Mariazellerbahn 01.jpg Die Mariazellerbahn ist eine elektrisch betriebene Schmalspurbahn der Österreichischen Bundesbahnen mit einer Spurweite von 760 mm („bosnische Spurweite“), die die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten mit dem steirischen Wallfahrtsort Mariazell verbindet.
Die Stammstrecke folgt dem Tal der Pielach über Hofstetten-Grünau, Rabenstein an der Pielach und den Hauptort der Talschaft, Kirchberg an der Pielach, bis zur Station Loich, welche für den Güterverkehr von besonderer Bedeutung war: Hier endete der Güterverkehr mit Rollböcken bzw. später mit Rollwagen, da das Lichtraumprofil der folgenden Tunnels nur für Schmalspurfahrzeuge angelegt ist. Ab hier verengt sich das Tal der Pielach zusehends und kurz vor dem nächsten Bahnhof, Schwarzenbach an der Pielach, passiert die Bahn den Weißenburgtunnel und verlässt sogleich das Pielachtal und folgt dem sich schluchtartig verengenden Tal des Nattersbaches über Frankenfels bis zum Bahnhof Laubenbachmühle. Der ab hier folgende Abschnitt wird als Bergstrecke der Mariazellerbahn bezeichnet.
Mariazellerbahn 03.jpg Mariazellerbahn 04_b.jpg | Mariazellerbahn map1.png Die Bahn folgt nun in leichtem Gefälle einer steilen, bewaldeten Berglehne, passiert mit dem Saugrabenviadukt den höchsten Viadukt der Mariazellerbahn und erreicht am Reithsattel den Bahnhof Annaberg. Dem Lassingstausee, der das Kraftwerk Wienerbruck speist, folgt rasch die Station Wienerbruck-Josefsberg, ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen in die Ötschergräben. Nach einer weiteren Kehre um den See wendet sich die Strecke der Erlauf zu. Dieser Abschnitt gilt als das wildromantische Highlight der Mariazellerbahn: Zwischen einer Reihe kurzer Tunnels bieten sich mehrmals Einblick in die „Zinken“, wie hier die zerklüftete Schlucht der Erlauf genannt wird. Nach der Haltestelle Erlaufklause wird mit Mitterbach am Erlaufsee der letzte Halt in Niederösterreich erreicht, kurz darauf erreicht die Schmalspurbahn mit dem Wallfahrtsort Mariazell in der Steiermark ihren Endpunkt.
Die weitere Strecke von ca. 7 km Länge bis Gußwerk, die vor allem dem Güterverkehr zu einem großen Sägewerk diente, ist seit 1988 stillgelegt und wurde 2003 abgetragen. Die (normalspurige) Museumstramway Mariazell-Erlaufsee plant, einen kurzen Abschnitt der Trasse für das Projekt einer Straßenbahnstrecke vom Bahnhof ins Ortsgebiet von Mariazell zu übernehmen.
- bgcolor="#FFDEAD" | Kilo- meter | Höhe m | Haltestelle | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 0,0 | 273 | Sankt Pölten Hauptbahnhof | Anschluss von der Westbahn |
| Kleiner Eisberg-Tunnel (138 m) | |||
| Großer Eisberg-Tunnel (274 m) | |||
| 2,0 | Sankt Pölten Alpenbahnhof | ||
| 5,8 | 314 | Schwadorf | |
| 9,7 | 274 | Völlerndorf | 1996 eingestellt |
| 12,0 | Ober-Grafendorf | Abzweigung nach Wieselburg | |
| 15,6 | 300 | Klangen | |
| 16,6 | Weinburg | ||
| 17,5 | Kammerhof | ||
| 19,5 | 318 | Hofstetten-Grünau | |
| 22,9 | 335 | Mainburg | |
| 25,0 | 341 | Rabenstein an der Pielach | |
| 27,4 | 367 | Steinklamm | |
| 28,9 | 363 | Steinschal-Tradigist | |
| 31,3 | 372 | Kirchberg an der Pielach | |
| 33,9 | 391 | Schwerbach | |
| 35,3 | 400 | Loich | |
| Weißenburg-Tunnel (98 m) | |||
