Maria Stuart (Mary, Queen of Scots, Mary Stuart, Mary Stewart oder Mary I; * 8. Dezember 1542 im Palast von Linlithgow; † 8. Februar 1587 in Schloss Fotheringhay), war Königin von Schottland vom 14. Dezember 1542 bis zum 24. Juli 1567. Sie war die Tochter König Jakobs V. und seiner zweiten Ehefrau Marie de Guise. Sie ist heute wohl neben Macbeth die bekannteste aller schottischen Monarchen, dies hauptsächlich aufgrund der zahlreichen künstlerischen Bearbeitungen ihrer Lebensgeschichte.
Ihr Vater starb im Alter von 30 Jahren im Falkland Palace. Schottland war gerade vernichtend von den Engländern geschlagen worden und Marias Vater betrauerte auf dem Sterbebett noch seine beiden im Jahr zuvor verstorbenen Söhne, als ihn die Nachricht von der Geburt einer Tochter ereilte. Er soll es mit den Worten kommentiert haben: "Eine Frau ließ die Stuarts aufsteigen, mit einer Frau werden sie auch untergehen!" Dies war eine Anspielung auf die Stewart-Dynastie, die von Marjorie Bruce, der Tochter von Robert I. begründet worden war.
Die erst sechs Tage alte Maria wurde Königin von Schottland. James Hamilton, 2. Earl of Arran, der Nächste in der Thronfolge, war bis 1554 Regent und wurde dann durch Königinmutter abgelöst, die bis zu ihrem eigenen Tod im Jahr 1560 herrschte. Im Juli 1543, sechs Monate nach Marias Geburt, wurde vertraglich vereinbart, dass sie neun Jahre später mit dem zukünftigen englischen König Eduard VI. vermählt werden sollte und dass ihre Erben in Personalunion über England und Schottland herrschen sollten. Am 9. September 1543 wurde Maria Stuart formell im Stirling Castle gekrönt, wobei sie königliche Roben trug, die speziell auf ihre Körpergröße abgestimmt worden waren, sonst aber weitgehend dem Original entsprachen.
Der Vertrag mit England wurde Ende 1543, wenige Wochen nach der Krönung durch das schottische Parlament aufgelöst. Heinrich VIII. hatte verlangt, dass Schottland seine traditionelle Auld Alliance mit Frankreich auflösen sollte. Daraufhin befahl Heinrich, Schottland anzugreifen. Im Mai 1544 erreichte Edward Seymour, 1. Herzog von Somerset mit seiner Flotte den Hafen von Leith. Seine Aufgabe war es, Edinburgh einzunehmen und die junge Königin zu entführen. Doch Marie de Guise versteckte ihre Tochter in den geheimen Räumen von Stirling Castle.
Am 10. September 1547, erlitten die Schotten in der Schlacht von Pinkie Cleugh eine verheerende Niederlage; dieser Tag wird heute noch als "Schwarzer Sonntag" bezeichnet. Marie de Guise brachte ihre Tochter zunächst in der Priorei von Inchmahome in Sicherheit und wandte sich dann an den französischen Botschafter. Der neue französische König Heinrich II. schlug die Vereinigung Schottlands mit Frankreich vor, indem Maria seinen neugeboren Sohn Franz II. heiraten sollte.
Im Februar 1548 schickte Marie de Guise ihre Tochter nach Dumbarton Castle. Mittlerweile hatten die Engländer zahlreiche Überfälle auf schottisches Gebiet durchgeführt. Sie eroberten die strategisch wichtige Stadt Haddington, wurden dort aber im Juni von der französischen Armee vertrieben. Am 7. Juli wurde in einem Nonnenkloster bei Haddington die Heiratsvereinbarung unterzeichnet. Am 7. August 1548 legte die französische Flotte in Dumbarton ab und brachte die fünfjährige Königin nach Frankreich. Die Überfälle der Engländer dauerten bis Juni 1551 an und schwächten das Land empfindlich.
