Madonna * (* 16. August 1958 in Bay City; eigentlich Madonna Louise Veronica Ciccone, verh. Penn (1985-89), verh. Ritchie, seit 2000) ist eine US-amerikanische Sängerin, Schauspielerin und Buchautorin. In ihrer über 20-jährigen Karriere wurde sie mit Hits wie „Like a Virgin“ (1984), „Vogue“ (1990) und „Hung Up“ (2005) zu einer kontrovers und medienwirksam inszenierten Pop-Ikone. Vor allem durch ihre Musikvideos setzte sie auch Modetrends, die weltweit Beachtung finden.
Neben mehreren Grammys (u. a. 1998 für „Ray of Light“) erhielt sie auch den Golden Globe (1997 für ihre Darstellung in der Musicalverfilmung „Evita“). Außerdem schrieb sie auch einige Kinderbücher („Die englischen Rosen“, 2003) und gehört mit einem geschätzten Vermögen von 600 Millionen US-Dollar zu den reichsten Künstlerinnen der Welt.
Sie selbst ist Mutter einer Tochter, Lourdes „Lola“ Maria (* 14. Oktober 1996) (Vater ist der Kuba-Amerikaner Carlos Leon) und eines Sohnes, Rocco John (* 11. August 2000) (Vater ist ihr Ehemann Guy Ritchie).
Madonnas Großeltern Michelina und Gaetano Ciccone waren italienische Einwanderer. Madonnas Mutter, Madonna Louise Ciccone sen., geborene Fortin (*1933 als Tochter von Elsie und Willard Fortin), Frankokanadierin, starb 1963 im Alter von 30 Jahren an Brustkrebs, als Madonna fünf Jahre alt war. Ihr Vater Sylvio „Tony“ P. Ciccone, ehemaliger Automechaniker und heute Teilhaber des Ciccone Weinguts, geboren in Pittsburgh, heiratete 1955 Madonna Fortin und später Joan Gustafson, die Haushälterin der Familie. Madonna jr. (*1958) ist das dritte von sechs Kindern (aus erster Ehe). Ihre Geschwister: Anthony (* 1956), Martin (* 1957), Paula (*1959), Christopher (*1960), Melanie (*1962), ihre Halbgeschwister: Jennifer (*1968) und Mario (*1969).
Selbstbestätigung fand Madonna in der Schule (Abschluss 1976 an der Rochester Adams High School in Oakland County, Metro Detroit), in Theateraufführungen und in der Cheerleadermannschaft, wo sie lernte, sich zu inszenieren und Aufmerksamkeit zu erregen, eine Gabe, die ihr des Weiteren half, sich gegen ihre Geschwister durchzusetzen. Abgesehen davon, dass Madonna mit zerfetzten Strumpfhosen und selbstkreierten Röcken Aufsehen erregte, und es liebte zu provozieren, war sie eine sehr gute Schülerin – sie gehörte bei einem Intelligenztest auf der Rochester Adams High School zu den zwei Prozent mit einem IQ von 141. Nebenbei nahm sie Klavierstunden und Tanzunterricht und beschloss, nach der Schule Tänzerin zu werden. Madonnas Tanzlehrer Christopher Flynn war es, der Madonnas Talente erkannte und förderte. Gemeinsam besuchten sie neben Museen und dem Theater auch die angesagtesten Schwulendiscos in Detroit, wo sie auch Steve Bray kennen lernte – mit ihm produzierte sie später einige ihrer größten Hits. Diese Zeit prägte auch ihren musikalischen Stil, der sich am europäischen Europop orientierte. Flynn bestärkte sie, nach New York zu gehen und Karriere zu machen.
Nach der High School begann Madonna eine Tanzausbildung an der University of Michigan, brach sie jedoch ab. Stattdessen kaufte sie sich ein Einfach-Ticket nach New York und verließ am Times Square ein Taxi mit 30 Dollar im Gepäck. Die erste Zeit hielt sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Sie kellnerte, verkaufte Donuts und machte Aktaufnahmen (die wenige Jahre später in Millionenauflage in den Magazinen Playboy und Penthouse erschienen). Nebenbei lernte sie Schlagzeug und Gitarre spielen, und schrieb ihre ersten Songs mit Dan Gilroy und Stephen Bray.
Nach Engagements als Tänzerin bei der „Alvin Ailey Dance Troupe“ und „Pearl Lang's Dance Company“ experimentierte sie als Sängerin und Schlagzeugerin in Punk- und Popbands (Emmy, Breakfast Club). Kurzzeitig hatte sie einen ersten Plattenvertrag bei Gotham Productions, doch nach einigen Demoaufnahmen und Jobs als Backgroundsängerin (u.a. für Otto von Wernherr) trennte man sich wieder. Der damalige Disco-Sänger Patrick Hernandez („Born To Be Alive“) protegierte Madonna 1979 und nahm sie mit nach Paris, um sie als Star herauszubringen. Sie begleitete ihn jedoch nur als Tänzerin zu seinen Shows und ging nach sechs Monaten wieder zurück nach New York. Dort erlangte sie in den angesagten Diskotheken Bekanntheit, als sie dort zu den Demos ihrer ersten Songs tanzte – und nebenbei Kontakte zu Discjockeys knüpfte, die Verbindungen zur Plattenindustrie hatten. Einer dieser Discjockeys war Mark Kamins, der später Madonnas erste Single Everybody produzierte. Kamins stellte Madonna dem Chef von Sire Records, Seymour Stein vor. Der war begeistert von Madonnas Demobändern (u. a. „Everybody“, „Ain't No Big Deal“, „Burning Up“), und so bekam sie 1982 ihren ersten Plattenvertrag. Die Single „Everybody“ wurde ein Achtungserfolg in den Clubs und verkaufte sich 250.000 mal. 1983 erschien Madonnas Debutalbum „Madonna“ und mit der vierten Single „Holiday“ schaffte sie weltweit den Durchbruch in die Top Ten der Charts. Kritiker belächelten die 25-jährige als Eintagsfliege, obwohl Madonna mit jeder folgenden Singleauskopplung höher in den Charts stieg und ihre trendigen Videos den Geschmack der MTV-Gemeinde trafen. Neben zahlreichen TV-Auftritten in den USA, Europa und Japan drehte sie das Teendrama „Vision Quest“ unter der Regie von Harold Becker. Sie hatte nur zwei kurze Auftritte als Nachtclubsängerin, doch ein Jahr später wurde der Film zu einem Hit – vor allem durch Madonnas Singles „Crazy For You“ und „Gambler“.
