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Mahiljou (weißrussisch Магілёў/Mahiljou; russisch Могилёв/Mogiljow, polnisch Mohylew, ältere deutsche Transkription Mogilew) ist eine Stadt in Weißrussland mit 359.700 Einwohnern (Stand 1. Januar 2004), im Osten des Landes nahe der Grenze zu Russland am Dnepr gelegen. Sie ist Sitz der Verwaltung des Bezirkes (Woblasz) Mahiljou, Industriestadt (Maschinenbau, Chemiefaser-, Leicht-, Nahrungsmittelindustrie), Eisenbahnknoten, Hafenstadt und kultureller Mittelpunkt des Gebietes mit Hochschulen, Theater und Baudenkmälern.
Am 28. Januar 1577 erhielt Mahiljou das Stadtrecht. Im Verlauf der Kampfhandlungen zwischen russischen und polnisch-litauischen Truppen im Livländischen Krieg um die Kontrolle im Baltikum wurde die Stadt im Jahre 1580 stark zerstört und ein beachtlicher Teil der Häuser niedergebrannt.
Während des Großen Nordischen Krieges von Schweden gegen Russland und Polen besetzten schwedische Streitkräfte unter König Karl XII. (1682-1718) am 7. Juli 1708 die Stadt. Sie plünderten und zerstörten sie fast vollständig. 1772 fiel Mahiljou durch die Erste Teilung Polens an Russland. Im Bürgerkrieg in Russland wechselte die Stadt im Jahre 1918 mehrmals den Besitzer.
Der Höhere SS- und Polizeiführer (HSSPF) Erich von dem Bach-Zelewski nahm dort seinen Dienstsitz. Unter seiner Verantwortung kam es 1941 zu Massenerschießungen von jüdischen Frauen, Männern und Kindern. Am 19. Oktober 1941 wurden vom Einsatzkommando 8 und dem Polizeibataillon 316 insgesamt 3726 Juden erschossen; am 23. Oktober 1941 wurden 279 Juden auf die gleiche Weise ermordet. An diesem Tage kam Heinrich Himmler nach Mogilew/Mahiljou. Er ordnete an, nach anderen Vernichtungsmethoden zu suchen, da er die Leute des Erschießungskommandos von Nervenzusammenbrüchen verschonen bzw. ihre weitere Verrohung vermeiden wollte.
Im Oktober 1941 wurden geistig behinderte Anstaltsinsassen in Mogilew/Mahiljou versuchsweise mit Autoabgasen vergiftet. Der Versuch verlief im Sinne der Täter zufriedenstellend und erwies sich als ein folgenschweres Ereignis, denn die hier erprobte Tötungsmethode durch Motorabgase wurde später in mehreren Vernichtungslagern zum Massenmord eingesetzt. Himmler gab zunächst den Auftrag, Gaswagen bauen zu lassen, von denen ein Exemplar - allerdings mit anderer Technik - bereits in Ostpolen bei der Aktion T4 im Einsatz war. Im November 1941 erhielt außerdem die Erfurter Firma J. A. Topf und Söhne den Auftrag, für ein geplantes riesiges Krematorium in Mogilew/Mahiljou 32 Öfen zu liefern. Vermutlich war zu diesem Zeitpunkt daran gedacht, bei Mogilew/Mahiljou ein großes Lager zu bauen, dessen Funktion später von Auschwitz und den Vernichtungslagern in Ostpolen übernommen worden ist. Der Auftrag für Mogilew/Mahiljou wurde storniert, einige der Öfen wurden später nach Auschwitz geliefert. Im nicht weit von Minsk entfernten Maly Trostinez wurden ab 1942 mindestens 40.000 Juden erschossen oder in Gaswagen ermordet.
Am 28. Juni 1944 wurde Mahiljou von der Roten Armee zurückerobert. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs erlitt Mahiljou während der Kämpfe zwischen den deutschen und sowjetischen Truppen schwere Zerstörungen. Nach Beendigung des Krieges wurde die Stadt wieder aufgebaut und zu einem Industriezentrum und Verkehrsknoten entwickelt.
In Mahiljou studierte an der dortigen landwirtschaftlichen Hochschule auch der weißrussische Präsident Aljaksandr Lukaschenka.
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