Manès Sperber (* 12. Dezember 1905 in Zabłotów, Galizien (damals Kronland Österreich-Ungarns, heute Ukraine); † 5. Februar 1984 in Paris) war ein österreichisch-französischer Schriftsteller, Sozialpsychologe und Philosoph. Er benutzte auch die Pseudonyme Jan Heger und N.A. Menlos.
1927 zog Sperber nach Berlin und trat der KPD bei. In der Berliner Gesellschaft für Individualpsychologie, der nach der Wiener größten Ortsgruppe von Adlers Internationalen Vereinigung für Individualpsychologie, hielt er Vorträge und Ausbildungslehrgänge. Gleichzeitig trug er durch seine Aktionen zu ihrer Spaltung bei, die 1930 nur für kurze Zeit von dem angesehenen Charité-Dozenten Arthur Kronfeld überbrückt werden wurde, der in diesem Jahr auch den wohl größten - und letzten - internationalen Kongress für Adler in Berlin organisiert.
Nach der Machtergreifung Hitlers wurde Sperber 1933 in so genannte „Schutzhaft“ genommen, kam aber als österreichischer Staatsbürger nach kurzer Zeit wieder frei. Er emigrierte zu Propagandazwecken der KP über Jugoslawien nach Paris, wendete sich aber nach den stalinistischen Säuberungen von der Partei ab (Austritt 1937). Es begann seine literarische Auseinandersetzung mit dem Totalitarismus und der Rolle des Individuums in der Gesellschaft (Zur Analyse der Tyrannis).
Im Winter 1939 meldete sich Sperber als Kriegsfreiwilliger bei der französischen Armee, wurde aber ohne in Kampfhandlungen verwickelt zu werden demobilisiert und zog sich nach Südfrankreich zurück. Als auch dort die Gefahr der Deportation akut wurde, flüchtete er im Herbst 1942 in die Schweiz. Nach Kriegsende 1945 kehrte Sperber nach Paris zurück und wurde Verlagslektor, Kulturphilosoph und Schriftsteller.
Sperbers wohl bekanntestes Werk ist seine Romantrilogie Wie eine Träne im Ozean, die stark autobiografische Züge trägt. Die Handlung spielt in der Zeit zwischen 1931 und 1945 und berichtet von den ideologischen Verblendungen der Kommunisten und der KP. Sie versucht Menschlichkeit und Wahrheit an die Stelle von Gewalt, Unmündigkeit und Diktatur zu setzen.
1975 erhielt Manès Sperber den Georg-Büchner-Preis, 1983 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Manès Sperber wurde auf dem Cimetière Montparnasse in Paris beigesetzt.
Mann | Autor | Psychologe | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Österreicher | Geboren 1905 | Gestorben 1984 | Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels
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