Ihren ersten Skandal, der sich medienwirksam und positiv auf die Verkaufszahlen der Singles auswirkte, löste sie 1984 aus, als sie ihren Hit „Like a Virgin“ in einem Hochzeitskleid präsentierte. Amerikanische Elternverbände und konservative Medienwächter zeigten sich „geschockt“ – das junge Publikum war begeistert. Von nun an wurden alle Trends von Madonnas Fans kopiert. Kruzifixe, bauchfreie Tops und Lederarmbänder waren der Anfang. Madonna begann zu jedem Album einen neuen „Look“ zu entwickeln – den sie sich häufig von den klassischen Hollywood-Stars entlieh. Mit den folgenden Videos wie „Material Girl“ oder „Live To Tell“ kopierte sie ihre Vorbilder Marilyn Monroe, Mae West oder Marlene Dietrich – und gab das auch offen zu. 1985 mehrte sie ihre Popularität durch einen Auftritt beim legendären „Live Aid“-Konzert – sie überraschte in einem hochgeschlossenen weiten Hosenanzug: Kurz zuvor waren ihre alten Aktbildaufnahmen in einschlägigen Herrenmagazinen erschienen.
Die Singles führten die Charts rund um die Welt, Susan Seidelmans Kinofilm „Susan … verzweifelt gesucht“ wurde ein Hit bei Kritikern und beim Publikum, und auch live begeisterte Madonnas ausverkaufte USA/Kanada-Tournee „The Virgin Tour“.
Madonna lernte am Set des Videos „Material Girl“ den jungen Schauspieler Sean Penn kennen – und lieben. Sie heirateten publicityträchtig unter Hubschraubern und Horden von Journalisten. Wie beide später zu Protokoll gaben: „Es war die Hölle!“. Vom „Rausch des Verliebtseins“ kündete das 1986 erschienene Album „True Blue“ – gewidmet ihrem Mann, dem „coolsten Mann des Universums“. Das Album, auf dem Madonna alle Titel mitschrieb, wurde ein riesiger Erfolg. „True Blue“ wurde Nr. 1 in 28 Ländern und konnte über 20 Millionen mal verkauft werden. Die Songs „Live To Tell“, „Papa Don`t Preach“ und „Open Your Heart“ kletterten auf Platz 1 der Billboard Single Charts und „La Isla Bonita“ wurde ihre erste Nummer eins im deutschsprachigen Raum. Das Coverfoto von Herb Ritts machte sie zu einer Ikone der Achtziger. Madonna stand zu jener Zeit auf dem ersten Höhepunkt ihrer Karriere, und die Welt hatte das Pendant zu Michael Jackson, dem King of Pop gefunden: die „Queen of Pop“.
Durch ihre häufigen Stilwechsel und ihr Gespür dafür, neue Trends zu setzen, war Madonna von nun an von den Covern der Zeitschriften nicht mehr wegzudenken. Ihr Bild bedeutete Auflagensteigerung. Madonna ließ sich in Lagerfeld, Lacroix oder Chanel fotografieren und etablierte sich als Sexsymbol.
Im Juni 1987 startete Madonna in Japan die „Who's That Girl World Tour“. Madonnas erste Welttournee zementierte endgültig ihren Status als erfolgreichste Popsängerin der 80er Jahre: Im August war das Wembley-Stadion in London dreimal hintereinander ausverkauft.
Die Alben, Singles und Konzertkarten zu dieser Tour verkauften sich sehr gut, doch ihre Hollywood-Karriere kam nicht in Gang: Der groß angekündigte Abenteuerfilm „Shanghai Surprise“ floppte. Ihre Ehe endete mit Geschrei und Prügeln (nachzuhören auf Madonnas Song „Till Death Do Us Part“ von 1989). In einem Interview 2004 sagte Penn, dass es für ihn unmöglich gewesen war, Madonna mit der ganzen Welt zu teilen. Das schlechte Verhältnis zu ihrem Vater und das Scheitern ihrer Ehe kompensierte sie in verstärkter Arbeit – und zahllosen Affären, die Schlagzeilen machten.
In einem ruhigen Jahr, in dem Madonna am Broadway in dem ausverkauften Theaterstück „Speed the Plow“ spielte, bereitete sie ihr neues Album vor: „Like a Prayer“. Das bisher persönlichste Album verarbeitete ihre gescheiterte Ehe, das komplizierte Verhältnis zu ihrer Familie – und nicht zuletzt ihr gespaltenes Verhältnis zum Katholizismus. Das Album „Like a Prayer“ wurde von den Kritikern überwiegend positiv aufgenommen. Der Titelsong wurde knapp 16 Jahre später von den amerikanischen und deutschen Redaktionen der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ zu einem der 100 besten Songs aller Zeiten gewählt.
1989 wurde das kontroverse Musikvideo zu „Like a Prayer“ veröffentlicht. Pepsi stoppte daraufhin eine Werbekampagne mit ihr (die Gage in Höhe von 5 Millionen US-Dollar durfte Madonna behalten), und auch der Vatikan zeigte sich entrüstet, als Madonna in dem Video vor brennenden Kreuzen tanzte und einen „schwarzen Jesus“ küsste. „Like A Prayer“ wurde auch aufgrund dieser unfreiwilligen Werbung zu einem ihrer größten Erfolge.
Madonnas medienwirksame Affäre mit Warren Beatty währte so lange, bis der gemeinsame Film „Dick Tracy“ ein Hit geworden war, genauso wie Madonnas Huldigung des „Vogueing“, einem Tanz aus den schwulen Clubs New Yorks, den ihr Mitkomponist Shep Pettibone nahegebracht hatte. „Vogue“, eigentlich als B-Seite der letzten „Like A Prayer“-Auskopplung „Keep It Together“ gedacht, wurde kurzfristig als eigenständige Single herausgebracht und zu einem ihrer größten Hits: Das gestylte Video des Video- und Werbefilmers David Fincher („Seven“/„Sieben“) machte aus Madonna eine Ikone der Schwulen und Clubgänger. Kurz darauf gab sie Statements über schwule Freunde und Familienmitglieder ab – und brachte sich als potenzielle Bisexuelle ins Gespräch, als sie mit Sandra Bernhard und Rosie O'Donnell Küsse austauschte.
Madonnas erstes Greatest-Hits-Album „The Immaculate Collection“ krönte 1990 Madonnas bisherige Karriere und wurde zum meistverkauften „Best of“ einer Sängerin und präsentierte den nächsten Skandal: Das sexuell freizügige Video zu „Justify My Love“, der ersten Single (mit ihrem neuen Lover, dem Pornodarsteller Tony Ward). Es wurde auf vielen Sendern verboten oder ins Nachtprogramm verbannt. Madonna brachte es als Kaufvideo heraus – und es wurde das meistverkaufte Musikvideo seiner Zeit.
