Marco Corner, auch genannt Marco Cornaro,(* um 1288; † 13. Januar 1368) war von 1365 bis 1368 Doge von Venedig. Während seiner Regierungszeit verlor Venedig Besitzungen an Genua und an die Osmanen.
Familie
Die
Corner gehörten zu den alten Familien Venedigs. Sie führten ihren Stammbaum bis auf die Römer zurück. Sie waren eine der reichsten Familien und hatten ihr Vermögen vor allem durch Geldverleih gewonnen.
Die Corner stellten im 17. und 18. Jahrhundert drei weitere Dogen.
Leben
Marco Corner hatte sich durch den Handel mit Ägypten ein Vermögen erworben. Er hatte im Dienst der Republik sowohl eine militärische als auch eine politische Karriere durchlaufen. Er führte die Truppen auf dem Meer und auf dem Festland an. Er war im diplomatischen Dienst Botschafter bei Papst
Clemens VI. und Kaiser
Karl IV. und war
1363 Mitglied der venezianischen Delegation in Avignon aus Anlaß der Papstwahl von
Urban V. Er war in der Verwaltung von Städten der Terra ferma tätig, bevor er Prokurator von San Marco wurde.
Marco Corner war maßgeblich bei der Entdeckung und Niederschlagung des Umsturzversuches von
Marino Faliero beteiligt. Nach der Aufdeckung der Verschwörung führte er als Stellvertreter die Amtsgeschäfte des Dogen.
Er war in erster Ehe verheiratet mit Giovanna Scrovegni aus Padua, mit der er drei Söhne und zwei Töchter hatte. In zweiter Ehe war er verheiratet mit einer Frau, von der nur der Vorname Caterina bekannt ist, und die nicht aus dem Patriziat kam, eine Tatsache, die seine Wahl zum Dogen erschwerte.
Das Dogenamt
Marco Corner wurde im Alter von 80 Jahren zum Dogen gewählt. In der Dogenwahl hatte er sich gegen Giovanni Foscarini und seinen späteren Nachfolger
Andrea Contarini durchgesetzt. Während seiner Regierungszeit verlor Venedig die Inseln
Chios,
Lesbos und
Phokea an
Genua, das auch Venedigs Ansprüche auf
Zypern und die
Krim streitig machte.
Als Baumaßnahme veranlasste er die Errichtung der Seefassade des
Dogenpalastes.
Bilder
- Büste des Marco Corner. Capella Corner in der Kirche San Niccolò da Tolentino, Venedig
Grabmal
Das Wandgrabmal befindet sich im
Presbyterium von
Zanipolo. Sein Grabmal ist geschmückt mit verschiedenen Skulpturen, unter anderem mit einer aus
Florenz importierten Statue einer Madonna mit Kind des
Nino Pisano.
Literatur
- Andrea da Mosto: I Dogi di Venezia. Florenz 1983.
Mann | Venezianer | Doge | Geboren 1288 | Gestorben 1368
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