| Wappen | Karte |
|---|---|
| Marburg-Wappen.jpg | Karte marburg in deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Gießen |
| Landkreis: | Marburg-Biedenkopf |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 173-412 m ü. NN |
| Fläche: | 124,5 km² |
| Einwohner: | 78.412 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 630 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 7,9% |
| Postleitzahlen: | 35001–35043 (alt: 3550) |
| Vorwahl: | 06421 |
| Kfz-Kennzeichen: | MR |
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 34 014 |
| Gliederung des Stadtgebiets: | 14 Stadtteilgemeinden in der Kernstadt, 18 äußere Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 35037 Marburg |
| Website: | www.marburg.de |
| E-Mail-Adresse: | stadtverwaltung@marburg-stadt.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Egon Vaupel (SPD) |
Die Universitätsstadt Marburg ist die Kreisstadt des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Hessen. Sie liegt am Ufer des Flusses Lahn. Seit dem 12. Jahrhundert hat Marburg Stadtrechte. Heute erfüllt es Funktion eines Oberzentrums in der Region Mittelhessen. Sie hat als größere Mittelstadt (wie noch sechs andere Mittelstädte in Hessen) einen Sonderstatus (Sonderstatusstadt) im Vergleich zu den anderen kreisangehörigen Gemeinden, das heißt sie übernimmt Aufgaben des Landkreises, so dass sie in vielen Dingen einer kreisfreien Stadt gleicht.
Die Philipps-Universität Marburg ist die älteste noch existierende protestantisch gegründete Universität und prägt auch heute noch das Stadtbild. Das Stadtgebiet erstreckt sich beidseits der Lahn westlich ins Gladenbacher Bergland hinein und östlich über die Lahnberge hinweg bis an den Rand des Amöneburger Beckens.
Den Namen "Marburg" verdankt die Stadt dem Umstand, dass hier früher die Grenze ("mar(c)") zwischen den Territorien der Landgrafen von Thüringen und der Erzbischöfe von Mainz verlief.
Marburg liegt in den Mittelgebirgen im nördlichen Marburg-Gießener Lahntal, etwa in der Mitte zwischen Frankfurt am Main und Kassel, von beiden Städten jeweils rund 77 km (Luftlinie) entfernt. Die benachbarte Universitätsstadt Gießen liegt etwa 27 km südlich von Marburg.
Die größte Ausdehnung des Kernstadtgebietes beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 9 km, in Ost-West-Richtung etwa 6 km (Luftlinie vom Universitätsklinikum bis Ockershausen). Marburg wird von der Lahn durchflossen; diese verlässt vor Marburg das Rheinische Schiefergebirge, durchbricht im Raum Marburg eine Buntsandstein-Tafel und trennt sie in die Lahnberge im Osten und den Marburger Rücken im Westen. Der höchste Berg innerhalb des zu Marburg gehörenden Stadtgebiets ist mit 412 m ü. NN. der Störner, der sich westlich der eigentlichen Stadt, nordwestlich des kleinen Stadtteils Dilschhausen bzw. nur etwas südöstlich des Rimbergs befindet. Die niedrigste Stelle befindet sich im Süden der Stadt an der Lahn (173 m ü. NN.).
Der historische Altstadtkern liegt westlich vom heutigen Stadtzentrum, unterhalb des Landgrafenschlosses, aber auch das ehemalige Gerberdorf Weidenhausen auf der anderen Lahnseite hat Altstadtcharakter. Marburg hat sich im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte vom Altstadtkern des Schlosses in das Lahntal ausgedehnt. Südlich des Schlosses befindet sich das Jugendstil- und Biedermeierviertel Südviertel, westlich davon Ockershausen. Im Osten liegt der durch die Bahnlinie von der Innenstadt getrennte Ortenberg, sowie die nach dem Zweiten Weltkrieg eingemeindeten Stadtteile Wehrda im Norden und Cappel im Süden.
Marburg grenzt an folgende Städte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Lahntal, Cölbe, Wetter, Kirchhain, Ebsdorfergrund, Weimar (Lahn), Gladenbach und Dautphetal.