Auch die ausverkaufte „Blond Ambition Tour“ (1990) provozierte: Eine angedeutete Masturbationsszene führte in Kanada zu Verwicklungen, doch auch eine angedrohte Ordnungshaft brachte Madonna nicht dazu, die Show zu ändern. Sie bestand auf „künstlerischer Freiheit“ – diese Szene findet sich in ihrer Musik-Dokumentation „Truth Or Dare/In Bed With Madonna“. Neben diesem Film, lief auch der Kinofilm „Eine Klasse für sich“ (mit Geena Davis), in dem sie eine größere Nebenrolle spielte, mit großem Erfolg in den Kinos.
Ein weiterer Höhepunkt war die Oscar-Verleihung am 25. März 1991. An diesem Abend wurde sie von Michael Jackson begleitet und präsentierte live den Song „Sooner Or Later“ aus dem Film „Dick Tracy“. Dieser gewann in der Kategorie „Bester Filmsong“.
Das Bild Madonnas in den Neunzigern ist vor allem geprägt durch ein Bild: Jean-Paul Gaultiers goldenes Korsett mit riesig geformten Kegeln, die Madonnas Brüste zur „Blond Ambition Tour“ betonten. Mit Madonnas Imagewandel zum Erotikstar arbeitete sie gleichzeitig an ihrer Unabhängigkeit. Sie gründete ihre eigene Produktionsfirma „Maverick“, um uneingeschränkte Freiheit über ihr Schaffen zu bekommen. Und auch, um Nachwuchstalente zu fördern. „Maverick“ brachte unter anderem Alben von Alanis Morissette, Me'shell NdegéOcello, Candlebox und The Prodigy heraus.
Es folgten Madonnas provokanteste Jahre: Madonna erschien nackt in Bild und Ton. Das Skandalalbum „Erotica“ (1992) irritierte die Fans mit Hip Hop-lastigen Beats, souligen Melodien und sexuellen Themen. Der Film „Body Of Evidence“ versuchte erfolglos den Erfolg von „Basic Instinct“ zu wiederholen und das Buch „SEX“ verkaufte sich über 1.5 Millionen mal. Zu dieser Zeit gab es Madonna nackt in Videos, auf Covern, im Kino, auf der Bühne, in Zeitschriften, auf Postern, Postkarten. Madonnas junge Fans waren offenbar überfordert: erstmals brachen die Verkäufe ihrer Singles stark ein.
Ein Erfolg war dagegen die 1993er ausverkaufte Welttournee „The Girlie Show“, die wieder Proteste konservativer Organisationen und Politiker hervorrief – dieses Mal wegen einer angedeuteten Gruppensex-Szene. Das nächste Album „Bedtime Stories“ versuchte ein letztes Mal Madonna als Sexsymbol zu vermarkten. Mit Hip Hop-Größen, wie Babyface und Nellee Hooper sowie einem von Björk geschriebenen Song überraschte Madonna ihre Kritiker. Allerdings blieben die Verkäufe stark hinter den Erwartungen zurück.
1996 wurden Madonnas jahrelange Bemühungen um die Rolle der Evita Perón im Andrew Lloyd Webber Musical „Evita“ belohnt. Alan Parker verpflichtete sie für die Hauptrolle.
Madonna bereitete Fans und Kritiker vorher mit dem Balladenalbum „Something to Remember“ darauf vor. Madonna präsentierte sich elegant in Versace und begeisterte kurz darauf die Argentinier, als sie auf dem Originalbalkon des Präsidentenpalastes in Buenos Aires „Don't Cry For Me Argentina“ vor Hunderten von Komparsen sang. „Evita“ wurde zu einem der erfolgreichsten Musical-Filme aller Zeiten. Das dazugehörige Album „Evita (Soundtrack)“ verkaufte sich sehr gut und Madonna machte wieder mehr musikalisch auf sich aufmerksam als durch Skandale. „Gekrönt“ wurde dieses Comeback ein Jahr später, als sie 1997 den Golden Globe als beste Schauspielerin erhielt. Für den Academy Award (Oscar) wurde sie allerdings nicht nominiert. Trotzdem präsentierte sie dort den Song „You Must Love Me“, der den Preis für die Komponisten/Texter Andrew Lloyd Webber und Tim Rice gewann.
Im Oktober 1996 wurde Madonna das erste mal Mutter eines Mädchens: Lourdes, genannt Lola. Der Vater ist Carlos Leon, Madonnas Fitnesstrainer. Die Beziehung der beiden endete kurz darauf.
Auch das elektronische Folgealbum „Music“ im Jahr 2000 überzeugte mit innovativer Produktion und Undergroundsounds des angesagten französischen DJs Mirwais. Im Mittelpunkt dieser Produktion stand erstmals Madonnas gereiftere Stimme, die minimalistisch, vor allem mit Gitarre und elektronischen Beats unterlegt wurde. Album wie Singles wurden zu einem großen Erfolg: Mit der Vorabsingle „American Pie“ erreichte sie nach „La Isla Bonita“ 1987 ihren zweiten Nummer-Eins-Hit in Deutschland. Die Singles wie Videos (u. a. „Music“, „Don't Tell Me“) lösten den nächsten Mode-Trend aus: Cowboyhut, Hüfthosen und Boots. Das Album verkaufte sich 15 Millionen Mal und wurde von den Kritiken wohlwollend aufgenommen.
Zum Flop geriet dagegen „Ein Freund zum Verlieben“, Madonnas erneuter Versuch, sich als Schauspielerin zu etablieren.
Am 22. Dezember 2000 heiratete Madonna den englischen Regisseur Guy Ritchie und bekam ihr zweites Kind: Sohn Rocco. Ihre zweite Hochzeit verlief unspektakulär und unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Dornoch/Schottland.
Am 9. Juni 2001 startete Madonna nach jahrelanger Bühnenabstinenz die ausverkaufte „Drowned World Tour“, die sie nach Spanien, Italien, Deutschland und England führte. Im Juli begann schließlich Madonnas große USA-Tour. Am 14. September endete die Tour in Los Angeles. Da drei Tage zuvor die Terroranschläge vom 11. September 2001 die Welt, und besonders die USA schockiert hatten, unterbrach sie die Tour und rief ihr Publikum zum Gebet auf.
