Der Magdalenenberg ist ein eisenzeitliches Fürstengrab und liegt etwa 740 m ü. NN am südwestlichen Rand der Gemarkung Laible in Villingen. Großräumig gehört das Gebiet zur Ostabdachung des Schwarzwaldes. Es ist das größte hallstattzeitliche Grabmal Mitteleuropas und hat ein Volumen von 33.000 Kubikmetern.
Geschichte
Der vermeintliche Hexentreff und Hort eines Schatzes wurde
1890 erstmals Ziel einer
Grabung. Die Wissenschaftler kesselten den Hügel, d.h. sie gruben sich von der Spitze in die Tiefe voran, um lediglich die Hügelmitte zu untersuchen. Dabei stießen sie auf ein sehr reiches hallstattzeitliches Grab, stellten jedoch enttäuscht fest, daß es bereits von Grabräubern geplündert worden war.
1970 wurde unter Leitung des
Archäologen
Konrad Spindler der gesamten Hügel und dessen unmittelbare Umgebung im Rahmen eines Projektes der
Deutschen Forschungsgemeinschaft freigelegt. Dabei konnten neben 126
Nachbestattungen der
Hallstattzeit mit reichen Beigaben auch die fast fundleere Bohlenkammer der beraubten Zentralbestattung dokumentiert und geborgen werden.
Ausstellung
Die Grabkammer (8 x 6,5 Meter), die
dendrochronologisch in das Jahr
616 v. Chr. datiert wird, ist der größte
hallstattzeitliche Holzfund in Mitteleuropa und kann heute im Franziskanermuseum in Villingen besichtigt werden. Zudem geben ca. 300 Exponate Einblicke in das Leben einer schriftlosen Kultur: Amulette und Kinderrasseln, Rasiermesser und Nagelschneider zeugen von der Kontinuität menschlicher Grundbedürfnisse. Den Besucher erwarten ebenfalls ein Hügelmodell und ein
Diorama, Originale-Fotos und -Filme der beiden archäologischen Grabungen sowie eine Einführung in die am Magdalenenberg eingesetzten archäologischen Methoden wie beispielsweise
Dendrochronologie und
Anthropologie.
Literatur
- Konrad Spindler: Magdalenenberg I, Der hallstattzeitliche Fürstengrabhügel bei Villingen im Schwarzwald, 1. Band, mit einem Vorwort von E. Sangmeister und Beiträgen von A. von den Driesch, G. Gallay, F. Schweingruber u. J. Fuchs, Neckar-Verlag, Villingen 1971. 119 S., 82 Taf., 2 Faltbeilagen.
- Konrad Spindler: ''Magdalenenberg II, Der hallstattzeitliche Fürstengrabhügel bei Villingen im Schwarzwald 2. Band, mit einem Vorwort von W. Kimmig und unter Mitarbeit von G. Gallay u. W. Hübener, Neckar-Verlag, Villingen 1972. 93 S., 72 Taf., 6 Faltbeil.
- Konrad Spindler: Magdalenenberg III, Der hallstattzeitliche Fürstengrabhügel bei Villingen im Schwarzwald, 3. Band, mit einem Vorwort von H. Zürn, unter Mitarbeit von G. Gallay u. mit e. Beitrag von R. Hauff, Neckar-Verlag, Villingen 1973. 71 S., 98 Taf., 5 Faltbeil.
- Konrad Spindler: Magdalenenberg IV, Der hallstattzeitliche Fürstengrabhügel bei Villingen im Schwarzwald, 4. Band, Neckar-Verlag, Villingen 1976. 85 S., 144 Taf., 1 Faltbeil.
- Konrad Spindler: Magdalenenberg V, Der hallstattzeitliche Fürstengrabhügel bei Villingen im Schwarzwald, 5. Band, mit Beiträgen von S. Boesken-Hartmann, W. Fritz, G. Gallay, Th. E. Haevernick, H.-J. Hundt, U. Körber-Grohne, I. Kühl, S. Müller, W. Paul, K. D. Pohl, P. Volk u. O. Wilmanns, Neckar-Verlag, Villingen 1977. 151 S., 2 Faltbeilagen.
- Konrad Spindler: Magdalenenberg VI, Der hallstattzeitliche Fürstengrabhügel bei Villingen im Schwarzwald, 6. Band, unter Mitarbeit von F. Schweingruber und mit Beiträgen von W. Fritz u. O. Rochna, Neckar-Verlag, Villingen 1980. 217 S., 50 Taf., 17 Faltbeil.
- Konrad Spindler: Der Magdalenenberg bei Villingen, Ein Fürstengrabhügel des 6. vorchristlichen Jahrhunderts, mit Beiträgen von E. Hollstein u. E. Neuffer, Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern in Baden-Württemberg, Band 5, Theiss-Verlag, Stuttgart u. Aalen 1976, 2. Aufl. 1999. 112 S., 1 Faltbeil. ISBN 3-8062-1381-X
Weblinks
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