Neben den Stadtteilgemeinden in der Kernstadt (Afföller, Badestube, Glaskopf, Ketzerbach, Oberstadt, Ockershausen, Ortenberg, Richtsberg, Südviertel, Tannenberg, Waldtal, Weidenhausen, Zahlbach) hat die Stadt Marburg 18 weitere Stadtteile, die einen eigenen Ortsbeirat und Ortsvorsteher bzw. eine Ortsvorsteherin besitzen (die Kernstadtgemeinde Ockershausen besitzt ebenfalls einen eigenen Ortsvorsteher).
Die Zahl der Mitglieder des Ortsbeirats richtet sich nach der Einwohnerzahl des Stadtteils, wobei die größten Stadtteile 9 Mitglieder haben, die kleinsten Stadtteile hingegen nur 3.
Für statistische Zwecke sind die meisten Stadtbezirke weiter in Stadtteile unterteilt. Dabei handelt es sich meist um früher selbständige Gemeinden, die im Laufe der Geschichte nach Marburg eingemeindet wurden.
In Cappel, Marbach und Wehrda gibt es jeweils eine Verwaltungsaußenstelle.
Die Stadtteile bzw. Stadtteilgemeinden mit Ortsbeirat sind:
Marburg hat eine lange, ereignisreiche Geschichte. "Die alte, von jeher durch den letzten Aufenthalt, Tod und Begräbnis der heiligen Landgräfin Elisabeth von Hessen berühmte Stadt, liegt krumm, schief und buckelig unter einer alten Burg, den Berg hinab". So urteilte vor mehr als 200 Jahren der Marburger Professor Johann-Heinrich Jung-Stilling über die Stadt an der Lahn und rühmte gleichzeitig, dass die Umgebung der Stadt "schön und sehr angenehm" sei.
Durch Jahrhunderte hindurch nahezu unverändert in ihren wesentlichen Bestandteilen erhebt sich die Häuserkulisse der Altstadt mit dem Marburger Schloss und der Elisabethkirche über dem Lahntal. Diese Altstadt gibt Marburg das charakteristische Aussehen und ist Marburgs Touristenattraktion.
Nach jüngsten Forschungen reichen die ersten Anfänge der Burganlage sogar bis ins 9./10. Jahrhundert zurück. Große Bedeutung erhielt die Stadt aber erst, als Landgräfin Elisabeth von Thüringen Marburg 1228 als Witwensitz wählte. Sie baute ein Hospital, in dem sie sich bei der Pflege von Kranken und Gebrechlichen aufopferte. Obwohl sie bereits mit 24 Jahren starb (1231), gilt sie bis heute als die bedeutendste Persönlichkeit, die je in Marburg wirkte. Über sie werden viele Legenden erzählt. Schon 1235 wurde sie heilig gesprochen und der Deutsche Orden begann noch im gleichen Jahr, über ihrem Grab die Elisabethkirche zu erbauen, die zu den schönsten gotischen Bauten in Deutschland gehört. Pilger aus ganz Europa kamen zum Grab der Heiligen und trugen dazu bei, dass Marburg als Stadt aufblühte.
Zwischen 1248 und 1604 war Marburg - mit einigen Unterbrechungen - Residenz der Landgrafen von Hessen. Hier ließ 1248 Sophie von Brabant, die Tochter der Heiligen Elisabeth, sich und ihren dreijährigen Sohn Heinrich von den Marburger Bürgern huldigen und legte damit den Grundstein für das Land Hessen. 1527, in der Zeit der Reformation, gründete Landgraf Philipp der Großmütige in Marburg die erste protestantische Universität, die seitdem für die Stadt der wichtigste Wirtschaftsfaktor war und bis heute geblieben ist.
1529 fanden auf dem Marburger Schloss auf Einladung Philipps des Großmütigen die Marburger Religionsgespräche statt, um eine gemeinsame Vorgehensweise nach der erneuten Bestätigung des Wormser Ediktes festzulegen. Bei den Gesprächen ging es unter anderem um die unterschiedlichen Auffassungen Luthers und Zwinglis von der Rolle des Abendmahls (siehe Abendmahlsstreit).