Das zweite Greatest-Hits-Album „GHV2“ von 2001 diente offensichtlich nur Madonnas Vertragserfüllung mit Warner Brothers. Es bot kein neues Material und Madonna bewarb es auch nicht. Es verkaufte sich schlecht für ein „Best of“.
Danach kehrte Madonna 2002 nach 14 Jahren wieder auf die Theaterbühne zurück. Im Stück „Up For Grabs“ von David Williamson unter der Regie von Laurence Boswell spielte Madonna die Rolle der Kunsthändlerin Loren. „Up For Grabs“ wurde im Wyndham`s Theatre im Londoner West End aufgeführt und Madonna erhielt passable Kritiken – und den Publikumspreis (Theatregoers' Choice Theatre Award).
2002 erregte Madonna mit ihrem gemeinsam mit Mirwais geschriebenen Titelsong zu „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ Aufsehen. Entgegen der bisherigen Tradition steuerte sie einen sehr ungewöhnlichen und umstrittenen Song im Elektro-Sound bei. „Die Another Day“ wurde zum meistverkauften Bond-Titelsong aller Zeiten und Madonna spielte in dem Film auch eine kleine Cameorolle: die Fechtlehrerin Verity.
2003 wurde für Madonna zu einem der umstrittensten Jahre: „American Life“, das Nachfolgealbum von „Music“ brachte wenig Neues in Madonnas musikalische Welt und war bei Fans wie Kritikern äußerst umstritten. Zudem geriet es 2003 in den Sog von Madonnas Parteinahme gegen den US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Ihr Engagement gegen den Irakkrieg löste bei den konservativen Radiostationen einen Boykott aus, der Platzierungen der folgenden ausgekoppelten Singles in den Billboard Charts verhinderte, obwohl „Die Another Day“, „American Life“ und „Hollywood“ in den Top Ten der bestverkauften Singles standen. Die Singles „Die Another Day“ und „Nothing Fails“ standen sogar auf Platz 1 der Verkaufscharts.
Das Album „American Life“ blieb mit 4,5 Millionen verkauften Tonträgern weit hinter den Erwartungen zurück. Das Projekt „American Life“ (insbesondere Madonnas politische „Promotion“) hatte ihrer Karriere in den USA geschadet, andererseits aber auch großen Respekt von Künstlerkollegen und Kritikern eingebracht.
Erstmals in ihrer Karriere kollaborierte Madonna kurz darauf mit einem anderen Künstler auf einer Single: Britney Spears, deren Karriere auch ins Stocken geraten war. Der Live-Kuss mit ihr (und Christina Aguilera) bei den MTV Awards 2003 brachte Madonna wieder ins Gespräch – und das schnell produzierte Duett mit Britney Spears „Me Against The Music“ wurde ein passabler Erfolg. Madonnas nachgeschobenes Remix-Album „Remixed & Revisited“ konnte dem Hauptalbum „American Life“ keinen neuen Schub verpassen.
Im September 2003 erschien Madonnas erstes Kinderbuch „Die englischen Rosen“, das auf Anhieb ein weltweiter Erfolg bei Kritik wie Käufern wurde: New York Times und Barnes & Noble notierten das Buch auf Platz 1 der meistverkauften Bücher – und auch die vier folgenden waren so erfolgreich, dass Madonna Fortsetzungen und ein umfangreiches Merchandising (Kleidung, Geschirr, Schmuck etc.) für „Die englischen Rosen“ produzieren ließ. Allerdings spendete Madonna die gesamten Gewinne dieses Projektes an nahestehende Kinderhilfsorganisationen.
„Swept Away“, eine Produktion ihres Mannes, Guy Ritchie, in der sie die Hauptrolle übernommen hatte, floppte 2003 bei Kritik und Publikum. Guy Ritchie: „Ich glaube, dass mein Publikum kein Interesse an einem Film mit meiner Frau hatte – und ihre Fans wollten keinen Film mit mir als Regisseur sehen. So, oder so: Der Film machte etwas Gewinn.“
Ein großer Erfolg dagegen war ihre ausverkaufte Welttournee 2004. Die „Re-Invention World Tour“ etablierte Madonna endgültig als überzeugende Live-Künstlerin. Die Show bot politische Statements, exklusive Kostüme (Karl Lagerfeld), religiöse Motive und einen kalkulierten Skandal: Madonna sang ein Lied auf einem „elektrischen Stuhl“. Im Gegensatz zu den letzten Tourneen standen dieses Mal ihre größten Hits im Mittelpunkt, darunter viele Songs aus den Achtzigern, die sie lange nicht mehr vorgetragen hatte.
Weihnachten 2004 erneuerten Madonna und Guy ihr Ehegelübde. Die beiden tauschten bei einer Zeremonie erneut die Ringe. 2005 startete Madonna mit einer aufsehenerregenden Kampagne des Modehauses Versace. Die Fotoserie von Starfotograf Mario Testino ließ sich Donatella Versace 10,5 Millionen US-Dollar kosten.
Zugunsten der Flutopfer des Tsunamis, der Teile Asiens im Dezember 2004 heimsuchte, trat sie mit anderen namhaften Stars bei „Tsunami Aid“ auf und sang den John-Lennon-Klassiker „Imagine“. Ein weiterer Auftritt zu einem Benefizkonzert war am 2. Juli 2005 angesagt: Zusammen mit Stars wie Robbie Williams, Mariah Carey, Elton John und anderen trat sie beim „Live 8“ Konzert in London auf – 20 Jahre nach dem legendären „Live Aid“ Konzert. Bei ihrer Show präsentierte sie die Klassiker „Like a Prayer“, „Ray of Light“ und „Music“ – und stellte neben ihrer Performance auch ihre ordentliche Livestimme unter Beweis. Sie überzeugte sogar Elton John, der sie zuvor beschuldigt hatte, nicht live zu singen, sondern Playback zu nutzen.
Am 16. August 2005 – ihrem 47. Geburtstag – stürzte Madonna vom Pferd und brach sich Schlüsselbein, Hand und mehrere Rippen. Trotz dieser Verletzungen drehte sie zwei Monate später das Tanzvideo zu „Hung Up“.
Mit millionenschwerer Promotion wurde Anfang November 2005 das neue Album „Confessions on a Dance Floor“ beworben: Nach dem mäßigen Erfolg des letzten Albums wurde alles unternommen, um das neue zu einem größeren Erfolg werden zu lassen: Neben „Release Parties“, Anzeigenkampagnen, Werbeclips, Internetseiten und Auftritten in vielen Sendungen weltweit (u. a.: Star Academy (Frankreich), Wetten, dass..?, MTV-EMA, Ellen DeGeneres) stellte Madonna das Album auch persönlich in New York, London und Tokio vor.
