlreiche Professoren und Dozenten der NSDAP angehörten und sich im Sinne des Regimes engagierten, gelang der Umbau der Universität zur "nationalsozialistischen Gebrauchshochschule" (so Rektor Johannes Weigelt 1944) nicht. 1944/45 gründeten einige Professoren Widerstandsgruppen, was 1945 die beinahe friedliche Übergabe der Stadt Halle an das amerikanische Militär zur Folge hatte. Ein Professor gehörte zu den Verschwörern des 20. Juli 1944, ein Ehrensenator wurde wegen seiner Beteiligung an den Umsturzplänen hingerichtet.

nach 1945
Im Schatten der amerikanischen Besatzungsmacht gelang der Universität eine tatsächlich demokratische Erneuerung, die von der Sowjetischen Militäradministration jedoch als nicht zukunftsfähig eingestuft wurde. Auf Druck der SMAD kamen ab 1947 wieder einstige Nationalsozialisten an die Universität, darunter Karrieristen, aber auch Männer mit gebrochenen Biographien, die z. B. dem Nationalkomitee Freies Deutschland angehört hatten. Zugleich war die Universität stalinistischen Säuberungen ausgesetzt: Studenten und Mitarbeiter verschwanden, einigen Angehörigen des Lehrkörpers gelang in letzter Minute die Flucht in die Westzonen. Am Volksaufstand des 17. Juni 1953 beteiligten sich Studenten und Lehrbeauftragte. Professoren beobachteten den Aufstandsversuch mit Sympathie und engagierten sich später für Verhaftete. 1958 kam es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen führenden SED-Mitgliedern und konservativen Professoren. Bis 1961 flohen wenigstens 30 Dozenten und Professoren aus politischen Gründen in die Bundesrepublik. Die genaue Zahl derer, deren Karrieren zerstört wurde oder die Nachteile in Kauf zu nehmen hatten, ist bisher noch nicht ermittelt. Die SED erreichte durch den ausgeübten Druck jedoch ihr Ziel, eine gesellschaftskonforme Ausbildungsstätte kommunistischer oder Funktionseliten zu schaffen. Trotzdem gab es, wie in der Zeit des Nationalsozialismus auch, einige Professoren und Dozenten, die sich staatlichen Vorgaben widersetzten oder sie trickreich unterliefen. Nicht zuletzt durch erhebliche Investitionen in naturwissenschaftliche Institute und medizinische Kliniken sowie eine studentennahe Infrastruktur konnte die Universität Halle, nach Leipzig und Berlin, ihre Stellung als bedeutende wissenschaftliche Einrichtung wieder erlangen.

Gegenwart

Im Zuge der "friedlichen Revolution" nach 1989 erneuerte sich die Martin-Luther-Universität grundlegend. Die im Einzelfall als ungerechtfertigt empfundenen Säuberungen konnten durch die Berufung von in der Mehrzahl qualifizierten Wissenschaftlern aus den alten Bundesländern kompensiert werden. Die Qualität einzelner Lehrstuhlinhaber ist erstaunlich. In jedem Fachbereich finden sich Hochschullehrer von nationalem Ruf. In den sogenannten Orchideenfächern lehren oft internationale Kapazitäten, die sich durchaus der oft großartigen Geschichte ihrer Lehrstühle bewusst sind.

Fakultäten


  • Theologische Fakultät - Homepage
  • Juristische Fakultät - Homepage
  • Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät - Homepage
  • Medizinische Fakultät - Homepage
  • Landwirtschaftliche Fakultät - Homepage
  • Philosophische Fakultät - Homepage
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    • FB Kunst-, Orient- und Altertumswissenschaften
    • FB Sprach- und Literaturwissenschaften
    • FB Musik-, Sport- und Sprechwissenschaft
  • Mathematisch - naturwisschenschaftlich - technische Fakultät - Homepage
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    • FB Chemie
    • FB Geowissenschaften
    • FB Ingenieurwissenschaften
    • FB Mathematik und Informatik - Homepage
    • FB Pharmazie
    • FB Physik

Leucorea

Nachdem Napoleon die Universität Wittenberg 1813 schließen ließ, wurden in der Folge der napoleonischen Befreiungskriege und des Beschlusses des Wiener Kongresses am 31. Mai 1815, drei Fünftel des Landes Sachsen, darunter Wittenberg an Preußen übergeben. Das führte dazu, dass die Universität von Wittenberg nach Halle verlegt und dort 1817 die Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg gegründet wurde. Auf Beschluss vom 26. April 1994 wurde die öffentliche Stiftung Leucorea in Wittenberg, als Bestandteil der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wieder eröffnet. Ziel der Stiftung ist, die Pflege und Entwicklung der Wissenschaften in Forschung, Lehre und Studium an der Universität selbst und in den universitären Einrichtungen in Wittenberg zu unterstützen. Zu diesem Zweck werden an der Leucorea wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen geplant und durchgeführt und an dem bis 1998 sanierten Friedricanicum folgende Sektionen und Zentren angesiedelt:
  • "Kultur- und Religionswissenschaften" Zentrum für USA- Studien
  • "Zentrum für Reformationsgeschichte und Lutherische Orthodoxie"
  • "Leopold-Zunz-Zentrum zur Erforschung des europäischen Judentums"
  • "Mesrop-Zentrum für Armenische Studien"
  • Sektion "Gesundheit und Pflegewissenschaften"
  • Sektion "Wirtschaftswissenschaften"
  • "Institut für Hochschulforschung Wittenberg e.V.

Angeschlossene Institute


Im Umfeld der Universität


Akademiker


Universität Halle (1694-1818)

nach Geburtsjahr geordnet:

Universität Wittenberg (1502-1817)

nach Geburtsjahr geordnet:

Universität Halle-Wittenberg (ab 1817)

nach Geburtsjahr geordnet:

Weitere Informationen finden sich in der Liste der hallischen Universitätsprofessoren.

Berühmte Studenten


Universität Halle (1694-1817)

nach Geburtsjahr geordnet:

Universität Wittenberg (1502-1817)

nach Geburtsjahr geordnet:

Universität Halle-Wittenberg (ab 1817)

nach Geburtsjahr geordnet:

Neuere Literatur


  • Baumgarten, Marita: Professoren und Universitäten im 19. Jahrhundert; Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 1997 ISBN 3525357842
  • Brümmer, Manfred: Staat contra Universität; Böhlau, Wismar 1991
  • Eberle, Henrik: Die Martin-Luther-Universität in der Zeit des Nationalsozialismus; Mdv, Halle 2002 ISBN 389812150X
  • Jessen, Ralph: Akademische Elite und kommunistische Diktatur Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 1999 ISBN 3525357974
  • Kathe, Heinz: Die Wittenberger Philosophische Fakultät 1501–1817; Böhlau, Köln 2002 ISBN 3412044024
  • Lück, Heiner/Schnelling, Heiner/Wehnert, Karl-Ernst: 150 Jahre Juristisches Seminar der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Stekovics, Halle, 2005 ISBN 3899231066
  • Mühlpfordt, Günter/Schenk, Günter: Der Spirituskreis 1890–1958; Hallescher Verlag, Halle 2001

Weblinks


Universität in Deutschland | Halle (Saale) | Wittenberg | Martin Luther

Martin Luther University of Halle-Wittenberg | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 

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