Der Gründung der Universität verdankt Marburg seine Bedeutung, besonders durch die vielen bekannten Persönlichkeiten, die in Marburg lernten und lehrten. Zu den Professoren gehörten beispielsweise der Erfinder der Dampfmaschine, Denis Papin (um 1690), der Jurist Friedrich Karl von Savigny (um 1800), der Chemiker Robert Bunsen (um 1850) und der Mediziner Emil von Behring um 1900. Zu Marburgs Studenten zählt man unter Anderen den russischen Naturwissenschaftler und Schriftsteller Michail Lomonossow (1736-1739), den russischen Dichter Boris Pasternak (1912-1914), die Dichterin und Philosophin Gertrud von Le Fort (1913-1914), den spanischen Philosophen und Soziologen José Ortega y Gasset (1906-1907), die Philosophin, Soziologin und Politologin Hannah Arendt (1924-1926) sowie Gustav Heinemann (1920), der 3. Bundespräsident Deutschlands (1969-1974).
Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erlebte die Universität einen Aufschwung, der auch ein schnelles Anwachsen der Stadt zur Folge hatte. Innerhalb weniger Jahre und Jahrzehnte verdreifachte sich die Zahl der Einwohner, und die Zahl der Studenten verzehnfachte sich.
Den Zweiten Weltkrieg überstand Marburg fast unversehrt. Lediglich der Hauptbahnhof war Ziel alliierter Angriffe, wie bis heute zahlreiche Bombenkrater auf den Lahnbergen bezeugen. Er wurde bei einem Angriff 1945 schwer beschädigt, daher ist auch das Bahnhofsviertel nicht mehr nur durch Altbauten, sondern auch durch nach dem Krieg entstandene Häuser geprägt. Marburg musste, wie nahezu alle mittelgroßen deutschen Städte, eine große Zahl von Flüchtlingen aufnehmen. Erst seit dieser Zeit gibt es in der Stadt eine größere Zahl kleinerer und mittlerer Industriebetriebe.
Nach wie vor ist die Universität (einschließlich Klinikum) wichtigster Wirtschaftsfaktor in der Stadt mit über 6.000 Beschäftigten und etwa 17.000 Studierenden.
Zu den wichtigsten Aufgaben der Gegenwart gehören die Stärkung der Stadt als Einkaufszentrum und Wirtschaftsstandort, insbesondere für Zukunftstechnologie-Unternehmen. Hier wird die fruchtbare Symbiose von Universität und Stadt deutlich. So deckt das Forschungs- und Technologiepotential der Philipps-Universität bis auf wenige Ausnahmen alle wichtigen Technologiefelder ab.
Die 1972 mit der förmlichen Festlegung des ersten Abschnittes begonnene Marburger Altstadtsanierung wird seitdem verwirklicht. Historische Bausubstanz der Altstadt wird sorgfältig renoviert. Im Stadtbild ist dies durch die immer noch wachsende Zahl wiederhergestellter Fachwerkgebäude deutlich erkennbar.
In Marburg gab es erstmals im Mittelalter eine jüdische Gemeinde. Eine größere Anzahl jüdischer Familien lebte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in der Judengasse (heute: Schlosssteig). Die 1317 erstmals genannte und beim Stadtbrand 1319 zerstörte Synagoge wurde vermutlich um 1280 an Stelle eines älteren Gebäudes erbaut. Ein Neubau erfolgte nach 1320 an derselben Stelle (Reste 1993 bei Ausgrabungen wiederentdeckt). Bei der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 wurde die jüdische Gemeinde vernichtet. Nach 1364 konnten wieder einige Juden zuziehen. Sie lebten auf Grund der beruflichen Einschränkungen vor allem vom Geldverleih, doch werden in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts unter anderem auch zwei jüdische Ärzte in der Stadt genannt. 1524 wurden die Juden auf Grund einer landgräflichen Austreibungsverordnung aus Marburg vertrieben.