Ende November 2005 belegte die Single „Hung Up“ Platz eins in 41 Ländern – auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Sie verkaufte sich in den ersten drei Monaten über vier Millionen Mal. In den USA zog Madonna mit Elvis Presley gleich: Beide platzierten 36 Singles in den Top Ten der Billboard Hot 100 Charts. Das Album „Confessions on a Dance Floor“ belegte Anfang Dezember 2005 Platz eins in 40 Ländern. Bis April 2006 verkaufte sich das Album knapp 8,5 Mio Mal. Am 15. Februar 2006 erhielt Madonna den Brit Award als beste internationale Künstlerin und am 12. März 2006 zwei ECHOs: als beste „Künstlerin International Rock/Pop“ und für „Hung Up“ als den „Hit des Jahres“.
Am 21. Mai 2006 startete Madonna in Los Angeles ihre Confessions Tour. Am 30. Juli 2006 eröffnet Madonna in Europa den europäischen Teil ihrer Konzerttour in Cardiff/Whales. In London sind acht ausverkaufte Konzerte in der Wembley Arena geplant. In Europa wird Madonna auch wieder in großen Fußballstadien auftreten, wie im Olympiastadion von Rom oder in Horsens/Dänemark. Im Rahmen der Confessions Tour kommt Madonna im August für zwei ausverkaufte Konzerte nach Deutschland (20. August 2006, Düsseldorf, LTU Arena und am 22. August 2006, Hannover AWD-Arena). In Paris wird Madonna viermal auftreten und im September sind zwei Shows in der Amsterdam Arena geplant. Erstmals wird Madonna auch in Prag und Moskau auf der Bühne stehen. Tschechien und Russland sind erstmals Tourstationen auf Madonnas weltweiter Konzertreise. Nach den Konzerten in Europa wird Madonna ihre Tournee in Japan fortsetzen, am 16. September steht Osaka auf dem Tourplan und am 20. September Tokyo.
Das Kernstück der Bühnenshow bildet Madonnas Erfolgsalbum Confessions On A Dance Floor. 9 der 18 Songs sind von diesem Album. Weiters stehen Hits wie Like A Virgin, Lucky Star, La Isla Bonita, Ray Of Light, Erotica und Music auf dem Programm. Wie auch schon bei ihren letzten beiden Tourneen wird Madonna auch bei der Confessions Tour wieder Gitarre spielen. Die Bühnenkostüme stammen von Jean Paul Gaultier. Madonna präsentiert sich wieder deutlich provokanter, als bei früheren Auftritten der letzten Jahre. So finden sich Sado-Maso Anspielungen und eine Kreuzigungsszene, bei der Madonna die Ballade Live To Tell auf dem Kreuz singt im Bühnenprogramm. Besonders die singende Madonna mit Dornenkrone am Kreuz sorgt in den USA für Kontroversen. Disco ist ebenfalls ein großes Thema der Show. Madonna trägt Kostüme in Anlehnung an ABBA und John Travolta aus Saturday Night Fever.
Während Madonna nun auf Welttournee ist, wurde am 16. Juni 2006 die neue Single Get Together mit einem bunten Animationsvideo veröffentlicht. Get Together ist bereits die dritte Single aus dem Album Confessions On A Dance Floor Der Song ist bereits auf Platz 1 der US-Dance Charts vorgedrungen.
Pressestimmen
Religion
Madonnas konservativ katholische Erziehung hatte prägende Auswirkungen auf ihr Privatleben wie auf ihre Karriere. Medienwirksam fühlte sich Madonna verpflichtet, ihrem Namen alle Ehre zu machen – und alle Tabus des Katholizismus zu brechen, nachdem Versuche nach ihm zu leben gescheitert waren. Die kurze Zeit in einer Klosterschule hatte Madonna schnell gelehrt, dass sie von ihrem Leben ganz andere Vorstellungen hatte, als sich in Demut zu üben und sich deren Welt zu unterwerfen. Und so etablierte Madonna in den Achtzigern Kruzifixe als Mode-Accessoires, ließ einen schwarzen Jesus in ihrem Video wiederauferstehen, während sie vor brennenden Kreuzen tanzte („Like a Prayer“), widmete „The Immaculate Collection“ (Die unbefleckte Sammlung) dem Papst – und ließ in „The Beast Within“ zu altbiblischen Texten tanzen. Zu ihrer „Blond Ambition Tour“ wurde dann Protest aus dem Vatikan laut – ihre anzügliche Show fand dort offensichtlich keinen Anklang. Es war Madonna sehr wohl bewusst, dass sie schockierte und provozierte. Jedes Album hatte seine kalkulierten Skandale.
Anfangs geschah das wohl eher zufällig, als sie den harmlosen Popsong „Like a Virgin“ (1984) im Brautkleid bei den MTV Awards präsentierte. Ein Raunen ging durch Amerika – und die ersten Elternverbände entrüsteten sich. Als kurz darauf ihre alten Aktaufnahmen durch die Presse gingen, zeigte sich Madonna getroffen und verletzt: Sie präsentierte sich hochgeschlossen „in Sack und Asche“ („Live Aid“, 1985, „Live To Tell“, 1986), bis sie sich kurz danach offensichtlich dazu entschloss, in die Offensive zu gehen: Mit den Video-Skandalen zu „Like a Prayer“ (1989), „Express Yourself“ (1989) und „Justify My Love“ (1990), zeigte Madonna, dass sie die Klaviatur der Pressemanipulation perfekt beherrschte.
Nach ihrer ersten Schwangerschaft (und einer kommerziell wenig erfolgreichen Zeit) entdeckte Madonna Ende der Neunziger Jahre den Buddhismus und kurz danach auch die Lehre der Kabbalah, welche ihr vor allem durch ihren Künstlerkollegen Sting nähergebracht wurden. Auf der Suche nach Erneuerung und neuen Wegen entdeckte Madonna gleichzeitig einen neuen Modetrend: Ethno & Esoterik. Diese fanden ihre marktgerechte und weltweite Verbreitung sogleich in den folgenden Alben und Videos (z. B. „Ray of Light“, „Frozen“ & „American Life“).
