Die Makroökonomie (auch Makroökonomik) ist ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Im Gegensatz zur Mikroökonomie arbeitet sie mit aggregierten Größen, d. h. sie untersucht Fragen nach dem Verhalten der Wirtschaft insgesamt, so z. B. Änderungen des Gesamteinkommens oder des Beschäftigungsgrades, der Inflationsrate oder Konjunkturschwankungen. Sie versucht Erklärungen für diese Schwankungen zu finden und die relevanten Steuergrößen und ihre Abhängigkeiten zu ermitteln.
Mittelpunkt makroökonomischer Theorien ist schließlich die Frage nach der Rolle des Staates im gesamtwirtschaftlichen Kontext; aus den Theorien werden Forderungen an die Wirtschaftspolitik abgeleitet. Regierungen versuchen, die Größen, die aufgrund der ex-post-Betrachtung als maßgeblich erscheinen, zu ändern. So werden durch Änderungen bei Steuern, Zinsen oder Staatsnachfrage politisch definierte Ziele wie Preisniveaustabilität, Vollbeschäftigung, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und/oder Wirtschaftswachstum angestrebt. Makroökonomische Kenngrößen spielen daher im politischen Legitimationsprozess eine wichtige Rolle, da sie von den Wählern als Hinweis auf die Qualität der Arbeit einer Regierung gedeutet werden.
In England wurden die Gedanken der Physiokratie aufgenommen und zu einer gesamtgesellschaftlichen Theorie ausgeweitet, der Klassischen Nationalökonomie. Adam Smith, David Ricardo und John Stuart Mill werden häufig als wichtige Vertreter dieser Denkschule genannt. Im Gegensatz zu den Physiokraten forderten die Klassiker begrenzte Eingriffe des Staates in das Wirtschaftsgeschehen, um Fehlentwicklungen zu vermeiden.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Grenznutzenschule unter dem Einfluß von Ökonomen wie William Stanley Jevons, Carl Menger und Léon Walras. Hier wurden erstmals mikroökonomische Ansätze wie individuelle Nutzeneinschätzungen und Angebots- und Nachfragefunktionen thematisiert. Seitdem bildeten methodologische Probleme eine mindestens gleichberechtigte Säule der Volkswirtschaftslehre neben inhaltlichen und ordnungspolitischen Fragestellungen. (siehe auch Utilitarismus.) Unter dem Eindruck der Denkweise der Grenznutzenschule wurde die Klassik u.a. von Alfred Marshall weiterentwickelt zur Neoklassik, indem die subjektivistischen Ansätze der Grenznutzenschule mit den objektivistischen Theorien der Klassiker in der Gleichgewichtsanalyse zusammengeführt wurde.
Mit Ausnahme der Österreichischen Schule der Nationalökonomie konnten die bis dahin entwickelten Theorien keine Erklärungen oder hilfreiche Handlungsansätze gegen die globale Wirtschaftskrise der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts mit Ihrer Massenarbeitslosigkeit liefern. Eine von den Vertretern der liberalen Österreichischen Schule befürwortete Abkehr vom Interventionismus dieser Zeit erwies sich jedoch als politisch nicht durchsetzbar.
Neuere, bisher wenig verbreitete Denkschulen sind Debitismus, Freiwirtschaft und Evolutionsökonomik sowie die Neue Institutionenökonomik.
Einfacher_Wirtschaftskreislauf.png Eine Volkswirtschaft kann mit Hilfe eines Wirtschaftskreislaufes beschrieben werden. In seiner einfachsten Form unterscheidet das Modell zwei Akteure: private Haushalte und Unternehmen. Die Haushalte konsumieren die produzierten Güter und bieten den Unternehmen ihre Arbeitskraft an. Dem steht der Geldkreislauf gegenüber: Die Haushalte erzielen ein Einkommen aufgrund geleisteter Arbeit und die Unternehmen erzielen durch die Verkäufe ihrer Produkte Einnahmen.
Das Modell lässt sich mit drei Bereichen erweitern: Staat, Vermögensbildung und Ausland.
Das von den Haushalten erzielte Einkommen fließt nicht vollständig als Konsumausgaben zurück an die Unternehmen. Ein Teil geht an die genannten drei Bereiche in Form von Steuern (Staat), Ersparnissen (Vermögensbildung) und Käufen von Importprodukten (Ausland). Neben den Einnahmen aus Produktverkäufen fließen aus diesen drei Bereichen zusätzliche Gelder an die Unternehmen in Form von Subventionen / Staatsausgaben (Staat), kreditfinanzierten Investitionen (Vermögensbildung) und Exporten (Ausland).
Die so dem Kreislauf entzogenen und hinzugefügten Summen müssen insgesamt gleich groß sein:
oder
Die enthaltenen Variablen stehen dabei für folgende Größen:
Auskunft über den realen Umfang dieser Grössen geben die Konten der nationalen Buchhaltung bzw. die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR). Sie erfasst systematisch alle wirtschaftlichen Transaktionen in einer Volkswirtschaft in einer abgelaufenen Periode (Binnenwirtschaftrechnung) oder mit dem Ausland (Außenwirtschaftsrechnung). Diese ex post-Daten bilden die Grundlagen für Prognosen und Analysen.
Durch die Endogenisierung der Investitionsnachfrage und die Einbeziehung des Geldmarktes entsteht das IS-LM-Modell von John Hicks. Verbindende Variable ist der Zinssatz. Es ist eins der zentralen Modelle in der Makroökonomie und beschreibt sehr gut das Verhalten einer Volkswirtschaft bei kurzfristiger Betrachtung.
Traditionelle_Phillipskurve.PNGEin Modell zur Erklärung des Zusammenhangs zwischen Preisen bzw. Löhnen und der Arbeitslosigkeit ist die Phillips-Kurve. 1958 beobachtete der englische Statistiker und Ökonom Alban William Housego Phillips einen negativen Zusammenhang zwischen den Größen in Großbritannien. Das Modell wurde seitdem mehrfach modifiziert und erweitert.
Макроикономика | Makroekonomija | Macroeconomia | Makroekonomie | Makroøkonomi | Μακροοικονομία | Macroeconomics | Macroeconomía | Makroökonoomika | Makrotaloustiede | Macroéconomie | Macroeconomía | מקרו-כלכלה | Makroekonomija | Makroökonómia | Ekonomi makro | Macroeconomia | マクロ経済学 | მაკროეკონომიკა | 거시경제학 | ເສດຖະສາດມະຫາພາກ | Makroekonomika | Makroekonomika | Макроекономија | Macro-economie | Makroøkonomi | Makroøkonomi | Makroekonomia | Macroeconomia | Macroeconomie | Макроэкономика | Makroekonomija | Macroeconomics | Makroekonómia | Макроекономија | Makroekonomi | Makroekonomi | 宏觀經濟學
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Makroökonomie".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world