Das Dorf Mahabalipuram liegt 60 km südlich von Chennai (Madras) an der Koromandelküste in Indien. Hier findet sich einer der wichtigsten archäologischen Fundorte Südindiens. Der Tempelbezirk von Mahabalipuram gehört seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Legende berichtet, dass der König Bhagiratha den Ganges vom Himmel fließen ließ, um die Seelen seiner Vorfahren zu reinigen. Aber die Dinge geschahen nicht wie geplant und der König bemerkte, dass der Fluss die ganze Erde überschwemmen würde. Daher tat er Buße mit dem Ziel, Hilfe von Shiva zu erhalten, um die zu erwartende Katastrophe abzuwenden. So stieg der Gott zur Erde hinab und bezwang den Ganges, indem er ihn durch sein Haar fließen ließ. Dieses Wunder lockte eine Menge Wesen an, die kamen, um es zu beobachten.
Der Spalt zwischen den beiden Felsen ist der berühmteste Teil des Flachreliefs; hier findet sich die Abbildung Shivas. Darunter findet man Ruinen eines Wassertanks, die vermuten lassen, dass einst hier Wasser geflossen ist, das den Ganges darstellen sollte. Neben zahlreichen göttlichen Abbildungen stellt das Relief das dörfliche Leben Indiens im 7. Jahrhundert dar. Im oberen Teil, rechts von dem Spalt, sieht man den Spender und Mäzen Pallava-König Mahendravarman (580-630) in Gesellschaft seiner drei Ehefrauen. Darunter ist eine Yogi-Katze in Meditationsstellung zu sehen, umtanzt von Mäusen. Die Szene stellt eine Redensart der indischen Volksweisheit dar, die rät, falschen Sadhus zu misstrauen.
Dieses Relief wird mitunter auch als "Buße des Arjuna" bezeichnet. Seine Interpretation ist noch nicht endgültig geklärt.
Der Tempel, der 12 Jahrhunderte an seinem küstennahen Standort erlitten hat, wird inzwischen durch eine Einfriedung sowie Wellenbrechern aus Felsbrocken vor der Erosion geschützt. Diese durch die Regierung Indira Gandhis errichteten Blöcke ließen den Tempel die Tsunami-Welle vom 26. Dezember 2004 überstehen. Doch besteht die Möglichkeit, dass diese Welle, die große Mengen Sand bewegt hat, zu neuen Entdeckungen über die Ursprünge dieser Stätte führen wird.
Der Begriff "Ratha" wird hier nicht sinngemäß angewandt: er bezeichnet eigentlich für Prozessionen genutzte Wagen. Die Ratha von Mahabalipuram haben jedoch keine Räder, im Gegensatz zum Tempel des Surya in Konarak, der in Form eines Wagens mit Rädern, gezogen von Pferden gestaltet ist.
Zuoberst aus der Spitze des Hügels wurde der Dharmaraja gearbeitet, in nach unten hin kleiner werdender Reihe folgen Bhima, Arjuna und Draupadi. Der Sahaveda wurde aus einem etwas größeren Felsen westlich des Draupadi geschlagen. Gerade vor dem Draupadi stehen zwei kleinere Felssklupturen, eine in Form eines Elefanten, der andere in Form eines Löwen, dem "Fahrzeug" Durgas. Hinter Draupadi und Arjuna, die auf einer gemeinsamen Plattform stehen, findet sich Nandi, ein Rind, das Fahrzeug Shivas.
Diese Ratha stellen die Tempelformen dar, wie sie zur Zeit ihrer Entstehung genutzt wurden, die aber aus vergänglichen Materialien gebaut waren.
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