| 39,3 | 429 | Schwarzenbach an der Pielach | |
| Schönautunnel (61 m) | |||
| Natterstunnel (30 m) | |||
| 43,0 | 462 | Frankenfels | |
| 46,5 | 508 | Boding | |
| 48,3 | 535 | Laubenbachmühle | |
| 50,3 | 571 | Unter Buchberg | |
| Kerlstein-Tunnel (93 m) | |||
| Steinbach-Tunnel (49 m) | |||
| Meierlberg-Tunnel (89 m) | |||
| Stettenriegel-Tunnel (43 m) | |||
| 57,1 | Winterbach | ||
| 61,0 | 804 | Puchenstuben | |
| Beinriegel-Tunnel (121 m) | |||
| Florkogel-Tunnel (77 m) | |||
| Gösing-Tunnel (2369 m) | |||
| 67,0 | 891 | Gösing | |
| Ameiskogel-Tunnel (46 m) | |||
| Großer Klausgraben-Tunnel (102 m) | |||
| Kleiner Klausgraben-Tunnel (35 m) | |||
| Reithmauer-Tunnel (63 m) | |||
| 71,3 | 806 | Annaberg | vormals Annaberg-Reith |
| 72,9 | 795 | Wienerbruck-Josefsberg | |
| Raingraben-Tunnel (269 m) | |||
| Kienbach-Tunnel (375 m) | |||
| Kleiner Zinken-Tunnel (59 m) | |||
| Großer Zinken-Tunnel (68 m) | |||
| Erlaufklause-Tunnel (111 m) | |||
| 77,2 | 815 | Erlaufklause | |
| 80,3 | 799 | Mitterbach | |
| 84,2 | 849 | Mariazell | Anschluss an die Museumstramway Mariazell-Erlaufsee |
| 87,7 | 768 | Rasing-Sankt Sebastian | eingestellt |
| 89,2 | 758 | Sigmundsberg | eingestellt |
| 91,3 | 739 | Gußwerk | eingestellt |
Die ehemals schmalspurige Fortsetzung von Wieselburg nach Gresten wurde 1998 wegen des umfangreichen Güterverkehrs auf Normalspur umgebaut, der bereits 1991 eingestellte Personenverkehr wurde jedoch nicht wieder aufgenommen. Bis dahin wurden die normalspurigen Güterwagen für diesen Streckenabschnitt in Wieselburg auf Rollwagen verladen. Im Zusammenhang mit der Umspurung wurde 2001 der östlich von Wieselburg gelegene Streckenabschnitt nach Ruprechtshofen eingestellt, planmäßigen Betrieb gibt es seit 2003 nur noch zwischen Ober-Grafendorf und Mank.
Das Streckennetz der Mariazellerbahn ist Teil des Verkehrsverbundes Niederösterreich-Burgenland.
- bgcolor="#FFDEAD" | Kilo- meter | Höhe m | Haltestelle | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 0,0 | Ober-Grafendorf | Abzweigung von Sankt Pölten | |
| 3,5 | 253 | Sankt Margarethen-Rammersdorf | |
| 7,6 | 265 | Bischofstetten | |
| 9,9 | 274 | Teufelsdorf | |
| 12,9 | 300 | Kilb | |
| 15,4 | 302 | Heinrichsberg | |
| 18,0 | 296 | Mank | |
| 21,9 | 270 | Lehenleiten | eingestellt |
| 25,6 | 240 | Sankt Leonhard am Forst | eingestellt |
| 26,6 | 242 | Ruprechtshofen | eingestellt |
| 30,6 | 255 | Grabenegg-Rainberg | eingestellt |
| 32,8 | 306 | Reisenhof-Lehen | eingestellt |
| 35,8 | 250 | Breitenbach | eingestellt |
| 37,6 | 252 | Wieselburg an der Erlauf | eingestellt, Anschluss an die Erlauftalbahn |
Die Stammstrecke von St. Pölten nach Kirchberg und die Zweigstrecke nach Mank wurden am 4. Juli 1898 eröffnet, Betriebsführer waren die landeseigenen Niederösterreichischen Landesbahnen. Ab 1902 wurde der Bau fortgesetzt und 1905 wurden die Pielachtalstrecke bis Laubenbachmühle und die Verlängerung der Zweiglinie nach Ruprechtshofen fertig gestellt. 1906 war auch die Bergstrecke so weit vollendet, dass der Güterverkehr bis Mariazell aufgenommen werden konnte. Am 2. Mai 1907 nahm der Personenverkehr bis Mariazell den Betrieb auf und im Sommer des selben Jahres ging die Strecke bis Gußwerk in Betrieb.