Am 24. April 1558 heiratete sie vertragsgemäß den ein Jahr jüngeren Dauphin, den französischen Thronfolger. Die prachtvolle Hochzeitszeremonie fand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris statt. Nach den üblichen Gesetzen der Thronfolge war Maria Stuart auch die Anwärterin auf den englischen Thron nach ihrer Großcousine, Königin Maria (Bloody Mary), die kinderlos blieb. Obwohl der antikatholische Act of Settlement erst 1701 erlassen wurde, bestimmte Marias Großonkel Heinrich VIII. in seinem Testament, dass die Stuarts niemals den englischen Thron besteigen dürften. Die Frage der Thronfolge blieb somit weiterhin offen.
1559 starb ihr Schwiegervater Heinrich II. und Marias Ehemann wurde als Franz II. inthronisiert. Damit wurde sie auch Königin von Frankreich. Der fünfzehnjährige König war schwach und die Regierungsgeschäfte in Frankreich gingen effektiv über Maria in die Hände ihrer Verwandten über, der schon vorher sehr mächtigen Familie de Guise. Doch dieses Arrangement war nur von kurzer Dauer; der junge König erkrankte und starb wenig später am 5. Dezember 1560.
Marias Schwiegermutter Katharina von Medici wurde Regentin für dessen Bruder Karl IX.. Schon damit war das Ende von Marias Zeit in Frankreich sichtbar, da sich die Königin und ihre Schwiegertochter nie freundlich begegnen konnten. Katharina verachtete Maria für ihre Arroganz vor allem ihr und ihren Kindern gegenüber und Maria bezeichnete sie verächtlich als "Krämerstochter aus Florenz", eine Anspielung auf deren italienische Wurzeln. Nach den Klauseln des Vertrages von Edinburgh, der im Juni 1560 nach dem Tod von Marie de Guise geschlossen wurde, zog Frankreich seine Truppen aus Schottland ab und erkannte die Herrschaft Elisabeths über England an. Die achtzehnjährige Maria Stuart, die in Frankreich verblieben war, weigerte sich, den Vertrag zu unterzeichnen.
Zur Enttäuschung der Katholiken setzte sich Maria Stuart aber nicht aktiv für deren Anliegen ein. Sie tolerierte die neue protestantische Mehrheit und machte ihren protestantischen Halbbruder James Stewart zu ihrem wichtigsten Berater. Unter seiner Führung bereiste sie auch den Norden ihres Reichs und unterwarf dort ihren Cousin George Gordon, 4th Earl of Huntly, den Anführer der katholischen Opposition.
Im Dezember 1561 wurde ein Treffen beider in England vorbereitet, doch Elisabeth änderte kurzfristig ihre Meinung. Das Treffen hätte in York "oder einer anderen Stadt" im August oder September stattfinden sollen. Im Juli jedoch schickte Elisabeth Sir Henry Sidney nach Edinburgh, um das Treffen wegen des französischen Bürgerkriegs abzusagen. 1563 versuchte Elisabeth erneut, Maria Stuart zu neutralisieren, indem sie eine Heirat mit Robert Dudley, 1 Earl of Leicester vorschlug, einem ihrer Vertrauten. Dudley war Protestant und hätte so beide Probleme gelöst.
Elisabeth schickte einen weiteren Botschafter zu Maria Stuart mit der Nachricht, dass wenn sie jemanden nach der Wahl Elisabeths (der bis dahin unbenannt blieb) heiraten würde, sie selbst - Elisabeth -"dafür sorgen würde, dass sie (Maria Stuart) die verbriefte Bestätigung als nächste Cousine und Erbin des Thrones bekäme". Dieser Vorschlag wurde rundheraus abgelehnt.
1565 verliebte sie sich in ihren achtzehnjährigen Cousin ersten Grades Henry Stewart, Lord Darnley, den Sohn des Grafen Lennox. Dieser hatte durch seine Ehe mit einer der Enkelinnen Heinrichs VII. seinen Sohn in die unmittelbare Nähe des englischen Throns gebracht. Doch außer diesem Thronanspruch und seinem guten Aussehen gab es nichts, was für Darnley sprach. Er war charakterschwach, dazu noch unverschämt, rachsüchtig und gewalttätig; außerdem war er drei Jahre jünger als Maria. Zunächst wurden sie aber am 19. Juli 1565 im Holyrood Palace getraut.
