Der Mars Telecommunications Orbiter (kurz MTO) war als der erste reine Kommunikationssatellit, der auf die Reise zum Mars geschickt werden sollte, geplant. Der Satellit sollte von Lockheed Martin für die NASA gebaut werden. Für MTO war ein Start für 2009 geplant und nach etwa 10 Monaten Flug sollte er im September 2010 in eine Marsumlaufbahn einschwenken, um von dort wissenschaftliche Daten von Raumsonden, die sich auf der Marsoberfläche befinden, zur Erde zu funken. Die Kosten der Mission sollten etwa 500 Millionen US-Dollar betragen. Im Juli 2005 ist die Mission von der NASA aus Budgetgründen gestrichen worden.
Der Mars Telecommunications Orbiter sollte als erste Marssonde über keine wissenschaftlichen Instrumente zur Erforschung des Mars verfügen, sondern nur zur Kommunikation zwischen dem Mars und der Erde dienen. Er wurde von der NASA oft als der erste "Hub" des interplanetaren Internets bezeichnet. Mit Hilfe des MTO sollte die Menge der zur Erde übertragenen Daten drastisch erhöht werden, so würde z. B. das Mars Science Laboratory durch den MTO 100 Mal mehr Daten übermitteln können, als ohne ihn. Außerdem sollte die Verfügbarkeit des Mars Telecommunications Orbiters die zukünftigen Raumsonden von der Notwendigkeit befreien, direkt mit der Erde kommunizieren zu müssen. Dadurch wären die Kommunikationsanlagen der Sonden kleiner und leichter, was dem Gewichtsanteil der wissenschaftlichen Nutzlast zugute kommen würde.
Als erste Raumsonde sollte der Mars Telecommunications Orbiter die Möglichkeit der Kommunikation per Laser auf planetaren Entfernungen testen. Bei dem Mars Laser Communication Demonstration Project sollten Geschwindigkeiten von 10 MBit pro Sekunde demonstriert werden, als Ziel wurden sogar 30 Mbit pro Sekunde gesetzt.
Außerdem sollte der MTO eine kleine Sphäre von der Größe eines Fußballs in den Marsorbit freisetzen, um sie bis zu einer Entfernung von 6.000 km zu verfolgen. Die Daten dieses Experimentes sollten später für die Rückführung von Marsproben zur Erde nützlich sein, da bei solch einer Mission die Kapsel mit den Proben im Orbit gefunden und abgefangen werden muss, um sie zur Erde zurückzubringen.
Im Orbit angekommen, würde die Sonde über 7 m umfassen und neben den großen Solarpanels zur Stromerzeugung über eine etwa 2-3 m große Antenne zur Datenübertragung verfügen. Mit dieser Antenne sollte die Sonde mit dem Deep Space Network (DSN) der NASA im X-Band und Ka-Band kommunizieren können. Weitere Antennen für den UHF- und X-Band wären auf einer beweglichen Plattform montiert, um mit Sonden auf der Marsoberfläche oder in der Marsumlaufbahn zu kommunizieren.
Der MTO wurde für eine garantierte Missionsdauer von sechs Jahren ausgelegt, danach sollte er mindestens weitere vier Jahre um den Mars kreisen und dabei jeden Tag bis zu 15 Gigabit von Daten aller zukünftiger Marssonden aller Arten und Nationen zur Erde senden. Den Start des nächsten Kommunikationssatelliten als Ersatz für den MTO plante die NASA etwa für das Jahr 2018.
Nun soll der für 2011 bzw. 2013 geplante Mars Science and Telecommunications Orbiter (MSTO) einige Aufgaben des MTO übernehmen, jedoch soll MSTO eine weniger leistungsfähige Kommunikationsnutzlast tragen, als für MTO geplant war.
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
Mars Telecommunications Orbiter | Mars Telecommunications Orbiter | Mars Telecommunications Orbiter | 火星通信轨道器
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