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Maes Howe ist ein in der Jungsteinzeit errichtetes Großsteingrab vom Typ „Cruciform passage graves“ (Passage tomb). Dieser Typ findet sich vor allem in Irland (Newgrange), in einigen Exemplaren aber auch in Wales z. B. auf der Insel Anglesey (Barclodiad y Gawres).

Lage


Maes Howe liegt auf Mainland, der Hauptinsel der schottischen Orkneys, ca. 10 km westlich des Hauptortes Kirkwall unweit des Loch of Harray. In seiner Nähe liegen fünf Menhire, zwei Steinkreise und die Siedlung Barnhouse.

Grabungen


In den 1970ern führte Colin Renfrew kleinere Grabungen durch.

Aufbau


Die Anlage ist aus plattigen geschichteten Sandsteinen errichtet und hat relativ glatte Wände. Ein ca. 11 m langer, relativ niedriger Gang führt in eine große Hauptkammer mit drei Seitennischen. Der Zugang ist präzise auf den Untergang der Sonne am Tag der Wintersonnenwende ausgerichtet, so dass die Strahlen, ähnlich wie in Newgrange, (nur) um diese Zeit bis in die Kammer fallen. Im Gangbereich finden sich Spuren einer Konstruktion, die es ermöglichte, die Kammer mit einem Stein zu verschließen, wobei der Lichtspalt jedoch frei blieb. Der Hügel über der von einem weiten und breiten Grabenring umgebenen Anlage ist ca. 7 m hoch und hat einen Durchmesser von ca. 35 m. Das falsche Gewölbe der Grabdeckenausbildung findet sich bereits in den Kammergräbern (stalled cairns) von Rousay, die teilweise in den Horizont der Unstanware fallen.

Die Form einiger Orthostaten des Ganges und der Kammer verweist darauf, dass sie ursprünglich im nahegelegenen Steinkreis (Stones of Stennes) standen, der heute nur noch fragmentarisch existiert.

Datierung


Für das Grab selbst liegen keine 14C-Daten vor. Es wird hauptsächlich über seine Parallelen zur Ausführung von der nahegelegenen Anlage von Quanterness oder den irischen Anlagen von Knowth und Newgrange im Bru na Boine datiert. Renfrew (2000, 12) setzt es 3.200-2.900 v. Chr. an.

Vandalismus


Normannen drangen durch die Decke in die zentrale Kammer ein und verewigten sich mit den längsten bekannten Runeninschriften der Welt und einigen Zeichnungen. Thórhallr Asgrimsson, einer der Schreiber, der von sich behauptet, der erfahrenste Runenschreiber des westlichen Ozeans zu sein und die Runen mit seiner Axt geritzt zu haben, hinterließ sogar seinen Namen. Ob auch eine Plünderung erfolgte, wie die Inschrift behauptet, ist aber unklar. Siehe auch: Britische Megalithik

Literatur


  • Patric Ashmore: Maes Howe, HMSO, Edinburgh 1997, ISBN 1-900168-06-5
  • Frances Lynch: Megalithic tombs and Long Barrows in Britain, Shire Books, Princes Risborough 1997, ISBN 0-7478-0341-2

Grabbau | Jungsteinzeit | Archäologischer Fundplatz in Großbritannien

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