Fasziniert von der Geheimlehre und Mystik der altjüdischen Kabbalah, die nach spiritueller Erfüllung strebt, unterstützt Madonna das europäische Kabbalah-Zentrum in London mit Millionenbeträgen. Außerdem wirbt sie als einflussreiche Botschafterin unter ihrem selbstgewählten Namen „Esther“ neue Mitglieder. Und das sehr erfolgreich, denn eine große Anzahl prominenter Kollegen (u. a. Britney Spears, Demi Moore, Mick Jagger oder Paris Hilton) folgten diesem Trend. „Böse Zungen“ behaupten, dass es vielen dabei nur um die modischen roten Bändchen (50 US-Dollar) ging, die man als Jünger am Handgelenk tragen darf (ein Trend, der wieder in die Modegeschichte einging).
Madonnas Bedürfnis, bekannte Prominente wie Fans zur Kabbalah zu bekehren, trifft die Reaktion von Plakaten einiger Fans zur letzten Tour: „Madonna don't preach!“. In der Tat gehen Madonnas propagandistische Texte (vor allem auf dem Album „American Life“ und im besonderen der Kinderbücher) sehr weit in Richtung Rekrutenwerbung – was auch offiziell Madonnas Titel ist: „Recruiting Sergeant“ des Kabbalah-Centre London. Seine sektenähnliche Struktur ist äußerst umstritten: Nach Mitgliederangaben ist es ein teurer Spaß, durch das sogenannte „Tor der Wunder“ gehen zu dürfen. Nicht weniger als zehn Prozent des Einkommens sind an das Kabbalah-Zentrum zu spenden.
Ihre persönliche Entwicklung lässt sich gut am Stil ihrer Alben erkennen. Die ersten Jahre waren beeinflusst vom schwarzen Funk („Madonna“, „Like a Virgin“), danach folgten die leichteren Jahre des Pop und von House („Vogue“), über erste ambitioniertere Gehversuche („Like a Prayer“, „I’m Breathless“) über Black/Soul mit typischen Hiphop-Beats („Erotica“, „Bedtime Stories“) hin zu experimentellem Electronica („Ray of Light“, „Music“, „American Life“), den sie mit eingängigen Melodien und ausgefeilter Produktion massentauglich machte. Unter den besten 500 Songs aller Zeiten nennen die US-amerikanische und die deutsche Ausgabe der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ auch die Madonna/Pat Leonard – Komposition „Like a Prayer“.
Madonna hat nicht das beeindruckende Stimmvolumen einer Whitney Houston oder Mariah Carey. Noch in den ersten Jahren wurde Madonnas Stimme gar eine Oktave höher aufgenommen, was sie die Presse mit einer „Minnie Mouse auf Helium“ vergleichen ließ – und Liveauftritte ohne Playback nahezu unmöglich machte. 1989 überraschte Madonna mit „Like a Prayer“. Ihre Stimme war merklich gereift und dunkler – und auch bei Liveauftritten konnte Madonna mehr überzeugen. Etwas, was sie 1996 (mit Hilfe eines Gesangslehrers) steigern konnte – und auch musste, denn Andrew Lloyd Webber bestand darauf, dass der Soundtrack zu seiner Musicalverfilmung „Evita“ live mit Orchesterbegleitung aufgenommen werden sollte. Nach drei Monaten intensivem Gesangsunterricht war es soweit: Madonna konnte von nun an auch live überzeugen. Zuletzt beim Live 8 Konzert am 2. Juli 2005: 2 bis 3 Milliarden Menschen sollen die weltweiten Fernsehübertragungen verfolgt haben.
Kritiker warfen Madonna „eine gewisse Ziellosigkeit“ vor, doch gerade dieses Talent, sich und ihre Musik ständig wieder neu zu erfinden und immer wieder interessant zu machen ist Bestandteil ihres andauernden Erfolges, der sie seit über 20 Jahren zu einer der erfolgreichsten Entertainerinnen macht.
Madonna schreibt ihre Lieder meist mit den „angesagtesten“ Produzenten der Musikszene. Etwas, was in die oft sehr persönlichen Liedtexte einfließt. Während die Alben bis 1987 vor allem die Themen Party und Spaß am Leben zelebrierten, begann mit „Like a Prayer“ 1989 eine sehr viel persönlichere und ruhigere Periode. Madonnas Erfahrungen und Gefühle finden sich „schonungslos“ in den Texten, was auch bei ihrem öffentlich ausgetragenen Scheidungskrieg mit dem damaligen Ehemann Sean Penn nicht Halt machte („Till Death Do Us Part“). Den Tod der Mutter verarbeitete sie in „Promise to Try“ und das schwierige Verhältnis zum Vater mit der Ballade „Oh Father“.
Die „Sex-Eskapaden“ führten durch „Erotica“ und „Bedtime Stories“ – Versuche, im Bereich der amerikanischen Radiocharts Fuß zu fassen, die von Rhythm & Soul und vor allem Hip-Hop-Beats dominiert werden – und sich als anspruchsvolle Musikerin Respekt zu verschaffen. Madonna fand hier wenig Akzeptanz und so liefen Alben und Singles nicht so gut wie erwartet (die amerikanische Nummer Eins „Take A Bow“ resultierte eher aus der Popularität des Duettpartners Babyface – in anderen Ländern floppte die Single eher). Die „sexualisierte“ Madonna war auch unter Fans umstritten – populär blieb Madonna dagegen in den Diskotheken, in denen die Singles in gewohnt poppigen Versionen gespielt wurden.
Madonnas Wunsch, bei Kritikern als Musikerin respektiert zu werden gipfelte in „Ray of Light“, ihrem bisher erfolgreichsten Album was die Reputation in der Fachpresse anbelangt. Während sich die letzten Alben (auch textlich) in oberflächlicheren Bahnen bewegten wurde „Ray of Light“ von Spiritualität und der „Sucht nach Selbsterkenntnis“ geprägt, wie sie in Interviews versichert. Und das, da Madonna das erste Mal Mutter geworden war. Bei den Grammy Awards wurde das Album gefeiert – und auch kommerziell hatte Madonna ein Comeback geschafft: Die Singles „Frozen“, „Ray of Light“ und „The Power of Good-Bye“ standen hoch in den Charts rund um den Globus.
Nachdem die Kritiker Madonna als Musikerin anerkannt hatten legte sie mit „Music“ und „American Life“ zwei Alben nach, die sich sehr ähnlich waren. Beide wurden mehrheitlich von dem französischen Undergroundmusiker Mirwais mitproduziert und basierten auf progressivem Electronica – elektronischen Beats und Tönen aus Sythesizern der Achtziger Jahre, kombiniert mit Gitarre und dominierendem Gesang. Die Singles und dazugehörigen Videos lösten neue Trends aus, sowohl musikalisch wie auch modisch.
