Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen (* 2. Mai 1892 in Breslau; † 21. April 1918 bei Vaux-sur-Somme) war ein deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg. Er erzielte die höchste Zahl von Luftsiegen, die im Ersten Weltkrieg von einem einzelnen Piloten erreicht wurde. Der berühmte Beiname von Richthofens, der stets in einem rot gestrichenen Flugzeug flog, war Der Rote Baron. Er geht auf ein englisches Nachkriegsbuch zurück, das seinen Titel "Freiherr" mit "Baron" übersetzte. Im Ersten Weltkrieg wurde Richthofen auf alliierter Seite "Le Diable Rouge" genannt, seine Autobiographie trug den Titel "Der rote Kampfflieger".
Im Alter von 9 Jahren zog er mit seiner Familie nach Schweidnitz. Der Junge interessierte sich sehr für die Jagd und das Reiten. Nach dem Besuch der Kadettenanstalt Wahlstatt trat er 1911 ins Ulanen-Regiment Kaiser Alexander III. von Russland ( 1. westpreußisches) ein.
Richthoven.jpg Von Richthofen war ein kluger Taktiker, der die von seinem Lehrer Boelcke aufgestellten taktischen Grundsätze genau beachtete und vor einem Kampf meist alle Vorteile auf seine Seite brachte. Am 23. November 1916 traf die Jasta 2 über Le Sars auf die Staffel des bekannten britischen Fliegers Lanoe Hawker. Im Verlauf des Kampfes entwickelte sich ein Kurvenkampf zwischen Richthofen, der eine Albatros D.II flog, und Hawker in seiner Airco D.H.2. Der Westwind trieb die Gegner über deutsches Gebiet, weshalb Hawker schließlich den Kampf abzubrechen und auf alliiertes Gebiet zurückzukehren versuchte. Von Richthofens Albatros war das schnellere Flugzeug, und er schoss den im Zickzack fliehenden Gegner ab. Hawker kam ums Leben.
Nach seinem 18. Luftsieg erhielt von Richthofen den Orden Pour le Mérite, die damals höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung.
Im Januar 1917 wurde von Richthofen die Führung der Jagdstaffel 11 übertragen. Diese Staffel wurde bald als „Fliegender Zirkus“ bekannt, da die Männer ihre Flugzeuge in allen möglichen Farben, besonders in rot, anstrichen.
Nach dem Tod von Max Immelmann und Oswald Boelcke galt Manfred von Richthofen als der größte deutsche Jagdflieger. Bei den Briten war er inzwischen derart gefürchtet, dass den eigenen Piloten für Richthofens Abschuss das Viktoria-Kreuz, ein eigenes Flugzeug und eine Geldprämie von 5.000 Pfund Sterling versprochen wurden. Ein "Anti-Richthofen-Geschwader" existierte aber nur als Gerücht.
In den Monaten, als Richthofen die Jasta 11 anführte, entwickelte sich die Einheit zur Elite am Himmel. Er selbst schoss über 20 britische Flugzeuge ab, und auch seine Männer erzielten sehr hohe Abschusszahlen. Diese Staffel hatte großen Anteil daran, dass die Briten den April 1917 als "Blutigen April" (bloody April) bezeichnen. Dass damit die durchschnittliche "Lebenserwartung" eines Piloten des Royal Flying Corps (heute: Royal Air Force) von 295 Stunden auf 92 Stunden gefallen war, schockierte die Alliierten.
Im Juni 1917 wurde das Jagdgeschwader Nr. 1 aus den Jagdstaffeln 4, 6, 10 und 11 aufgestellt. Alle vier Staffeln operierten unter dem zentralen Kommando Manfred von Richthofens. Im Juli 1917 wurde er während eines Luftkampfes schwer am Kopf verwundet und musste, kurzzeitig erblindet, notlanden. Von dieser Verwundung sollte er sich nicht mehr erholen.
Die tödliche Kugel war von rechts in den Oberkörper eingedrungen und hatte Lunge, Leber und Herz verletzt, bis sie schließlich verdreht auf der linken Seite ausgetreten war, wo sie in von Richthofens Fliegerweste stecken blieb. Aufgrund der Ballistik ist es wahrscheinlich, dass die Kugel von einem der MG-Schützen abgefeuert wurde, obwohl lange Zeit Brown als Sieger über Richthofen galt.
Zwei Software-Entwickler für Flugsimulatoren, ein Ballistik-Fachmann, ein Gerichtsmediziner, ein Laser-Experte, ein Scharfschütze und ein Historiker konnten nach vielfachen Untersuchungen und Nachinszenierungen darlegen, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit der australische MG-Schütze Cedric Popkin war, der Manfred von Richthofen zu Boden holte.
Neuere Forschungen von amerikanischen Neuropsychologen vermuten, Richthofen habe aufgrund der am 6. Juli 1917 erlittenen Kopfverletzung ein posttraumatisches Syndrom erlitten. Gegen ärztlichen Rat war er schon nach 40 Krankheitstagen wieder in der Luft. Die Schädigung des vorderen Hirnlappens bewirkte ein "fixierendes Verhalten", welches dazu geführt haben könnte, dass der "Jäger" nicht von seiner "Beute" lassen konnte, obwohl diese schon tief hinter die eigene Front geflohen war.
Manfred von Richthofen hatte in seiner Karriere bei der Fliegertruppe 80 bestätigte Abschüsse erzielt. Der Respekt beim Gegner war so groß, dass er am 22. April von den Briten und Australiern mit vollen militärischen Ehren in Bertangles bei Amiens beerdigt wurde. Wie zu dieser Zeit üblich, sandten die britischen Truppen ein Foto des Grabes an ihre deutschen Gegner.
Sein Geschwader erfuhr vom Tod durch die Briten. Ein Jagdflugzeug überflog die Basis und warf folgende Botschaft ab: "An das deutsche Fliegerkorps. Rittmeister Baron Manfred von Richthofen wurde am 21. April 1918 in einem Luftkampf getötet. Er wurde mit allen militärischen Ehren begraben." (Original: "To the German Flying Corps. Rittmeister Baron Manfred von Richthofen was killed in aerial combat on April 21st 1918. He was buried with full military honours.")
Eines der Traditionsgeschwader der bundesdeutschen Luftwaffe ist nach Richthofen benannt: das Jagdgeschwader 71 im ostfriesischen Wittmund.
Siehe auch: Richthofen
Österreich:
Bulgarien:
Türkei:
Mann Deutscher | Militärperson (Deutsches Reich) Pilot | Jagdpilot (Erster Weltkrieg) Pour le Mérite (Militärorden) | Geboren 1892 | Gestorben 1918
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