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Marie-Joseph-Paul-Yves-Roch-Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette oder Lafayette (* 6. September 1757 in Chavaniac, Frankreich; † 20. Mai 1834 in Paris) war ein französischer General und Politiker. Er nahm auf der Seite der Kolonisten am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teil und spielte eine wichtige Rolle in der Französischen Revolution.
Leben
Anfänge
La Fayette stammte aus einer Adelsfamilie in Chavaniac (Département Haute-Loire). Wegen des großen Vermögens seiner Familie hatte er keine materiellen Einschränkungen und konnte seinen Neigungen nachgehen.
Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg
Von 1771 bis 1776 diente er in der französischen Armee, doch der übliche Weg einer militärischen Karriere ohne nennenswerte Höhen und Tiefen schien ihm nicht erstrebenswert. Nach der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien ging La Fayette deshalb 1777 nach Amerika, um dort freiwillig für die
amerikanische Unabhängigkeit und seine Ideale der Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. Durch einen Sonderbeschluss des
Kongresses wurde er 1777 zum Generalmajor der Kontinentalarmee. Als überzeugter
Demokrat und Verfechter des Freiheitsgedankens setzte sich La Fayette für die Demokratie und die
Menschenrechte, die
Thomas Jefferson 1776 in
Virginia verfasst hatte, ein. Er kämpfte für die Bürgerrechte der
Protestanten und setzte sich für die Abschaffung der
Sklaverei ein. In dieser Zeit wurde er in Gegenwart von
George Washington in eine militärische
Freimaurerloge in Morristown aufgenommen. Später wurde La Fayette in Frankreich Mitglied der
Freimaurerloge „Contrat Social“.
1778 verbündeten sich Frankreich und die USA gegen Großbritannien, daraufhin erklärte Großbritannien Frankreich den Krieg. La Fayette kehrte für sechs Monate nach Frankreich zurück, um Militär- und Finanzmittel für die USA zu beschaffen.
1780 kehrte er nach Amerika zurück und war führend am Virginia-Feldzug beteiligt. Dieser endete
1781 mit der Kapitulation der Briten bei
Yorktown. Als er nach Frankreich zurückkehrte, bereitete ihm das Volk einen triumphalen Empfang, und
Ludwig XVI. nahm ihn in die
Notabelnversammlung auf.
Französische Revolution und die Zeit danach
In der Anfangsphase der
Französischen Revolution war La Fayette einer der führenden Politiker.
1789 wurde er Mitglied der Generalstände und brachte nach amerikanischem Vorbild eine
Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in die neue Nationalversammlung ein. Nach dem
Sturm auf die Bastille, 14. Juli 1789, wurde er Kommandant der Nationalgarde und gründete den politisch gemäßigten Klub der
Feuillants, die nach einer konstitutionellen Monarchie nach englischem Vorbild strebten. Während der Oktoberunruhen warf er zum Schutz der königlichen Familie die Republikaner unter
Danton nieder.
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Am
14. Juli 1791, als das Föderationsfest auf dem Marsfeld gefeiert wurde, leistete La Fayette als erster den Bürgereid. Lafayettes Politik, sich als Vermittler zwischen zwei Welten zu profilieren, konnte nicht verhindern, dass seine Isolation gerade deshalb zunahm. 1792 kommandierte La Fayette eine Armee im Krieg zwischen Frankreich und Österreich. Doch dann wurde er von den
Jakobinern öffentlich beschuldigt, er würde sich ihren Zielen in den Weg stellen und die Truppen gegen sie wenden wollen. Daraufhin erklärte die Nationalversammlung ihn zum Verräter, und La Fayette floh nach
Flandern. Dort wurde er von den Österreichern gefangen genommen. Von 1792 bis 1797 war er in Österreich und in
Preußen interniert.
Das Napoléonische Zeitalter bis zu seinem Tode
Erst
Napoléon I. konnte 1797 seine Freilassung erwirken. Als er nach Frankreich zurückkehrte, zog er sich auf sein Landgut Lagrange zurück und hielt sich vom öffentlichen Leben fern, da er die Politik Napoléon Bonapartes ablehnte. Nach dem Untergang Napoléons engagierte er sich wieder in der Politik. 1815 sowie von 1818 bis 1824 und von 1825 bis zu seinem Tod war La Fayette Mitglied der Deputiertenkammer. Seit 1818 war er liberaler Abgeordneter. Während der
Julirevolution von 1830 befehligte er erneut die Nationalgarde. Sowohl in der nachnapoleonischen Restauration als auch nach der Julirevolution führte La Fayette die liberale Opposition. La Fayette starb am 20. Mai 1834 in Paris.
Bemerkenswertes
Viele Städte in den USA tragen den Namen
Lafayette zu Ehren dieses Mannes. Er soll zudem den Brauch,
Freiheitsbäume aufzustellen, aus Amerika nach Frankreich mitgebracht haben.
Zitate
- „Der Ursprung jeder Souveränität liegt bei der Nation. Keine Körperschaft, kein einzelner kann eine Autorität ausüben, welche nicht ausdrücklich von ihr übertragen worden ist.“
Weblinks
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