Diese Eheschließung mit einem führenden Katholiken führte dazu, dass sich Marias Halbbruder James Stewart mit anderen protestantischen Adligen zusammentat und offen rebellierte. Maria begab sich am 26. August 1565 nach Stirling, um die Rebellen zu vertreiben und kehrte im darauf folgenden Monat nach Edinburgh zurück, um weitere Truppen zu organisieren. Die Rebellion wurde rasch niedergeschlagen und Stewart floh mit seinen Anhängern ins Exil. Die Ehe verärgerte auch Elisabeth; sie war der Ansicht, dass die Heirat nur mit ihrer Erlaubnis hätte stattfinden dürfen, weil Darnley ein englischer Untertan war. Die Ehe stellte aufgrund des königlichen Blutes von Darnley eine Bedrohung für Elisabeth dar; jegliches Kind aus dieser Ehe hätte einen gerechtfertigten Anspruch sowohl auf den schottischen wie den englischen Thron gehabt. Maria_Stuart_James.jpg
Lord Darnley erwies sich als immer arroganter und fordernder. Er bestand auf die uneingeschränkten Rechte eines Königs, was zu Spannungen zwischen den Eheleuten führte. Die enge Freundschaft und Vertrautheit zwischen Maria und ihrem Privatsekretär David Rizzio schürte Darnleys Eifersucht. In diesem wichtigen Sekretär und Berater der Königin sah Darnley das größte Hindernis auf seinem Weg zum Thron. So ging er einen Pakt mit führenden protestantischen Adligen ein. Es war Darnleys Ziel, die Macht und Titel eines Königs von Schottland zu ergreifen. Die Ziele der Mitverschwörer waren die Erhaltung des Protestantismus, eine Entmachtung der Königin und die Inthronisierung Darnleys, der sich durch die Unterzeichnung eines Vertrages mit den Verschwörern erpressbar gemacht hatte.
Am Abend des 9. März 1566 drangen sie unter Führung Darnleys gemeinsam in das kleine Esszimmer der Königin im Holyrood Palace ein. Darnley hielt die zu diesem Zeitpunkt schwangere Königin fest, während die anderen Rizzio im Vorzimmer erstachen. Als einer der Verschwörer sich gegen die Königin wenden wollte, wurde sie von Darnley geschützt. Die Verschwörer stellten die Königin unter Hausarrest, doch sie entkam mit der Hilfe ihres Mannes, dem sie eingeredet hatte, sie würde seinen Forderungen nachkommen. In Sicherheit gelangt, entfernte sich die Maria jedoch von ihrem Mann, der sich durch seine Handlungen nicht nur von ihr entfremdet hatte, sondern vielmehr von den schottischen Adeligen, die in dem Komplott beteiligt waren.
Am 19. Juni 1566 wurde ihr Sohn, der zukünftige König Jakob VI. im Edinburgh Castle geboren. Kurz nach der Geburt wurde ein Komplott geschmiedet, um Darnley loszuwerden, der mittlerweile schwer erkrankt war (vermutlich an Syphilis). Er erholte sich im Haus Kirk o'Field in Edinburgh, wo Maria ihn häufig besuchte. So entstand der Eindruck, die Versöhnung zwischen den Eheleuten stehe bevor.
Am 24. April besuchte Maria im Stirling Castle zum letzten Mal ihren Sohn. Auf dem Weg zurück nach Edinburgh ließ sie sich offenbar ohne Widerstand von Bothwell und seinen Männern "entführen" und verbrachte einige Tage im Schloss von Dunbar. Nun überschlugen sich die Ereignisse: Am 3. Mai ließ sich Bothwell von seiner Frau scheiden und kehrte drei Tage später mit Maria nach Edinburgh zurück. Am 12. Mai vergab Maria ihrem Entführer öffentlich, indem sie ihn zum Herzog von Orkney erhob. Am 15. Mai, gerade einmal drei Monate nach der Ermordung Darnleys, heiratete sie im Holyrood Palace denjenigen Mann, den viele für den Mörder hielten. Diese Heirat erwies sich sehr bald als fataler Fehler, denn es kam zu einem Aufstand der ihr zuvor treu ergebenen Adligen, die ihre Abdankung forderten.
