Maria_Marienkirche_Mühlhausen.JPG Maria hieß die Mutter des Jesus von Nazaret. Sie lebte nach dem Neuen Testament (NT) mit ihrem Mann Josef und weiteren Angehörigen wahrscheinlich in der Kleinstadt Nazaret in Galiläa (Mk 1,9; 6,1). Als "Mutter Gottes" spielt sie eine herausragende Rolle im Katholizismus und mit Einschränkungen auch in der Orthodoxie. Die sehr unterschiedlichen Auffassungen über Maria in den Konfessionen gelten bis heute als ein Haupthindernis für die Ökumene.
Auch im NT heißen noch weitere Frauen unter den Nachfolgern Jesu "Maria" (Mk 15,40), darunter:
Im griechischen Urtext des NT heißt Jesu Mutter meist Mariam; die Form Maria wurde erst später im lateinischen Sprachraum üblich.
Marias Demut und Furcht, sowie ihre vertrauensvolle Zustimmung, mit der sie sich in Gottes Plan fügt, sind das Grundmotiv der späteren Verehrung, die durch Elisabeth (Lk 1,42) und von Maria selbst (Lk 1,48) bereits angedeutet wird.
Bei der Darstellung im Tempel kündigt Simeon ihr das Leiden um und mit ihrem Sohn an (Lk 2,35). Dieses Leiden zeichnet sich in der Zurückweisung durch den zwölfjährigen Jesus (Lk 2,48f) ab, setzt sich fort in der Distanz des Sohnes während seiner öffentlichen Wirksamkeit (Lk 8,19-21) und vollendet sich angesichts seiner Kreuzigung (als deren Zeugin sie nur das Johannesevangelium ausdrücklich nennt). Zum letzten Mal wird Maria in der Apostelgeschichte erwähnt als eine der Frauen, die mit den Jüngern betend auf die Sendung des heiligen Geistes warten (Apg 1,14).
Sieh auch Marienleben, Mariä Heimsuchung
Um die Lehre von der "immerwährenden Jungfräulichkeit" Marias abzusichern, werden in den orthodoxen und katholischen Kirchen die Brüder und Schwestern Jesu jedoch als Kinder Josephs aus einer früheren Ehe oder als Vettern und Basen (= Cousins und Cousinen) von Jesus gedeutet. Das in den griechischen Originalen der Evangelien stehende griechische Wort für "Brüder", "adelphoi", lässt diese Deutung zwar zu, sie erscheint aber sehr unwahrscheinlich, da erstens es im Griechischen ein eigenes Wort für Vettern bzw. Cousins ("anepsios", verwendet im Kolosserbrief Kapitel 4 Vers 10) gibt, zweitens diese Verwendung von "adelphoi" lediglich möglich aber keinesfalls zwingend noch allgemein üblich war und drittens in Lk 2,7 von Jesus als dem erstgeborenen Sohn Marias die Rede ist (gleiches gilt für Jesu Schwestern, "adelphe"). Letzteres legt zwar nahe, dass Jesus noch Geschwister hatte, belegt es schlussendlich aber nicht hinreichend; in der Antike waren mit der Erstgeburt bestimmte Rituale und Verantwortlichkeiten verbunden, egal ob das Kind danach Einzelkind blieb oder nicht. Der biblische Bericht in Mt 1,18-25 beschreibt weiterhin, dass Josef Maria als seine Frau zu sich nahm und dass beide lediglich bis zur Geburt Jesu keinen Geschlechtsverkehr hatten. Das Wort bis wird in der Bibel - ebenso wie im Deutschen - als Aussage für die Zeit bis zu dem genannten Ereignis verwendet. Parallelstellen aus denen dies deutlich wird sind beispielsweise 1 Mos 8, 7; 2 Sm 6,23;Mt 12,20 und Mt 28,20. Infolgedessen kann daraus nicht automatisch geschlossen werden, dass Joseph und Maria nach der Geburt Jesu keinen Geschlechtsverkehr hatten. Allerdings war es zur damaligen Zeit in Israel normal dass jedes Paar mehrere Kinder hatte, weshalb es mehr als wahrscheinlich ist dass Jesus mit Geschwistern aufwuchs.
In den Evangelien werden Jesu "Mutter und seine Brüder" mehrmals zusammen genannt. Auf jeden Fall wird in keinem Bibeltext explizit erwähnt, dass es sich bei den Brüdern und Schwestern Jesu nur um entferntere Verwandte handelte (über die auch sonst keine Details genannt werden). Aus dem Kontext der Berichte über Geschwister Jesu schließen einige, dass es sich um den engeren Familienverband handelte. Zur "Menschwerdung" des Sohnes Gottes gehört nach neuerer protestantischer Auffassung auch dass Jesus mit Vater, Mutter und Geschwistern aufwuchs, obwohl die Reformatoren selbst dies noch anders gesehen hatten.
