| Wappen | Karte | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Wappen_Magdeburg.png | Lage_der_kreisfreien_Stadt_Magdeburg_in_Deutschland.png | - | Basisdaten | - bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Sachsen-Anhalt | - bgcolor="#FFFFFF" | Landkreis: | Kreisfreie Stadt | - bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 200,94 km² | - bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 229.126 (31. Dezember 2005) | - bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 1.140 Einwohner/km² | - bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 43 m ü. NN | - bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahlen: | 39104-39130 (alt 3010-3090) | - bgcolor="#FFFFFF" | Telefonvorwahl: | 0391 | - bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | - bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | MD | - bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 15 3 03 000 | - bgcolor="#FFFFFF" | Stadtgliederung: | 40 Stadtteile | - bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Stadtverwaltung: | Alter Markt 6 39104 Magdeburg | - | Politik | - bgcolor="#FFFFFF" | Oberbürgermeister: | Dr. Lutz Trümper (SPD) | |||
Die Stadt liegt an der Elbe und am Rand der Magdeburger Börde auf altem Kulturboden. Im Jahr 2005 feierte sie ihr 1200-jähriges Bestehen.
Nächst gelegene größere Städte sind Wolfsburg etwa 64 km nordwestlich, die Partnerstadt Braunschweig etwa 75 km westlich, Halle (Saale) etwa 75 km südlich und Potsdam etwa 105 km östlich. Berlin liegt 130 km östlich. Die Einwohnerzahl der Stadt Magdeburg überschritt um das Jahr 1878 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Heute leben in der Landeshauptstadt rund 230.000 Menschen.
Der Name der Stadt geht etymologisch auf das Wort "Machte" zurück. Dies bedeutet "Mächtige Burg". Daher wird das a auch kurz ausgesprochen im aktuellen Namen.
Von der Innenstadt nur durch die Elbe getrennt, erstreckt sich auf fast 300 Hektar die "grüne Oase" des Elbauen- und Herrenkrug-Parks. Der "Jahrtausendturm" (s. unten) und eine Seebühne bereichern den Landschaftspark seit der Gartenausstellung 1999.
Folgende Gemeinden, benannt nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten, grenzen an die Stadt Magdeburg:
Die Stadt Magdeburg ist in 40 Stadtteile eingeteilt. In einigen Stadtteilen gibt es teilweise weitere Unterteilungen, die sich im Laufe der Geschichte eingebürgert haben. Dabei handelt es sich meist um Neubausiedlungen oder Wohngebiete, deren Grenzen durchaus auch fließend sind. Diese sind in der nachfolgenden Übersicht hinter dem jeweiligen Stadtteil eingerückt genannt.
Früheste Faustkeilfunde datieren aus der frühen Saaleeiszeit vor etwa 150.000 Jahren.
Nachweise für sesshafte menschliche Anwesenheit im Magdeburger Raum finden sich seit der späten Weichsel-Eiszeit (ca. 15.000 v. Chr.). Während der neolithischen Linienbandkeramik wurde um 5.400 v. Chr. das Gebiet durch Stämme der Donauländischen Kultur besiedelt. Der fruchtbare Lößboden, die Nähe von Wald und Wasser boten gute Bedingungen und das westliche Elbufer Schutz vor Hochwasser.
Magdeburg wurde 805 erstmals im Diedenhofer Kapitular Karls des Großen als Magadoburg erwähnt und war Kaiserpfalz unter Kaiser Otto I.
919 befestigte Heinrich I. der Vogler Magdeburg gegen die Magyaren und Slawen. Jedoch wurde die Magdeburger Elbfurt gleichzeitig genutzt, um mit den östlich der Elbe lebenden Slawen Handel zu treiben.
937 wurde eine Reichsversammlung unter Beteiligung von zwei Erzbischöfen, acht Bischöfen und höchsten säkularen Würdenträgern abgehalten. Zur selben Zeit wurde das Mauritiuskloster (Moritzkloster) zu Ehren des St. Mauritius gestiftet.
946 starb Königin Editha und wurde in der Klosterkirche, dem späteren Magdeburger Dom, beigesetzt. Otto heiratete danach Adelheid von Italien welche die Architektur Magdeburgs stark beeinflusste.
962 wurden Otto der Große und seine zweite Frau Adelheid mit der Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches gekrönt.
