Die Magnetohydrodynamik (MHD) ist ein Teilgebiet der Physik und beschreibt die Wechselwirkung eines elektrisch leitenden Fluids mit elektrischen und magnetischen Feldern. Typische Beispiele für solche Fluide sind Plasmen, flüssige Metalle, Elektrolyte und Halbleiterschmelzen. Die grundlegenden Gleichungen der MHD sind die Navier-Stokes-Gleichungen der Hydrodynamik und die Maxwell-Gleichungen der Elektrodynamik.
Die am weitesten verbreitete technische Anwendung der Magnetohydrodynamik ist die elektromagnetische Durchflussmessung, die auch als magnetisch-induktive Durchflussmessung bezeichnet wird. Mit dieser Methode werden Strömungen von Bier, Milch, Joghurt, Trinkwasser, Tomatenketchup, Chemikalien und Abwässern gemessen.
Eine andere Anwendung der Magnetohydrodynamik ist der Magnetohydrodynamische Antrieb. Diese Anwendung wurde ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt und in den Neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im zivilen Bereich erprobt. MHD-Antriebe haben jedoch wegen ihres geringen Wirkungsgrades weder militärische noch zivile Bedeutung erlangt.
Das Magnetfeld der Erde wird durch magnetohydrodynamische Phänomene im flüssigen Erdkern erzeugt.
Die Entwicklung künftiger Anlagen für die Kernfusion erfordert die technische Beherrschung magnetohydrodynamischer Instabilitäten in Plasmen.
Die Ideale MHD macht einige Annahmen zur Vereinfachung. So können magnetohydrodynamische Abläufe z. B. auf dem Computer in vertretbarer Zeit simuliert werden.
Die Annahmen im einzelnen sind:
Die resultierenden Gleichungen errechnet man aus den Navier-Stokes-Gleichungen, den Maxwell-Gleichungen und dem Ohmschen Gesetz. Des Weiteren ist eine Zustandsgleichung notwendig (hier nicht angegeben). In der dritten Gleichung findet man einen Term der zum Druck dazuaddiert wird und als magnetischer Druck bezeichnet wird, und einen zusätzlichen Term, der die magnetische Spannung beschreibt.
Die Symbole haben ihre üblichen Bedeutungen. bezeichnet irgendein äußeres Potenzial, z.B. infolge der Gravitation; bezeichnet das dyadische Produkt.
Der hydrostatische Druck wird mit dem magnetischen Druck ergänzt, der u.U. einen wesentlichen Einfluss auf die Dynamik der magnetischen Materie hat.
Die im Zusammenhang mit einem Geodynamo auftretenden partiellen Differentialgleichungen können nur in stark vereinfachten Fällen analytisch gelöst werden. Numerische Verfahren liefern seit Mitte der 1990er Jahre erste Ansätze zum Verständnis der Dynamik des Erdmagnetfeldes.
Prinzip MHD Sensor.jpg Magnetohydrodynamische Sensoren werden genutzt, um Winkelgeschwindigkeiten zu messen. Die Genauigkeit steigt mit der Größe. Ein Einsatzgebiet ist die Luft- und Raumfahrt. Das Prinzip eines MHD-Sensors, das auch die prinzipielle Idee der Magnetohydrodynamik (MHD) insgesamt verstehen hilft, ist in dieser Skizze dargestellt:
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