marianna.jpg Die Erzherzogin Maria Anna Josepha Antonia (Marianna) (* 6. Oktober 1738 in Wien; † 19. November 1789) war die zweite Tochter von Maria Theresia und Franz Stephan von Lothringen. Ihre Mutter überließ ihre Ausbildung, wie die aller ihrer Kinder, Erzieherinnen. Mariannas musische Begabung wurde sehr gefördert, nicht jedoch ihre geisteswissenschaftlichen Talente.
Sie hatte eine schwache Gesundheit, die durch die zugigen, kalten Räume der Hofburg noch verschlechtert wurde. 1757 erkrankte Marianna an einer Lungenentzündung, die so schwer war, dass sie die Sterbesakramente bekam. Sie wurde zwar wieder gesund, litt aber unter ständiger Atemnot und einer Verwachsung der Wirbelsäule. Seit dieser Zeit entwickelte sich eine enge Beziehung zu ihrem Vater. Sie teilte mit ihm seine naturwissenschaftlichen Interessen. Im Juli 1765 reiste die Familie zur Hochzeit des zweitältesten Sohnes Leopold nach Innsbruck. Dabei machten sie Halt in Klagenfurt. Marianna besuchte das kleine Kloster der Elisabethinen. Die Begegnung mit den Schwestern sollte ihr weiteres Leben nachhaltig bestimmen. Am 18. August 1765 starb Franz Stephan und ließ seine Tochter verzweifelt zurück.
Da Maria Theresia für Marianna keinen Heiratskandidaten fand, übertrug sie ihr die Leitung des adligen Damenstifts von Prag. Diese Stellung trat Marianna zwar nie an, aber ein Einkommen von 20.000 Gulden sicherte ihren Lebensunterhalt. Gegen den Widerstand ihrer Mutter entschied sie sich, ihren Wohnsitz nach Klagenfurt zu verlegen. So baute Nikolaus Pacassi in unmittelbarer Nähe des Klosters eine Residenz, deren Bau 1771 abgeschlossen war.
An die Äbtissin des Klosters schrieb sie:
Ignaz_von_Born.jpg Während der Zeit bis zu ihrer Übersiedlung widmete sich Marianna der umfangreichen Sammlung ihres Vaters - aus der später das Naturhistorische Museum hervorging - und baute eine eigene Mineralien- und Insektensammlung auf. Ihr Mentor war Ignaz von Born. Sie vervollständigte die väterliche Münzsammlung und verfasste ein Fachbuch über die während Maria Theresias Regierungszeit herausgegebenen Gedenkmünzen. Ihre Aquarelle und Zeichnungen wurden in der Fachwelt gerühmt. Marianna war Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste Wien und gewähltes Mitglied der Akademie der Künste in Florenz. Xaveria_Gasser.jpg
Am 29. November 1780 starb Maria Theresia; vier Monate später übersiedelte die Erzherzogin Marianna nach Klagenfurt. Mit Xaveria Gasser, der Äbtissin des Klosters verband sie bald eine tiefe Freundschaft. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Erzherzogin konnte das Klosterspital bald erweitert werden. Ihr Leibarzt betreute auch die Patientinnen des Spitals. Auch in der Gemeinde Klagenfurt leistete sie wertvolle Hilfe bei der Wohlfahrtspflege. Zu ihrem Freundeskreis zählten Nonnen, Künstler, Wissenschaftler, Adlige. Einige von ihnen waren Mitglieder von Freimaurerlogen. Im Jahre 1783 wurde die Klagenfurter Freimaurerloge „Zur wohltätigen Marianna“ gegründet. Marianna widmet sich auch in Klagenfurt ihren naturwissenschaftlichen Interessen. Sie entdeckt ihre Liebe zur Archäologie. Für Ausgrabungsarbeiten am Zollfeld spendete sie 30.000 Gulden und nahm auch selbst an den Ausgrabungen teil. Seit dem Winter 1788 verschlechterte sich ihr gesundheitlicher Zustand immer mehr. Ihre Atemnot wurde schlimmer und sie konnte sich fast nur noch im Rollstuhl fortbewegen. Sie starb am 19. November 1789 im Beisein ihrer engsten Freunde.
Marianna vererbte dem Kloster der Elisabethinen ihren gesamten Privatbesitz in Höhe von mehr als 150.000 Gulden. Ihr Bruder erließ dem Kloster die Erbschaftsteuer.
In ihrem Palais befindet sich heute die Fürstbischöfliche Residenz, in der Mariannengasse.
Frau | Erzherzog | Haus Habsburg-Lothringen | Geboren 1738 | Gestorben 1789
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"Maria Anna von Habsburg-Lothringen".
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