Der Mantel ist ein der Jacke ähnliches Kleidungsstück, das den ganzen Oberkörper bedeckt und bis über das Knie reicht. Meist dient er als wetterfeste Bekleidung und soll den Träger vor Wind und Regen schützen. Die Bezeichnung stammt von ahd. mantal, welches wiederum von lat. mantulum abgeleitet ist, was so viel wie Hülle, Decke bedeutet.
Geschichte
Einer der ältesten archäologisch belegten Mäntel ist der fünftausend Jahre alte Grasmantel der Gletscherleiche Ötzi. Die feine und kunstfertige handwerkliche Ausführung dieses und anderer seiner Kleidungsstücke führten zu einer umfassenden Neubewertung der mitteleuropäischen Kultur des Neolithikums und ließen auch Rückschlüsse auf anderen Kulturen gleicher Entwicklungsstufe zu.
Die Römer nannten ihre frühen Mantelformen Sagum und Trabea und unterschieden damit zwischen kurzen und längeren, halbkreisförmig geschnittenen Mänteln. Die Griechen trugen Chlamys und Himatien.
Arten von Mänteln
Caban
Ein Caban ist ein jugendlicher, sportlicher wärmender Kurzmantel, besteht aus einer oder zwei Knopfleisten
Cape
Ein Cape (Regencape) ist ein ärmelloser weit geschnittener Umhang.
Capuchon
Ein Capuchon (von franz.
capuchon,
Kapuze) ist ein kurzer Damenmantel mit einer großen Kapuze.
Carrick
Der Schauspieler
David Carrick ließ sich diesen Mantel um 1800 als erster anfertigen: Zahlreiche, übereinandergelegte Pelerinenkragen sollten den englischen Landadel, später dann hochherrschaftliche Kutscher vor
Regen und Nässe schützen.
Crombie Coat
Der Crombie ist ein klassischer englischer Stadtmantel, geschneidert aus dickem
Wollstoff, meist einreihig mit verdeckter Knopfleiste.
Dufflecoat
Typische Merkmale des sportlich-geschnittenen
Dufflecoat aus warmem Wollstoff sind:
Kapuze (als einziger Mantel), aufgesetzte Taschen und Knebelverschlüsse.
Lackmantel
Lackmäntel sind modische Mäntel, die aus beschichteten Stoffen (PU oder PVC) hergestellt werden. Bei dem
Lack kann es sich um Glanzlack oder Mattlack handeln. Mattlack wird auch im sportlichen Bereich für Regenjacken und Regenanzüge verwendet.
Lackmäntel waren ursprünglich Damenmäntel und ersetzten den klassischen Regenmantel.
Neben ihrer Funktion als Regenmantel werden sie aufgrund ihrer schönen und auffallenden Optik auch gern bei schönem und windigem Wetter getragen. Klassische Lackmäntel sind schwarz, rot oder weiß. Zwischenzeitlich gibt es jedoch auch andere Farben in allen Nuancen, so dass Läckmäntel auch den Markt für Herren erobern. Mäntel aus Glanzlack unterstreichen eine gewisse erotische Wirkung.
Lackmäntel gibt es in unterschiedlichen Formen und Designs, auch mit Kapuze. Sehr schön macht sich dazu jedoch auch ein Lackhut, eine Lackmütze oder ein Südwester aus dem gleichen Material.
Lodenmantel
Ein echter
Lodenmantel besteht aus gewalkter Wollfaser und lässt den Regen gut genug abperlen, um ein paar Stunden bei schlechtem Wetter trocken zu bleiben. Die klassische Form ist weit und lang geschnitten, hat einen Umlegekragen und eine lange senkrechte
Kellerfalte am Rücken.
Mantelet
(frz., wörtlich „Mäntelchen“) Ein Kurzumhang mit Kapuze für Damen; v. a. vom 17. bis 19. Jahrhundert gebräuchlich.
Paletot
(frz. „Obergewand“): Leicht taillierter, längerer Mantel in ein- oder zweireihiger Form, der im 18. Jahrhunder dem Stil des darunter getragenen
Anzuges entsprach.
