| Rundschwanzseekühe | ||||||||||||
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| FL fig04.jpg (Trichechus manatus)]] | ||||||||||||
| : | Säugetiere (Mammalia) |
| : | Höhere Säugetiere (Eutheria) |
| : | Afrotheria |
| : | Seekühe (Sirenia) |
| : | Rundschwanzseekühe (Trichechidae) |
| : | Rundschwanzseekühe |
Erwachsene Tiere haben keine Schneide- oder Eckzähne mehr, die im Milchgebiss noch vorhandenen Schneidezähne sind von einer Kauplatte verdeckt. Die Anzahl der Backenzähne ist variabel, meist sind jedoch nicht mehr als sechs pro Kieferhälfte vorhanden. Die Backenzähne bilden sich im hinteren Teil des Kiefers und nutzen sich ab, während sie nach vorne wandern, was vermutlich eine Anpassung an die mit Sand vermischte Pflanzennahrung darstellt. Ein ähnlicher Zahnwechsel findet sich beispielsweise bei den Rüsseltieren, nicht jedoch bei den Gabelschwanzseekühen.
Die Knochen des Körpers, insbesondere die Rippen, sind durch Pachyostose verdickt, das heißt dass sich das umliegende Bindegewebe an den Knochen anlegt. Dies bewirkt, dass die Tiere schwerer sind und leichter untertauchen beziehungsweise im Wasser schweben können. Die grau oder braun gefärbte Haut ist bis zu 5 Zentimeter dick, ähnlich wie andere Meeressäugetiere erscheinen Manatis unbehaart, obwohl ihr Körper mit kurzen, bürstenartigen Haaren versehen ist.
Rundschwanzseekühe sind in den Abmessung in etwa mit dem Dugong vergleichbar. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 2,5 bis 4,5 Metern und ein Gewicht von bis zu 500 Kilogramm.
Diese Tiere leben also sowohl in Salz- als auch in Süßwasser. Im Meer halten sie sich meist in seichten Küstenabschnitten, darunter auch Lagunen und Mangrovengebieten auf. Sie sind aber auch in Brackwässern und Flüssen zu finden. Bevorzugt halten sie sich in Gewässern mit über 20 °C auf.
Manatis können sowohl tag- als auch nachtaktiv sein. Einer sechs- bis achtstündigen Fressphase folgt eine sechs- bis zehnstündige Ruhephase, bei der sie sich entweder unter der Wasseroberfläche treibend oder am Grund liegend aufhalten. Über das Sozialverhalten gibt es unterschiedliche Berichte, sie leben entweder einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen. Manchmal bilden mehrere Tiere lose Zusammenschlüsse, etwa bei der Nahrungsaufnahme. Zwar sind diese Zusammenschlüsse durch vielfältige, nicht geschlechtsspezifische Körperkontakte wie gegenseitiges Umarmen oder zärtliches Knabbern geprägt, dennoch entwickelt sich keine Rangordnung und keine gegenseitigen Hilfestellungen.
Aufgrund des geringen Nährwerts der Pflanzen und ihre großen Gewichts nehmen sie täglich große Mengen Nahrung zu sich, üblicherweise 5 bis 10% ihres Körpergewichts, in Ausnahmefällen jedoch bis zu 25%.
In den meisten Regionen dürfte es keine feste Paarungszeit geben, es kann das ganze Jahr über zur Fortpflanzung kommen. Nach einer zwölf- bis 13-monatigen Tragzeit kommt üblicherweise ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillinge sind selten. Wie bei den Walen erfolgt die Geburt mit dem Schwanz voran. Neugeborene wiegen rund 10 bis 15 Kilogramm und sind verhältnismäßig weit entwickelt, sie können bereits an ihrem ersten Lebenstag schwimmen und selbständig Luft holen, reiten dazu aber manchmal auf dem Rücken der Mutter. Weibchen haben zwei Zitzen in der Achselregion, mit denen sie die Jungtiere säugen. Manatee1.jpg
Nach einem bis drei Monaten nehmen diese erstmals feste Nahrung zu sich, endgültig entwöhnt werden sie mit einem oder zwei Jahren. Die enge Bindung der Mutter zu ihrem Nachwuchs setzt sich aber auch danach noch fort. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren, männliche Tiere mit rund neun bis zehn Jahren.
Rundschwanzseekühe sind relativ langlebige Tiere und können ein Alter von rund 60 Jahren erreichen.
Die frühesten Vertreter der Trichechidae sind aus dem späten Eozän oder frühen Oligozän (vor rund 38 Millionen Jahren) belegt, die Familie dürfte ihren Ursprung in Südamerika gehabt haben. Aus dem Miozän sind die Gattungen Miosiren und Amomotherium belegt, die in der Unterfamilie Miosireninae zusammengefasst werden. Die Trichechinae umfassen neben den heutigen Arten noch die ausgestorbenen Gattungen Potamosiren und Ribodon, die allesamt in Südamerika lebten. Nach Afrika dürften die Manatis im späten Pliozän oder frühen Pleistozän gelangt sein.
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