Franz Josef Mariazellerbahn.jpg besucht die Mariazellerbahn im Jahr 1910]] Die Niederösterreichisch-Steirische Alpenbahn, wie die Mariazellerbahn im amtlichen Sprachgebrauch hieß, war damit fertig gestellt. Weit fortgeschrittene Planungen für eine Verlängerung über den steirischen Seeberg und eine Verbindung mit der ebenfalls schmalspurigen Thörlerbahn und damit dem steirischen Eisenbahnnetz wurden wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges nicht mehr verwirklicht. Ebenso unterblieb der Bau einer Verbindung zur Ybbstalbahn.
Auf der Bergstrecke wurde der Betrieb vorerst mit den eigens für diese Strecke entwickelten Dampflokomotiven der Reihen Mh und Mv abgewickelt, was sich aber rasch als unzureichend erwies. Der Andrang an Fahrgästen war so groß, dass zeitweise jegliche Werbung für die rasch populär gewordene Alpenbahn unterlassen wurde. Im Güterverkehr wurde neben landwirtschaftlichen Produkten und Erzen aus lokalen Bergbaubetrieben vor allem Holz aus der waldreichen Bergregion abtransportiert. Das Holz blieb bis zur Einstellung des Güterverkehrs das bedeutendste Frachtgut der Mariazellerbahn. Bereits ab 1909 wurden, so weit es das Lichtraumprofil erlaubte, Normalspurgüterwagen auf Rollböcken befördert.
Dieser Vorschlag galt als revolutionär. Noch nie war eine Bahnstrecke dieser Länge, auf der hauptbahnähnlicher Verkehr stattfinden sollte, elektrisch betrieben worden. Man kannte in dieser Epoche die elektrische Traktion erst von Straßenbahnen und leichten, durchwegs mit Gleichstrom niedriger Spannung betriebenen Lokalbahnen. Nur die 1904 erbaute Stubaitalbahn war auch schon mit Wechselstrom betrieben. Trotz heftiger Widerstände konnte Engelmann seine Visionen durchsetzen. Daher wurde die Mariazellerbahn in den Jahren 1907 bis 1911 elektrifiziert, die reichlich vorhandene Wasserkraft der Bergregion zur Energiegewinnung herangezogen, und schon damals wurden die noch heute verwendeten Lokomotiven der Reihe E (heute 1099) angeschafft.
Bei der Umsetzung des Vorhabens wurden zahlreiche Konzepte verwirklicht, für die es bis dahin kein Vorbild gab. Die bei der Elektrifizierung der Mariazellerbahn gewonnenen Erfahrungen erwiesen sich als richtungsweisend für spätere Projekte dieser Art. Anders als bei Straßenbahnen wurde die Fahrleitung mittels massiver Tragwerke und Stahlmasten ausgeführt, die Ausführung der Lokomotiven mit zwei separat angetriebenen Drehgestellen entsprach damals schon der auch heute noch üblichen Bauweise. Die zur Energieversorgung notwendigen und unter schwierigsten Bedingungen in der Gebirgslandschaft errichteten Kraftwerke wurden zugleich zur Versorgung der Region mit elektrischem Strom herangezogen und bildeten den Grundstein der niederösterreichischen Landesenergiegesellschaft NEWAG, der heutigen EVN.
Die „Krumpe“ von Ober-Grafendorf bis Ruprechtshofen wurde, nachdem die Bauarbeiten durch den Krieg unterbrochen worden waren, erst 1927 bis Gresten verlängert, aber nicht elektrifiziert. Alle anderen Erweiterungsprojekte wurden, obwohl zum Teil auch noch nach 1945 immer wieder ins Gespräch gebracht, nie verwirklicht.
1922 übernahmen die ÖBB die Mariazellerbahn von den Niederösterreichischen Landesbahnen, die in finanzielle Bedrängnis geraten waren. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurden die Schmalspurbahnen, wie alle österreichischen Bahnen, in die Deutsche Reichsbahn eingegliedert. Während der Kriegsjahre 1944 und 1945 kam es insbesondere im Nahbereich von St. Pölten an mehreren Stellen zu Zerstörungen und Schäden durch Kriegshandlungen.
Von der Nebenbahn-Einstellungswelle des Jahres 1988 in Niederösterreich war auch die Mariazellerbahn betroffen. Der Güterverkehr mit Schmalspurwagen auf der Bergstrecke wurde komplett aufgegeben, die kurze Strecke Mariazell-Gußwerk eingestellt. Lediglich bis Schwarzenbach an der Pielach erfolgten nach Einstellung des Güterverkehrs nach Mariazell noch für einige Jahre Holztransporte auf Schmalspurwaggons.
