| Mark der Deutschen Demokratischen Republik (bis 30. 06. 1990) | |
|---|---|
| Land | Deutsche Demokratische Republik |
| Unterteilung | 100 Pfennige |
| ISO-4217-Code | DDM |
| Abkürzung | M |
Die Mark der Deutschen Demokratischen Republik (ISO-Abkürzung DDM) oder kurz Mark der DDR (M) war ab dem 1. Januar 1968 gesetzliches Zahlungsmittel in der DDR und wurde von der Staatsbank der DDR herausgegeben. Der Goldgehalt wurde mit 0,399902g Feingold angegeben.
1948 wurde in den westlichen Besatzungszonen die Reichsmark abgeschafft und die Deutsche Mark (der Bank Deutscher Länder, später Bundesbank) eingeführt. Nun wurden dort wertlos gewordene Reichsmarkbestände in größeren Mengen in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands verbracht, in der die Reichsmark noch gesetzliches Zahlungsmittel war. Dies verursachte eine plötzliche Inflation, durch die alle privaten Bargeldbestände in Ostdeutschland über Nacht praktisch wertlos wurden. Als Notmaßnahme wurden Reichsmarknoten von den sowjetischen Behörden mit Marken beklebt, wenn der Besitzer der Geldscheine deren rechtmäßige Herkunft nachweisen konnte. Nur diese Reichsmarknoten wurden dann bei der folgenden Währungsreform in die Deutsche Mark (der Deutschen Notenbank) umgetauscht.
Mit den Verfassungsänderungen 1968 und 1974 entfernte sich die DDR-Führung immer weiter vom ursprünglichen Ziel eines wiedervereinigten Deutschlands und benannte vieles in "... der DDR" um, was vorher einfach "Deutsch..." im Namen trug. So änderte sich die Bezeichnung Deutsche Mark in Mark der DDR und die Deutsche Notenbank in Staatsbank der DDR.
Für die – vor allem im westdeutschen Sprachgebrauch – so genannte Ost-Mark, welche die damalige Deutsche Notenbank in Ost-Berlin herausgab, wurde in der DDR bis 1964 die offizielle Bezeichnung Deutsche Mark beibehalten. Im Rahmen eines Geldumtausches erfolgte dann die Umbenennung in Mark der Deutschen Notenbank (MDN). Neue Banknoten und Münzen lösten die bis dahin seit dem 12. Dezember 1967 im Umlauf befindlichen Noten der Mark der Deutschen Notenbank (MDN) ab. Umgangssprachlich wurde die Mark der DDR einfach als Mark bezeichnet, in Abgrenzung zur westlichen DM inoffiziell auch Ostmark. Viele Münzen trugen jedoch bis in die 1980er Jahre hinein noch die Bezeichnung Deutsche Mark. Sie wurden sukzessiv gegen gleichaussehende Münzen mit dem Schriftzug Mark ersetzt.
1 Mark war unterteilt in 100 Pfennige (Pf.).
Die Mark der DDR war eine Binnenwährung, das heißt im Außenhandel und internationalen Reiseverkehr nicht konvertierbar. Einfuhr und Ausfuhr von Ostmark war verboten und wurde von DDR-Behörden streng bestraft. Im internationalen Zahlungsverkehr wurde mit Valuta-Verrechnungseinheiten bzw. der Valuta-Mark gerechnet. Ausländisches Geld (Sorten) war im DDR-Einzelhandel als Zahlungsmittel in der Regel nicht zugelassen. Ausgenommen waren die Intershops, in denen man nur mit harten Währungen (Devisen oder Westgeld) oder den so genannten Forumschecks bezahlen konnte. Für Urlaubsreisen nach Osteuropa konnten DDR-Bürger in geringem Umfang auch Ostmark in andere Landeswährungen tauschen. Reisende aus dem westlichen Ausland mussten als Mindestumtausch einen festgelegten Betrag in Mark der DDR wechseln. Diese Regelung wurde im inoffiziellen Sprachgebrauch als „Zwangsumtausch“ bezeichnet.
Die Kaufkraft der Mark der DDR lässt sich nur sehr eingeschränkt mit der der Deutschen Mark (DM) vergleichen: Für viele in der DDR subventionierte oder preiskontrollierte Güter des täglichen Grundbedarfs wie Grundnahrungsmittel, Wohnungen oder Bus und Bahn, aber auch Bücher, hatte sie eine deutlich höhere Kaufkraft als die Deutsche Mark. Für Konsumgüter wie Fernseher oder Autos war ihre Kaufkraft dagegen deutlich geringer. Auf dem freien Markt wurde die Mark der DDR lange Zeit für etwa 0,2 Deutsche Mark gehandelt; auch dies taugt aber nur sehr bedingt zur Einschätzung der Kaufkraft. Intern wurde mit Hilfe so genannter Richtungskoeffizienten eine Deutsche Mark 4,40 M gleichgesetzt, was z.B. bedeutete, dass Exportbetrieben für eine DM Exporterlös M 4,40 gutgeschrieben wurden. „Offizieller“ Kurs war jedoch stets 1:1 - allerdings war eine Konversion von M in DM nur sehr begrenzt möglich (z.B. für genehmigte Westreisen von DDR-Bürgern ein bestimmter Betrag pro Reisetag).
Nach dem Mauerfall bildeten sich Ende 1989 im freien, wenn auch weiterhin illegalen Geldwechsel, Marktkurse, die kurzzeitig bei 1:10 lagen, sich aber schnell auf ein Verhältnis 1:5 einpendelten. Erst als sich die Währungsunion abzeichnete, stabilisierten sich die Kurse wieder. Offizieller Umtauschkurs bis zur Währungsunion war dann 1:3. Zu diesem Kurs konnte in Filialen der Staatsbank der DDR bis zum 30. Juni 1990 in beide Richtungen unbegrenzt getauscht werden. Noten beider Währungen durften von nun an die deutsch-deutsche Grenze ungehindert passieren. Der Umtauschkurs bei der Einführung der D-Mark in der DDR betrug 1:2, wobei Privatpersonen einen begrenzten Teil auch im Verhältnis 1:1 tauschen konnten.
Der Durchschnittsverdienst eines Industriearbeiters betrug im Jahr 1970 748 Mark pro Monat brutto. Die steuerliche Belastung war vergleichsweise gering, für die Sozialversicherungen mussten max. 10% abgeführt werden. Eine Arbeitslosenversicherung existierte nicht und war auch nicht notwendig. Die Mindest-Rente betrug 315 Mark (meist für ehem. Hausfrauen) und ein Student bekam 205 Mark Stipendium monatlich. Pro Kind erhielten die Eltern 20 Mark Kindergeld. Familien mit mehr als 3 Kindern galten als kinderreich und erhielten zusätzliche finanzielle und materielle Unterstützung. Ein Fabrikarbeiter im Schichtdienst konnte mit Zulagen in Ost-Berlin aber auch Spitzenverdienste von ca. 1.400 Mark erzielen.
Auch ein vergleichsweise hoher Preis für einzelne Güter (Farbfernseher 8.500 Mark) bedeutete allerdings nicht, dass die Artikel in ausreichender Anzahl zur Verfügung standen. Häufig war ein Kauf nur möglich, wenn der Käufer entsprechende Beziehungen hatte. Für viele knappe Waren und Dienstleistungen bildete sich daher ein Schwarzmarkt. Auf diesem wurde, z.B. für gebrauchte Autos, oft deutlich mehr als der offizielle Neupreis verlangt. Teilweise wurden dort Waren oder Dienstleistungen nur gegen DM (Westmark) bzw. Forumschecks angeboten, Schlüsselworte in Kleinanzeigen waren z.B. als Tauschobjekte „blaue Fliesen“ oder „blaue Kacheln“, womit der blaue 100 DM - Schein gemeint war.
Im Zuge der Währungsunion wurden die bestehenden Preise und Löhne im Verhältnis 1:1, Sparguthaben bis zum Höchstbetrag von 4000 M (bei Personen ab dem 60. Lebensjahr 6000 M) ebenfalls 1:1, darüber hinaus 2:1 in DM umgetauscht.
Die Münzen wurden teilweise auch spöttisch Aluchips genannt, was auf ihr Material, ihre Kaufkraft, aber auch auf den geringen Umtauschwert der DDR-Mark gegenüber der DM anspielte. Dieser erreichte in den ersten Monaten nach Grenzöffnung Spekulationskurse von 1:20 und mehr, vor 1989 lag der Kurs meist zwischen 1:3 und 1:10. Der hier aufgeführte Satz zeigt nicht alle in Umlauf gewesenen Münzen. Es gab davor noch Aluminium- und Messingmünzen, die eine Ährengarbe auf der Rückseite hatten; die Zahl war dünner und erhabener ausgearbeitet. Außerdem gab es Ein- und Zweimarkstücke auf denen noch 1(2) Deutsche Mark stand. Nach einer Übergangszeit wurden diese Münzen aus dem Verkehr gezogen. Dass die Münzen des Nennwertes 20 Pfennig aus Messing statt aus Aluminium bestanden, erklärt sich dadurch, dass diese Münzen mit ihrem höheren Gewicht für die Verwendung in Automaten, z.B. den öffentlichen Fernsprechern benötigt wurden.
