Unter Marktforschung wird je nach Blickwinkel verstanden:
Die Marktforschung ist eines der wichtigsten Werkzeuge des Marketing, sie liefert aber auch Entscheidungshilfen für andere Unternehmensbereiche wie zum Beispiel das Controlling und Business Intelligence. Der Trend zum Outsourcing hat mittlerweile auch die unternehmensinternen Marktforschungsabteilungen erfasst. Nachdem bislang lediglich die Datenerhebung an spezialisierte Institute ausgelagert worden ist, wird nun auch die Auswertung der Daten automatisiert von Research Servern durchgeführt. Die elektronische Verteilung der graphisch - auch für Nicht-Statistiker - aufbereiteten Ergebnisse bis hin zu jeder einzelnen Vertriebsstelle stellt hierbei einen sehr wichtigen Zusatznutzen dar. Eine fortschreitende Standardisierung der Marktforschung wird die langfristige Vergleichbarkeit verschiedener Studien sicherstellen und damit deren Nutzwert erhöhen.
Die wichtigste und zugleich schwierigste Phase ist die erste: die Formulierung des Problems. Erst, wenn das Problem genau umrissen ist, können die zu benutzenden Forschungsmethoden in einem so genannten Forschungsdesign fixiert werden. In diesem Design wird auch festgelegt, welche Informationen für die Durchführung der Studie benötigt werden. Solche Informationen (beziehungsweise Kennzahlen) müssen folgende Bedingungen erfüllen:
Können die benötigten Informationen nicht aus sekundären Quellen (wie bereits vorher durchgeführten Marktstudien oder Literatur wie den Veröffentlichungen von Statistikämtern) bezogen werden oder sind solche Informationen veraltet, müssen sie eigens erhoben werden. Dazu dienen Werkzeuge wie die Befragung, die Beobachtung und das Experiment. Vielfach werden die erhobenen Daten direkt elektronisch erfasst (etwa über eine Computerkasse oder Online-Statistik, die mit einer zentralen Datenbank verbunden ist). Bei der Benutzung primärer Quellen stellt sich meist auch die Frage nach einer geeigneten Stichprobe.
Von quantitativer Forschung spricht man, wenn größere Stichproben befragt werden und wenn diese quantitativ, statistisch zum Beispiel in Form von Tabellen ausgewertet werden. Zu den quantitativen Methoden zählen unter anderem bevölkerungsrepräsentative Befragungen, Telefonumfragen sowie Befragungen in Teststudios mit 100 Probanden und mehr.
In der Praxis gibt es Überschneidungen zwischen der qualitativen und der quantitativen Forschung. Einige Marktforscher lehnen diese Einteilung daher ab. So werden die bevölkerungsrepräsentativen Umfragen mit tausend und mehr Personen zwar den quantitativen Methoden zugerechnet. Sie enthalten häufig jedoch qualitative Elemente in Form von offenen Fragen. Diese wiederum werden sowohl qualitativ als auch quantitativ ausgewertet.
Eine weitere Einteilung der Primärforschung findet auf der Ebene des Kontaktes zum Befragten statt. Hier wird unterschieden zwischen persönlichen (Face-to-Face-) und nichtpersönlichen Interviews. Die persönlichen Interviews können entweder im Hause des Befragten stattfinden (in-home), auf der Straße (in-street) oder in eigens dafür eingerichteten Teststudios (in-hall). Zu den nichtpersönlichen Interviews zählen Telefonumfragen (Computer Assisted Telephone Interview, CATI), schriftliche Befragungen (per Brief) und Online-Umfragen.
Die quantitativen Daten lassen sich mit verschiedenen statistischen Verfahren analysieren, die in spezieller Statistik-Software wie SPSS oder SAS und teilweise auch in Programmen zur Tabellenkalkulation (etwa Microsoft Excel) verfügbar sind.
Neben der direkten Befragung der Testpersonen gibt es in der Marktforschung auch die Methoden der Beobachtung und des Experimentes. Anwendungsmöglichkeiten sind hierfür zum Beispiel: Suchverhalten der Kunden in einem Supermarkt, Testkäufe zur Überprüfung der Angestellten und ähnliches.
Eine weitere wichtige Forschungsmethode ist die Datenerhebung im Rahmen von Verbraucherpanels. Ein Verbraucherpanel ist eine große Stichprobe von Konsumenten, oft mit 10.000 oder mehr Fällen. Diese protokollieren kontinuierlich ihre Einkäufe. Früher wurden die Einkäufe von den Probanden wöchentlich oder monatlich schriftlich erfasst und per Brief an das durchführende Institut übermittelt. Heute sind die Panelhaushalte in der Regel mit Barcodelesegeräten ausgestattet. Die Erfassung der gekauften Waren erfolgt direkt nach dem Einkauf, die Daten werden online übermittelt. Aus den Daten der Verbraucherpanels können z.B. die Marktanteile verschiedener Marken ermittelt werden und – was noch wichtiger ist – die Verschiebung von Marktanteilen.
Auch das Statistische Bundesamt sowie die Statistischen Landesämter sammeln und veröffentlichen für Marktforscher bedeutende Informationen.
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