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Marienbad-Brunnen.jpg | MARIENB.jpg | Kreuzbrunnen.jpg | Mariánské_Lázne_Singende_Fontaene.jpg Mariánské Lázně (deutsch Marienbad) ist eine Stadt im Bezirk Eger der Karlovarský kraj im westlichen Tschechien mit 14.300 Einwohnern. Sie liegt 630 m hoch zwischen der bayerischen Grenze (Oberpfalz) und dem Kaiserwald (Slavkovský Les) in einem milden, nach Süden hin offenen Tal.

Geschichte des Kurbades


Ende des 12. Jahrhunderts gründete der Adlige Hroznata in der Gegend des späteren Marienbad in einem Flusstal das Stift Tepl, das zum Prämonstratenser-Orden gehört. Zu dieser Zeit bestand das Gelände überwiegend aus Sumpf. Im 14. Jahrhundert wurde die durch die Pest völlig entvölkerte Gegend von Deutschen besiedelt. Die Mönche entdeckten bereits im Mittelalter erste Heilquellen, die als "sauer" oder Säuerling bezeichnet wurden. Bereits 1528 wurden die Quellen auf Geheiß von König Ferdinand I. auf ihren Gehalt untersucht. Aus der Ferdinandsquelle wurde danach Salz gewonnen, das sich aber wegen seiner abführenden Wirkung nicht als Kochsalz verwenden ließ; es handelte sich um Glaubersalz. 1679 erschien eine Schrift über sechs der Heilquellen.

Im 17. Jahrhundert badeten bereits Kranke aus der Umgebung in dem als heilend geltenden Schlamm und tranken das Wasser der bekannten „Auschowitzer Quellen“. Der Klosterarzt Dr. Johann Josef Nehr, Mitbegründer des Kurorts Marienbad ,erkannte die Heilwirkung der eisenhaltigen, hypotonischen und mineralisierten Säuerlinge und regte die Gründung eines Heilbades an. Er ließ 1807 und 1808 die ersten beiden Badehäuser neben den Quellen errichten, vermutlich auf eigene Kosten. Dieses Gelände erhielt zu dieser Zeit auch den Namen Marienbad, nach der Marienquelle, die früher aber wegen ihres unangenehmen Geruchs Stinkquelle genannt wurde. 1813 wurde Karl Kaspar Reitenberger Abt des Stiftes Tepl.Abt Reitenberger unterstützte die Pläne Nehrs und ist der Gründer des Kurortes Marienbad. 1818 wurde der kleine Ort,noch ein Dorf, durch Abt Reitenberger offizieller Kurort.Reitenberger verwandte einen Teil des Klostervermögens für den Aufbau des Badeortes und engagierte den Wenzel Skalnik, um die Sümpfe auszutrocknen und Parks anzulegen. Außerdem wurden von 1817 bis 1823 Kurgebäude gebaut; die Architekten waren Georg Fischer und Anton Turner. Reitenberger stieß jedoch auf Kritik von seiten des Ordens, man warf ihm vor, das Geld des Klosters gewissermaßen in den Sumpf zu werfen. Er wurde seines Amtes enthoben, verließ Marienbad und ging nach Stift Wilten bei Innsbruck in Tirol.Die dankbare Stadt Marienbad ließ ihrem Begründer 1879 auf der Kreuzbrunnenpromenade ein Denkmal errichten.

1824 bestand Marienbad erst aus etwa 40 Gebäuden, besaß aber bereits einen gewissen Ruf als Kurort. Johann Wolfgang von Goethe war 1820 zum ersten Mal hier. Erst 1865 erhielt der Ort die Stadtrechte. Der eigentliche Aufschwung des Kurbetriebs kam ab 1872 mit dem Anschluss an die Eisenbahn, wodurch eine direkte Verbindung nach Wien und Prag geschaffen wurde, ab 1898 auch nach Karlsbad.

1897 kam der spätere britische König Edward VII. zum ersten Mal zur Kur nach Marienbad, was seinen Ruf ungemein förderte. 1904 besuchte ihn hier der österreichische Kaiser Franz Joseph I.. Es war die Blütezeit des Bades. Zu dieser Zeit kamen in der Saison über 20.000 Gäste. Der Erste Weltkrieg bedeutete einen Einschnitt, doch ab 1920 - nach der Gründung der Tschechoslowakei - lebte die Kur wieder auf, und 1929 wurde die Rekordzahl von 41.000 Kurgästen erreicht. Die entscheidende Zäsur kam mit dem Zweiten Weltkrieg, der das vorläufige Ende des internationalen Besucherzuspruchs bedeutete.

