Martin Bormann 02.jpg Martin Bormann (* 17. Juni 1900 in Wegeleben bei Halberstadt; † 2. Mai 1945 in Berlin) war in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus Leiter der Parteikanzlei der NSDAP mit den Befugnissen eines Reichsministers. Er hatte einen Bruder, Albert Bormann, und war verheiratet mit Gerda Bormann, der Tochter des Parteirichters Walter Buch.
Adolf Hitler ernannte Bormann zum Verwalter seines Vermögens und betraute ihn mit dem Bau und der Aufsicht seines Berghofes Obersalzberg. Bormann war schließlich auch der Drahtzieher dafür, dass der bisherige persönliche Adjutant Hitlers, SA-Obergruppenführer Wilhelm Brückner, aus seinem Amt und somit dem unmittelbaren Umfeld des Führers gedrängt wurde. Nachdem Heß 1941 nach England geflogen war, ernannte Hitler keinen neuen Stellvertreter, machte aber Bormann zum Chef der Parteikanzlei mit den Befugnissen eines Reichsministers. Bormann war inoffiziell der mächtigste Mann nach Hitler. Je länger der Krieg dauerte, umso mehr konnte er beeinflussen, wer direkten Zugang zu Hitler bekam, um seine Anliegen vorzutragen. Am 12. April 1943 erhielt er dann den Titel eines „Sekretärs des Führers“.
Durch die ständige Nähe zu Hitler und dessen immer ausschließlichere Konzentration auf die Kriegsführung, erlangte Bormann eine Machtstellung, gegen die auch mächtige Männer wie Hermann Göring, Heinrich Himmler oder Albert Speer machtlos waren. In seinem Testament bezeichnete Hitler Bormann als den „Treuesten seiner Parteigenossen“.
Bis zum Ende im Führerbunker im April 1945 blieb der in Parteikreisen und beim Militär unbeliebte Bormann bei „seinem Führer“, ohne dessen Anwesenheit seine Machtbasis und Legitimation nicht sichergestellt war. Bormann war bei der Verbrennung von Hitlers Leiche dabei, verschwand danach Anfang Mai vorerst spurlos und wurde 1946 bei den Nürnberger Prozessen in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Zur Zeit des Prozesses war noch keineswegs sicher, dass Bormann bereits tot war. Die Aussagen der Zeugen hatten die Richter mit Recht nicht überzeugt.
Im Mai 1945 hatten Bormann und der letzte Leibarzt Hitlers, Ludwig Stumpfegger, nach Hitlers Tod, zusammen mit anderen Insassen des Führerbunkers, einen Durchbruch aus dem damals stark umkämpften Stadtzentrum von Berlin versucht. Dabei wurden die beiden von ihrer Fluchtgruppe getrennt und sollen schließlich am Lehrter Bahnhof mittels Giftampullen Selbstmord begangen haben.
1973 wurde in der Nähe des Lehrter Bahnhofs durch Zufall und durch die Aussagen seines und wohl auch Ludwig Stumpfeggers damaligen Bestatters ein Skelett im Boden entdeckt, das genau untersucht wurde. Dieses wurde schnell Bormann zugeordnet. 1998 wurde durch eine DNA-Analyse endgültig bewiesen, dass es sich um das Skelett Bormanns handelte. Bis zur Auffindung des Skeletts waren Geschichten kursiert, nach denen Bormann nach Südamerika geflohen sei und sich dort versteckt halte. Noch heute kann das angebliche Versteck Bormanns im argentinischen Urwald in der Nähe des Städtchens San Ignacio besichtigt werden.
Mann | Deutscher | NSDAP-Mitglied | SS-Mitglied | Freikorps-Mitglied | Politiker (3. Reich) | Kriegsverbrecher | Geboren 1900 | Gestorben 1945
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