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Malachit
Malachit.jpg
Malachit
Chemismus Cu2CO3(OH)2
Mineralklasse V/C.01-020 (nach Strunz: Wasserfreie Carbonate ohne fremde Anionen)
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse ___
Farbe blass- bis dunkelgrün
Strichfarbe hellgrün
Härte 3,5 bis 4
Dichte 3,95 (+0,15 -0,70)
Glanz Glasglanz, matt
Opazität durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch muschelig, spröde
Spaltbarkeit vollkommen
Kristallhabitus nadelig, gebändert, massige, traubige Aggregate
häufige Kristallflächen ___
Zwillingsbildung ___
Kristalloptik
Brechungsindices 1,660 bis 1,910
Doppelbrechung (optische Orientierung) 0,250
Pleochroismus ___
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz 2-
weitere Eigenschaften
chemisches Verhalten ___
ähnliche Minerale Azurit
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht vorhanden
besondere Kennzeichen Auffällige, meist wellenförmige Bänderungen

Malachit ist ein im monoklinen Kristallsystem kristallisierendes Karbonat-Mineral mit chemischer Zusammensetzung Cu2CO3(OH)2 und der Härte 3,5 bis 4. Sein Kupfer-Gehalt liegt bei etwa 57 Prozent. Es kommt ausschließlich in grüner Farbe in allen Variationen von blass- bis dunkelgrün vor.

Aufgrund seiner geringen Härte und seiner nicht sonderlich hohen Dichte neigt der Malachit dazu zu brechen. Sonneneinstrahlung lässt ihn erblassen, Wasser kann ihm den Glanz nehmen und in manchen Fällen auch eine Farbveränderung zur Folge haben.

Bildung und Fundorte


Malachit ist ein typisches Verwitterungsprodukt von Kupfererzen und tritt häufig in der Oxidationszone anderer Kupferminerale, vor allem Azurit auf, aus dem es durch Wasseraufnahme entsteht. Malachit ist oft mit Goethit und Kalzit vergesellschaftet.

Fundorte sind vor allem Australien, Chile, Russland, der Kongo in Afrika und Arizona in den USA.

Geschichte


Der Name "Malachit" leitet sich über lat. molochitis wohl vom griechischen Wort , malácheMalve“ ab. Sowohl in Griechenland als auch in Ägypten und Rom war das Mineral außerordentlich beliebt. Die Ägypter schnitzten aus dem Malachit beispielsweise allerlei Kunstobjekte wie etwa Amulette und Skarabäen, sie schminkten sich aber auch mit dem zerstoßenen Mineral die Augenlider.

Malachit war bis ins Mittelalter hinein zum Löten von Goldschmiedearbeiten weit verbreitet. Dazu wurde es zu Staub zermahlen und mit Hilfe von Fischleim und Wasser zu einer Emulsion verarbeitet, den so genannten „Goldleim“ (griech. crysocolla; crysos: Gold, colla Leim). Durch die Kohlenmonoxidatmosphäre des Holzkohlefeuers kommt es zu einer chemischen Reaktion, bei der eine lötfähige Kupferlegierung entsteht. Damit war es möglich feine Drähte und Goldkügelchen auf eine Oberfläche zu löten. Die Etrusker waren absolute Meister in der Anwendung dieses Verfahrens. Es wurde aber schon viel früher angewendet. Ein Beispiel dafür ist die Totenmaske und andere Gegenstände aus dem Grab des Pharao Tutanchamun.

Verwendung


Malachit wird hauptsächlich als Schmuckstein im Kunstgewerbe verwendet. Im Kreml in Moskau sind ganze Säulen aus Malachit gefertigt, der aus dem Ural stammt. Besonders schön und entsprechend bewertet, ist die in diversen Grüntönungen vorkommende Bänderung, die ähnlich einer Holzmaserung sichtbar ist. Aufgrund seines giftigen Staubes und Schleifwassers ist er in der Verarbeitung jedoch aufwendig und dementsprechend teuer.

Manipulationen und Imitationen


Da Malachit ein begehrter, allerdings auch recht weicher (Härte 3,5 bis 4 gegenüber Glas 5 bis 5,5) und poröser Schmuckstein ist, werden Rohsteine durch Einbringen eines Malachitstaub-Kunstharz-Gemisches „stabilisiert“. Mit der gleichen Behandlungsmethode werden aus kleinen Bruchstücken größere, verwendungsfähige Malachite „rekonstruiert“. Bei Trommelsteinen und "Donuts" sind diese Methoden der Manipulation weit verbreitet und bei der Umwandlungsphase Azurit-Malachit oft zu beobachten.

Malachit wird auch durch Jaspis, gefärbten Achat oder Marmor imitiert (siehe auch Fälschung). Der „Rote Malachit“ (Handelsname) ist tatsächlich roter Jaspis.

Mittlerweile wird Malachit auch synthetisch hergestellt.

Bedeutung in der Esoterik


In der Esoterik wird der Malachit dem Planeten Venus und dem Element Erde zugeordnet. Er soll allerlei Frauenleiden zu heilen wissen und wird wegen der ihm nachgesagten Eigenschaft, die Wehen zu erleichtern, auch "Hebammenstein" genannt. Er soll aber auch hellhörig für die Sprache der Tiere machen.

Vorsichtsmaßnahmen


Da der Malachit ein Kupfermineral ist, hat er auch giftige Eigenschaften. Zunächst einmal sollte zum Beispiel Wasser, in dem ein Malachit gelegen hat, niemals getrunken werden. Auch ein unbedachtes Zersägen oder Zerstoßen eines Malachits kann gefährlich werden, da der feine Staub beträchtliche Mengen an löslichem Kupfer freisetzt und entsprechend giftig ist.

Um Dellen, Risse und Farbveränderungen zu vermindern, sollte das Mineral mit Vorsicht behandelt werden. Eine Lagerung in der Dunkelheit ist zwar übertrieben, aber eine direkte, langanhaltende Sonneneinstrahlung kann ein sichtbares Ausbleichen durch Kristallwasserverlust hervorrufen. Auch der kurze Kontakt mit Wasser ist keineswegs schlimm. Ein langanhaltendes Bad nimmt dem Stein in der Regel jedoch den Glanz.

Galerie


Image:Malachit getupft.jpg|Malachit Image:Malachit, Kongo.jpg|Roher Malachit

Siehe auch


Systematik der Minerale, Liste von Mineralen

Literatur


  • Bernhard Bruder: Geschönte Steine, Neue Erde Verlag (1998), ISBN 3-89060-025-5
  • Prof. Dr. Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine, BLV Verlagsgesellschaft (1976), ISBN 3-405-12488-3

Weblinks


Schmuckstein | Mineral

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