Zur Entwicklung nach 1945


Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört. Am 27. April 1945 kamen im und um den Marienbader Bahnhof knapp 1.000 KZ-Häftlinge aus dem Lager Rehmsdorf zum Teil durch MG-Beschuss aus feindlichen Flugzeugen, z.T aber auch unter tatkräftiger Mithilfe der einheimischen Bevölkerung ? ums Leben (vgl. u.a. Protokolle des Nürnberger Prozesses).

Die Stadt Marienbad hatte am 1. Dezember 1930 7.202 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 7.706 und am 22. Mai 1947 nur 6.027 Bewohner. Die gesamte deutschsprachige Bevölkerung wurde durch eine tschechische Bevölkerung, die hauptsächlich aus Zentralböhmen kam, ausgetauscht. Aufgrund der Beneš-Dekrete wurden die Deutschen, ganz gleich ob sie für oder gegen die Besetzung der Tschechoslowakei durch die Nationalsozialisten waren, 1945 enteignet und vertrieben.

Die Kureinrichtungen wurden 1946 verstaatlicht; Marienbad wurde zu einem Kurort für sozialistische Arbeiter. 1952 wurde hier ein Balneologisches Forschungszentrum gegründet. Da der Staat nichts in die Infrastruktur investierte, verfielen die Einrichtungen in der Zeit des Kommunismus. Erst 1989 wurde mit der Sanierung und Restauration wichtiger Gebäude begonnen. Heute setzt man wieder sehr stark auf ausländische Kurgäste.

Ortsteile


  • Hamrníky (Hammerhäuseln)
  • Chotěnov-Skláře (Flaschenhütte)
  • Kladská (Glatzen)
  • Mariánské Lázně (Marienbad) - Stadt
  • Stanoviště (Stanowitz)
  • Úšovice (Auschowitz)

Kuranlagen


Die Stadt besitzt viele sehenswerte Bauten und Kuranlagen. In der Stadt selbst entspringen 40 Heilquellen, in der Umgebung rund 100 weitere. Die Mineralquellen sind reich an Kohlensäure und Mineralsalzen. Empfohlen werden Trinkkuren, Moorbäder und andere Behandlungen gegen Atmungs-, Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen, Verspannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat.

Der ehemals mondäne Ort hat unter anderem einen großen Kurpark,ein Denkmal des Gründers Abt Karl Reitenberger, eine Goethe-Gedenkstätte und einige Routen zum Wandern, zum Beispiel zum Aussichtsturm "Rozhledna" und einen geologischen Pfad. Für sportliche Aktivitäten stehen ein modernes Sportstadion sowie Schwimmbäder zur Verfügung. Ein Golfplatz wurde im Jahr 1904 anlässlich des Besuchs des britischen Königs Edward VII. angelegt.

Wichtige Heilquellen


  • Ambrosiusquelle
Die Ambrosiusquelle wurde 1807 gefasst. Sie hat einen Eisengehalt von rund 39 mg pro Liter. Das Wasser wird als Heilwasser getrunken, aber auch für Bäder benutzt.

  • Ferdinandquelle
Die Ferdinandquelle ist wahrscheinlich die erste entdeckte Heilquelle Marienbads, aus der das Glaubersalz gewonnen wurde. Sie wurde ursprünglich Auschowitz-Quelle genannt. 1826/27 entstand hier eine Kolonnade, die noch heute erhalten ist. Die Quelle wird für die Trinkkur genutzt.

  • Karolinaquelle
Diese Quelle wurde 1870 nach der Ehefrau von Kaiser Franz Joseph I., Karoline Augusta, benannt. Zu dieser Zeit entstand hier ebenfalls eine Kolonnade.

  • Kreuzquelle
Die Kreuzquelle wurde erstmals 1749 als "Sauerbrunnen" erwähnt. Über diesem Brunnen wurde im 19. Jahrhundert ein imposanter Tempel mit Kuppel und goldenem Kreuz errichtet, der 1912 abgerissen und durch eine Beton-Reproduktion ersetzt wurde.

  • Marienquelle
Die Marienquelle, der Marienbad den Namen verdankt, wurde als erste der Quellen für Bäder benutzt. Das Wasser enthält besonders viel Kohlensäure.

  • Waldquelle
Die Waldquelle gehört zu den eisenhaltigen Sauerbrunnen. Sie wird für die Trinkkur benutzt und zum Gurgeln.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Berühmte Kurgäste

Literatur


  • Catherine Sauvat: Damals in Marienbad ... Die schönsten Heilbäder Europas, 2000 (Bildband)

Weblinks


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