Seit Anfang des 17. Jahrhundert konnten wieder einzelne jüdische Familien zuziehen. Sie lebten wieder im Bereich der Judengasse und der benachbarten Wettergasse. Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Einwohner durch Zuwanderung aus umliegenden Landgemeinden zu, sodass gegen Ende des 19. Jahrhunderts über 500 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden (etwa 2 % der Gesamtbevölkerung). Seit 1823 war Marburg Sitz eines Provinzialrabbinates (u.a. Rabbiner Dr. Leo Munk, 1876-1918). Seit Mitte des 19. Jahrhunderts eröffneten jüdische Gewerbetreibende zahlreiche Geschäfte (besondere Bedeutung hatten die Lederhandlungen), Kaufhäuser, Banken. Jüdische Ärzte und Rechtsanwälte eröffneten Praxen und Kanzleien.
An der Universität lehrte von 1876-1912 der Philosoph Hermann Cohen. Im August 1818 war eine erste größere Synagoge eingeweiht worden. Im September 1897 erfolgte die Einweihung einer Synagoge an der Universitätsstraße. Diese Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 von Marburger SA-Leuten geschändet und niedergebrannt. 1933 lebten noch 341 jüdische Personen in Marburg. Ein Teil von ihnen konnte in den folgenden Jahren auswandern oder in andere Städte verziehen. Diejenigen, die in Marburg blieben, wurden 1941 nach Riga (23 Personen) beziehungsweise 1942 nach Theresienstadt und in Vernichtungslager des Ostens deportiert (54 Personen) und ermordet.
Nach 1945 gründeten Überlebende von Konzentrationslagern eine neue jüdische Gemeinde in der Stadt, doch ging insbesondere durch Auswanderung nach Israel die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder bis 1961 auf 15 Personen zurück. Eine neue jüdische Gemeinde wurde Mitte der 1980er-Jahre durch den aus Israel zugezogenen Amnon Orbach gegründet. 2006 gehören der Gemeinde etwa 350 Personen an. Am 26. November 2005 konnte eine neue Synagoge in der Liebigstraße eingeweiht werden.
Synagogen in Marburg
| Einweihung/Errichtung | Straße/Lage | Anmerkung | spätestens 1280 | Ecke Mainzer Gasse / Schlosssteig | 1452 Abriss der ersten Synagoge in der Judengasse | 1640 | Schlosssteig 6 | Privatsynagoge in der Judengasse | 1720 | Langgasse 7 | heute Wohnhaus | 14. August 1818 | Ritterstraße 2 | heute Wohnhaus | 15. September 1897 | Universitätsstraße 11 | am 10. November 1938 niedergebrannt | ab Mai (28. März?) 1945 | Lutherstraße 2 1/2 | heute Verein deutscher Studenten | 3. Februar 1946 | Landgraf-Philipp-Straße 2 | heute Turnerschaft Schaumburgia | ab Mai 1950 | Schulstraße 7 | Nutzungsende unbekannt, abgerissen, heute Parkhaus | 1. September 1989 | Pilgrimstein 25 | 26. November 2005 | Liebiggasse 21a |
Marburg hatte im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur wenige tausend Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So starben beim Ausbruch der Pest 1348/49 und während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zahlreiche Bewohner. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1800 erst 6.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1905 bereits 20.000. Mit der Einwohnerzahl stieg auch die Zahl der Studenten. 1866 studierten erst 264 Personen in Marburg, 1907 bereits 1.954 (darunter erstmals 28 Studentinnen) und 1929 waren schon über 4.000 Studenten in der Stadt gemeldet.
