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Das Saiteninstrument Mandoline (Abk.: mand) ist ein Zupfinstrument aus der Familie der Lauten.

Bauweise


Die Mandoline wird mit einem Plektron aus Schildpatt (heute vermehrt aus Kunststoff) gespielt. Die Saitenstimmung entspricht der Violine. Der Bezug der neapolitanischen Mandoline (neapolitanische Rundmandoline) besteht aus vier Saitenpaaren, die in Quinten gestimmt sind wie die Violine: g d’ a’ e’’;

Konzertmandolinen besitzen eine klassische Tropfenform, wobei der Korpus rückseitig aus Spänen in Rundbauchform ähnlich einer Laute gefertigt wird.

Dagegen wird in der folkloristischen Musik meist ein flacher gitarrenähnlicher Korpus mit Zargen und Boden bevorzugt. In den USA wurden verschiedene Varianten mit "Cutaways" und f-Löchern entwickelt.

Varianten

  • die Mailänder Mandoline hat fünf oder sechs Saitenpaare und die Stimmung g c’ a’ d’’ e’’ bzw. g h e’ a’ d’’ g’’;
  • portugiesische Halbrundmandoline;
  • deutsche Flachmandoline.
  • Gibson F5 Flachmandoline, im frühen 20. Jahrhundert von Lloyd Loar mit f-Löchern und charakteristischer Schnecke am Korpus gebaut, heute wertvolle Sammlerstücke
  • E-Mandoline mit Magnetischem Tonabnehmer (meist einspuliger Singlecoil)

Verwandte Instrumente

Verwendung in der Musik


Barock, Klassik, Romantik

Plueschow, Ragazzo con mandolino.jpg Erste Quellen, in denen die Mandoline erwähnt wird, stammen aus dem frühen 17. Jahrhundert. Zur Zeit des Barock haben Komponisten wie Antonio Vivaldi, Domenico Scarlatti und Johann Adolf Hasse für dieses Instrument komponiert.

Stammte die Mandoline ursprünglich aus Italien, wurde um 1750 Paris zu deren wichtigstem Zentrum. Weitere wichtige Komponisten, die sich der Mandoline widmeten, sind Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Johann Nepomuk Hummel und Niccolò Paganini. Um 1800 findet man die Mandoline vor allem in Wien.

Das heute so bekannte Tremolo, eine wichtige Spieltechnik der Mandoline, wurde erst in der Romantik ab Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet. Der wichtigste Komponist dieser Epoche war Raffaele Calace. Zu dieser Zeit gründeten sich auch die ersten Zupforchester.

Gegenwart

Die Mandoline wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mit immer größerer Beliebtheit in der zeitgenössischen Musik eingesetzt. Der wichtigste deutsche Komponist für Mandoline und Zupforchester des 20. Jahrhunderts war Konrad Wölki; ihm ist vor allem die musikwissenschaftliche Anerkennung der Mandoline und des Zupforchesters zu verdanken. In der Gegenwart findet man die Mandoline im Orchester, in den verschiedensten Kammermusikensembles und als solistisches Instrument.

Den einzigen Lehrstuhl für Mandoline in Deutschland bekleidet Prof. Marga Wilden-Hüsgen an der Hochschule für Musik Köln, Standort Wuppertal.

Volksmusik

Anfang des 20. Jahrhunderts war in Deutschland in der Wandervogelbewegung die Mandoline sicher auch aufgrund ihrer kleinen Größe beliebt. Auch heute gibt es noch vielerorts Mandolinenorchester. Das Instrument fand im Folkrevival der 70er Jahre nun bei einem jungen Publikum besondere Beachtung. Der Mandolinenspieler Erich Schmeckenbecher prägte mit dem Instrument den Klang des Duos Zupfgeigenhansel.

Bluegrass

In der amerikanischen Bluegrassmusik hat Bill Monroe den Verdienst, dass die Mandoline nicht nur rhythmisches Begleitinstrument, sondern auch ein gleichberechtigtes Solinstrument wurde. Als besonders einflussreiche Virtuosen sei auf David Grisman oder Sam Bush verwiesen.

Popmusik

Bekannte Beispiele für den Einsatz von Mandolinen in der Populärmusik sind u.a. Losing My Religion von R.E.M., The Battle of Evermore von Led Zeppelin oder diverse Lieder der Gruppe Jethro Tull, darunter A Christmas Song und Fat Man. Mike Oldfield spielt sie auch bei seinen berühmten "Tubular Bells", wo sie am Ende der ersten Hälfte mit anderen Instrumenten in einem Solo vorgestellt wird.

Weblinks


  • Mandolin Cafe – Portal in englischer Sprache
  • http://4stringchords.com/ – Akkordfinder für Mandolinen (englisch)
  • http://www.mandoisland.de/
Zupfinstrument

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