Muhammad Ahmad al-Mahdi.jpg Der Mahdi-Aufstand war ein Aufstand im Sudan gegen die anglo-ägyptische Herrschaft Ende des 19. Jahrhunderts, der zur Bildung eines eigenen Staates führte.
Der neue Gouverneur des Sudan, der Brite Gordon Pascha, versuchte vergeblich die Ausbreitung der Mahdi-Bewegung zu behindern. Am 26. Januar 1885 eroberten die Mahdisten Khartum wobei Gordon Pascha getötet wurde. Die britische Expedition zur Rettung Gordons unter General Wolseley erreichte die Stadt am 28. Januar 1885, zwei Tage nachdem diese gefallen war. Daraufhin wurden die britischen Truppen aus dem Sudan, bis auf die Gebiete Suakin und Wadi Halfa abgezogen. Großbritannien versuchte erst rund 10 Jahre später wieder den Sudan zurückzuerobern. Der Mahdi gründete am anderen Nilufer von Khartum in Omdurman eine neue Hauptstadt, wo er am 12. Juni 1885 starb.
Seinem Nachfolger und engstem Vertrauten Abdallahi ibn Muhammad, mit dem Titel Kalif, gelang es, das gesamte Gebiet zwischen den Provinzen Darfur im Westen, Suakin im Osten (ohne die Stadt, die durch eine britische Garnison gehalten wurde), Dungula im Norden und Bahr al-Ghazal im Süden zu unterwerfen.
Der Kalif schuf eine Fluss-Flottille aus Dampfschiffen, ein Manufaktursystem zur Waffenherstellung und ein Telegrafensystem im Sudan. Der wirtschaftliche Niedergang in Folge des Mahdi-Aufstandes konnte aber nicht gestoppt werden.
In dieser Zeit behauptete sich der deutsche Forscher Emin Pascha als Gouverneur der südlichsten Provinz des Sudan Äquatoria. Zur Rettung Emin Paschas wurden mehrere spektakuläre Expeditionen (u.a. durch Henry Morton Stanley) gestartet. Bis zu dessen Flucht 1895 lebte auch der ehemalige Gouverneur der Provinz Darfur, der österreichische Abenteurer Slatin-Pascha als Sklave am Hof des Kalifen.
Kalif Abdullahi lehnte ein Bündnis-Angebot des äthiopischen Kaisers Johannes IV. gegen die Europäer ab und fiel sogar 1887 mit 60.000 Mann in Äthiopien ein. Im Gegenzug griffen die Äthiopier, unter Führung des Kaisers selbst, 1889 den Sudan an. In der Schlacht von Metemma am 9. März 1889, in der der Kaiser fiel, wurden diese aber geschlagen. Trotzdem befürchteten die Briten eine Koalition zwischen Frankreich, Äthiopien und den Mahdisten.
In der Schlacht kämpften in Kitcheners Armee 8.200 Briten und 17.600 Ägypter und Sudanesen. Die britisch-ägyptische Armee war eingeteilt in eine britische Division und eine ägyptische Division. Darüber hinaus verfügte der Sirdar über 10 Kanonenboote. Die Armee der Mahdisten war in Fahnen eingeteilt (Schwarz, Rot, Dunkelgrün, Grün) und wurde vom Kalifen selbst geführt. Die Armee der Mahdisten umfaßte ca. 50.000 Mann. In der Schlacht konnte Kitchener die Mahdisten am 2. September 1898 vollständig besiegen. Im Anschluss wurden Omdurman und das vom Mahdi zerstörte Khartum besetzt, welches dann von Kitchener wiederaufgebaut wurde. Nach der Schlacht von Omdurman flohen die Mahdisten nach Süden. Hier kontrollierten sie bis 1899 das Gebiet von Darfur bis zur Grenze nach Äthiopien. Im Oktober 1899 entsandte Kitchener 8.000 Soldaten um Abdallahi ibn Muhammad endgültig zu vernichten. In der Schlacht von Umm Diwaykarat in der Provinz Kurdufan wurde dieser getötet. Der einzige Anführer der Mahdisten der entkommen konnte war Osman Digna. Dieser wurde erst 1900 gefangen genommen und überlebte in ägyptischer Gefangenschaft bis 1926.
Das zurückeroberte Land wurde nicht an Ägypten zurückgegeben, sondern 1899 als anglo-ägyptisches Kondominium konstituiert mit Lord Kitchener als erstem Generalgouverneur.
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