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Nordwest (genannt Texas) ist ein Stadtteil im Norden Magdeburgs. In Texas liegt die Junkerssiedlung. Die Junkers-Motorenwerke errichteten in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Hugo-Junkers-Siedlung für ihre Arbeiter und Angestellten. Die Straßen wurden teilweise nach Mitarbeitern der Junkerswerke benannt. (s. unten Bedeutung Straßennamen). Um die Siedlung herum wurden 1621 Kleingartenparzellen auf 739.984 m² angelegt.
Ab 1943 wurden in und um Nordwest viele Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsopfer einquartiert. Die Bausubstanz in Nordwest war relativ intakt geblieben, nur drei amerikanische Sprengbomben waren am 16. Januar 1945 niedergegangen, die zwar als größten Schaden im Kleeweg in einem Hausgarten einen ca. 10 m tiefen Bombentrichter gerissen, aber ansonsten nur eine Person verschüttet hatten. Es kam aufgrund der teilweisen katastrophalen Versorgungslage zu Diebstählen in den Gärten, Hühner- und Kaninchenställen, die in zum Teil schweren körperlichen selbstjustizähnlichen Auseinandersetzungen endeten.
Die Bereitschaftspolizei war ständig im Einsatz. Aufgrund der zahlreiche Schlägereien und der Selbstjustiz sei es zugegangen wie in "Texas".
Zu DDR-Zeiten war der Jugendclub Max Lademann über die Stadtteilgrenzen als DER SCHUPPEN bekannt und wohl mehr berüchtigt, weil er auch relativ häufig Anlaufstelle für die Volkspolizei war. Der "Schuppen" wird heute von der Volkssolidarität als Seniorentreffpunkt genutzt.
Aus diesen Gründen wird man auch noch heute nach Nordwest gefahren, wenn man einem Magdeburger Taxifahrer das Fahrtziel Texas angibt.
Als die Grundschule geschlossen werden sollte, sahen sich die Behörden mit der Streitlust der hier ansässigen Texaner konfrontiert. Die Grundschule und Hort blieben in Nordwest.
Entgegen den jenen anderen 23 Stadtteilen hat Texas seit 1993 einen Zuzug um fast 10% zu verzeichnen, völlig entgegen dem Trend in Sachsen-Anhalt und den übrigen ostdeutschen Bundesländern. Entscheidend hierfür dürfte der Bebauungsplan (nur ein- und auf bestimmten Flächen zweigeschossige Bauweise) und die idyllischen Grundstücke mit teilweise sehr altem Bewuchs und Baumbestand gewesen sein.
In Nordwest werden mit die höchsten Grundstückspreise in Magdeburg mit bis zu 200€/m² verlangt und gezahlt. Aber auch die alte, nunmehr sanierte Bausubstanz weist sehr selten Leerstände auf; für Mietwohnungen gibt es sogar Wartelisten. An den Stadteilrändern wurden und werden neue Wohngebiete z.B.Am Bördegarten entwickelt und erfolgreich vermarktet.
Die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit sowie das akzeptable Handels- und Dienstleistungsangebot erhöhen die Attraktivität dieses Stadtteils. Auch die Nähe des mit modernster Intensivmedizin ausgestatteten Walter-Friedrich-Krankenhauses sowie des FLORA-Parks, eines der größten Einkaufscenter der Stadt, tragen hierzu bei.
Viele Texaner, die aus beruflichen oder privaten Gründen Nordwest verlassen mussten, sind wieder zurückgekehrt. Mehrere Generationen in der Nachbarschaft sind keine Seltenheit.
Einwohner am 31. Dezember 2003: 4561
Nordwest ist mit 1621 Kleingärten die Laubenhochburg Magdeburgs. Der Verband der Kleingärtner hat hier seinen Sitz. Die große Kleingartenanzahl ist historisch bedingt. Schon bei der Planung der Hugo-Junkers-Siedlung sollten die dort unterkommenden, in der damaligen Zeit oft sehr kinderreichen Familien, die Gelegenheit haben, ihren Speiseplan durch frisches Gemüse, Obst und Hühner- und Kaninchenfleisch preisgünstig zu ergänzen. Die Siedlergaststätte, von den Texanern DIE KISTE genannt, ist Treffpunkt und Veranstaltungsort des Siedlerballes.
Reines Wohngebiet mit Kleingewerbetreibenden und Kleingärten, fünf Arztpraxen, zwei Physiotherapeuten, einem Supermarkt, einer Apotheke, einer Eisdiele, einem Blumenladen und diversen anderen Dienstleistern. Einige der Geschäfte führen auch Texas im Firmennamen.
Der Nahverkehr erschließt Nordwest mit der Buslinie 52. Ansonsten ist Nordwest bis auf den Holzweg und die Hugo-Junkers-Allee verkehrsberuhigte Zone(Tempo 30) oder Spielstraße.
Bis 2005 existierten in Texas in der Juliusstraße sowohl ein katholischer als auch ein evangelischer Kindergarten im selben Gebäude. Nach knapp 50 Jahren wurden sie zum ökumenischen Kindergarten fusioniert.
Der Chor der Grundschule Nordwest arbeitet mit Rolf Zuckowski zusammen. Konzertreisen und Auftritte, auch mit Rolf Zuckowski, vor großen Auditorien von 5.000 bis 8.000 Zuschauern gehören zum Programm. Der Chor besteht momentan aus 32 Mädchen und einem Jungen. Der Magdeburger Handballclub SCM, Gladiators, der gerade in Texas sehr viele treue Fans hat, hat sich für den Schulchor für die Abschlussveranstaltung der Sommersaison 2005, in der Bördelandhalle entschieden. Der Chor konnte sich bei der Bewerbung gegen alle anderen Bewerber, darunter namhafte Bands, durchsetzen.
Die katholische Holzkirche wurde Anfang der 1990er Jahre wegen starker Baufälligkeit abgerissen, das Grundstück parzelliert und mit Doppelhäusern bebaut. Die Gemeinde hat in Neu Olvenstedt in der St.-Joseph-Gemeinde ein neues Gotteshaus erhalten. Die evangelische Gemeinde in der Flachsbreite 17 verfügt in der Nähe des Bördegartens über eine Kirche und hat den Vorsitz im Förderverein des ökumenischen Kindergartens.
Wenn ein Texaner von einem Stein spricht, dann kann es sich um einen Mauerstein oder ein häßliches Mädchen handeln. Hübsche Mädchen werden hier als Püppies bezeichnet.
Siehe auch: Junkers, Hugo Junkers, Junkers & Co., Texas
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