République du Mali
Republik Mali
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| Wahlspruch:
Un peuple, un but, une foi(
frz. für „Ein Volk, ein Ziel, ein Glaube“)
| Amtssprache | Französisch
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| Hauptstadt | Bamako
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| Staatsform | Präsidialrepublik
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| Präsident | Amadou Toumani Touré
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| Premierminister | Ousmane Issoufi Maïga
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| Fläche | 1.240.192 km²
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| Einwohnerzahl | 12.291.529 (S 2005)
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| Bevölkerungsdichte | 10 Einwohner pro km²
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| BIP/Einwohner | 367 *] (2004)
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| Unabhängigkeit | von Frankreich am 22. September 1960
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| Währung | CFA-Franc (XOF)
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| Zeitzone | UTC
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| Nationalhymne | Pour l'Afrique et pour toi, Mali
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| Kfz-Kennzeichen | RMM
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| Internet-TLD | .ml
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| Vorwahl | +223
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| Lebenserwartung | 48,6 Jahre (Stand 2005)
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| Alphabetisierungsrate | 35,5 % (Stand 1999)
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| HDI | 0,375 (Stand 1999)
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| Mali-Pos.png
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| Ml-map.png
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Mali (dt.
Liste der IPA-Zeichen:
frz.: [) ist ein seit
1960 von
Frankreich unabhängiger Staat in
Westafrika und grenzt im Norden an
Algerien und
Mauretanien, im Westen an
Senegal, im Osten an
Niger und im Süden an
Burkina Faso und die
Elfenbeinküste. Die ehemalige
Kolonie Französisch-Sudan hat einen bedeutenden Anteil an der
Sahara, sowie an
Sahel und
Sudan. Mali gilt als gelungenes Beispiel einer
Demokratisierung in
Afrika, ist dennoch eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Der Landesname
Mali wurde in Anlehnung an das gleichnamige
mittelalterliche Großreich gewählt. In der einheimischen Sprache
Bambara ist
Mali außerdem das Wort für das Wappentier des Landes: das
Nilpferd.
Geographie
Mali besteht zu zwei Dritteln aus
Wüste. Das Land hat Anteil an
Sahara,
Sahelzone und der
Großlandschaft Sudan. Die nördliche Landeshälfte wird von einem Ausläufer des algerischen
Ahaggar-Massivs überragt. Den südlichen und zentralen Teil durchzieht der
Niger in breiten Tiefländern. Zwischen
Ségou und
Timbuktu bildet der Niger ein großes
Binnendelta - die
Massina. Die
Klimazonen reichen vom tropisch-feuchten Sudanklima bis zum Wüstenklima der Sahara. Entsprechend nehmen die Jahresniederschläge von über 1.000 mm im Süden auf weniger als 100 mm im Norden ab. Mitunter bleiben die Regenfälle jahrelang aus. Die Vegetation besteht im Süden aus
Feuchtsavanne (mit Galeriewäldern an den Flussläufen), die nach Norden in
Dornbuschsavanne übergeht; es folgen schließlich Halbwüste und der saharische Wüstengürtel.
Klima
Mali ist nicht nur eines der ärmsten Länder, es liegt auch teilweise in klimatisch ungünstigen Gebieten. Das trifft vor allem auf den Norden zu, der sich teilweise stark von der südlichen Hälfte unterscheidet. Der Norden ist im Winter kälter und im Sommer wärmer, als der Süden. Dort fällt auch weniger Regen, was die Dürrewahrscheinlichkeit deutlich größer werden lässt. Zudem wird im Süden Malis mehr
Landwirtschaft betrieben.
Nordhälfte
Der Norden ist zwar durch die größere Nähe zum
Äquator deutlich wärmer als europäische Länder, weist aber im Januar Temperaturen von 10 bis 20°C auf. Im Juli herrschen sogar Temperaturen von über 30°C, teilweise auch über 35°C. Es fällt jedoch nur wenig Regen. Der Jahresniederschlag liegt in der Nordspitze bei unter 20 mm und zur Mitte hin bei immerhin nur 20 bis 250 mm, was zur Folge hat, dass hier ein voll
arides Klima herrscht (
Niederschlag ist für 10 bis 12 Monate im Jahr geringer als die
Verdunstung). Entsprechend ist die Dürrewahrscheinlichkeit sehr hoch. Die extreme Trockenheit und Hitze führen vermutlich dazu, dass in diesem Gebiet nichts oder kaum etwas angebaut wird. Die Landschaft ist hier wüstenähnlich.
