Das Mahabharata (Sanskrit, महाभारत, n., mahā-groß, Bhārat-Indien), ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. bis 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht. Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse.
Die Rahmenhandlung beschreibt den Kampf der Kauravas mit den Pandavas, zweier Fürstenfamilien, auf dem Schlachtfeld in Kurukshetra (nördlich von Delhi). Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich im Kern um ein historisches Geschehen handelt, für viele Inder sind die Begebenheiten eine unumstrittene Tatsache. Der Kampf wird als schrecklicher Bruderkrieg dargestellt, bei dem viele Menschen starben. Er bildet auch den dramaturgischen Hintergrund der Bhagavadgita, in der es jedoch eher um philosophisch-religiöse Inhalte geht.
Die Hauptgeschichte: Ein Fürst hatte drei Söhne: Dhritarastra, Pandu und Vidura. Der älteste, der blinde Dhritarashtra, konnte wegen seiner Blindheit den Thron nicht besteigen. Trotzdem übertrug König Pandu den Thron seinem blinden Bruder und zog sich mit seinen beiden Frauen Kunti und Madri in die Wälder zurück. Dort wurden ihm, bevor er starb, fünf Söhne geboren, die Pandavas: Yudhishthira, Bhima, Arjuna, Nakulam und Sahadava. Auch der blinde Prinz Dhritarashtra hatte Söhne (die Kauravas), und zwar einhundert, von denen der älteste, der Hauptgegenspieler der Pandavas, Duryodhana hieß. Der Haupterzählstrang des Mahabharata beschäftigt sich mit dem Konflikt zwischen diesen beiden Familien und ihren Verbündeten. Die Kauravas versuchen immer wieder, die Pandava-Brüder zu beseitigen um ihren Anspruch auf den Thron zu sichern, doch diese können entkommen und streifen einige Jahre verkleidet als Priester und Asketen umher, gemeinsam mit ihrer gemeinsamen Gattin Draupadi. Arjuna hatte die Hand der Königstochter in einem Wettkampf gewonnen, es soll ein Irrtum gewesen sein, dass sie schließlich die Frau aller fünf Pandavas wurde: Als die fünf zu ihrer Mutter Kunti nach Hause kamen, meinte diese, ohne aufzuschauen und ohne die neue Schwiegertochter bemerkt zu haben, sie sollten untereinander alles teilen was sie mitgebracht hätten. Da einem Befehl der Mutter nicht widersprochen werden darf, heiratete Draupadi alle fünf Söhne, obschon dies nicht Sitte war, und trotz der Bedenken des Königs.
Im weiteren Verlauf der Geschichte besitzen die Pandavas und die Kauravas je ein Königreich, damit der Frieden gesichert werden kann. Aber die Kauravas organisieren ein Würfelspiel, in dem die Pandavas ihr gesamtes Königreich verlieren. Schließlich müssen letztere zwölf Jahre lang im Exil leben und sich dann im dreizehnten Jahr unerkannt in der Gesellschaft aufhalten. Doch selbst nach diesen dreizehn Jahren verweigern die Kauravas die Rechte der Pandavas, und so kommt es zum großen Krieg. Schließlich, nach unsäglichem Leid auf beiden Seiten, gewinnen die Pandavas und können ihr Volk in eine glückliche Zeit führen.
Schließlich gehen die Pandava Brüder mit ihrer Frau auf eine Pilgerreise in den Himalaya. Yudhishthiras vier Brüder und Draupadi sterben unterwegs, ein Hund folgt ihm bis zum Himmelstor. Dort wird der Pandava geprüft und er muss seine Lieben unter Qualen in der Hölle finden. Doch als sich herausstellt, dass Yuddhisthira eher bei seiner Frau, seinen Brüdern und dem Hund bleiben will, als ohne diese die himmliche Herrlichkeit zu genießen, fällt sein menschlicher Körper endgültig von ihm ab und er erkennt, dass alles ein Trugbild zu seiner Prüfung war.
Wie in allen hinduistischen Epen sind auch im Mahabharata Gut und Böse nicht polarisiert: Die „Bösen“ zeigen immer auch gute, liebenswerte Eigenschaften, wogegen die „Guten“ Schwächen haben und notfalls zu List und Lüge greifen: So gilt etwa Yuddhisthira, der Älteste der Pandavas, als Verkörperung von Dharma, der Rechtschaffenheit. Durch seine Spielleidenschaft jedoch verliert die Familie den gesamten Besitz und Draupadi wird durch seine Schuld als Sklavin vor die Versammlung gezerrt und gedemütigt.
Einige wichtige Geschichten und Texte, die Teil des Mahabharata sind:
Gegen die Theorie eines Krieges zwischen Ariern und Urbevölkerung spricht außerdem, dass es sich beim beschriebenen Kampf zwischen Pandavas und Kauravas um einen Kampf zwischen Verwandten handelte, was eher dafür spräche, dass er innerhalb der arischen Stämme stattfand. Die Datierung des Mahabharata-Kriegs ist unklar; einige Untersuchungen wie z. B. von Subhash Kak, die aber umstritten sind und auch anders interpretiert werden könnten, vermuten aufgrund astronomischer Berechnungen, dass der Krieg u. a. auf 1478 v. Chr., 1924 v. Chr. oder 3137 v. Chr. datiert werden könnte. Im Jahr 3102 v. Chr. fängt nach hinduistischer Mythologie das Kali Yuga an, das dunkle Zeitalter, es soll der Zeitpunkt von Krishnas Tod am Ende des Mahabharatas sein.
An der Nordwestküste Indiens wurden auch Überreste einer versunkenen Stadt im Ozean gefunden, und es wird von einigen angenommen, dass es sich um die antike Stadt Dwarka (Dwaraka) handeln könnte, die im Mahabharata auch eine große Rolle spielt. Im Mahabharata wird auch beschrieben, dass der einst größte der sieben im Rigveda genannten heiligen Flüsse, der Sarasvati-Fluss, nur noch klein sei und in der Thar-Wüste versickerte.
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