article

Marlene Dietrich 1967.jpg]]

Marlene Dietrich (* 27. Dezember 1901 in Schöneberg (heute: Berlin); † 6. Mai 1992 in Paris), eigentlich Marie Magdalene Dietrich verehelichte Sieber, war eine deutsche Schauspielerin und Sängerin.

Biografie


Jugend

Tafel1_Marlene_Dietrich.JPG in Berlin-Schöneberg]] Marlene Dietrich wird am 27. Dezember 1901 als Marie Magdalene, zweite Tochter des Königlichen Polizeileutnants Louis Erich Otto Dietrich und dessen Ehefrau Josephine Wilhelmine Elisabeth (geb. Felsing) in Schöneberg im heutigen Berlin geboren. Die Familie hat neben Marie Magdalene, die sich später den Namen Marlene gibt, noch eine zweite (ein Jahr ältere) Tochter namens Elisabeth. Ihre ersten Lebensjahre verbringt sie in der Leberstraße 65 (bis 1937 Sedanstraße) auf der so genannten Roten Insel und besucht die Auguste-Viktoria-Schule in der Nürnberger Straße. Nachdem der Vater 1907 verstirbt, heiratet die Mutter 1914 Leutnant Edouard von Losch, der im Ersten Weltkrieg fällt, der die beiden Stieftöchter nicht adoptiert. Sie erhält Musikunterricht und beginnt 1918 an der Musikhochschule in Weimar eine Ausbildung zur Konzertgeigerin. 1921 setzt sie ihr Studium in Berlin fort, muss aber im Jahr darauf das Studium wegen einer Sehnenentzündung abbrechen. Bei einem Vorsprechen am Deutschen Theater wird sie von dem bekannten Theaterregisseur Max Reinhardt für ihre erste Bühnenrolle engagiert.

Erste, noch kleine Filmrollen und die Heirat mit Rudolf Sieber (1897-1976), einem Produktionsassistenten, folgen 1923. Im Jahr darauf kommt am 13. Dezember Maria Elisabeth Sieber (später verehelichte Maria Riva), die Tochter der beiden (und ihre spätere Biografin), zur Welt. Ihre Ehe bestand nach kurzer Zeit nur noch auf dem Papier, wurde aber offiziell nicht geschieden, und die Eheleute hatten nur noch über die Tochter Kontakt miteinander.

Früher Weltruhm

1930 erfolgt für Marlene Dietrich der nationale wie internationale Durchbruch mit der Rolle der Lola Lola in dem Film Der blaue Engel nach dem Roman Professor Unrat von Heinrich Mann. Das darin von ihr gesungene Lied Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt wird ein Welthit. Für den Film Marokko erhielt sie als beste Darstellerin des Jahres 1930 eine Oscar-Nominierung.

Emigration 1933

Sie folgt ihrem Regisseur Josef von Sternberg nach Amerika und unterschreibt bei Paramount Pictures. Im Laufe der nächsten Jahre entstehen sechs weitere Filme. 1935 Beendigung der Zusammenarbeit mit Josef von Sternberg.

1936 lehnt sie ein Angebot Goebbels' ab, der ihr hohe Gagen und absolute Freiheit bei Drehbuch und Mitarbeitern für Filme in Deutschland zusichert. Sie drehte weiterhin in den USA, unter anderem unter Hitchcock, Lubitsch, Welles und Wilder. Ein kurzer Besuch 1937 in Österreich bleibt der letzte für Jahre. Zwei Jahre später, 1939, nimmt sie – trotz ihrer in Berlin lebenden Mutter – die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. Mitte der dreißiger Jahre wird sie wie auch Katharine Hepburn, Greta Garbo, Mae West oder Jean Harlow zum "Kassengift". Niemand möchte mehr ihre künstlich-überhöhten Filme sehen. Aus der Sackgasse verhilft ihr ein Imagewandel, den sie im Film "Der große Bluff" vollzieht: von der unnahbaren Göttin wird sie zur sich prügelnden Barfrau, die schlüpfrige Lieder mit rauchiger Stimme zum besten gibt. Immer bekannter wird sie in den folgenden Jahren durch ihre Lieder, die sie - obwohl sie zugibt, keine Stimme zu haben - sprechend singt. Dazu gehören unter anderem das Lied "Lili Marleen" (das jedoch vor allem durch Lale Andersen bekannt wurde) und "Sag mir, wo die Blumen sind".