Mit 31. Dezember 1998 stellten die ÖBB auch den Güterverkehr mit Rollwagen auf der Talstrecke und dem verbliebenen schmalspurigen Abschnitt der Nebenlinie ein.
Ab ca. 2000 gab es Überlegungen der ÖBB, die Mariazellerbahn zu verkaufen oder einzustellen. Derzeit wird die Bahn jedoch im Auftrag und auf Kosten des Landes Niederösterreich weiterhin von den ÖBB betrieben. Seit Herbst 2003 wird als eines von mehreren Zukunftsszenarien die Umspurung der für den Pendler- und Schülerverkehr wichtigen Talstrecke zwischen St. Pölten und Kirchberg an der Pielach auf Normalspur in Erwägung gezogen, für die verbleibende Schmalspurstrecke würden stärker touristisch orientierte Vermarktungskonzepte angestrebt werden.
Steyrtalbahn_02.jpg der Mariazellerbahn fährt heute auf der Steyrtalbahn]] Austria narrow gauge mh6.jpg | ÖBB_4090_Annaberg.jpg im Bahnhof Annaberg]] ÖBB_2095.jpg am St. Pöltener Alpenbahnhof]] Für die Verlängerung nach Mariazell wurde eine besonders leistungsstarke Maschine benötigt. Die Lokomotivfabrik Krauss in Linz legte den Entwurf einer Lok mit vier angetriebenen Achsen und Stütztender vor, der 1906 mit vier Exemplaren mit Heißdampfantrieb verwirklicht wurde. Die Lokomotiven erhielten die Typenbezeichnung Mh (heute Reihe 399). 1907 folgten zwei Loks mit Verbundantrieb, als Mv bezeichnet. Da sich diese aber nicht so gut bewährten, erfolgte die Anschlusslieferung von zwei weiteren Maschinen 1908 wieder als Heißdampflok. Um die erwarteten Fahrgastzahlen befördern zu können, wurde eine Vielzahl vierachsiger Reisezugwagen angeschafft, welche in Ausstattung und Komfort mit zeitgenössischen Normalspurfahrzeugen vergleichbar waren. Ebenfalls 1906 wurden drei größere Dampftriebwagen geliefert, die auch mit mehreren Wagen verstärkt eingesetzt werden konnten.
Für den 1911 eröffneten elektrischen Betrieb wurden zwischen 1911 und 1914 insgesamt 16 Lokomotiven der Reihe E geliefert. Damit endete der Dampfbetrieb auf der Stammstrecke bereits nach nur fünf Jahren. Sämtliche Dampftriebwagen wurden verkauft, die meisten Dampfloks verblieben auf der Zweiglinie, einige Maschinen wurden zu den Waldviertler Schmalspurbahnen umstationiert.
Mit der Verlängerung der Zweiglinie bis Gresten kamen neue Dampflokomotiven der Reihen P (ÖBB 199) und Uh (ÖBB 498) auf das St. Pöltener Schmalspurnetz, in den 1930er-Jahren wurden die ersten Diesellokomotiven erprobt. Diese später als ÖBB 2190 bezeichnete Type war jedoch nur zur Führung leichter Personenzüge geeignet, die kurz darauf eingeführten Gepäcktriebwagen 2041 (ÖBB 2091) waren geringfügig leistungsstärker.
Ab 1960 erhielten die Elektrolokomotiven, nun als Reihe 1099 bezeichnet, neue Fahrzeugkästen, die Reisezugwagen wurden ebenfalls mit neuen vereinheitlichten Stahlkästen versehen („Spantenwagen“). Ab 1962 wurden die Dampflokomotiven von den neuen Dieselloks der Reihe 2095 abgelöst. Die Loks der Baureihe 399 kamen ins Waldviertel, die anderen wurden ausgemustert.
Der Fahrbetrieb auf der Stammstrecke wird heute immer noch hauptsächlich von den fast 100 Jahre alten Elektrolokomotiven der Reihe 1099 zusammen mit den praktisch gleich alten Reisezugwagen bewältigt. Die 1099 ist somit auch die älteste elektrische Lokomotive der Welt, die immer noch im täglichen Einsatz auf jener Strecke steht, für die sie ursprünglich gebaut wurde.
Seit 1994 kommen auch zwei neu entwickelte, jedoch nicht in größerer Stückzahl produzierte elektrische Triebwagenzüge der Reihe 4090 zum Einsatz. Für schwächer besetzte Kurse werden Dieseltriebwagen der Reihe 5090 eingesetzt, ebenso auf der Krumpe, wo auch Diesellokomotiven der Reihe 2095 zum Einsatz kommen.
