Die Maria-Pia-Brücke (port. Ponte Maria Pia) ist eine Eisenbahnbrücke über den Douro zwischen Porto und Vila Nova de Gaia. Sie ist neben dem Garabit-Viadukt die berühmteste Brücke von Gustave Eiffel.
Mit dem Aufkommen des Eisenbahnverkehrs erhöhte sich die Dringlichkeit eines Brückenneubaus. Da eine Umleitung der Eisenbahn einen Umweg von 12 km bedeutet hätte entschied man sich trotz der schwierigen geographischen Gegebenheiten und der daraus resultierenden Erwartung erheblicher technischer Probleme für den Brückenbau an dieser Stelle.
Der Fluss war an der geplanten Baustelle 150 Meter breit, die Wassertiefe betrug bis zu 20 Meter. Steil ansteigende Ufer und eine sehr hohe Strömungsgeschwindigkeit des Douro machten die Errichtung von Pfeilern im Flussbett unmöglich. Um die steilen, sandigen Ufer und die hohe Strömungsgeschwindigkeit des Douro zu umgehen, wählten die Konstrukteure den Bau eines großen Fachwerkbogens mit einem mittleren Brückenfeld von 160 m Länge. Zur Abstützung wurden auf beiden Seiten des Flusses Pfeiler in der Uferböschung fundamentiert.
Der Bau begann im Dezember 1875. Da die Bauarbeiten in 21 Monaten beendet sein sollten musste zügig gearbeitet werden. Zur Anfertigung der Baupläne hatte man daher nur zwei Monate Zeit. Eiffel selbst kam jedoch erst 1876 zur Baustelle.
Die Pfeiler, die Maurerarbeiten und die geraden Fahrbahnplatten waren im September 1876 fertig. Jedoch behinderten Überschwemmungen im Winter 1876/77 den geplanten Fortgang der Arbeiten. Daher konnte die Montage des Bogens erst im März 1877 in Angriff genommen werden. Am 31. Oktober 1877 gelang es schließlich, den Fluss zu überbrücken.
Das Hauptstück der Brücke, der große Bogen von 160 Metern, sollte freitragend mit einem neuen Verfahren montiert werden, das erst kurz zuvor in den USA von J. Eads bei der Brücke von Saint Louis erprobt worden war. Diese Eisenbahnbrücke über den Mississippi hatte die weiteste damals existierende Spannweite von 158,5 Metern. Eine freitragende Montage bedeutete, dass von beiden Seiten Bogenelemente angebracht und mit Stahltrossen zurückgehalten wurden, bis sich die beiden Segmente in der Mitte trafen.
Wie alle großen Bauten ist die Brücke ein Gemeinschaftswerk mehrerer Unternehmen. Der Ingenieur H. Dion war zuständig für die Überprüfung der Berechnung, E. Nouguier und J. Compagnon waren für die Koordination der Arbeiten und für die Montage verantwortlich.
Am 31. Oktober 1877 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen, und am 4. November 1877 die Brücke feierlich vom portugiesischen Königspaar Luís I. und seiner Gattin Maria Pia eingeweiht. Noch heute trägt die Brücke den Namen dieser Königin. Gut eingefügt in die großartige Landschaft, wurde sie zu einem Wahrzeichen der Stadt Porto.
Die Maria-Pia-Brücke wurde bis 1991 von der portugiesischen Eisenbahn befahren, anschließend wurde der Bahnverkehr über den Duero auf die neu gebaute São-João-Brücke verlegt.
Die Brücke wird sehr oft mit der im Zentrum der Stadt liegenden zweistöckigen Ponte Dom Luis I verwechselt, über deren obere Etage heute die neue Metrolinie des Stadtverkehrs fährt.
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