Als Makrofamilie, Makrophylum oder Superfamilie bezeichnet man in der Sprachwissenschaft die Zusammenfassung mehrerer "klassischer" Sprachfamilien zu einer größeren genetischen Einheit. Die historische Phase dieser Einheit liegt dann in der Regel sehr weit zurück (10.000 Jahre oder mehr), so dass ihr Nachweis - aber auch ihre Widerlegung - sehr schwierig ist. Dies ist der Grund dafür, dass Makrofamilien von vielen Linguisten nicht anerkannt werden.
Wichtige vorgeschlagene Makrofamilien
Monogenese
Die weitestgehende Hypothese auf dem Gebiet der Makrofamilien ist die Auffassung von der
Monogenese aller Sprachen, also die Vorstellung, dass alle Sprachen weltweit von
einer gemeinsamen Ursprache abstammen. Wegen des enormen Alters dieser Ursprache (mindestens 100.000 Jahre) sind Nachweise aber auch Widerlegungen kaum zu führen, so dass die Hypothese an sich keinen wissenschaftlichen Wert beanspruchen kann. Dennoch wurde der Versuch unternommen, "globale Etymologien" zu entdecken, das sind Wörter, die in ähnlicher Lautgestalt und verwandter Bedeutung in vielen Sprachfamilien weltweit verbreitet sind. Die bisher angebotenen "globalen Etymologien" halten einer seriösen Prüfung kaum stand.
Siehe auch
Literatur
- Merritt Ruhlen, On the Origin of Languages. Stanford University Press 1994.
- Merritt Ruhlen, The Origin of Language. John Wiley, New York 1994. (Populärfassung des vorigen Titels.)
- Vitaly Shevoroshkin (ed.), Reconstructing Languages and Cultures. Brockmeyer, Bochum 1992.
Literatur zu den einzelnen Makrofamilien findet man in den speziellen Artikeln.
Periodikum
- MOTHER TONGUE. Journal of the Association for the Study of Language in Prehistory ASLIP (seit 1995).
Weblink
Historische Linguistik