Truppenbetreuung im Zweiten Weltkrieg

Schon seit ihrer Zeit in Paris unterstützte sie aktiv und finanziell Fluchthelfer und emigrierende Künstler. Nachdem sich ihr Geliebter Jean Gabin in Amerika freiwillig zu den französischen Befreiungsstreitkräften gemeldet hatte, brannte Marlene Dietrich ebenfalls darauf, ihren Anteil für den Kampf gegen den Hitlerfaschismus zu leisten. Sie entschloss sich, wenn sie schon nicht wie ein Mann kämpfen durfte, dann doch als Sängerin für die GIs möglichst nahe der Front aufzutreten. Während der Ardennenoffensive entkommt sie sogar nur knapp einer Gefangennahme. Wegen ihrer bedingungslosen Solidarität für die kämpfenden "boys" wurde sie eine der beliebtesten und begehrtesten Akteurinnen der amerikanischen Truppenbetreuung in Afrika und Europa. Später resümierte sie, nie wieder solch einen intensiven Kontakt zu ihrem Publikum gehabt zu haben.
Am Ende des Krieges kommt sie mit den ersten amerikanischen Truppen wieder nach Deutschland. In Stolberg bei Aachen wird sie von einer Deutschen erkannt und zu ihrer großen Überraschung mit Freude begrüßt. Diese unerwartete Reaktion sollte kein Einzelfall bleiben, andere Frauen des Ortes sammeln Zutaten für einen Willkommenskuchen, der nach ihren Angaben die köstlichste Speise ihres Lebens war. Auch mit der Suche nach ihrer Mutter und Schwester hat sie Erfolg, sie kann per Rundfunk kurz mit ihr sprechen und endlich auch in Berlin wiedersehen. Ihre Mutter, die sich geschworen hatte, Hitler zu überleben, stirbt im November 1945.

Ihr politisches und soziales Engagement gegen das NS-Regime fand international deutlich früher eine bedeutende Würdigung als in ihrem Heimatland Deutschland. Schon 1947 erhält Marlene Dietrich die Medal of Freedom, den höchsten Orden der USA für Zivilisten. 1950 folgt die Verleihung des Titels »Chevalier de la Legion d'Honneur« (Ritter der Ehrenlegion) durch die französische Regierung. Die französischen Präsidenten Pompidou und Mitterrand befördern sie für ihre Verdienste in späteren Jahren zum "Officier" und schließlich zum "Commandeur" der Ehrenlegion.

Comeback in der Nachkriegszeit

Marlene-Dietrich-wolf-Kaise.jpg Ab 1953 war sie fast ausschließlich als Sängerin auf der Bühne und feierte weltweite Erfolge. Von 1953 bis 1954 gab sie Bühnenshows in Las Vegas im Sahara Hotel und in London im Café de Paris. Ihr musikalischer Begleiter wurde ab 1955 für ca. zehn Jahre Burt Bacharach.

Auf einer Europatournee kehrte sie 1960 nach Deutschland und Berlin zurück. Wie Marlene selbst betonte, war ihr Publikum in Deutschland begeistert von ihrer Show. Allerdings traf sie nicht nur auf ein begeistertes Publikum, sondern sah sich als angebliche "Vaterlandsverräterin" auch erheblichen Anfeindungen von Teilen der Bevölkerung und der Presse - bis hin zu Bombendrohungen - ausgesetzt. 1961 drehte sie ihren letzten großen Film, Das Urteil von Nürnberg, in dem es um Verstrickungen von Juristen in das Nazi-Unrechtssystem geht.

1962 trat Marlene Dietrich in Düsseldorf bei der UNICEF-Gala auf. 1963 folgte in Baden-Baden ein Auftritt beim Deutschen Schlager-Festival.

Rückzug in Paris

Marlene Dietrich bekommt zunehmend Alkoholprobleme und beendet ihre Bühnenkarriere nach einem Oberschenkelhalsbruch bei einem Auftritt in Australien im Jahr 1975. Drei Jahre später tritt sie letztmals für den Film Schöner Gigolo, armer Gigolo (1979) – u.a. neben David Bowie – vor die Kamera. Ihre Rolle absolviert sie ausschließlich im Rollstuhl. Nach den Dreharbeiten zieht sie sich vollständig aus der Öffentlichkeit zurück und lebt abgeschieden in ihrem Pariser Apartment in der Avenue Montaigne, dessen Bett sie bis zu ihrem Tod nicht mehr verlassen wird. Ihre Tochter Maria kümmert sich dabei um ihre mittlerweilen tablettensüchtige und alkoholkranke Mutter, welche sich mittels speziell angefertigtem Stock alle Dinge, welche sie um ihr Bett aufgestellt hat, herbeinimmt.