Auf der Synode von Ravenna wurde 968 Magdeburg zum Erzbistum erhoben. Adalbert von Magdeburg wurde als St. Adalbert, Apostel der Slawen, bestätigt. Zum Erzbistum gehörten die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Meißen (bis 1399), Merseburg, Posen (bis etwa 1000), Zeitz-Naumburg, und Lebus (erst ab 1420).
973 starb Kaiser Otto der Große. Er wurde neben seiner ersten Frau Editha beigesetzt.
995 schloss Otto III. Schlesien mit einem Patent dem Bistum Meißen an und unterstellte es dem Erzbistum Magdeburg.
Magdeburg Merian.JPG Im Dreißigjährigen Krieg wurde Magdeburg durch kaiserliche Truppen unter dem Feldherrn der katholischen Liga Tilly am 10. Mai/20. Mai 1631 erobert und ging anschließend in Flammen auf ("Magdeburger Hochzeit"). Dieser Vorgang erlangte auch unter dem Begriff Magdeburgisieren traurige Berühmtheit. Dabei wurden bis auf wenige tausend Menschen die Einwohner durch die einrückenden Truppen sowie dem Brand getötet. Die Stadt wurde weitgehend zerstört. Mit 20.000 (nach anderen Angaben bis zu 30.000) Toten gilt dies als das größte Einzelmassaker des dreißigjährigen Krieges. 1635 wurde die Stadt und das Erzstift im Frieden von Prag dem sächsischen Prinzen August überlassen, der bereits 1628 zum Administrator gewählt worden war. Im Westfälischen Frieden 1648 wurde das Erzstift Magdeburg dem Kurfürstentum Brandenburg als Anwartschaft zugesprochen, die aber erst nach dem Tod des sächsischen Administrators eingelöst werden sollte. In jener Zeit (1646 bis 1681) war Otto von Guericke Bürgermeister von Magdeburg. Er war gleichzeitig Physiker, Erfinder der Kolbenluftpumpe und führte die berühmten Vakuumversuche mit den Magdeburger Halbkugeln aus.
1680 kam nach dem Tode Augusts das nun als Herzogtum Magdeburg säkularisierte Erzstift und damit auch die Stadt unter brandenburgische Herrschaft.
Magdeburg_Guericke.jpgs]] Bereits nach 1666 stationierte der Kurfürst von Brandenburg 15.000 Mann in der Stadt und ließ die im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Befestigungen wiedererrichten. Im 18. Jahrhundert wurde die Festung weiter ausgebaut. Unter Friedrich II. nahm die Festung 200 Hektar (ha) ein; das Stadtareal erreichte dagegen nur 120 ha.
Magdeburg_um_1900.jpg | 1807 kam die Stadt vorübergehend zum Königreich Westfalen und wurde Sitz des Elbdepartements.
Nach dem für Napoleon verlorengegangenen Krieg kam Magdeburg 1814 wieder an Preußen und wurde 1816 Hauptstadt der Provinz Sachsen sowie Sitz des Regierungsbezirks Magdeburg und des Landkreises Magdeburg. 1828 entstand der Stadtkreis Magdeburg und 1887 wurde der Landkreis Magdeburg aufgelöst. Das Magdeburger Umland gehörte danach zu den Kreisen Jerichow I (später Burg), Calbe, Wanzleben und Wolmirstedt, die bei der jüngsten Kreisreform 1993 aufgelöst beziehungsweise mit benachbarten Landkreisen zu größeren Verwaltungseinheiten zusammen geschlossen wurden.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Industrieproduktion durch Beschäftigung von Zwangsarbeitern aufrechterhalten. Die Brikettenbraunkohle-Benzin-AG (Brabag) als größter Treibstofflieferant der Wehrmacht errichtete 1944 sechs KZ-Außenlager. Eines davon, das KZ „Magda“, befand sich in Magdeburg-Rothensee. Die anderen fünf befanden sich an anderen Orten in Sachsen (Lausitz) und dem heutigen Sachsen-Anhalt. Zwischen Juni 1944 bis Februar 1945 arbeiteten dort 2172 Juden, von denen etwa 65 Prozent starben.
Ein weiteres Konzentrationslager speziell für Sinti und Roma befand sich am Holzweg. Es wurde 1943 auf Grund der Anwohnerproteste geschlossen. Die Inhaftierten wurden in das Konzentrationslager Auschwitz verbracht.
Von 1943 bis 1945 befand sich ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei der Firma "Polte" in der Magdeburger Liebknechtstraße. Über 3000 vornehmlich Juden aus den KZ Riga-Kaiserwald, Auschwitz, Stutthof und Ravensbrück, und russische und polnische Gefangene mussten hier schwere Arbeit verrichten und lebten in einem Barackenlager.
