Die Mansen (historische Bezeichnung "Wogulen", Eigenbez. "Mansi", im Russ. indekl.) sind ein ugrisches Volk nordöstlich des Ural. Viele der rund 11.000 Personen betreiben Jagd und Fischfang. Rentierzucht ist nur noch wenig verbreitet. Die mansische Sprache gehört zu den besonders stark bedrohten Idiomen Sibiriens, einige ihrer Dialekte sind bereits erloschen.
Gemeinsam mit den ebenfalls ugrischsprachigen Chanten leben die Mansi im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen, wobei ihre Lebensweisen durch die rasante Industrialisierung dieser Gebiete bereits sehr zurückgedrängt wurden. Politisch organisiert sind die Mansi gemeinsam mit anderen indigenen Völkern der Region in der Assoziation zur Rettung der Jugra mit Sitz in Chanty-Mansijsk.
Die Mansi gehören zu den zahlmäßig kleinen indigenen Völkern des Nordens, Sibiriens und des Fernen Ostens der Russischen Föderation, die durch die Vereinigung RAIPON vertreten werden.
| Gesamt | Männer | Frauen | Gesamt | 11432 | 5167 | 6265 | Oblast Tjumen | 10561 | 4786 | 5775 | Autonomer Kreis der Chanten und Mansen | 15278 | 9894 | 5384 | Oblast Swerdlowsk | 259 | 130 | 129 | Republik Komi | 11 | 8 | 3 |
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Ein vergleichsweise bekannter Vertreter der Mansi ist der Schriftsteller Juwan Schestalow. Bis zur Perestroika gehörte Schestalow (ähnlich wie der deutlich bekanntere Juri Rytchëu) zu den sowjettreuen Vertretern der sogenannten "Nationalliteraturen" der indigenen Völker des Nordens, die seit den 20er Jahren geschaffen worden waren, um die aufklärerische und Fortschritt bringende Wirkung des Sowjetischen Regimes zu demonstrieren. Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus hat er eine scharfe Wendung hin zum Schamanismus vollzogen und vertritt die These, die Mansen seien Nachkommen der antiken Sumerer, eine Überzeugung, die allerdings außer ihm selbst niemand teilt.
Siehe auch: finnisch-ugrisch, Volk, Chanten
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