Später wurde oft nach Gründen für diese überstürzte und unstandesgemäße Heirat gesucht, plausible Erklärungen gibt es kaum, Vermutungen jedoch viele: Eine der populärsten ist, dass Bothwell Maria vergewaltigt haben soll und die damaligen Ehrgesetze verlangten, dass er sie sofort heiratete. Oder dass sie bereits Kenntnis von ihrer Zwillingsschwangerschaft hatte und ein oder gar mehrere uneheliche Kinder für eine Regentin nicht in Frage kämen. Außerdem wurde sie von Zeitzeugen stets als Gefühlsmensch bezeichnet, der sich von Liebe und Hass nicht nur leiten, sondern auch beherrschen ließ.
Am 15. Juni 1567 versuchte Marie zwar nochmals bei Carberry, in der Nähe von Edinburgh, das Ruder zu ihren Gunsten herumzureißen. Doch selbst das Heer, das sie mit Bothwell um sich geschart hatte, weigerte sich, für sie zu kämpfen. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich den Fürsten ihres Landes zu ergeben. Sie wurde im Loch Leven Castle gefangen gesetzt, auf einer Insel im Loch Leven. Dort zwang ihr Halbbruder sie am 24. Juli, ihre Abdankung zugunsten ihres Sohns zu unterzeichnen. Das knapp einjährige Kind wurde nur fünf Tage später in der Holy Rude Church in Stirling als König Jakob VI. gekrönt.
Elisabeth Tudor war 1558 nach dem Tod ihres jüngeren Bruders Edward und ihrer älteren Schwester Maria I. („Bloody Mary”) Königin von England geworden. Ihr Vater Heinrich VIII. hatte ihre Mutter Anne Boleyn noch zu Lebzeiten seiner ersten Frau Katharina von Aragon, aber erst nach Elisabeths Geburt, geheiratet. Im Alter von drei Jahren ließ sie ihr Vater durch Parlamentsakt als illegitim erklären, wodurch sie den Titel einer erbberechtigten "princess" verlor. Somit betrachteten besonders die vielen Katholiken in England Elisabeth als illegitime Thronfolgerin. Sie glaubten, dass Maria als Urenkelin Heinrichs VII. rechtmäßig auf den englischen Thron gehöre. Aus diesen Gründen war die katholische Maria für Elisabeth und ihren protestantischen Hof eine ständige Bedrohung. Die sehr große katholische Minderheit in England sah nämlich in ihr die einzige Möglichkeit, die alte katholische Kirche wieder einzusetzen.
Noch war nicht entschieden, ob Maria für den Mord an Lord Darnley verurteilt werden sollte. Elisabeth ordnete eine Untersuchung an, die zwischen Oktober 1568 und Januar 1569 in York durchgeführt wurde. Die Untersuchung war politisch beeinflusst: Elisabeth wünschte keine Verurteilung wegen Mordes. Maria berief sich darauf, dass sie eine rechtmäßige Königin sei und daher von keinem Gericht verurteilt werden könne. Ihr Halbbruder James Stewart hatte inzwischen die Regierungsgeschäfte übernommen und war bestrebt, Maria aus Schottland herauszuhalten und ihre Anhänger zu kontrollieren.
Der Fall hing weitgehend von den Kassettenbriefen („Casket Letters“) ab, acht Briefen, die Maria angeblich an Earl Bothwell geschrieben haben soll. James Douglas (Earl of Morton) behauptete, sie seien in Edinburgh in einer silbernen Schatulle mit einem eingravierten F (angeblich für Franz II.) gefunden worden, zusammen mit anderen Dokumenten (darunter die Heiratsurkunde von Maria und Earl Bothwell). Maria wurde es nicht gestattet, die Briefe zu sehen oder beim Prozess etwas zu ihrer Verteidigung zu sagen. Sie wollte erst dann eine schriftliche Verteidigung abgeben, wenn Elisabeth ihr den Freispruch garantierte; dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Obwohl die „Casket Letters“ nach einer Untersuchung der Handschrift und des Inhalts als echt befunden wurden, kam das Gericht zum Schluss, dass damit der Mord an Lord Darnley nicht bewiesen werden konnte. Dieses Ergebnis entsprach genau den Wünschen Elisabeths.