Südhälfte
Anders sieht es im Süden des Landes aus. Dort ist es im Januar eher wärmer. So steigt die Temperatur hier auf 20 bis 25°C, nur selten über 25°C. Im Sommer ist es allerdings nur geringfügig wärmer. So herrschen im Juli größtenteils 25 bis 30°C, zur Mitte hin auch bis zu 35°C und nach Süden teilweise nur 20°C bis 25°C. Auch die
Niederschläge sind deutlich größer als in der Nordhälfte. Sie liegen bei über 250 mm in der Mitte und bis zu 2000 mm Jahresniederschlag im Süden Malis. Entsprechend ist auch die Zahl der Monate in der die Niederschläge geringer sind als die möglicher Verdunstung mit 10 bis unter 6 Monaten geringer als im Norden und damit auch die Dürrewahrscheinlichkeit. Hier wird auch
Landwirtschaft betrieben. In der gesamten Südhälfte werden
Hirse,
Maniok,
Jams, Süß
kartoffeln und
Hülsenfrüchte für den Eigenbedarf angebaut und in der Nähe des
Flusses Niger wird teilweise auch Reis angebaut. In der Ackerbaufläche an Teilen um den Niger werden auch
Erdnüsse und
Baumwolle angebaut. Dabei teilt sich die Südhälfte Malis in drei Regionen. Zum einen die Mitte, mit einer
Dornensavanne, weiter südlich dann die
Trockensavanne und darunter im Süden Malis eine
Feuchtsavanne.
Bevölkerung und Sprachen
Die Bevölkerung Malis setzt sich aus ca. 30 verschiedenen Ethnien zusammen, unter anderem
Bambara (mit 30% Hauptbevölkerung),
Malinké,
Fulani (Fulbe, Peulh), Sarakolé (Maraka),
Songhai,
Soninké,
Bobo, Bozo, Minianka,
Senufo,
Dogon, Khassonké,
Tuareg,
Mauren,
Dioula, die sich durch verschiedene Sprachen und Kulturen auszeichnen und friedlich zusammenleben. Die Einwohner der Sudanzone nahmen durch den Kontakt mit den nordafrikanischen Muslimen schon frühzeitig großenteils den
Islam als
Religion an. Gleichzeitig bestanden daneben die einheimischen Glaubensformen weiter. Heute lebt die Bevölkerung Malis im Bewusstsein ihrer reichen Vergangenheit, die in den Liedern der
Griots und zahlreichen Geschichten weiterlebt. Über 90% der Bevölkerung sind
Muslime, die vor allem im Norden leben, im Süden dagegen leben etwa 8% Anhänger des
Animismus und rund 1,8%
Christen.
54 % der malischen Bevölkerung sind Analphabeten, nur etwa zwei Drittel haben Zugang zu frischem Trinkwasser. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 48,6 Jahren. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf liegt bei nur etwa 192 Euro.
Neben der Amtssprache Französisch, die jedoch meist nur als Fremdsprache gesprochen wird, gibt es in Mali zahlreiche einheimische Sprachen: Bambara, Fulani oder Songhai. Von vielen Maliern werden mehrere dieser Sprachen verstanden.
Im Norden Malis kam es in der Vergangenheit häufiger zu Konflikten mit den dort heimischen Nomaden, den Tuareg.
Religion
Der
Islam ist mit 90% die verbreitetste
Religion in Mali; 8% der Bevölkerung praktizieren
animistische Religionen.
Katholiken und
Protestanten machen einen Anteil von 2% aus. Die Unterstützung muslimischer Länder ermöglicht ein bescheidenes Wirtschaftswachstum.
Die
Große Moschee von Djenné ist eines der größten Lehmgebäude der Welt und zählt zu den berühmtesten Bauwerken Afrikas und wurde von der UNESCO im Jahr 1988 gemeinsam mit der Altstadt Djennés zum Weltkulturerbe erklärt.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Malis
Mali war vom 11. Jahrhundert bis 1893 ein islamisches Großreich.
1893 wurde es mit der Eroberung von Timbuktu unter dem Namen Französisch-Sudan zur Kolonie Frankreichs. Seine Unabhängigkeit von Frankreich erlangte Mali am 22. September 1960, der seither als Nationalfeiertag gilt.
Nach der Unabhängigkeit war Mali ein Einparteienstaat, 1968 putschte sich General Moussa Traoré an die Macht, 1991 kam es dann nach Unruhen zu demokratischen Reformen und eine Verfassung wurde geschaffen. 1992 wurde Dr. Alpha Oumar Konaré zum Präsidenten gewählt. Die Wahl 2002 gewann Amadou Toumani Touré, allerdings war die Wahlbeteiligung mit ca 30 % sehr gering.
