1809 wurden die Gemeinden Witten, Annen, Rüdinghausen, Wullen sowie das heute zu Bochum gehörende Langendreer zur Mairie Witten vereinigt. Eine Mairie ist eine Art Bürgermeisterei. Die Zusammenlegung erfolgte auf Anordnung der französischen Besatzungstruppen Napoleons.
Bedeutung
Lage der Stadt Witten in Deutschland.png
In der Zeit zwischen 1800 und 1815 zerschlugen die französischen Besatzungstruppen die ursprünglichen Gebiets- und Verwaltungsstrukturen der Kurfürsten- und Herzogtümer im Rheinland - aber auch dem heutigen Ruhrgebiet - und strukturierten sie neu. Durch das Zusammenlegen der genannten Dörfer, stärkten die Franzosen vor allem die Bedeutung Wittens. Witten besaß eh bereits das
Marktrecht und stellte somit für die Bauernschaft der umliegenden Dörfer einen zentralen Anlaufpunkt dar. Durch die Einrichtung des Bürgermeisteramtes in Witten, erhielt Witten nun auch eine priore verwaltungstechnische Bedeutung. Nach dem Abzug der französischen Truppen, wurde das neu eingerichtete Bürgermeisteramt von der preußischen Bezirksverwaltung in
Arnsberg beibehalten, jedoch wurden zumindest die Grenzen der ehemailigen Mairie Witten neu gezogen: Witten wurde 1815 dem neu gegründeten
Kreis Bochum zugeordnet und umfasste fortan die Gemeinden Witten, Langendreer,
Stockum,
Düren,
Somborn und
Werne.
Aus der Mairie Witten ging 1815 außerdem die
Landgemeinde Annen-Wullen hervor.
Literatur
Reekers, Stephanie: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalen 1816-1967. Dortmund 1969