Radmantel
Eine der ursprünglichsten Mantelformen: Ein an einer Seite offener Stoffkreis wird in der Mitte mit einer Halsöffnung versehen und über die Schultern gehängt. Ein Verschluss, Kragen und Schlitze zum durchschieben der Arme können vorhanden sein. Ein enger Verwandter ist das
Cape.
Raglanmantel
Benannt ist dieses Kleidungsstück nach dem einarmigen Feldmarschall Lord
Fitzroy James Henry Somerset, später Baron Raglan, dem britischen Oberkommandierenden im
Krimkrieg, der einen solchen Mantel trug. Charakteristisch für diesen Mantel ist die
Ärmelform: Die Schulterteile sind angeschnitten, so dass die Ärmelansatznaht schräg von der Achsel bis zum Halsausschnitt verläuft. Diese Form erleichtert das An- und Ausziehen.
Redingote
(frz., Verballhornung von engl.
Riding coat) Langer Mantel mit großem Kragen und evtl. ein bis drei
Pelerinen. Der Redingote entstand im England des 18. Jahrhunderts als Reitermantel und bürgerte sich in Frankreich als modischer Mantel für Männer und Frauen ein. Bis heute gibt es Abwandlungen dieses Stils.
Regenmantel
Ein Regenmantel soll vor allem gegen Nässe schützen. Deshalb ist er aus wasserabweisendem Material gefertigt. Früher war das vor allem
Gummi (
Friesennerz), gummierter Baumwollstoff (engl. Macintosh-Mantel seit 1822), oder gewachster Baumwollstoff (
Burberry-Jacken seit ca. 1908), später auch kunststoffartige Gewebe, wie
Mikrofaser.
Um ca. 1950 wurden die Regenmantel komplett aus PVC angefertig, so entstand der Plastikregenmantel. Dieser wird heute noch angeboten und genutzt. Der Nachteil war allerdings, dass auch keine Nässe nach außen drang, so dass man zu starker Transpiration neigte und unter der Kleidung nass wurde.
Heute werden Regenmäntel aus atmungsaktiven synthetischen Stoffen mit Klimamembranen (Goretx, Sympatex u.a.) gefertigt. Darüber hinaus gibt es auch Regenmäntel, die aus beschichteten Materialien (PU oder PVC) gefertigt als Lackmäntel angeboten werden. Lackmäntel haben auch die Funktion eines Regenmantels, werden aber aufgrund der schönen Optik auch gern bei schönem oder windigem Wetter getragen.
Regenmäntel sind meist lang geschnitten und haben einen hohen Kragen oder gar eine Kapuze. Segelanzüge haben ebenfalls die Funktion eines Regenmantels.
Ein berühmter Träger eines alten Regenmantels ist der TV-Ermittler Lieutenant Columbo.
Trenchcoat
Der Trenchcoat ist ein Regenmantel, meist aus leichtem Stoff wie
Gabardine oder
Popeline gefertigt. Im wörtlichen Sinne ist er ein Mantel für
Schützengräben (seit dem
Ersten Weltkrieg), da der Begriff aus dem Englischen stammt und
trench die Bedeutung von
Schützen- oder
Laufgraben hat und
coat Mantel bedeutet. Der Trenchcoat gehörte damals zur Standardausrüstung der britischen
Armee. Sein Erfinder war Thomas Burberry, der auch den o. g. Gabardine einführte.
Ulster
Wintermantel mit breitem Kragen und breitem Revers.
Wissenswertes
- Die Redensart Den Mantel nach dem Wind hängen bedeutet, dass man sich stets der herrschenden Meinung oder den Machtverhältnissen anpasst.
- Die Redensart einer Sache ein Mäntelchen umhängen bedeutet, dass man etwas als harmlos hinstellt.
- Der Spruch Die Wahrheit ist ein wärmender Mantel bedeutet, dass die Wahrheit etwas gutes und beschützendes ist.
- Legendär ist Nikolai Gogols 1842 entstandene Erzählung "Der Mantel".
Siehe auch:
Kleidung
Overcoat | 外套 | Mantel | Ulster (textil)