Für Nostalgiezüge wird die in Ober-Grafendorf stationierte Dampflokomotive Mh.6 herangezogen, eine in den 1990er-Jahren auf private Initiative einiger Eisenbahner auf die Mariazellerbahn zurückgeholte Originalmaschine der Bergstrecke.
Für die Stromversorgung der gesamten Mariazellerbahn und der Region entlang der Strecke mit 25-Hz-Industriestrom dienten ursprünglich vier Stück 25-Hz-Drehstromgeneratoren im Kraftwerk Wienerbruck mit einer Gesamtscheinleistung von 6.600 kVA. Hiervon betrug die einphasige Scheinleistung für die Bahnversorgung 4.500 kVA. Die Maschinensätze wurden und werden vom Wasser der Lassing und der Erlauf angetrieben. Der von den Generatoren im Kraftwerk Wienerbruck erzeugte Bahnstrom mit 6,5 kV wurde teilweise direkt in die Fahrleitung in der Nähe des Kraftwerkes eingespeist und auch zum Teil für die Übertragung zu den Unterwerken in Kirchberg und Ober-Grafendorf auf 27 kV hochtransformiert. Als Ausfallsicherung wurde am Alpenbahnhof in St. Pölten eine Kraftstation mit zwei Dieselgeneratoren zu je 420kVA einphasiger Scheinleistung errichtet.
Wienerbruck_powerstation_1.jpg | Wienerbruck_powerstation_2.jpg Schon von Beginn an wurden sowohl die Leiterseile der Stromleitungen für die öffentliche Versorgung als auch die für die Versorgung der Bahn auf Traversen oberhalb der Oberleitungen auf den Oberleitungsmasten montiert. Auch heute noch sind – nach Umstellung der öffentlichen Versorgung auf Drehstrom mit einer Frequenz von 50 Hertz – ca. 21 km Gemeinschaftsleitungen in Betrieb. Allerdings wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren von dem für die öffentliche Stromversorgung in diesem Gebiet zuständigen Energieversorger EVN eine separate 20-kV-Leitung zwischen Loich und Frankenfels gebaut, so dass in diesem Bereich nur mehr die 27-kV-Leitung zur Versorgung der Mariazellerbahn und die Oberleitung selbst an den Oberleitungsmasten der Mariazellerbahn installiert sind.
1923 wurde unterhalb des Kraftwerks Wienerbruck der Ausgleichsweiher Stierwaschboden und das Kraftwerk Erlaufboden mit drei Maschinensätzen errichtet. In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre wurden die veralteten Kraftwerks- und Verteilanlagen erneuert. Den Bahnstrom erzeugt jetzt normalerweise der 2,8-MVA-Maschinensatz im Kraftwerk Erlaufboden. Er besteht aus je einer Synchronmaschine für 25-Hz-Einphasenwechselstrom, 50-Hz-Drehstrom und einer Francis-Turbine.
Ein alter, kleinerer Umformersatz in Erlaufboden und zwei alte 25-Hz-Maschinensätze im Kraftwerk Wienerbruck dienen als Reserve für die Bahn. Zwei weitere Generatoren in Wienerbruck und drei in Erlaufboden mit zusammen 11,5 MVA erzeugen Drehstrom mit 50 Hz.
Das Rückgrat des Bahnnetzes bildet heute die 27-kV-Ringleitung zwischen den beiden Kraftwerken und dem neu gebauten Unterwerk Gösing sowie die Übertragungsleitung vom Unterwerk Gösing zum neu gebauten Unterwerk Rabenstein. Nach Fertigstellung dieser Anlagen wurden die direkte Fahrdrahtspeisung bei Wienerbruck und die Unterwerke Kirchberg und Ober-Grafendorf stillgelegt. Hierdurch wurde die Stromversorgung des Gebirgsabschnitts wesentlich verbessert.
Heute werden von der Schaltwarte im Kraftwerk Erlaufboden neben den eigenen Maschinen auch die Maschinensätze des Kraftwerks Wienerbruck ferngesteuert, die Zwischenumspannwerke Gösing und Rabenstein werden vom System-Operator der EVN in Maria Enzersdorf fernüberwacht und -gesteuert.
Bahnstrecke in Niederösterreich | Bahnstrecke in der Steiermark | Schmalspurbahn | Spurweite 760 mm
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