Bis 1939 stieg die Bevölkerungszahl von Marburg auf 28.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg führten die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten zu einem Anstieg der Einwohnerzahl um 11.000 Personen auf 39.000 bis Ende 1946. Im Jahre 1964 hatte Marburg mit 25,2 Prozent das höchste Wohnungsdefizit in der Bundesrepublik Deutschland. Durch zahlreiche Eingemeindungen wuchs die Stadt am 1. Juli 1974 auf 70.922 Einwohner an. Auch die Zahl der Studenten stieg weiter. Im Wintersemester 1945/46 studierten 2.543 Personen in Marburg, im Sommersemester 1963 schon 7.423 und im Wintersemester 2002/03 waren es 18.540 (nur zur Hälfte in Marburg mit Erstwohnsitz gemeldet). Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ nach Fortschreibung des Hessischen Statistischen Landesamtes 78.412 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1845 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1787 | 5.150 |
| 1800 | 6.000 |
| 1825 | 7.512 |
| 1830 | 7.791 |
| 1845 | 6.850 |
| 3. Dezember 1864 ¹ | 7.718 |
| 1. Dezember 1871 ¹ | 8.950 |
| 1. Dezember 1875 ¹ | 9.600 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 11.200 |
| 1. Dezember 1885 ¹ | 12.668 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 14.520 |
| 2. Dezember 1895 ¹ | 16.037 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1. Dezember 1900 ¹ | 17.531 |
| 1. Dezember 1905 ¹ | 20.136 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 21.860 |
| 1. Dezember 1916 ¹ | 17.747 |
| 5. Dezember 1917 ¹ | 17.291 |
| 8. Oktober 1919 ¹ | 23.009 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 23.140 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 28.439 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 27.920 |
| 31. Dezember 1945 | 34.860 |
| 29. Oktober 1946 ¹ | 37.382 |
| 13. September 1950 ¹ | 39.530 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 25. September 1956 ¹ | 39.566 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 44.853 |
| 31. Dezember 1965 | 48.672 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 46.968 |
| 31. Dezember 1975 | 72.458 |
| 31. Dezember 1980 | 76.419 |
| 31. Dezember 1985 | 75.092 |
| 25. Mai 1987 ¹ | 68.624 |
| 31. Dezember 1990 | 74.146 |
| 31. Dezember 1995 | 76.834 |
| 31. Dezember 2000 | 77.390 |
| 30. Juni 2005 | 78.412 |
Die Mehrheit in der 59-köpfigen Stadtverordnetenversammlung und damit die Etathoheit hat nach der Kommunalwahl 2006 eine Koalition aus SPD (20 Sitze) und Grünen (10 Sitze). Im kommunalen Parlament vertreten sind außerdem die Fraktionen von CDU (19 Sitze), Marburger Linke (5 Sitze), FDP (3 Sitze) sowie einer CDU-Abspaltung MBL (Marburger Bürgerliste - 2 Sitze). Stadtverordnetenvorsteher ist seit dem 24.01.2001 Heinrich Löwer SPD. Er bekleidet das höchste politische Amt der Universitätsstadt Marburg. Die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung finden in der Regel einmal monatlich statt (in der Regel der letzte Freitag im Monat ab 17:00 Uhr). Sitzungsort ist der Sitzungssaal in der Barfüßerstraße 50. Die Sitzungen der STVV und der Ausschüsse sind öffentlich.
Der im Januar 2005 direkt gewählte und seit dem 1. Juli 2005 im Amt tätige Oberbürgermeister Egon Vaupel ist von der SPD, sein Stellvertreter, der Bau- und Jugenddezernent Dr. Franz Kahle wird von den Grünen gestellt.
Das Wappen der Stadt Marburg zeigt den auf einem weißen Pferd reitenden hessischen Landgrafen mit einer Fahne und seinem Schild vor rotem Grund. Der Schild zeigt den Hessenlöwen, auf der Fahne ist das Wappenbild durch das traditionelle Marburger "M", blau auf gold (gelb), dem eigentlichen Stadtzeichen (Gemerke), ersetzt. Aus diesem Logo leitet sich wiederum die Stadtfahne ab: Das Rot des Hintergrundes, das Weiß des Pferdes und das Blau des Schildes ergeben horizontal von oben nach unten die Stadtfarben.
Das Ende des neunzehnten Jahrhunderts entworfene Wappen basiert auf einem Reitersiegel des Landgrafen an einer städtischen Urkunde, und ist ein Beispiel für die damals gängige Praxis, nicht mehr bekannte, oder als zu wenig repräsentativ empfundene Stadtwappen durch Motive aus Siegeln zu ersetzen. In den heutigen Gemeindeordnungen ist der Gebrauch der Stadt- und Gemeindewappen in den Dienstsiegeln häufig vorgeschrieben.
| Poitiers (Frankreich), seit 1961 | |
| Maribor (Slowenien), seit 1969 | |
| Sfax (Tunesien), seit 1971 | |
| Eisenach (Deutschland, Thüringen), seit 1988 | |
| Northampton (England), seit 1992 | |
| Sibiu (Rumänien), seit 2005 | |
Neben gelegentlichen Gastvorstellungen von Boulevardbühnen oder Musicalensembles in der Stadthalle sowie studentischen Theatergruppen und Produktionen der Waldorfschule besitzt Marburg drei Freie Theater (kommunal unterstützt) sowie das Hessische Landestheater.
