MarKirche_1a.jpg Die St. Marienkirche Berlin befindet sich nahe des heutigen Alexanderplatzes in Berlin, gelegen in Sichtweite des Roten Rathauses an der Kreuzung von Karl-Liebknecht- und Spandauer Straße, wo sich früher der „Neue Markt" befand. Sie ist eine der ältesten Kirchen Berlins mit einer über 750-jährigen Geschichte, und eines von ehemals sechs mittelalterlichen Kirchengebäuden im alten Zentrum von Berlin-Cölln.
1938 wurde die Nikolaikirche als „Musikdom“ an die Stadt abgegeben: Seitdem ist die Marienkirche die Predigtstätte auch für die ehemalige Nikolaigemeinde und für den Bischof der Berlin-Brandenburgischen Landeskirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie durch Bomben zerstört. Anders als bei der Nikolai- und der Klosterkirche begann ihr Wiederaufbau unmittelbar nach Kriegsende. Heute ist die Marienkirche vollkommen restauriert und wieder ein Ort bedeutender kirchlicher Ereignisse, ökumenischer Gottesdienste und kirchenmusikalischer Veranstaltungen.
Eines der bedeutendsten, erhaltenen mittelalterlichen Kunstwerke Berlins stellt das Totentanzfresko in der Turmhalle der Kirche dar. Das Wandbild zeigt einen Reigen aus geistlichen und weltlichen Ständevertretern, die sich in einem Schreittanz mit jeweils einer Todesgestalt befinden. Die Darstellung geht auf Vorlagen aus vorher entstandenen Totentänzen in Lübeck und möglicherweise auch in Hamburg zurück. Über die Entstehung des Freskos gibt es keine schriftliche Überlieferung. Daher hat man versucht dem Ursprung mit kriminalistischem Gespür auf den Grund zu gehen. Man kann den Totentanz durch verschiedene Rückschlüsse in etwa auf das Pestjahr 1484 datieren. Die Besonderheit der Darstellung liegt in seiner geometrischen Anordnung, die sich vom Westeingang, dann verwinkelt über den Pfeiler, die Westwand und die Nordwand fast in die Kirche hineinzieht. Die geistlichen und weltlichen Ständevertreter werden durch eine Kreuzigungszene, welche das Zentrum der Darstellung bildet, getrennt. Die dazu gehörigen Textverse stellen die älteste Berliner Dichtung dar. In den Versen beklagen die Ständevertreter ihr Leid und bitten den Tod um einen Aufschub. Die Verse sind in der Sprache des kleinen Mannes gehalten und enthalten ein franziskanisch geprägtes Weltbild, welches sich auch in der Trennung von geistlichen und weltlichen Ständevertretern niederschlägt. Der Reigen selbst wird von einem predigendem Franziskanermöch eröffnet. Daher vermutet man als Künstler, für das vom Berliner Bürgertum in Auftrag gegebene Wandbild, einen Franziskanermönch. Diese Vermutung wird dadurch erhärtet, dass in diesem Zeitraum Bauarbeiten am Grauen Kloster der Franziskaner in Berlin durchgeführt wurden. Der Totentanz wurde wahrscheinlich in der Reformationszeit mit Kalk übertünscht und erst im Jahr 1861 durch den Hofbaurat Stüler wiederentdeckt. Heute befindet sich das Wandbild in keinem guten Zustand. Durch die Nässe im Mauerwerk ist die Darstellung stark verblasst und wird durch eine Glaswand geschützt.
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"St. Marienkirche (Berlin)".
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