Jahre später willigt sie ein, in dem Dokumentarfilm Marlene (1984) von Maximilian Schell noch einmal aufzutreten, allerdings nur mit ihrer Stimme. Schell gestaltete den Film mit alten Ausschnitten, Bildern und Experimentalaufnahmen. Schell und Dietrich streiten sich in diesem Interviewfilm hauptsächlich, teilweise auf deutsch, teilweise auf englisch. Er endet mit Dietrichs Prophezeiung, dass Schell mit so einem Film in Hollywood niemals Erfolg haben würde. Er wurde als bester Dokumentarfilm für einen Oscar nominiert.

Nachdem 1963 ihre erstes Buch mit dem Titel ABC meines Lebens erschien, wird 1979 ihre Autobiografie veröffentlicht: Nehmt nur mein Leben. Ich bin Gott sei Dank Berlinerin 1987, ist eine etwas abgewandelte Form der Autobiografie Nehmt nur mein Leben.

Tod und zögerliche Anerkennung in ihrer Heimatstadt

Jpsephine_von_Losch_Grab.jpg Marlene_Dietrich_Grab_Friedhof_Berlin-Schöneberg-Stubenrauchstraße.jpg mit der Inschrift:
Hier steh ich an den Marken meiner Tage (Theodor Körner)]]
1992 stirbt Marlene Dietrich in Paris, offiziell an Herz- und Nierenversagen. Marlene Dietrichs Sekretärin und Freundin Norma Bosquet, die sie in den letzten Wochen ihres Lebens fast täglich in ihrer Pariser Wohnung besuchte, erklärte jedoch, dass sich die Schauspielerin wahrscheinlich mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben genommen habe, nachdem sie zwei Tage zuvor einen zweiten Schlaganfall erlitten hatte. Marlene Dietrich wird ihrem Wunsch entsprechend in Berlin auf dem Städtischen Friedhof Schöneberg III, Stubenrauchstrasse 43—45 (früher Friedenauer Friedhof), in einem schlichten Grab nahe der Grabstätte ihrer Mutter beigesetzt.

In den Tagen nach ihrem Tod ist sie immer noch bei manchen als "Vaterlandsverräterin" umstritten. Leserbriefschreiber und die Schauspielerin Evelyn Künneke kritisieren sie, eine geplante Gedenkveranstaltung wird — offiziell aus organisatorischen Gründen — abgesagt. Noch 1996 gibt es in Berlin Kontroversen um die Benennung einer Straße nach ihr.

Der Berliner Bezirk Tiergarten gibt 1997 dem zentralen Platz zwischen den neu erbauten Potsdamer-Platz-Arkaden, Hotel Grand Hyatt und Musicaltheater/Casino den Namen "Marlene-Dietrich-Platz". Die Widmung lautet: "Berliner Weltstar des Films und des Chansons. Einsatz für Freiheit und Demokratie, für Berlin und Deutschland." Zu ihrem 100. Geburtstag 2001 entschuldigt sich das Land Berlin offiziell für die Anfeindungen. Postum erhält sie am 16. Mai 2002 die Ehrenbürgerschaft Berlins.

Dietrich überzeugte das Publikum durch ihre androgyne Ausstrahlung, von der sich Frauen und Männer gleichermaßen angezogen fühlten. Sie trat oft in Herrenkleidung auf, was für die damalige Zeit revolutionär war. So wurde sie auch zu einem Idol der Frauenbewegung zwischen den beiden Weltkriegen und zu einer Schwulenikone.

