Magen-Ulcus.jpg Ein Magengeschwür (auch Magenulkus, Ulcus ventriculi) ist ein lokalisierter Defekt der Magenschleimhaut. Ursächlich für das Geschwür ist ein Missverhältnis zwischen aggressiven Faktoren (Magensäure) und den Schutzmechanismen des Magens. Oft ist für den Befall der Magenschleimhaut ein erst Mitte der 1980er Jahre von Robin Warren und Barry Marshall identifiziertes Bakterium (Helicobacter pylori) verantwortlich.
Die genaue Ursache und Entwicklung des Ulcus ventriculi konnte noch nicht ganz festgestellt werden, der größte Durchbruch der letzten Jahre war jedoch der Nachweis, dass Helicobacter pylori eine erhebliche Beteiligung an der Entwicklung des Magengeschwürs wie auch an der Bildung des Geschwürs im Zwölffingerdarm Ulcus duodeni hat. Für die „klassischen“ Faktoren wie lärmbedingten oder beruflichen Stress liefern neuere klinische Studien hingegen weniger konkrete Anhaltspunkte als bisher vermutet, auch wenn das Stresshormon Kortisol geschwürfördernd (wundheilungsverzögernd) wirkt.
Inzidenz : 0,044% bei über 15jährigen (bezogen auf den Großraum Kopenhagen) Prävalenz: 0,28% (bezogen auf Finnland)
Außerdem sind große geographische Unterschiede bei der Epidemiologie des Magenulkus zu beobachten. So sind in den meisten westeuropäischen Ländern das Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) 3-9 mal häufiger, wobei in Japan, Süd-Norwegen und in Peru das Magenulkus überwiegt.
Ein Magen-/Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi/duodeni) kann sich durchaus auch ohne größere Magen- und Verdauungsbeschwerden in starken bis sehr starken Rückenmuskulaturkrämpfen oder Unterbauchkrämpfen äußern. Bei länger andauernden heftigen Rückenverspannungen, die mit herkömmlichen Methoden nicht therapierbar sind, ist auch ein Magengeschwür in Betracht zu ziehen.
Wenn bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür Helicobacter pylori nachgewiesen wurde, wird dieser Keim abgetötet (Eradikation). Hierzu wird eine Antibiotika- Kombination zusammen mit einem Protonenpumpenhemmer über eine Woche verabreicht. Zur Abheilung des Geschwürs wird die Säureproduktion des Magens mit einem so genannten Protonenpumpenhemmer (Protonenpumpeninhibitor, PPI) vermindert. Schleimhautschädigende Faktoren (Rauchen, säurehaltige Getränke, Kaffee, fettiges Essen, einige Schmerz-Medikamente) sollten gemieden werden. Hierunter heilt im Regelfall das Geschwür ab.
Aus jedem Magengeschwür müssen Gewebeproben entnommen werden, um bösartige Geschwüre zu diagnostizieren. Zusätzlich ist eine Kontroll-Gastroskopie in zirka 6 Wochen erforderlich, um eine vollständige Abheilung zu sichern, da nicht abheilende Geschwüre immer als krebsverdächtig gelten.
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