Ab 1943 wurde Magdeburg durch alliierte Bomberverbände angegriffen. Erste Ziele waren die Industriebetriebe, die zur Rüstungsproduktion gehörten. Die Altstadt wurde durch den Luftangriff am 16. Januar 1945 zu etwa 90 Prozent zerstört. Unter anderem 15 Kirchen wurden zerstört und auch die Gründerzeit-Viertel erlitten - wie in Berlin, Chemnitz und Dresden - ungeheuere Schäden. Die "Nordfront" wurde fast völlig zerstört.
Nach dem Krieg wurden die Innenstadt und betroffene Viertel enttrümmert (siehe "Trümmerfrauen"). Aus Geldmangel wurden aber von den beschädigten Gebäuden nur die wertvollsten gerettet beziehungsweise die von Zerstörung weniger betroffenen Bauten restauriert (Magdeburger Dom, Kloster Unser Lieben Frauen, Rathaus). Auf "Ruinen" sollte eine neue Stadt entstehen.
So prägen heute anstelle der Barockhäuser des Breiten Wegs, der Gründerzeit- und Jugendstilgebäude zahlreiche Plattenbauten die Innenstadt und Neubaugebiete, ergänzt um einige Bauten der Nationalen Tradition der Nachkriegszeit, die die sowjetische Architektur der Stalinzeit zum Vorbild haben.
Von 1945 bis 1953 tragen die Magdeburger Großbetriebe als SAG-Betriebe zur Erfüllung der Deutschland auferlegten Reparationsverpflichtungen bei. In der DDR blieb Magdeburg Standort des Schwermaschinenbaus (z.B. SKET) und wurde 1952 Bezirksstadt des Bezirks Magdeburg, der 1990 wieder aufgelöst wurde.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands bildeten die Bezirke Halle und Magdeburg den Kern des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Dabei wurde Magdeburg in einer knappen Abstimmung des ersten Landtages zwischen Magdeburg und Halle zur neuen Landeshauptstadt bestimmt. 1992/94 wurde Magdeburg wieder Sitz eines römisch-katholischen Bischofs, dessen Bistum nunmehr dem Erzbistum Paderborn untersteht.
Magdeburg hat von 1990 bis 2005 rund 60.000 Einwohner verloren und ist von knapp 290.000 auf nunmehr 228.000 Einwohner geschrumpft. Dies stellt die Stadt vor große Herausforderungen, da die zur Verfügung stehenden Wohnflächen den Bedarf weit übersteigen. Magdeburg_Hundertwasserhaus.jpg Grüne Zitadelle]] Mit dem Tunnel und der Neugestaltung am Universitätsplatz, dem Neubau des Fußballstadions, der Sanierung des Breiten Weges und Otto-von-Guericke-Straße, der Sanierung der Freien Kammerspiele (jetzt schauspielhaus magdeburg), der Schließung des Domplatzes, dem Neubau der Sternbrücke, der Grünen Zitadelle und vielen anderen Projekten wurde das Stadtbild in den letzten Jahren stark aufgewertet. Der Breite Weg, vor dem Zweiten Weltkrieg eine der größten (längsten) Einkaufsmeilen Europas, hat zumindest in der südlichen Hälfte wieder etwas an Charme gewinnen können. Auch in anderen Teilen der Stadt wurden alte, in der DDR dem Verfall preisgegebene Bauten aus der Gründerzeit wieder hergerichtet. Magdeburg hat die höchste Einkaufsfläche des Einzelhandels in Quadratmetern pro Bürgern in Deutschland.
2002 erhält die Stadt die Goldmedaille, in den Jahren 2003-2005 die Silbermedaille beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf.
Am 3. Juni 2003 wurden von Archäologen Reste des ersten Magdeburger Domes freigelegt. 2003 begann auch der Bau der Grünen Zitadelle von Magdeburg, dem letzten Entwurf von Friedensreich Hundertwasser, welche im Oktober 2005 fertig gestellt wurde.
Mit zahlreichen Veranstaltungen, quer über das Jahr 2005 verteilt, wurde unter dem Motto Magdeburg 12hundert das Jubiläum der Stadt gebührend gefeiert. Zentrale Veranstaltung war der Festakt im Dom am 7. Mai 2005 mit der erstmaligen Verleihung des Kaiser-Otto-Preis der Stadt Magdeburg an Altbundespräsident Richard von Weizsäcker.