Während „Music“ als innovatives und mutiges Werk gefeiert wurde, kam „American Life“ nicht so gut weg. Kritiker wie Publikum erkannten in dem Album eher ein „Music II“ als ein neues eigenständiges Album. Madonnas Versuche, sich politisch gegen den US-amerikanischen Präsidenten zu positionieren, wirkten in den USA kontraproduktiv. Als „unamerikanisch“ stigmatisiert, wurde Madonna von den republikanisch dominierten Radiosendern boykottiert – das Album verkaufte sich dort nur schlecht. Dass sich die Singles in den USA gut verkauften spiegelt sich dort in den Charts nicht wider. Durch den Radioboykott erreichten sie nur schlechte Billboard-Platzierungen (sie ergeben sich mehrheitlich aus dem Radioeinsatz). Auch im Rest der Welt blieben Album und ausgekoppelte Singles weit hinter den Erwartungen zurück, obwohl viele Kritiker („Rolling Stone“, „Music Maker“) Madonnas Talente als Songschreiberin betonten. Die größten Erfolge dieser Zeit verzeichneten die Remixe der Singles, die Madonna in den Billboard Dance Charts fünf Nummer Eins Hits bescherten – unter anderem der Remix von Stuart Price zu „Hollywood“.
Nachdem Madonnas Versuche, sich als ernstzunehmende Künstlerin zu etablieren nicht von dem erhofften kommerziellen Erfolg gekrönt wurden, besann sie sich zurück auf ihre Wurzeln und produzierte – gegen jeden Trend – in den USA ein elektronisches Dance-Album: „Confessions on a Dance Floor“: Neben guten Kritiken übertraf das Album alle Erwartungen: Nach dem großen Erfolg der ersten Single „Hung Up“, die in über 40 Ländern an der Spitze der Charts stand, konnte auch das Album diesen Erfolg wiederholen. Gestärkt von millionenschwerer Promotion wurde „Confessions on a Dance Floor“ zu einem ihrer größten Erfolge: Es verkaufte sich bis April 2006 bereits über sieben Millionen Mal.
Zeitgleich mit ihrem Durchbruch als Popstar gelang Madonna der erste Erfolg als Schauspielerin in der Verwechslungskomödie „Susan … verzweifelt gesucht“, was ihr vorwiegend Lob der Kritiker bescherte. Die folgenden Filme konnten diesen Erfolg nicht wiederholen. Laut Kritik ließ Madonnas Image in der Öffentlichkeit es nicht zu, dass ihre Darstellung in ambitionierteren Filmen wie „Snake Eyes“ oder „Stürmische Liebe“ Beachtung fand. Auffällig blieb eher Madonnas Gespür für die schlechte Auswahl an Rollen, die durch schlechte Drehbücher und Produktion von Anfang an zum Misserfolg verurteilt waren (z. B. „Shanghai Surprise“, „Body of Evidence“ oder „Ein Freund zum Verlieben“. Madonna bekam dafür mehrere Male den Golden Raspberry Award (Goldene Himbeere) als schlechteste Schauspielerin.
Was in Madonnas Musikvideos sehr gut funktionierte, nämlich glaubhaft für vier Minuten in verschiedene Rollen zu schlüpfen (z. B. „Like A Prayer“, „Take A Bow“, „Die Another Day“ oder „What It Feels Like For A Girl“), konnte das Publikum in Kinolänge nur mäßig überzeugen. Lediglich Filmrollen, die der Zuschauer mit Madonna assoziierte (z. B. „Dick Tracy“ oder „Evita“), ließen die Kassen klingeln. Ein Umstand, der die Kritiker in ihrer Meinung bestärkte, dass Madonna nur sich selbst spielt. Genau das tat sie in ihrer erfolgreichen Tourdokumentation „Im Bett mit Madonna“, sie machte sich selbst zum Thema.
Immerhin wurde ihre Darstellung der Evita Perón in der Verfilmung des Andrew-Lloyd-Webber-Musicals „Evita“ 1997 mit einem Golden Globe gewürdigt. Sie erhielt ihn als beste Schauspielerin in der Kategorie „Bestes Musical/Beste Komödie“.
Die Tour-Dokumentation „I’m Going To Tell You A Secret“ kam 2005 trotz guter Kritiken nicht in die Kinos: Die religiöse Botschaft des Filmes schien dem Filmverleih zu aufdringlich. Nach dem Erfolg des 2005er Albums Confessions on a Dance Floor – und den Filmflops der vergangenen Jahre – nahm Madonna von weiteren Filmprojekten Abstand.
| Jahr | Titel | Regisseur | Rolle | Anmerkung | |
|---|---|---|---|---|---|
- bgcolor="#f0f0ff" | 1974 | The Egg Movie „The Egg Movie“ | Wyn Cooper | Nicht benannt. | Kunstfilm/ Amateur-/ Kurzfilm. Nicht veröffentlicht. |
| 1979 | In Artificial Light „In Artificial Light“ | Curt Royston | Nicht benannt. | Studentenfilm/ Theaterstück. Nicht veröffentlicht. | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1979 | A Certain Sacrifice „A Certain Sacrifice“ | Stephen Jon Lewicki | Bruna | Drama/ Krimi. Nur Video-Veröffentlichung. |
Spielfilme
- bgcolor="#f0f0ff" | Jahr | Titel | Regisseur | Rolle | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1983 | Crazy for you „Vision Quest“ | Stephen Jon Lewicki | Club-Sängerin/Kurzauftritt. | Drama/ Romanze. Mit Matthew Modine, Linda Fiorentino | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1985 | Susan … verzweifelt gesucht „Desperately Seeking Susan“ | Susan Seidelman | Susan | Komödie/ Romanze. Mit Rosanna Arquette |
| 1986 | Shanghai Surprise „Shanghai Surprise“ | Jim Goddard | Gloria Tatlock | Komödie/ Abenteuer. Mit Sean Penn. | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1987 | Who's That Girl „Who's That Girl“ | James Foley | Nikki Finn | Komödie. Mit Griffin Dunne. |
| 1988 | Bluthunde am Broadway „Bloodhounds of Broadway“ | Howard Brookner | Hortense Hathaway | Komödie. Mit Jennifer Grey, Rutger Hauer | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1990 | Dick Tracy „Dick Tracy“ | Warren Beatty | Heiserchen/Breathless Mahoney) | Action/ Krimi/ Comicverfilmung. Mit Warren Beatty, Al Pacino |