Die Authentizität der „Casket Letters“ ist bis heute unter Historikern umstritten. Die Originale gingen 1584 verloren und keine der zahlreich vorhandenen Kopien bildet einen kompletten Satz. Maria argumentierte, es sei nicht schwierig, ihre Handschrift zu imitieren. Es wurde auch vermutet, dass die Briefe komplette Fälschungen seien, dass verdächtige Passagen vor ihrer Verhaftung eingefügt worden waren oder dass die Briefe von Bothwell an eine andere Person geschrieben worden waren. Handschriftvergleiche führten oft zum Ergebnis, dass die Briefe nicht aus Marias Feder stammten. Es ist heute unmöglich, den Fall zu rekonstruieren. Ohne die Briefe hätte es keinen Prozess gegeben und nachträglich erscheint es, dass keine der beteiligten Parteien sonderlich an der Wahrheit interessiert war.
1570 wurde Elisabeth durch die Repräsentanten des französischen Königs Karl IX. überzeugt, Maria wieder auf den schottischen Thron zu bringen. Ihre Vorbedingung war jedoch die Ratifikation des Vertrages von Edinburgh, den Maria aber noch immer nicht unterschreiben würde. Dennoch verhandelte William Cecil, 1. Baron Burghley auf Weisung Elisabeths hin weiter mit Maria. Beide Königinnen haben sich zu Lebzeiten nie gesehen. Die Ridolfi-Verschwörung ließ Elisabeth erneut ihr Vorgehen überdenken. 1572 verabschiedete das Parlament nach Veranlassung der Königin ein Gesetz, das Maria von der englischen Thronfolge ausschloss. Unerwartet verweigerte Elisabeth jedoch die Zustimmung zu dem Gesetz, da sie erneut ihre Meinung geändert hatte.
Maria wurde für Elisabeth zu einer untolerierbaren Last, da immer mehr Komplotte auf sie zurückzuführen gewesen sein sollen (von Historikern wird vermutet, dass Marias Feinde, konkret der englische Geheimdienstchef Francis Walsingham, die Komplotte zu ihrem Nachteil arrangierten). Sie wurde am 25. September 1586 durch ein aus 40 (teils katholischen) Adligen bestehendes Gericht wegen Hochverrats für schuldig befunden, da sie angeblich am Babington Plot - einem geplanten Anschlag auf Elisabeths Leben - beteiligt gewesen sein soll. Doch erst am 1. Februar 1587 unterzeichnete Elisabeth die Hinrichtungsurkunde; sie hatte vorher noch versucht, den Gefängniswärter Amias Paulet dazu zu bringen, dass er Mary ermordete, um die Hinrichtung zu umgehen. Maria Stuart wurde am 8. Februar im Schloss von Fotheringhay hingerichtet.
Stuartbreviary.jpg (mit handschriftlichen Notizen), das sie mit auf das Schafott nahm. Ausgestellt in der Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg.]] Der Ablauf der Hinrichtung ist überliefert. Maria trug rote Gewänder, weil sie sich als katholische Märtyrerin darstellen wollte. Der Scharfrichter war unerfahren und nervös; er benötigte drei Schläge mit der Axt, um Marias Kopf vom Körper zu trennen. Der erste Schlag ging in die Schulter. Als er den Kopf nach der Hinrichtung hochhalten wollte, griff er jedoch nur in eine Perücke, der Kopf fiel herunter und rollte auf das Schafott. Viel zitiert ist auch, dass der Schoßhund der Königin sich in ihren Gewändern versteckt hatte und nach der Hinrichtung blutüberströmt von der Leiche entfernt wurde.
Maria Stuart wurde zuerst in der Kathedrale von Peterborough beigesetzt. Doch die Leiche wurde 1612 exhumiert, als ihr Sohn, der als Jakob I. in Personalunion auch über England herrschte, die Beisetzung in der Westminster Abbey anordnete. Dort liegt sie nur gerade neun Meter vom Grab ihrer Cousine Elisabeth entfernt.
Fußend auf Friedrich Schillers Tragödie entstand Gaetano Donizettis Oper Maria Stuarda (1835). Auf der Opernbühne erscheint Maria Stuart außerdem in den Opern Maria Stuarda, regina di Scozia von Pietro Casella (1811), der gleichnamigen Oper von Carlo Coccia (1827) und in der Oper Mary Queen of Scots von Thea Musgrave (1977).
Zu den Verfilmungen ihres Lebens gehören Maria Stuart mit Fritz Kortner, Maria Stuart (1936) mit Katharine Hepburn und Frederic March sowie Maria Stuart, Königin von Schottland (1971) mit Vanessa Redgrave und Glenda Jackson.
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