Des Weiteren fand in diesem Rahmen im Mai eine Magdeburger Himmelssinfonie unter Leitung des Lichtkünstlers Gert Hof und LuminArte - Italienische Lichtkunst mit beleuchtete Skulpturen im Elbauenpark statt. Im Juni war die amerikanische Rockband R.E.M. auf dem Domplatz zu Gast und ein internationales Figurentheaterfestival wurde gefeiert. Im Juli war Magdeburg Schauplatz des 9. Sachsen-Anhalt-Tages, bei dem bekannte Sänger, Imbissbuden und Jahrmarktattraktionen viele Menschen anlockten. Im August fand ein großer Zapfenstreich auf dem Domplatz zu ehren der Stadt statt. Im Herbst 2005 klangen die Feierlichkeiten zum Jubiläum dann mit dem Rathausfest und der Einweihung der Grünen Zitadelle am 3. Oktober aus.
Die Einwohnerzahl der Stadt Magdeburg stieg 1840 auf über 50.000 und verdoppelte sich bis 1880 auf 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1939 erreichte die Bevölkerungszahl mit 346.600 ihren historischen Höchststand. Von 1989 bis 2005 hat die Stadt aufgrund von Abwanderung, Suburbanisierung und Geburtenrückgang rund 60.000 Einwohner verloren und ist von über 290.000 auf nunmehr 228.000 geschrumpft. Für das Jahr 2020 wird eine Verringerung auf 197.000 Einwohner prognostiziert. Dieser Wert wird wohl nicht erreicht werden, da der Rückgang der Einwohnerzahl zum Erliegen gekommen ist. Im Jahr 2005 wuchs die Bevölkerungszahl um etwa 2100 Einwohner. Ein Großteil (~1800 Personen) ist dabei auf die Einführung der Zweitwohnungssteuer und der damit erfolgten statistischen Registerbereinigung zurückzuführen.
Die Stadt Magdeburg gehörte anfangs zum Bistum Halberstadt. 936 wurde das St.-Moritz-Kloster in Magdeburg gegründet, das 962 in ein Domstift umgewandelt wurde. Damit wurde das Erzbistum Magdeburg gegründet. Eine zweite Urkunde zur Gründung des Bistums datiert von 968. Zum Erzbistum Magdeburg gehörten zunächst die Suffragane Merseburg, Zeitz-Naumburg, Meißen, Brandenburg und Havelberg, wobei Meißen im 15. Jahrhundert ausschied. 1521 wurde in Magdeburg die erste protestantische Predigt gehalten. Der Rat führte alsbald in der gesamten Stadt die Reformation ein. 1563 trat auch der Erzbischof zur lutherischen Lehre über und 1567 wurde auch im Dom die erste protestantische Predigt gehalten. Die wenigen in der Stadt noch verbliebenen Katholiken wurden vom Agnetenkloster in Neustadt versorgt. 1628 wurde das Kloster zu Unserer Lieben Frau in Magdeburg rekatholisiert. 1685 ließen sich reformierte Hugenotten in der Stadt nieder, 1689 reformierte Pfälzer, so dass alsbald auch zwei reformierte Gemeinden entstanden, die auch eigene politische Gemeinden bildeten. Nach dem Übergang an Preußen und der Vereinigung von lutherischen und reformierten Gemeinden innerhalb Preußens zu einer einheitlichen Landeskirche 1817 (Unierte Kirche) gehörten die protestantischen Gemeinden Magdeburgs zur "Evangelischen Kirche in Preußen" beziehungsweise deren Provinzialkirche Sachsen, deren Oberhaupt der jeweilige König von Preußen als "summus episcopus" war. Nach Wegfall des landesherrlichen Kirchenregiments 1918 war die Provinzialkirche Sachsens Gründungsmitglied der "Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union" und 1947 wurde sie eine selbständige Landeskirche (Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen) mit einem Bischof an der Spitze. Dessen Bischofskirche ist der Magdeburger Dom. Die protestantischen Kirchengemeinden Magdeburgs gehören - sofern es sich nicht um Freikirchen handelt - zum Kirchenkreis Magdeburg innerhalb der Propstei Magdeburg-Halberstadt, deren Sitz sich ebenfalls in Magdeburg befindet.