Filmografie


Lieder (Auswahl)


Auszeichnungen (Auswahl)


Zwischen 1947 und 1950 die

Werke


  • ABC meines Lebens - Blanvalet, Berlin 1963
  • ''Nehmt nur mein Leben - Bertelsmann-Verlag 1979
  • Ich bin, Gott sei Dank, Berlinerin - Ullstein, Berlin 1998 + Ullstein-TB - ISBN 3-548-24537-4
  • Nehmt nur mein Leben ... - Reflexionen - Henschel, Berlin 1984
  • Nachtgedanken - C. Bertelsmann Verlag, München 2005 - ISBN 3-570-00874-6

Literatur


  • Franz Hessel: Marlene Dietrich. Berlin: Kindt & Bucher 1931.
  • Aros (= Alfred Rosenthal): Marlene Dietrich. Ein interessantes Künstlerschicksal. Berlin: Scherl 1932.
  • Leslie Frewin: Blonde Venus: A Life of Marlene Bietrich. London: Macgibbon & Kee 1955.
  • Wolfgang Noa: Marlene Dietrich. Berlin: Henschelverlag 1964.
  • Leslie Frewin: Marlene Dietrich. München: Heyne 1967.
  • Werner Sudendorf: Marlene Dietrich. Dokumente, Essays, Filme. (Internationale Filmfestspiele Berlin. Stiftung Deutsche Kinemathek. Retrospektive 1977) München: Hanser 1977.
  • Sheridan Morley: Marlene Dietrich. Bildbiographie. Frankfurt am Main: Krüger 1977.
  • Leslie Frewin: Marlene Dietrich. Ihre Filme - ihr Leben (= Heyne Filmbibliothek Band 79). München: Heyne 1984.
  • Helga Bemmann: Marlene Dietrich. Ihr Weg zum Chanson. Berlin: Musikverlag 1986.
  • Thierry de Navacelle: Marlene Dietrich. Berlin: taco 1987.
  • Donald Spoto: Marlene Dietrich. Biographie (OT: Marlene Dietrich). München: Heyne 1992, ISBN 3-453-05922-0
  • Maria Riva: Meine Mutter Marlene. Rheda-Wiedenbrück: RM-Buchvertr. 2000
  • Helga Bemmann: Marlene Dietrich. Im Frack zum Ruhm. Ein Portrait. Leipzig: Kiepenheuer 2000.
  • Renate Seydel, Bernd Meier et al.: Marlene Dietrich. Ein Leben in Bildern. Berlin: Henschel 1991, ISBN 3-36200-428-8.
  • Helma Sanders-Brahms: Marlene und Jo [Joseph von Sternberg. Berlin: Argon 2000.
  • Ulrike Wiebrecht: Blauer Engel aus Berlin . Berlin: be.bra 2001.
  • Steven Bach: Marlene Dietrich. New York: Da Capo Press 2000.
  • George A. Weth: Das Marlene-Dietrich-Kochbuch. Berlin: Rütten & Loenig 2001.
  • Linde Salber: Marlene Dietrich. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2001. ISBN 3-499-50436-7
  • Christine Fischer-Defoy: Marlene Dietrich Adressbuch. Berlin: Transit 2003. ISBN 3-88747-183-0

Werke über Marlene Dietrich


  • Friedrich Kurz verfasste 1993 unter dem Titel Sag mir wo die Blumen sind ein Musical über ihr Leben.
  • Der Regisseur Volker Kühn inszenierte mit Judy Winter seit 1998 über 500 Mal die deutsche Fassung des Gems-Stücks Marlene am Renaissance-Theater Berlin.
  • ”Marlene”-Songs. Mit Judy Winter im Renaissance-Theater Berlin. duo-phon records Berliner Musenkinder spezial, (Produktion: Volker Kühn; CD 01 76 3), 1998
  • Marlene Dietrich - Her own song. Dokumentarfilm, 100 Min., Regie: David Riva, Buch: Karin Kearns, Deutschland 2001 * Der Regisseur ist Marlene Dietrichs Enkel J. David Riva.
  • Evelyn_Doerr verfasste 2002 eine Hörspielsendung (105 Min.) „Sag mir, dass du mich liebst - Zeugnisse einer Leidenschaft. Marlene Dietrich und Erich Maria Remarque.
  • Judy meets Marlene. Judy Winter liest und singt Marlene Dietrich. duo-phon records, Berliner Musenkinder spezial, (Hörbuch u. Produktion: Volker Kühn; CD 07 04 3), 2003

Siehe auch


Weblinks


Biographien

Frau | US-Amerikaner | Deutscher | Ehrenbürger | Schauspieler | Chansonsänger | Geboren 1901 | Gestorben 1992

Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | Marlène Dietrich | מרלן דיטריך | Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | マレーネ・ディートリッヒ | დიტრიხი, მარლენ | Maria Magdalena Theodorica | Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | Дитрих, Марлен | Marlene Dietrich | Marlene Dietrich | 玛莲娜·迪特里茜

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Marlene Dietrich".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld