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Die Marineinfanterie ist eine spezialisierte Truppe, für infanteristische Aufgaben in Zusammenarbeit mit Seestreitkräften. Dazu gehören amphibische Operationen, wie Seelandungen aber auch Sicherungsaufgaben an Bord und die Untersuchung von Handelsschiffen. Die Marineinfanterie kann ein Teil der Seestreitkräfte sein, in manchen Ländern ist sie auch Teil des Heeres.

Marines (von lat. marinus - zum Meer gehörend) ist die englische Bezeichnung für Marineinfanteristen, in Deutschland war früher die Bezeichnung Seesoldat üblich.

Marineinfanterie in Deutschland


Preußische Marine

Preußen besaß bereits im 19. Jahrhundert ein Marinekorps, aus dem im Jahre 1852 ein Seebataillon gebildet wurde. Es wurde an Land und an Bord eingesetzt und nahm unter anderem am Gefecht von Tres Forcas in Marokko am 7. August 1856 teil.

Kaiserliche Marine

Hauptartikel: Seebataillon

Bei Gründung des Deutschen Reiches wurde das Seebataillon Teil der Kaiserlichen Marine. Es bestand zunächst nur aus wenigen Kompanien und wurde erst 1889 vergrößert und in zwei Bataillone geteilt, die in Kiel und Wilhelmshaven stationiert wurden. 1897 entstand ein drittes Bataillon in Tsingtao (Gouvernement Kiautschou). Die Marineinfanterie der Kaiserlichen Marine diente hauptsächlich der Verteidigung der Reichskriegshäfen, wurde jedoch im 19. Jahrhundert aus Mangel an seemännischem Personal auch an Bord von Panzerschiffen eingesetzt. Die "Seesoldaten" wurden meist zum Wachdienst und als Geschützbedienung herangezogen.

Das in China errichtete III. Seebataillon nahm an der Niederwerfung des Boxeraufstandes teil und leistete Dienst als Kolonialtruppe. Die in Deutschland stationierten Seebataillone unterstanden der Inspektion der Marineinfanterie (Sitz in Kiel) unter einem Oberst oder Oberstleutnant. Diese wiederum unterstand der Marinestation Ostsee, das Kiautschou dem Reichsmarineamt.

Im Ersten Weltkrieg wurden insgesamt 3 deutsche Marineinfanteriedivisionen aufgestellt. Das am 15. November 1914 gebildete Marine-Korps, das aus Marineinfanterie und Marine-Artillerie bestand, wurde vor allem in Flandern eingesetzt, wo es die Küsten gegen britische Angriffe sicherte. Die Stärke dieses Korps betrug 60.000-70.000 Mann, von denen etwa 10.000 gefallen sind. Kommandierender Admiral des Marine-Korps war Admiral Ludwig von Schröder, genannt der "Löwe von Flandern".

Bundesmarine

In der Bundesmarine gab es keine wirkliche Marineinfanterie. Zwar waren mit der Amphibischen Gruppe Landungsboote vorhanden, jedoch dienten sie dem Transport von Heerestruppen. Zur Amphibischen Gruppe gehörten außerdem die Kampfschwimmer und die Strandmeistereinheit, die Koordinationsaufgaben am Landestrand hatte. Im Verlauf des Kalten Krieges wurde die Zahl der amphibischen Kräfte stark verringert. Die außerdem bestehenden Marinesicherungstruppen hatten den Auftrag, Marineanlagen wie Stützpunkte, Fliegerhorste und Hauptquartiere zu sichern, jedoch keine amphibischen Aufgaben.

Deutsche Marine

In den 90er Jahren wurden aus den Reihen der Marinesicherungstruppen so genannte Boarding-Teams gebildet. Ihr Auftrag war u.a. die Kontrolle von zivilen Frachtschiffen auf Konterbande im Rahmen von UN-Embargoeinsätzen. Dazu wurden sie per Speedboat oder Hubschrauber (mittels Fast-Roping, also Abseilen an einem speziellen Seil von bis zu 40 Meter Länge) abgesetzt. Ab etwa 2000 sollten die Marinesicherungstruppen bis auf eine Boarding-Einheit ganz abgeschafft werden, weil die Sicherungsaufgabe als territoriale Aufgabe der Streitkräftebasis übertragen werden sollte.

Dieser Plan wurde nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 revidiert. Die Marine verfügt seither über eine aus zwei Bataillonen bestehende infanteristische Landkomponente, den Spezialisierte Einsatzkräften Marine (SEKM) und den Marineschutzkräften (MSK). Beide Batallione gehören derzeit zur Flottille der Minenstreitkräfte und werden im Sommer 2006 in die neuzuschaffende Einsatzflottille 1 überführt. Zu den SEKM gehören Kampfschwimmer, Minentaucher und Boardingkräfte, während die MSK die Aufgabe haben, Marineanlagen im Inland und im Einsatzland zu schützen. Dafür sind den MSK auch vier Boote zugeteilt, die truppendienstlich einem Minensuchgeschwader unterstehen.

Marineinfanterien der Welt


  • Argentinien - *
Infanterie de Marina
  • Bolivien - *
Bataillon ›Almirante Grau‹
  • Brasilien - *
Corpo de Fuzileiros Navais
  • Chile - *
Infanterie de Marina
  • China - *
  • Ecuador - *
  • El Salvador - *
  • Frankreich - *
Troupes de Marine, (Heer)
Fusiliers Marins, (Marine)
  • Griechenland - *
  • Großbritannien - *
Royal Marines
  • Guatemala - *
  • Honduras - *
  • Indien - *
  • Indonesien - *
  • Israel - *
Naval Commandos
  • Italien - *
Lagunari, (Heer)
San-Marco-Regiment, (Marine)
  • Kenya - *
  • Kolumbien - *
Infanteria de Marina de la Armada
  • Korea (Republik) - *
  • Kuba - *
  • Marokko - *
  • Mexiko - *
Infanteria de Marina
  • Niederlande - *
Korps Mariniers
  • Pakistan - *
  • Paraguay - *
  • Peru - [3500|
Infanteria de Marina
  • Philippinen - *
  • Polen - *
  • Portugal - *
Fuzileiros Navais
  • Russland - *
Morskaja Pechota
  • Saudi Arabien - *
  • Spanien - *
Infanteria de Marina
  • Syrien - *
  • Taiwan - *
  • Thailand - *
The Royal Thai Marine Corps
  • Türkei - *
Amfibi Deniz Piyade
  • Uruguay - *
Fuzileros Navales
  • USA - *
US Marine Corps
  • Venezuela - *
Infanteria de Marina
  • Vietnam - *

Siehe auch


Landungsboot, Marineartillerie, Seekrieg

Weblinks


Truppengattung | Marine

Marine | Marine | Infantería de Marina | Korps Mariniers | 海兵隊 | Морская пехота | Морська піхота

 

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