Mit jährlich rund einer halben Million verkauften Kinotickets (bei einem Einzugsgebiet von 300.000 Einwohnern im Landkreis) nimmt das Kino einen hohen Stellenwert in der Freizeitgestaltung der Marburger ein. Das Angebot umfasst ein unabhängiges, nicht-kommerzielles Kino (im Kulturzentrum G-Werk) und neun kommerzielle Kinos an drei Standorten, darunter ein Cineplex. Im Sommer finden Großleinwandvorführungen auf der Freiluftbühne im Schlosspark statt.
Marburg bietet neben zwei privaten Galerien, mehreren zugänglichen Künstlerateliers und vielen weiteren Ausstellungsorten, sechs Museen, wovon fünf zur Universität gehören.
Das musikalische Live-Angebot ist ebenfalls reichhaltig. Insbesondere die drei Kulturzentren sorgen für eine weite Bandbreite von nicht nur für Jüngere attraktiven Konzerten der Bereiche Rock, Pop, Hip-Hop, A cappella, Tango, Ska, Punk, Reggae, Weltmusik. Vereine wie die Jazz-Initiative JIM sowie der Folkclub Marburg ergänzen weitere Klangfarben. Im Bereich der Klassischen Musik gibt es einen aktiven Konzertverein, zwei junge Sinfonieorchester und viele Chöre im Stadtgebiet.
Das vom Tagestourismus hauptsächlich wahrgenommene Angebot in Marburg ist die Besichtigung der Elisabethkirche. Wer nicht mit dem Ausflugsbus anreist und gut zu Fuß ist, wird sich das Fachwerk-Ambiente der bergauf liegenden runderneuerten Marburger Oberstadt rund um das Rathaus sowie das Marburger Schloss und den Panoramablick von dort oben nicht entgehen lassen. Stadtführungen von 1,5 bis 2 Stunden (auch zu Sonderthemen wie Märchen, Romantikepoche etc.) lassen sich bei der Touristen-Information buchen. Von April bis Oktober gibt es zudem jeden Samstag Kasematten-Führungen durch die unterirdischen Festung
Wenige hundert Meter südlich der Elisabethkirche liegt am Pilgrimstein der Alte Botanische Garten der Universität Marburg. 1811 gegründet, beruht bis heute die Einmaligkeit dieses Gartendenkmals auf der gelungenen Verknüpfung eines "Wissenschaftsgartens" mit der "englischen Gartenkunst". Noch heute zeigt er wichtige Spuren seiner Geschichte. Diese betrifft sowohl die Geschichte der Gartenkunst als auch die Geschichte der Naturwissenschaften von den Zeiten der 'nur' beschreibenden "Naturgeschichtler" nach Carl von Linné, dann der "Pflanzengeographie" Alexander von Humboldts über die Zeit der evolutorischen Erklärungsversuche Darwins oder Ernst Haeckels bis zur Labor-Botanik. Heute bedarf der Garten dringend einer besseren Pflege (Literatur: ISBN 3-7845-0855-3)
Marburgs Kernstadtgebiet wird im Osten durch die bewaldeten Lahnberge begrenzt. Die Berge im Westen sind durch das Schloss und die Altstadt bebaut und bewohnt; dahinter befinden sich der Stadtwald und der Wehrdaer Wald. Im Norden und im Süden sind die ebenen Lahntalflächen vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Durch Marburg fließt die Lahn, in Marburg ist diese nicht schiffbar. Durch die Innenstadt führt ein Lahnnebenarm, welcher am Wehrdaer Wehr beginnt und in der Mitte der Uferstraße wieder in den Hauptlauf mündet.
