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Das Magnetron ist eine Vakuum-Laufzeitröhre zur Schwingungserzeugung im Mikrowellenbereich (ca. 0,3 bis 300 GHz). Magnetrons haben einen Wirkungsgrad von bis zu 80 % und sind somit sehr effiziente, preiswerte HF-Generatoren. Die Leistung und der Frequenzbereich werden maßgeblich durch die Konstruktion bestimmt. Man unterscheidet kontinuierlich arbeitende (Dauerstrich-)Magnetrons und Impulsmagnetrons. Im Dauerstrichbetrieb können einige kW und im Impulsbetrieb mehr als 10 MW erzielt werden.
Das Magnetron besteht aus einer walzenförmigen Glühkathode (Oxid- oder Vorratskathode) im Zentrum. Meist bildet der Heizdraht selbst die Kathode (sog. direkt beheizte Kathode). Sie ist von einem massiven, zylinderförmigen Anodenblock (meist Kupfer) umschlossen. Kühlrippen am Anodenblock ermöglichen Kühlung durch freie Konvektion oder ein Gebläse. In der Innenseite des Anodenblocks befinden sich frequenzbestimmende Hohlraumresonatoren. Es handelt sich meist um strahlenförmige, zum Heizdraht parallel verlaufende Schlitze (sog. Schlitzmagnetron), die in Richtung der zentralen Bohrung des Anodenblocks, dem sogenannten Wechselwirkungsraum, offen sind.
Andere Ausführungsformen der Hohlraumresonatoren sind: Lochresonator, Segmentresonator (Kreistyp), Mehrfrequenzresonator (Rising-Sun-Typ).
Das Magnetron benötigt zur Funktion ein axiales Magnetfeld, welches meist mit Dauermagneten erzeugt wird. Einer der Hohlraumresonatoren ist mit einer Kopplungsschleife oder mit einem Hohlleiter verbunden und dient der Leistungsentnahme.
Im Wechselwirkungsraum wirken elektrische und magnetische Felder gleichzeitig. Die Magnetfeldlinien verlaufen parallel zur Kathodenachse und durchsetzen den Wechselwirkungsraum. Liegt Spannung zwischen Anode und Kathode an, werden aufgrund des elektrischen Feldes Elektronen hin zur Anode beschleunigt. Influence_Magnetron.jpg]] Das elektrische Feld bildet jedoch mit dem Magnetfeld einen rechten Winkel, daher werden die Elektronen aufgrund der Lorentzkraft von ihrer radialen Bahn spiralförmig abgelenkt. Dadurch bewegen sie sich im Wechselwirkungsraum um die Kathode herum. Erst ab einer recht hohen Anodenspannung kommt es zum Stromfluss.
MI-189W.jpg | MI-158.jpg Die Schlitze bilden eine ringförmig geschlossene Verzögerungsleitung: Elektromagnetische Schwingungen in einem Hohlraumresonator breiten sich über den Wechselwirkungsraum und die Schlitze in die anderen Hohlraumresonatoren aus. Es entsteht ein ringförmig geschlossener mehrpoliger elektromagnetischer Schwingkreis. In ihm treten Wechselspannungen zwischen den Enden der Anodensegmente und auch Wechselströme an den inneren Oberflächen der Schlitzwände auf. Das HF-Feld in diesem Ringresonator tritt mit den Elektronen in Wechselwirkung. Die resultierenden Felder beeinflussen Bahn und Geschwindigkeit der Elektronen. Die Folge ist, dass Elektronen gebremst oder beschleunigt werden und sich dadurch während ihres Umlaufes Bereiche höherer und niedrigerer Elektronendichte bilden. Diese Elektronenwolken verstärken ihrerseits die HF-Schwingungen des Ringresonators – es tritt Selbsterregung ein. Wird die kinetische Energie eines Elektrons zu klein, so tritt es in den Anodenblock ein und ein anderes tritt aus der Kathode aus.
Eine davon unabhängige Entwicklung fand 1921 durch Erich Habann in Jena und August Žáček in Prag statt. Habann entwickelte ein Magnetron, das Frequenzen von 100 MHz erzeugte. Der wesentliche Unterschied zu dem Magnetron von Hull bestand darin, dass Habann (wie in heutigen Magnetrons) ein magnetisches Gleichfeld verwendete. Die Bedingungen, um die Dämpfung (durch Resonanz entstehende Schaltungsverluste) zu bewältigen, konnte Habann präzise vorausberechnen. Auf Grundlage der Berechnungen erzeugte Habann einen negativen differenziellen Widerstand. Žáček konnte durch die massive Zylinder-Anode Frequenzen von 1 GHz erreichen. Durch Schlitze in der Anode schaffte Kinjirō Okabe (岡部金治郎) an der Universität Tōhoku in Sendai (Japan) 1929 mit Frequenzen von 5,35 GHz den Durchbruch für Magnetrons im Zentimeter-Wellenbereich. Am 27. November 1935 meldete Hollmann ein Patent für das Vielschlitz-Magnetron an, welches ihm als Patent 2.123.728 am 12. Juli 1938 gewährt wurde.
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