Da Jesu ältester Bruder Jakobus der Gerechte in der Jerusalemer Urgemeinde später eine Führungsrolle übernahm (Gal 1,19; 2,9), können auch seine Mutter Maria und weitere Verwandte Jesu dazu gehört haben.
So wird Maria in der katholischen Kirche wegen der Jungfräulichen Geburt Jesu oft auch kurz "die heilige Jungfrau" genannt. Andere häufige Titel sind "Mutter Gottes", "Unsere Liebe Frau" und im ostkirchlichen Bereich "Theotokos" (Gottesgebärerin). Hier wird Maria aber nur als die Mutter von Christus verstanden und nicht als "Gottesmutter", als welche sie in der katholischen Kirche bezeichnet wird. Jedoch ist Maria auch für Katholiken nicht die Mutter von Gott dem Vater und hat zur Gottheit Jesu Christi nichts beigetragen.
Der Marienkult gelangte nach Ansicht von Historikern über heidnische Kulte ins Christentum. Mutter-Gottes-Verehrungen gab es bereits lange vor dem Christentum in verschiedenen Religionen (siehe z. B. Isis). Katholische und orthodoxe Theologen legen eine Stelle im Lukasevangelium (Lk 1,42/Lk 1,48) als Hinweis auf eine Art Marienverehrung aus. Diese stellt jedoch wie die Heiligenverehrung insgesamt nach protestantischer Ansicht einen Widerspruch zum ersten Gebot dar, wonach es nur einen einzigen Gott gibt und demzufolge nur zu einem einzigen Gott gebetet werden kann. Katholische Dogmatiker unterscheiden aus demselben Grund Ehrerweisung (die auch Menschen erwiesen werden kann, z. B. Maria und anderen Heiligen) und Anbetung (die nur Gott zukommt) und weisen eine verselbständigte Marienverehrung, wie sie jedoch praktischer Alltag im katholischen Leben ist, zurück. Dieses Konstrukt wird jedoch von Kritikern als theologische Spitzfindigkeit sowie mit Verweis auf Mk 7,7-9 abgelehnt.
Evangelische und Alt-Katholische Christen betrachten Maria mit Respekt als ein Vorbild des christlichen Glaubens unter vielen. Eine Verehrung als Gnadenmittlerin sowie eine weit über die biblischen Aussagen hinausgehende Mariologie, wie sie in den Dogmen von der Unbefleckten Empfängnis oder der Leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel zum Ausdruck kommt, betrachten sie als Irrlehre (Häresie).
Zwischen Orthodoxen und Katholiken sind die Unterschiede in diesem Punkt geringer, allerdings werden die Mariendogmen von 1854 und 1950 – nach mancher Ansicht nur aus kirchenrechtlichen Gründen, nach anderer wegen der unterschiedlichen Erbsündenlehre der beiden Kirchen – von der Orthodoxie abgelehnt.
Unbewegliche Marienfeiertage
Beweglicher Marienfeiertag:
Weitere Marien-Gedenktage:
Maria erscheint auf griechischen Ikonen in streng festgelegten Typologien, in der westlichen Kunst ist die Darstellung der Maria freier. Trotzdem haben sich auch hier bestimmte Marienbilder entwickelt z.B. die Schutzmantelmadonna oder Schwarze Madonna. Auf diesen Gemälden sind häufig die sogenannten Marianischen Symbole zu entdecken. Dies sind Personen, Pflanzen, Tiere, Gestirne und Szenen, die dem Alten Testament, den Apokryphen, den Schriften der Kirchenväter und der geistlichen Dichtung entlehnt und beziehen sich häufig auf die Jungfräulichkeit Marias. Ein solches Symbol ist beispielsweise der Hortus conclusus, der verschlossene Garten, auf den das Hohe Lied anspielt.
Heiliger | Maria | Jesus | Frau
مريم العذراء | Богородица | Mare de Déu | Maria | Jomfru Maria | Mary, the mother of Jesus | Dipatrino | María (madre de Jesús) | Maria, Jeesuksen äiti | Vierge Marie | מרים, אם ישו | Szűz Mária | Maria | Maria, madre di Gesù | イエスの母マリア | Maria Wynn | Virgo Maria | Maria (moeder Jezus) | Jomfru Maria | Najświętsza Maria Panna | Maria | Дева Мария | Panna Mária | Jungfru Maria | 馬利亞 (耶穌的母親)
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