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Unter Marktmacht versteht man die Fähigkeit einens einzelnen Akteurs bzw. einer kleineren Gruppe von Akteuren, den Marktpreis in hohem Maß zu beeinflussen. In engem Zusammhang steht der Begriff Wettbewerbsbeschränkung. Nach John Kenneth Galbraith steht der Marktmacht oftmals eine Gegenmacht gegenüber.

Einflussgrößen


Die Marktmacht eines Anbieters ist dabei um so größer, je

  1. höher sein Marktanteil ist,
  2. geringer die Zahl der, potenziellen und aktuellen, Wettbewerber ist,
  3. größer der Vorsprung bei der Ressourcen-Verfügbarkeit ist und
  4. größer die Substitutionslücke ist.

Die Vollständigkeit und kausale Abhängigkeit dieser Einflussgrößen ist jedoch strittig. Nicolini ("Untersuchungen zur Erfassung unternehmerischer Marktmacht", Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1978) führt dazu eine umfassende Diskussion.

Messung


Die o.g. Einflussgrößen wirken sich auf die Preiselastizität der Nachfrage aus. Je niedriger die Preiselastizität dann ist, desto größer ist die Marktmacht des Anbieters. Deshalb eignet sich zur Feststellung der Höhe der Marktmacht die Messung der Preiselastizität bzw. des Monopolgrades (= Lerner-Index), der genau die negativ reziproke Preiselastizität darstellt.

Entstehung


Marktmacht kann entstehen durch

  1. die Schaffung künstlicher Monopolstellungen, was beispielsweise durch den Staat geschehen kann,
  2. natürliche Monopole,
  3. internes Unternehmenswachstum, z.B. durch Leistungsvorsprünge und/oder Aufbau von Markteintrittshemmnissen,
  4. externes Unternehmenswachstum, also z.B. durch Fusionen und
  5. kollusives Verhalten, also dem wechselseitigen Informationsaustausch von Unternehmen, maximales kollusives Verhalten wird um Kartell erreicht.

Arten


  • Vertikale Marktmacht ist die Marktmacht die sich zwischen Anbieter und Nachfragern bilden kann. Angebots- aber auch Nachfrage-Monopole können erhebliche Marktmacht besitzen.
  • Horizontale Marktmacht ist die Macht welche Anbieter (theoretisch auch Nachfrager denkbar) untereinander besitzt. Anbieter mit einem großen Marktanteil im Vergleich zu den Mitbewerbern können diese Macht ausnutzen.

Wirkungen


Ausbeutungsstrategie

Bei dieser Strategie werden Konditionen am Markt durchgesetzt, welche ohne Marktmacht nicht durchsetzbar wären. Dies kann sowohl gegenüber Lieferanten als auch gegenüber Nachfragern erfolgen. Die Marktmacht gegenüber Nachfragern zeigt sich an monopolistischem Verhalten, also dem Setzen von höheren Preisen zu niedrigeren Mengen. Gegenüber Anbietern wird die Marktmacht genutzt um die Einkaufskonditionen zu beeinflussen. Neben der Preisgestaltung zugunsten des Nachfragers kann dies auch durch Verlagerung von Risiken auf die Anbieter geschehen.

Verdrängungsstrategie

Bei dieser Strategie wird versucht, meist durch „Kampfpreise“, den Mitbewerber aus dem Markt zu drängend. Dies wird auch ruinöser Wettbewerb genannt.

Diskriminierungsstrategie

Hierbei werden (meist) die Abnehmer durch den Verkäufer ungleich behandelt. Dies kann z.B. durch das setzen unterschiedlicher Preise für Nachfrager erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist das Vertreiben nur an bestimmte Händler.

Bindungsstrategie

Die Bindungsstrategie bindet einen Abnehmer an bestimmte Verhaltensweisen, dies kann sowohl die Preisbindung als auch die Ausschließlichkeitsbindung sein, dass heißt Händlern ist verboten, Konkurrenzprodukte zu vertreiben.

Allerdings hat Marktmacht in den meisten Fällen eine negative Wirkung auf die Wohlfahrt in einer Ökonomie. Es können drei Formen der Ineffizienz entstehen:

Allokative Ineffizienz

Da bei vorhandener Marktmacht der Preis häufig über den Grenzkosten liegt kommt es zwar zu einer Erhöhung der Produzentenrente (Gewinn), aber allerdings auch zu einer Verringerung der Konsumentenrente, welche relativ gesehen stärker ausfällt.

produktive Ineffizienz

Unternehmen mit Marktmacht haben häufig höhere Kosten zu tragen als Unternehmen im Wettbewerb. Ein Grund dafür kann der mangelnde Wettbewerbsdruck und die dadurch hervorgerufene Ineffizienz sein.

dynamische Ineffizienz

Beim Vorhandensein von Marktmacht ist es gut möglich, dass ein Unternehmen einen geringeren Anreiz hat, in Forschung und Entwicklung zu investieren.

Quellen


  • Heribert Meffert: Marketing, Wiesbaden, 2000,S. 261 f. (Verdrängungsstrategie),
  • ebd. S. 251 (horizontale Marktmacht),
  • ebd.,S. 514 f. (Entstehung von Monopolen),
  • ebd.,S. 489 f. (Preiselastizität)

Literatur


  • Heribert Meffert: Marketing, Gabler ISBN 3-409-69017-4

Weblinks


Wettbewerb

Market power

 

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