Im Bereich des Südviertels teilt sich die Lahn ein zweites mal und bildet hier eine kleine Insel (Auf der Weide). Im Stadtbereich wurden ebenfalls durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen in den letzten Jahren die Lahnwiesen teilweise in Lahnauen zurückverwandelt. In die Lahn münden zahlreiche kleinere Bäche; die bekanntesten sind der Ketzerbach und der Gefällebach. Über die Lahnberge zieht sich ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen. Im Norden und Süden befinden sich in Lahnnähe Baggerseen, welche überwiegend der Öffentlichkeit zum Schwimmen offen stehen.
Hohen Bekanntheitsgrad genießen auch viele der Studentencafés und Restaurants, wie zum Beispiel das Frühstückscafé "Barfuss" oder das "Felix", zu finden sind diese kleinen einladenden Orte in der Altstadt in den gemütlichen Gassen und Straßen Marburgs
Aushängeschilder in sportlicher Hinsicht sind die Basketball-Damen vom BC Marburg, die mittlerweile einen festen Bestandteil in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga bilden sowie die ebenfalls in der Bundesliga spielenden Skwosch-Frösche Marburg.
Über einen höheren Bekanntheitsgrad verfügen auch die Marburg Mercenaries aus dem Bereich American Football.
Der sportlich bislang erfolgreichste Verein im Bereich Fußball ist der VfB Marburg (bis 04/05 Oberliga Hessen). Die Damen- und Herrenmannschaften des Tennis
Die Rhönrad
abteilung des TSV Marburg-Ockershausen ist mit über einem dutzend Deutschen Meistertiteln und neun Weltmeisterschaften, die durch die Turnerinnen des Teams erreicht wurden, eine der erfolgreichsten Rhönrad-Mannschaften Deutschlands.Die Softball
Marburg hat seit 2003 in Cölbe-Bernsdorf einen 18-Loch Golfplatz, der vom Oberhessischen Golf-Club Marburg e.V. betrieben wird.
Schwimmen hat in Marburg eine große Tradition. Der Marburger Schwimmverein 1928 e. V. und der VfL 1860 Marburg sind die beiden ältesten Vereine, der FV Wehrda ist erst später hinzugekommen
Anmerkung: Wenn die jährlichen(!) Termine wechselhaft festgelegt werden, sind genaue Daten genannt.
Die drei größten Arbeitgeber der Stadt sind die Philipps-Universität Marburg, das privatisierte Universitätsklinikum Gießen und Marburg/Standort Marburg und die teilweise zu den internationalen Konzernen ZLB Behring und Novartis (ehem. Chiron Behring) gehörenden ehemaligen Behringwerke (Pharma- und Medizintechnikbranche). Dicht darauf folgt auf Platz vier die Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista).
Rund 81,7% der versicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer Marburgs arbeiteten 1998 im Dienstleistungsbereich, 18,1% im produzierenden Gewerbe. Die höchsten Beschäftigungsanteile in Marburg hatten die Bereiche Gesundheit (Universitätskliniken) und Wissenschaft (Universität, Blista) aufzuweisen. Insgesamt arbeiteten in diesen beiden Wirtschaftszweigen über 10.000 Menschen.
Marburg ist IC-Station und lässt sich per Zug über die Main-Weser-Bahn Kassel - Frankfurt am Main erreichen. Außerdem beginnen hier die Nebenstrecken der Kurhessenbahn nach Frankenberg (Burgwaldbahn), die bis zum Jahr 2008 weiter nach Korbach ausgebaut und freigegeben wird und die Obere Lahntalbahn nach Biedenkopf - Bad Laasphe - Erndtebrück.
Mit dem Auto reist man über die Bundesstraßen B3, B62, B252 und B255 an. Die B3 dient in Marburg als Stadtautobahn (B3a) und entlastet die Innenstadt. Die B3a, die zwischen Niederweimar und Roth wieder zur B3 wird, soll in den kommenden Jahren auch dort zur Schnellstraße ausgebaut werden.
