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Martin Bartenstein (* 3. Juni 1953 in Graz) ist österreichischer Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit (ÖVP) in der Bundesregierung Schüssel II.

Leben


Martin Bartenstein studierte nach seiner Matura in Graz von 1971 bis 1978 Chemie an der Universität Graz. 1978 wurde er zum Dr. phil. promoviert. 1974 absolvierte er ein Semester an der Miami Universität Ohio (USA). Nach dem Abschluss des Studiums der Chemie trat er 1978 in das Familienunternehmen Lannacher Heilmittel GmbH ein, dessen Alleingeschäftsführung er 1980 übernahm. Diese Funktion übte er bis 1995 aus.

Von 1988 bis 1992 war Martin Bartenstein Bundesvorsitzender der Jungen Industrie Österreichs. Seit 1992 ist Bartenstein Landesparteiobmann-Stellvertreter der ÖVP Steiermark.

Bartenstein war von 1991 bis 1994 als Abgeordneter zum Nationalrat und Industriesprecher der ÖVP, von 1994 bis 1995 als Staatssekretär im Bundesministerium für Öffentliche Wirtschaft und Verkehr tätig. 1995 wurde er Bundesminister für Umwelt. In dieser Funktion übernahm er bei der Wiener Tagung 1995 die Konferenzpräsidentschaft zum Montreal-Protokoll. Ab 1996 war er Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie und war 1998 Ratsvorsitzender der EU-Vertreter bei der Klimaschutzkonferenz in Buenos Aires.

Im Jahr 2000 übernahm er das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit.

Weitere öffentliche Ämter


Bartenstein ist ständiges Mitglied des OECD Roundtable for Sustainable Development. Er war in verschiedenen Funktionen in der Kammer der gewerblichen Wirtschaft Steiermark und in der Bundeswirtschaftskammer tätig. 1990 war er Kurator des ORF. Seit 2002 ist er Präsident der Österreichischen Basketball-Verbandes (ÖBV). Seit 1992 ist er Obmann der Steirischen Kinderkrebshilfe, seit 1993 Präsident der Kinderkrebshilfe.

Die Arbeitsmarktpolitik des Martin Bartenstein


In die Amtszeit Martin Bartensteins als Wirtschaftsminister fällt eine signifikante Zunahme der Arbeitslosigkeit in Österreich. Dem stark steigenden Angebot an Arbeitskräften steht eine nur schwach steigende Nachfrage der Wirtschaft gegenüber. Durch die drastische Ausweitung von Teilzeitjobs folgte aber kein entsprechender Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Kritiker verweisen auf die in Österreich bisher nicht gekannte Gruppe der Working Poor, die in keiner Arbeitslosenstatistik aufscheinen.

Eine Möglichkeit, die offiziellen Arbeitslosenzahlen in Österreich zu senken, deren sich schon Bartensteins Vorgänger bedienten, ist es, die Arbeitslosen in Kursen des AMS anzumelden. Dadurch scheinen diese nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik auf. So konnte Bartenstein im April 2006 von einer Entspannung am Arbeitsmarkt sprechen, weil die offizielle Statistik einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit ausweist. Tatsächlich konnte dies nur dadurch erreicht werden, dass 10.000 Menschen zusätzlich in AMS-Schulungen geschickt wurden. Aus kritischer Perspektive steigt die Arbeitslosigkeit in Österreich trotz Wirtschaftswachstums auch weiterhin.

Seit Mitte der 90er-Jahre machten Politik und AMS das verhaltene Wirtschaftswachstum in Österreich und Europa für die wachsende Arbeitslosigkeit verantwortlich und legten sich in der Hoffnung auf Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch beschleunigtes Wirtschaftswachstum strategisch auf ein Abwarten der nächsten Konjunkturphase fest; das, obwohl zu dieser Zeit internationale Beispiele bereits belegten, dass der sogenannte Jobless Growth (Wirtschaftswachstum ohne Beschäftigungszuwachs) diese Hoffnung enttäuschen würde. Es folgt nun einer Phase der Stagnation mit wachsender Arbeitslosigkeit eine Phase des Wachstums mit wachsender Arbeitslosigkeit. Das erklärte Ziel Bartensteins, die Arbeitslosigkeit zu reduzieren, wurde nicht erreicht.

Im Mai 2006 kritisierte der Rechnungshof in einem Prübericht zum AMS u.a. die mangelhafte Umsetzung der von Bartenstein eingeleiteten Restrukturierung des AMS, sowie nicht den Vorgaben entsprechende Beratung, Verletzung der Intimsphäre der Kunden, personelle Überbesetzung, Managementfehler und schlechte interne Zusammenarbeit der Abteilungen des AMS.

Trivia


Für negative Schlagzeilen und Gespött sorgte Bartenstein im Frühjahr 2003 mit der sogenannten Schuhaffäre, als er in einem Schuhgeschäft Rabatt verlangte und dieses Ansinnen bis an die Geschäftsführung herantrug, wo ihm stattgegeben wurde.

Weblinks


Wirtschaftsminister (Österreich) | Amtierender Bundesminister (Österreich) | Staatssekretär (Österreich) | Korporierter im ATB | Mann | Geboren 1953

 

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