| Vorderseite | Rückseite | Material | Gewicht | Durchmesser | - | | - | | | Aluminium | 0,75 Gramm | 15 mm | - | | - | | | Aluminium | 1,10 Gramm | 19 mm | - | | - | | | Aluminium | 1,50 Gramm | 21 mm | - | | - | | | Messing | 5,4 Gramm | 22,2 mm | - | | - | | | Aluminium | 2,0 Gramm | 23 mm | - | | - | | | Aluminium | 2,5 Gramm | 25 mm | - | | - | | | Aluminium | 3,0 Gramm | 27 mm |
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| Vorderseite | Rückseite | - | Gedenkmünze zum 20.Jahrestag der DDR | - | | |
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Es gab insgesamt 123 Gedenkmünzen die einen Münzwert von 5, 10 oder 20 Mark besaßen. Sie wurden zu verschiedenen Jubiläen oder Anlässen herausgegeben. Sie waren meist aus Silber, Kupfer/Nickel/Zink (Neusilber) oder anderen Legierungen. Eine vollständige Übersicht findet sich in der Liste der Gedenkmünzen der DDR.
Anders als bei den in Umlauf befindlichen Noten wurden auf der Vorderseite keine Persönlichkeiten dargestellt. Auf dem 200-Mark-Schein (15,2 * 6,4 cm) war auf der Vorderseite eine Familie mit zwei Kindern vor einem typischen DDR-Neubau-Hochhaus und auf der Rückseite ein Kindergarten/Schulhort mit acht Kindern und einer Betreuerin abgebildet. Das Wasserzeichen war eine Friedenstaube.
Auf dem 500-Mark-Schein (16,0 * 6,8 cm) waren auf der Vorderseite das Staatswappen der DDR (Hammer, Zirkel, Ährenkranz) und auf der Rückseite das Staatsratsgebäude der DDR abgebildet.
Das 13 km lange Stollensystem war Ende des Zweiten Weltkrieges von KZ-Häftlingen angelegt worden und wurde zu DDR-Zeiten als Bunker der NVA unter dem Decknamen „Malachit“ bzw. als Komplexlager KL-12 NVA-Nr.16/630 genutzt. Er war der flächengrößte Bunker und diente zum Einlagern kriegswichtiger Geräte und Munition. Das Geld war durch zwei Meter dicke Betonmauern und schwere Stahltüren vor Diebstahl gesichert. Es sollte aus Kostengründen dort durch die natürliche Feuchtigkeit einfach verrotten und wurde zusätzlich noch mit Kies überdeckt.
Im Juli 2001 wurde festgestellt, dass es zwei Halberstädtern seit 1999 gelungen war, wiederholt in das Stollensystem über einen ungesicherten Verbruch einzudringen und zahlreiche Banknoten zu entwenden. Die 24 und 26 Jahre alten Männer sind vom Amtsgericht Halberstadt zu jeweils einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt worden, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Weiterhin mussten sie 120 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Heute tauchen gelegentlich 200- und 500-Mark-Scheine aus diesen Beutezügen bei Sammlern auf.
Wegen des Diebstahls und der langsamen Verrottung der Geldscheine entschied sich die KfW nun, die Banknoten zu verbrennen. Dazu ließ man ab März 2002 die Stollenabschlusswände abreißen und holte die mit Sand und Kies vermischten Scheine heraus. Noch unter Tage wurde von der Firma „Schachtbau Nordhausen“ per Trommelsieb das Geld vom Erdreich befreit und in Container zu 33 m², Inhalt 60 bis 65 Tonnen, verbracht. Man ließ diese ab April 2002 (pro Tag ca. sechs Container) per LKW in das niedersächsische Schöningen bei Helmstedt bringen und in der „Thermischen Restabfall-Vorbehandlungsanlage“ (Müllverbrennungsanlage) am Braunkohlewerk Buschhaus verbrennen. Am 25. Juni 2002 wurde der letzte der 298 Container mit Hausmüll vermischt und verbrannt.
Das Militärgeld sollte bei Auslandseinsätzen der Nationalen Volksarmee (NVA) zum Einsatz kommen.
Die in Sammlerkreisen kursierenden Noten wurden wahrscheinlich beim Abtransport des Geldes 1990 entwendet.
Historische Währungseinheit | Wirtschaft (DDR)
Mark van die DDR | East German Mark | מארק מזרח גרמני | Marco (Repubblica Democratica Tedesca) | 東ドイツマルク | 동독 마르크 | Ostmark (valuta)
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