Verwaltungsgliederung
Der Staat gliedert sich in acht Regionen und den Hauptstadtdistrikt.
Siehe auch: Regionen in Mali, Liste der Städte in Mali
Wirtschaft
Landwirtschaft
Weniger als zwei Prozent der Landesfläche werden als Ackerland verwendet, gleichzeitig beschäftigt die Landwirtschaft jedoch rund 80 % der erwerbstätigen Bevölkerung. In den Gebieten der Flüsse
Niger und
Senegal sowie südlich der 600 mm
Isolinie ist Ackerbau als
Überflutungs-,
Bewässerungs-, und
Regenfeldbau möglich. Zu den Hauptanbauprodukten gehören
Erdnuss,
Mais,
Sorghum sowie
Baumwolle.
Auf Grund der Niederschlagsmenge von 600 mm im Jahr, die, je nördlicher man kommt, abnimmt, besteht ein Ernterisiko. Die Anbauzonen werden jedoch durch die Bevölkerungsexplosion weit über die Trockengrenze ausgedehnt. Nördlich der 600 mm Isolinie, im Bereich des 200-mm-Jahresniederschlages werden Weizen sowie Grünfutter angebaut. Südlich der 600 mm Isolinie befindet sich eine Zone mit 700 bis 1.900 mm Jahresniederschlag und somit größerer Erntesicherheit.
Traditionelle Wirtschaftsweisen in Mali
Die traditionelle Wirtschaftsform ist der Wanderhackbau. Angebaut wird meist bis zur Bodenerschöpfung, die nach 3-5 Jahren eintritt. Früher lag dieses Land 10-20 Jahre brach, bevor es erneut bewirtschaftet wurde. Diese Zeit hat sich bis heute immer weiter verkürzt. Gründe hierfür sind das Bevölkerungswachstum und die Besitzstruktur: bei den meisten Stämmen hat jeder Stammesangehörige Anspruch auf ein Stück Land. Regenfeldbauern im Gebiet Malis legen außerdem mehr Felder an, als in Gunstjahren zur Eigenversorgung eigentlich notwendig wären. Es werden sowohl Gunststandorte als auch weniger fruchtbare Felder bestellt.
Eine erste Gruppe dieser Felder, die nicht auf Gunststandorten gelegen ist, wird nach den ersten Niederschlägen mit verschiedenen Feldfrüchten unterschiedlicher Vegetationsperioden bestellt.
Diese Strategie führt dazu, dass in günstigen Jahren mit genügend Niederschlag die Ernteerträge hoch sind und in Dürrejahren trotzdem noch mit kleinen Erträgen zu rechnen ist. Diese Risikominimierung führt durch einen großen Kulturlandverbrauch zu einer Erhöhung der Desertifikationsgefahr.
Da die mehrjährige Speicherung der Ertragsüberschüsse traditionell üblich ist, würde die Alternative, nämlich nur Gunststandorte intensiv zu bewirtschaften, zwar in Ungunstjahren ähnliche Erträge erzielen, Gunstjahre würden jedoch um einiges bescheidener ausfallen. Dies würde eine Risikoerhöhung für die Bauern darstellen. Diese traditionelle Art der Landnutzung ist tief in der Bevölkerung verwurzelt.
Staatsausgaben
Zwischen
1992 und
2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
Siehe auch
Weblinks
Mali | Staat
Literatur
- Hofmeier, Rolf/ Mehler, Andreas: Afrika-Jahrbuch 2003. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Afrika südlich der Sahara. Vs-Verlag, 2004.
- Lauber, Wolfgang: Architektur der Dogon. Traditioneller Lehmbau und Kunst in Mali. Prestel, 1998.
- Schutyser, Sebastian/ Flagge, Ingeborg/ Dethier, Jean: Lehmmoscheen in Mali. Junius Verlag, 2003.
- Vollertsen, Rolf: Wohin die Tropfen fallen oder "Bissimila, ce koroba!" - Notizen aus und über Mali. Nürnberg, 1993.
- Wagner, Horst-Günter: Straßenbau in Mali (Gourma) als Entwicklungsinstrument. Wirtschaftsräumliche Konsequenzen für traditionelle Überlebensökonomien. - Erdkunde, Band 42, 1988, S. 214 - 224.
- Waterkamp, Rainer: Mali. Im Banne des Sahel. 1991.
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