Im 19. Jahrhundert vermehrte sich auch die Zahl der Katholiken. Sie gehörten ab 1821 zum Bistum beziehungsweise ab 1929 Erzbistum Paderborn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es für den Erzbischof immer schwerer, seine Amtsgeschäfte im Ostteil seines Erzbistums wahrzunehmen. Daher wurde in Magdeburg 1946 ein Generalvikar eingesetzt, der 1949 zum Weihbischof ernannt wurde. Durch die Neuordnung der katholischen Kirche in der DDR wurden die Gebiete 1972 formell abgetrennt und zum Bischöflichen Amt erhoben. Leiter dieses Amtes wurde ein Apostolischer Administrator mit dem Titel Bischof. Am 8. Juli 1994 wurde das bisherige Bischöfliche Amt Magdeburg zum Bistum erhoben und (wieder) der Erzdiözese Paderborn als Suffraganbistum unterstellt. Die Pfarrgemeinden Magdeburgs gehören somit heute zum Dekanat Magdeburg innerhalb des gleichnamigen Bistums.
Neben den beiden "großen Kirchen" (evangelisch: ca. 9%; römisch-katholisch: ca. 4%) gibt es in Magdeburg heute auch mehrere Freikirchen (ca. 0,7%) und sonstige religiöse Gruppierungen, darunter eine jüdische Gemeinde (ca. 0,3%). Die Gemeinde setzt sich hauptsächlich aus Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion zusammen und hat ca. 800 Mitglieder und ist somit eine der größten Gemeinden Ostdeutschlands. Die meisten Einwohner sind jedoch konfessionslos (ca. 86%). Der auch in anderen Regionen bestehende allgemeine Rückgang der Bedeutung der Kirchen, wurde in Ostdeutschland durch die deutliche Trennung von Kirche und Staat in der DDR noch verschärft, durch den die Kirchen stark an gesellschaftlicher Bedeutung verloren. Hinzu kamen Repressionen unterschiedlicher Intensität durch die DDR-Staatsmacht.
An der Spitze der Stadt stand in Zeiten des Erzbistums Magdeburg ein vom Erzbischof eingesetzter Schultheiß. Daneben bestand das "Burding", das Organ der Bürgergemeinde ohne besondere Befugnisse. Ab 1244 bestand ein Rat, der ab 1294 auch das Schultheißenamt erwerben konnte. In der Folgezeit konnte der Rat immer mehr Befugnisse an sich ziehen und die Stadt sich damit immer mehr vom Erzbistum lösen, ohne jemals vollständig frei zu werden. Das Bürgermeisteramt gab es erstmals 1302. Im 15. Jahrhundert gab es einen regierenden Rat, einen alten Rat und einen oberalten Rat. Nach der Belagerung der Stadt durch Tilly im Jahre 1629 wurde die Verfassung geändert. Neben dem Rat gab es 2 Bürgermeister, später 4 und ab 1683 in brandenburg-preußischer Zeit hatte der Rat 3 Bürgermeister, über denen ein Stadtpräsident stand. Dieses Amt wurde 1743 wieder eingezogen. Ab 1815 wurde die preußische Städteordnung eingeführt. Danach stand an der Spitze der Verwaltung ein Oberbürgermeister und ein Bürgermeister als Vertreter. Daneben gab es die Stadtverordneten als gewähltes Gremium (später Stadtverordnetenversammlung). 1831 wurde die Verwaltung neu organisiert. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches übernahmen zunächst die Besatzungstruppen die Ordnung in den deutschen Städten und Gemeinden. Magdeburg war zunächst sowohl von amerikanischen (im Westteil) als auch von sowjetischen Truppen (östlich der Elbe) besetzt. Die Amerikaner veranlassten im Mai 1945 die Neubildung des Magistrats und setzten den Sozialdemokraten Otto Baer als Bürgermeister ein. Obwohl die Sowjets in ihrem Teil Magdeburgs den parteilosen Trumpa als provisorischen Bürgermeister berufen hatten, bestätigten sie nach dem Abzug der Amerikaner aus Ostdeutschland Otto Baer als Bürgermeister für ganz Magdeburg. Am 8. September 1946 wurden nach einer Verordnung der Provinzialregierung Wahlen zu den Gemeindeparlamenten in Sachsen-Anhalt durchgeführt. Zuvor hatten die Sowjets in ihrem Herrschaftsbereich die Kommunisten in besonderem Maße gefördert, und die Vereinigung von KPD und SPD zur kommunistisch dominierten SED war vollzogen wurden. Unter diesen Vorzeichen errang die SED bei den Wahlen zum Magdeburger Stadtparlament mit 51,3 % die absoluten Mehrheit. Als neuer Bürgermeister wurde Rudolf Eberhard (SED) von den Stadtverordneten gewählt, der jedoch 1950 wegen politischer Unzuverlässigkeit wieder abgesetzt und durch Philipp Daub ersetzt wurde. Die ersten freien Wahlen für ein Magdeburger Stadtparlament nach den Jahren der Nazi- und SED-Herrschaft fanden am 6. Mai 1990 statt, die SPD wurde mit 32,98 % stärkste Fraktion im Stadtrat. Im selben Jahr wählte der Stadtrat Dr. Willy Polte zum ersten Oberbürgermeister nach der Wende. Seit 1993 wird der Oberbürgermeister direkt von den Magdeburger Wahlberechtigten gewählt.
