Die Mariahilfer Straße ist eine der größten und bekanntesten Einkaufsstraßen von Wien.
Die Mariahilfer Straße erstreckt sich vom Getreidemarkt im 6. Wiener Gemeindebezirk (Mariahilf)beziehungsweise dem Museumsplatz im 7. Bezirk (Neubau) nahe der Wiener Ringstraße als Bezirksgrenze zwischen den beiden genannten Vorstadtbezirken, wobei sie im ersten kurzen Teilstück relativ stark ansteigt, bis zum Mariahilfer Gürtel.
Seit der Eingemeindung der Vorstädte ist die Mariahilfer Straße die Grenze zwischen den beiden Bezirken.
Dieser Abschnitt erstreckt sich vom Mariahilfer Gürtel bis zur Schloßallee im Westen der Stadt. Obwohl sich auch hier zahlreiche Geschäfte befinden, haben sich in diesem Abschnitt fast keine großen oder internationalen Markengeschäfte angesiedelt.
Schon vor der Ersten Türkenbelagerung von Wien war die heutige Mariahilfer Straße eine wichtige Straße von Wien in Richtung Westen, was auch die Namen beweisen, die die Mariahilfer Straße in ihrer langen Geschichte innehatte: „Kremser Straße“ oder „Bayerische Landesstraße“. Sie hatte aber auch lokale Namen und hieß sogar „Schönbrunner Straße“.
1663 wurde die Mariahilfer Straße zur Poststraße ernannt, was deren Bedeutung steigerte und die Ansiedlung von Einkehrgasthäusern mit sich brachte. Der Zweiten Türkenbelagerung im Jahr 1683 fiel die Siedlung, die sich unterdessen entwickelt hatte zum Opfer. Nur langsam wurde sie wieder aufgebaut.
Mit der Zeit wandelte sich die ursprünglich landwirtschaftlich genutzte Gegend in eine Vorstadt, in der sich Handwerker und Händler ansiedelten. Besonders berühmt war der Bereich um die heutige Schottenfeldgasse. Dort siedelten sich Seidenmanufakturen an, die ihren Besitzern so beträchtlichen Reichtum einbrachten, dass das „Grätzl“ den Spitznamen Brilliantengrund bekam und in Liedern besungen wurde.
Die Errichtung des Linienwalls teilte die Mariahilfer Straße in die „innere und äußere Mariahilferstraße“. Bis zur Eingemeindung der Vorortgemeinden wurde hier die Verzehrungssteuer eingehoben, dann wurde diese Steuergrenze nach außen an die neue Stadtgrenze verschoben.
1826 wurde die innere Mariahilfer Straße gepflastert und 1862 erhielt sie letztendlich ihren offiziellen und heute noch gültigen Namen: Mariahilfer Straße.
Während des Baus der Wiener U-Bahnlinie U3 und den damit verbundenen chaotischen Zuständen siedelten sich zahlreiche so genannte „Salami-Shops“ an. Diese verkauften zum Ärgernis der alteingesessenen Geschäftsleute den zumeist ungarischen Touristen Elektro- und Elektronikgeräte billiger Machart und bedrohten damit den als exklusiv geltenden Ruf der Einkaufsstraße. Mit den steigenden Mieten nach der Fertigstellung der Mariahilfer Straße siedelten diese Händler aber durchwegs wieder ab.
Um den im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus befindlichen äußeren Abschnitt nicht hinter der neu gestalteten inneren Mariahilfer Straße zurückstehen zu lassen, wurden später auch hier die Gehsteige neu, aber mit weniger Aufwand gestaltet
Ab 1869 fuhr die Pferdestraßenbahn zwischen der Stiftgasse und Rudolfsheim.
Dass Kaiser Franz Joseph I. auf seinen Fahrten zwischen Hofburg und Schloss Schönbrunn regelmäßig die Mariahilfer Straße befuhr, stellte die für die Straßenbahnen verantwortlichen vor große Probleme. Da der Kaiser wünschte, dass die Straße durch die Oberleitung nicht verschandelt werden dürfe, musste man bei den hier verkehrenden Tramwaylinien eine störungsanfällige unterirdische Stromschiene verwenden, mit der die Garnituren mit Strom versorgt wurden. Erst 1915 wurde hier auf die übliche Oberleitung umgestellt.
Ursprünglich befuhren mehrere 50er-Linien und mit Buchstaben bezeichnete Linien die Mariahilfer Straße auf voller Länge oder in Teilabschnitten. Zuletzt, bis zur Stilllegung des inneren Abschnittes 1993, waren die Straßenbahnlinien 52 und 58 über die gesamte Länge der Mariahilfer Straße in Betrieb. Erst beim Technischen Museum trennen sich ihre Wege in Richtung Westen. Die äußere Mariahilfer Straße, die von der U-Bahn nicht erschlossen wird, wird nach wie vor von den Linien 52 und 58, deren Endstation sich nun am Gürtel vor dem Wiener Westbahnhof befindet, befahren.
Die Bauarbeiten für die Errichtung der U-Bahnlinie U3 brachten auf der inneren Mariahilfer Straße große Behinderungen mit sich. Immer wieder mussten die Straßenbahngleise und die Fahrbahnen für den Autoverkehr umgelegt werden. Aus Platzgründen wurden die Tunnelröhren für die U-Bahn übereinander errichtet und nicht wie sonst nebeneinander.
Um die Oberflächengestaltung der inneren Mariahilfer Straße zu beschleunigen, wurde der Straßenbahnbetrieb innerhalb des Gürtels schon vor der Eröffnung der U-Bahn eingestellt und städtische Autobusse wurden als Schienenersatzverkehr durch teils enge Nebenstraßen geführt.
Die Mariahilfer Straße erhielt in diesem Abschnitt beidseitig etwa zehn Meter breite Gehsteige und wurde als Allee mit Bäumen bepflanzt. Viel kritisiert wurde, dass keine Radwege für den heute vergleichsweise starken Fahrradverkehr errichtet wurden, erst Jahre später wurde auf einem Teilstück nachträglich ein Radfahrstreifen errichtet. Durch die Einstellung der Straßenbahnlinien hat sich auch eine Verschlechterung des Nahverkehrs im Bereich um die Mariahilfer Straße ergeben, da die Zugangswege zur U-Bahn relativ lang sind, nur ein Teil der Straße mit Stationen versorgt wird und vom äußeren Teil her nun ein Umsteigen beim Westbahnhof erforderlich ist.
An den vier Adventsamstagen wird die innere Mariahilfer Straße zur Fußgängerzone erklärt, um die Weihnachtseinkäufe zu erleichtern. Ansonsten ist sie von starkem Autoverkehr mit Stau während des ganzen Tages geprägt.
Am 4. März 1998 eröffnete in dem Gebäude das erste Weltstadthaus der Düsseldorfer Modekette Peek & Cloppenburg.
In der Krypta der Kirche ist eine Betreuungsstelle für Obdachlose untergebracht, die unter dem Namen „Die Gruft“ bekannt ist.
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