| 1991 | Im Bett mit Madonna „Truth or Dare“, „In Bed with Madonna“ | Alek Keshishian | Madonna | Tour-Dokumentanion. Mit Kevin Costner, Antonio Banderas | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1992 | Schatten und Nebel „Shadows and fog“ | Woody Allen | Marie | Komödie, Drama. Mit Woody Allen, Mia Farrow |
| 1992 | Eine Klasse für sich „A League of Their Own“ | Penny Marshall | Mae Mordabito | Komödie/ Drama. Mit Tom Hanks | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1993 | Body of Evidence „Body of Evidence“ | Uli Edel | Rebecca Carlson | Erotik/ Thriller. Drama. Mit Willem Dafoe, Julianne Moore |
| 1994 | Snake Eyes „Dangerous Game“ | Abel Ferrara | Sarah Jennings | Drama. Mit Harvey Keitel, James Russo | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1995 | Alles blauer Dunst „Blue in the face“ | Wayne Wang | Singendes Telegramm (Cameo-Auftritt) | Komödie. Mit Lou Reed, Michael J. Fox |
| 1995 | Four Rooms „Four Rooms“ | Allison Anders | Elspeth | Komödie/ Drama. Episode: Honeymoon Suite – Die fehlende Zutat | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 1996 | Evita „Evita“ | Alan Parker | Eva Perón | Musical. Golden Globe für Madonna als beste Schauspielerin. |
| 1996 | Girl 6 „Girl 6“ | Spike Lee | Boss #3 (Cameo-Auftritt) | Komödie/ Drama. Mit Theresa Randle, Spike Lee | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 2000 | Ein Freund zum Verlieben „The Next Best Thing“ | John Schlesinger | Abbie Reynolds | Komödie/ Drama. Mit: Rupert Everett, Lynn Redgrave |
| 2001 | Star „The Hire: Star“ | Guy Ritchie | Nicht benannt. | Komödie/ Kurzfilm/ Werbefilm. Mit: Clive Owen | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 2002 | James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag „Die Another Day“ | Lee Tamahori | Verity (Cameo-Auftritt) | Action/ Thriller. Mit Pierce Brosnan, Halle Berry |
| 2003 | Stürmische Liebe – Swept Away „Swept Away“ | Guy Ritchie | Amber Leighton | Komödie/ Romanze. Mit: Bruce Greenwood, Jeanne Tripplehorn | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 2005 | I'm Going to Tell You a Secret „I'm Going To Tell You A Secret“ | Jonas Akerlund | Madonna | Tour-Dokumentation. Mit Michael Moore, Iggy Pop, Guy Ritchie |
| 2006 | Arthur and the Minimoys „Arthur and the Minimoys“ | Luc Besson | Princessin Selenia (Stimme) | Animationsfilm. Laut IMDb in Endproduktion. Kinostart voraussichtlich Ende 2006. | |
Außerdem hatte Madonna 2003 in der TV-Serie Will & Grace in der Folge „Dolls and Dolls“ einen Gastauftritt.
| Jahr | Stück | Regie | Buch / Vorlage | Rolle | Theater | |
|---|---|---|---|---|---|---|
- bgcolor="#f0f0ff" | 1986 | Goose and TomTom | Gregory Mosher | David Rabe | Lorraine | Mitzi Newhouse Theatre, Off-Broadway, New York |
| 1988 | Speed the Plow | Gregory Mosher | David Mamet | Sekretärin Karen | Royale Theatre, Broadway, New York | |
- bgcolor="#f0f0ff" | 2002 | Up for Grabs | Laurence Boswell | David Williamson | Kunsthändlerin Loren | Wyndham's Theatre, London/ West End |
Die Bilder variierten sexuelle Tabus und stießen gekonnt an die Grenzen der Pornografie (in Japan und Indien wurde es beispielsweise verboten).
Das Buch sollte provozieren – in Bild wie Text – und war, trotz des hohen Preises (rund 50 Euro), innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Alleine in der ersten Woche wurden 500 000 Exemplare abgesetzt: Rekord für ein „Coffee Table Book“. Insgesamt wurden 1.5 Millionen Exemplare verkauft. Im November 2002 stand das Buch auf Platz 1 der „Washington Post“ und „New York Times“ Bestsellerlisten. Übersetzungen lagen in französisch, deutsch, italienisch, spanisch und japanisch vor.
Heutzutage gilt das Buch „SEX“ als Sammlerstück, da es offiziell nicht mehr im Handel erhältlich ist. Zusammen mit dem Album „Erotica“ und dem Film „Body of Evidence“ steht es für Madonnas extremste Periode, die ihr Image als Sexsymbol der Neunziger zementierte. Madonna produzierte sich in gestylten Fetischbildern schonungslos als sexuell selbstbestimmte Frau – und stieß damit nicht nur auf Gegenliebe. Die Meinungen von Kritikern, „Frauenverbänden“ wie Fans gingen weit auseinander: Verkaufte Madonna die Frauen mit ihrer Darstellung – oder befreite sie sie? Heute bekennt Madonna, sie habe „das alles“ nur gemacht, um Aufmerksamkeit zu erregen. Eine Neuauflage als Taschenbuch konnte sie 2002 verhindern.
Die folgenden Bücher wurden von wechselnden englischen Künstlern illustriert und sollen Kindern konservative moralische Grundwerte vermitteln, die in Madonnas Glauben an die Kabbalah wurzeln. Die Buchserie war auf fünf Bücher festgelegt – jedes der Bücher sollte ein Kernthema beinhalten und kindgerecht aufbereitet sein. Die Erlöse der Bücher gehen komplett an Förderungen der Kabbalah-nahen Kinderstiftung.
Presse wie Kritiker urteilten überwiegend wohlwollend über diese Bücher – auch kommerziell spiegelt sich der Erfolg von Madonna als Schriftstellerin wider: „Lotsa de Casha“, das letzte der Kinderbuchserie, wurde 2005 in 37 Sprachen übersetzt und in 110 Ländern veröffentlicht. Eine Fortsetzung (und Verfilmung) des ersten Buches „Die englischen Rosen“ ist für 2006 geplant.
Die Kinderbuchserie wurde auch als Hörbuch-CD umgesetzt. Sie wird von Madonna gelesen (bisher nur auf englisch).
Außerdem liest Madonna eine Episode in:
Autor | ECHO-Preisträger | Filmschauspieler | Fotomodell | Frau | Geboren 1958 | Golden-Globe-Preisträger | Goldene-Himbeere-Preisträger | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Englisch) | Mannequin | Playboy-Model | Popsänger | Schauspieler | US-Amerikaner | Italo-Amerikaner
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