Sitzverteilung im Stadtrat seit 2004:
| PDS | CDU | SPD | GRÜNE | FDP | future! | BfM | Die Tierschutzpartei | Gesamt | |
| 2004 | 17 | 14 | 13 | 4 | 4 | 2 | 1 | 1 | 56 |
Das Wappen ist "redend", das heißt die Wappensymbole Magd und Burg spiegeln die volksetymologische Herleitung des Namens wider. Beide Symbole sind schon in alten Siegeln der Stadt aus dem 13. Jahrhundert nachweisbar, wobei der Kranz als Zeichen der Reinheit erst später hinzu kam.
Bis 1996 bestanden darüber hinaus Partnerschaftsverträge mit Donezk (Ukraine, seit 1962), Kayes (Mali, seit 1966), Hradec Králové (Tschechien, seit 1972), Setúbal (Portugal, seit 1976), Lüttich (Belgien, seit 1978), Valencia (Spanien, seit 1981), Turin (Italien, seit 1983) und Nagasaki (Japan, seit 1987). Seinerzeit beschloss der Stadtrat jedoch, diese Partnerschaftsverträge zu lösen.
Durch das nördliche Stadtgebiet führt die Bundesautobahn A 2 Hannover-Berlin, die im Nordwesten (Autobahnkreuz Magdeburg) von der A 14 gekreuzt wird, welche nur wenige Kilometer nördlich beginnt und in Richtung Südosten nach Halle-Leipzig führt. Zudem wird Magdeburg von der Bundesstraße 1 durchquert.
Südlich der Stadt befindet sich der Flugplatz Magdeburg.
Zu den Straßennamen in Magdeburg und deren Entwicklung und Bedeutung siehe Magdeburger Straßen.
In Magdeburg befindet sich das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Als Tageszeitung erscheint die Magdeburger Volksstimme. Außerdem gibt es den Regionalfernsehsender (ehm. Lokalsender) MDF.1 in der Georg-Kaiser-Straße 3 und den Offenen Kanal in der Olvenstedter Straße 10. Zwei private Hörfunkprogramme werden im Hansapark produziert: radio SAW, ein landesweites Radioprogramm, und Rockland Sachsen-Anhalt, ein Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt Rockmusik. Informationen über Veranstaltungen, Konzerte etc. finden sich im kostenlosen Stadtmagazin //bewegungsmelder.de/dates DATEs oder online unter nachtlebenMD.de.
Magdeburg ist Sitz folgender Einrichtungen, Institutionen und Körperschaften des öffentlichen Rechts:
Die Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) hat ihren Sitz in Magdeburg.
1991 wurde die Telemann-Gesellschaft e.V. (Internationale Vereinigung) in Magdeburg gegründet und hat hier ihren Sitz.
Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten befinden sich im Stadtzentrum zwischen Rathaus, Dom, Ulrichplatz und Elbe (Schleinufer).
Bis auf den Elbauenpark sind alle Parks öffentlich und können kostenlos betreten werden.
Der Schlackaffe ist das wohl bekannteste Magdeburger Original. Anfang des letzten Jahrhunderts strich er durch die Magdeburger elbnahe Innenstadt und handelte mit Elbfischen. Typisch war sein speckiger Mantel mit den großen Taschen, in denen er die Fische transportierte. Dementsprechend roch er auch.
An der Stadtmauer unterhalb der Magdalenenkapelle sind einige Originale Magdeburgs als Relief zu sehen. Neben dem Schlackaffen sind der Fliegentutenheinrich, der Affenvater, der Lusebenecke, die Blutappelsine und der Feuerkäwer die bekanntesten Magdeburger Originale.
Deutsche Landeshauptstadt | Ehemaliger Residenzort in Sachsen-Anhalt | Magdeburg
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