Eine Mailingliste (ML) bietet einer geschlossenen Gruppe von Menschen Nachrichtenaustausch in Briefform. Dieser Nachrichtenaustausch ist innerhalb der Gruppe öffentlich. Besonders häufig sind Mailinglisten im Internet, wo sie mittels E-Mail realisiert werden.
Wie im Usenet haben sich auch auf Mailinglisten einige Besonderheiten gegenüber dem normalen E-Mail-Verkehr entwickelt. Ein besonders häufiger Verstoß gegen die Netiquette ist es, in Antworten unnötige Vollzitate zu verwenden oder das sogenannte Thread-Hijacking, was bedeutet, dass der Sender einfach nur zu faul ist, für ein neues Thema einen neuen Thread zu starten.
Wie beim Anmelden gibt es auch beim Abmelden (engl: unsubscribe) eine Vielzahl an Verfahren. Häufig bekommt der Abonnent einer Mailingliste bei der Anmeldung automatisch eine Nachricht, in der beschrieben wird, wie er sich abmelden kann. Einige Listen schreiben diesen Hinweis auch automatisch in den Header der E-Mail oder unter jeden Beitrag, der über die Liste verteilt wird. In den meisten Fällen muss der Abonnent eine E-Mail mit einem Abmelde-Kommando an eine spezielle Adresse schicken, in einigen Fällen kann er sich auch über ein Web-Interface abmelden. Keinesfalls sollte ein Abonnent E-Mails mit der Bitte um Abmeldung an die Liste selbst schreiben, da dadurch die anderen Abonnenten unnötig belästigt werden. Leider existieren auch Listen, aus denen der Abonnent seine Adresse nicht oder nur sehr schwer wieder entfernen lassen kann.
Mailinglisten werden teilweise missbraucht, indem böswillige Dritte die E-Mail Adresse eines Empfängers – ohne das Einverständnis des Empfängers – in verschiedene Listen eintragen, so dass dieser fortan regelmäßig unerwünschte E-Mails von dieser Liste erhält.
Das Problem kann vom Betreiber der Liste einfach vermieden werden, indem er ein Confirmed Opt-In-Verfahren zur Anmeldung vorschreibt. So muss sich der unfreiwillig eingetragene Empfänger nicht abmelden und bekommt maximal eine Mail pro Liste.
Deutlich aufwendiger für den Empfänger ist es, wenn der Listenbetreiber auf Confirmed Opt-In verzichtet. In diesem Fall muss sich der Empfänger selbst aus allen Listen austragen bzw. von den Administratoren der Liste austragen lassen, was bei einigen unseriösen Betreibern nicht oder nur mit sehr großem Aufwand möglich ist. In beiden Fällen stellt dies eine ungemein lästige und vor allem zeitaufwändige Angelegenheit dar - zumal die Gefahr besteht, dass die Adresse des unfreiwilligen Empfängers erneut in diesen oder andere Mail-Verteiler eingetragen wird. Im Extremfall kann auf diesem Weg eine E-Mail-Adresse weitgehend unbrauchbar gemacht werden.
Häufig genutze Mailinglistensoftware ist Listserv, Majordomo, Mailman und ezmlm/idx.
Mailinglisten-Programme
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