Der öffentliche Nahverkehr in Marburg wird von den Stadtwerken mit etwa 10 Hauptbuslinien geführt. Tagsüber besteht ein dichter Takt innerhalb der Kernstadt und den näheren Stadtteilen. Abends sorgen vier Abendlinien für Fortkommen, zusätzlich gibt es Anrufsammeltaxis in Form von Kleinbussen und eine 2004 eingeführte Nachtbuslinie (N 8 Express), die an Wochenenden bis 4 Uhr die Marburger Kernstadt bedient. Im vorigen Jahrhundert gab es hier eine Städtische Straßenbahn, die durch einen Oberleitungsbus-Betrieb abgelöst wurde, bevor dieses System ganz stillgelegt wurde. Heute verkehren Diesel- und seit Anfang 2005 auch moderne Erdgasbusse. Marburg und der Landkreis sind seit 1995 Mitglied im Rhein-Main-Verkehrsverbund.
Durch die enge Tallage ist Marburg eine der wenigen deutschen Städte, in der Stadtteile durch Aufzüge miteinander verbunden sind. Im Einzelnen gibt es folgende öffentliche Aufzüge:
Zudem verbindet eine Folge von zwei sehr kleinen Aufzügen (max. Zuladung 2 Personen) die beiden Filialen der Universitätsbuchhandlung Elwert im Pilgrimstein und in der Reitgasse. Diese Aufzüge sind nur für Mitarbeiter und Kunden gedacht und werden auch hauptsächlich von diesen verwendet, da der durchgehende Oberstadtaufzug nur wenige Schritte entfernt ist.
Neben der größeren örtliche Lokaltageszeitung Oberhessische Presse gibt es als Regionalausgabe der Lahn-Dill-Zeitungsgruppe die Marburger Neue Zeitung mit eigener Lokalredaktion. Der kostenlose Marburger Express ist ein Stadtmagazin mit Veranstaltungskalender und erscheint im Verlag des „Marbuchs“ für Neubürger.
Weiterhin existieren freie Medien, unter anderem
Größter Arbeitgeber der Stadt ist die Philipps-Universität, welche 1527 durch Landgraf Philipp den Großmütigen gegründet wurde. Durch den auf die Einwohnerzahl gerechnet hohen Anteil an Studenten und Mitarbeiten (17.500 Studierende, 7.500 Angestellte) entwickelte sich das Marburger Schmähwort: "Andere Städte haben eine Universität, Marburg ist eine". Die Universität bietet ein überdurchschnittlich breit gefächertes Studienangebot mit vielen außergewöhnlichen Studiengängen. In der Wirtschaftszeitschrift Capital wurde die Universität auf einem der ersten zehn Plätze notiert.
Neben der Universität befindet sich in Marburg die Blindenstudienanstalt Marburg, das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und Forschungsabteilungen diverser Pharmafirmen, die aus den ehemaligen Behringwerken hervorgegangen sind.
Medizinern ist Marburg durch das Universitätsklinikum, das Marburg-Virus, die Gewerkschaft der klinikangestellten Ärzte und besonders durch den Marburger Bund bekannt.
In Marburg gibt es diverse Schulen jeder Art, darunter mit der Elisabethschule, der Martin-Luther-Schule und dem Philippinum drei reine Gymnasien. Hinzu kommen einige Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie Berufsschulen.
Stark ausgeprägt ist in Marburg die Schullandschaft in freier Trägerschaft. Abgesehen von der Blindenstudienanstalt Marburg gibt es sieben solcher Schulen mit besonderem pädagogischen Profil, die nicht von Staat und Stadt veranstaltet werden. Neben Förderschulen sind darunter eine Freie Waldorfschule, die sechsjährige Grundschule mit Kindergarten Freie Schule Marburg und das Gymnasium und Internat Landschulheim Steinmühle.
Die Archivschule Marburg ist deutschlandweit eine anerkannte Ausbildungsstätte von Archivaren.
Marburg beherbergt mehrere bundesweit bedeutende Archive:
Marburg ist auch im Literaturbereich weit gespannt:
Marburg | Ort in Hessen | Ehemaliger Residenzort in Hessen
Марбург | Marburg | Marburg | Μάρμπουργκ | Marburg | Marburgo | Marburg | Marburg | Marbourg | Marburg | Marburg | マールブルク・アン・デア・ラーン | Marburg | Marburg | Marburg | Marburg | Марбург | Marburg | Marburg