| Região Autónoma da Madeira | |||
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Zeitzone: wie im Mutterland Portugal GMT (gegenüber Mitteleuropa – 1 Stunde). Für die Zeit von Ende März bis Ende Oktober ist wie im übrigen Europa die Sommerzeit eingeführt, so dass die Zeitdifferenz das ganze Jahr über unverändert bleibt.
Madeira ist, wie auch ihre Nachbarn, die Azoren und die Kanarischen Inseln, vulkanischen Ursprungs und zählt mit den Kanaren, den Kapverden und den Azoren zur Gruppe der makaronesischen („glückseligen“) Inseln. Der Madeira-Archipel ist durch einen Hot Spot entstanden. Die Insel ist nur das oberste Viertel des gesamten Vulkansystems. Die Klippen fallen unter der Wasseroberfläche bis zu 4.000 m bis zum Meeresgrund ab. Madeira ist jedoch nicht mehr geologisch aktiv, die letzte Eruption ist etwa 400.000 Jahre her. Madeira ist als "Blumeninsel" bekannt, was auf die grüne und botanisch interessante Landschaft zurück geht; auch wurden hier in 400 Jahren Seefahrt Pflanzen aus der ganzen Welt angesammelt.
Der Pico Ruivo ist mit 1.862 m der höchste Gipfel der Insel und zugleich einer der höchsten Berge Portugals.
Die Küste von Madeira ist steil und felsig. Westlich von Câmara de Lobos erhebt sich das Cabo Girão, die zweithöchste Steilklippe der Welt (Höhe: 580 m).
Madeira verfügt über mehrere Mikroklimata. Im Norden der Insel regnet es häufig, der Süden ist dagegen subtropisch warm. Im Sommerhalbjahr liegt die Insel im Einflussbereich des Nordostpassats, im Winterhalbjahr liegt sie im Westwindgürtel. Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur schwankt zwischen 19 Grad im Dezember und Januar und 25 Grad im Juli und August.
In ausgeklügelten, offenen Bewässerungsanlagen, den Levadas, wird Wasser aus dem regenreicheren Norden in den Süden, zu den Plantagen und Gärten, geführt.
Die Berge sind zum Teil stark bewaldet, so weit sie nicht für die intensive Landwirtschaft genutzt werden. Eine Besonderheit der Pflanzenwelt ist der immergrüne dichte Lorbeerwald, dem Azoren-Lorbeer und dem Stinklorbeer (Art: Laurisilva) im Bergland der Insel, in denen die seltene Silberhalstaube lebt.
Der Lorbeerwald steht seit dem 2. Dezember 1999 auf der Weltnaturerbe-Liste der UNESCO. Einen Überblick über die einheimischen Pflanzenarten kann man sich im Jardim Botânico nahe der Inselhauptstadt Funchal verschaffen. Im Madeira-Archipel sind etwa 143 endemische Pflanzenarten bekannt.
Vermutlich wurde Madeira bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. von Phöniziern entdeckt, so berichtet es zumindest Diodor (5.19–20). Plinius der Ältere erwähnt die Inselgruppe der Kanaren in seiner Naturgeschichte unter der Bezeichnung „Purpurinseln“, ein Hinweis auf den aus dem Saft der Cochenille-Laus Dactylopius Coccus gewonnenen Farbstoff. Die Kenntnis von der genauen Lage der Inseln ging unter den Römern jedoch verloren. Die sogenannten Medici-Karte von 1351 zeigt drei der afrikanischen Küste vorgelagerte Inseln, Porto Séo, Deserta und Isola de Lolegname.
1419 gilt als Jahr der Wiederentdeckung durch den portugisischen Seefahrer João Gonçalves Zarco. Ab 1420 wurde Madeira auf Betreiben Heinrich des Seefahrers von den Portugiesen besiedelt. Sklaven von der Guineaküste, von den kanarischen Inseln und aus Nordamerika werden auf die Insel gebracht. Das kostbare Lorbeerbaumholz wird vor allem für den Schiffbau gebraucht.
Recht schnell wurden von den portugiesischen Siedlern auf den Inseln der Getreideanbau und die Viehzucht eingeführt. Das dafür notwendige Land wurde durch Brandrodung gewonnen. Allerdings soll das Feuer, das Zarco 1420 legen ließ, noch sieben Jahre später gewütet haben. Aber auch der Anbau des aus Sizilien eingeführten Zuckerrohrs spielte eine immer wichtigere Rolle. Bereits 1452 wurde die erste Wassermühle zur Zuckerrohrverarbeitung errichtet, nahezu zur selben Zeit wurden die ersten Bewässerungskanäle Levadas angelegt. Schon Mitte des 15. Jahrhunderts belieferte Portugal den europäischen Zuckermarkt bis nach Bristol.
1478 besucht Kolumbus die Insel als Zuckerhändler.
1480 werden viele Europäer durch die üppige Fruchtbarkeit und durch den großen Wohlstand angelockt. Vor allem italienische und flämische Händler lassen sich auf der Insel nieder. Jeasnin Essmerandt avanciert sich zum bedeutendsten Vertreter der flämischen Gemeinde Madeiras und verbindet sich durch eine geschickte Heiratspolitik mit der lokalen Aristrokratie.
1514 wurde Madeira durch Papst Leo X. zu einer eigenen Diözese erhoben, die künftig für alle überseeischen portugiesischen Besitzungen zuständig sein soll.
1515 verzeichnet Madeira 16.000 Einwohner und etwa 3.000 Sklaven. 1521 gab es einen drastischen Niedergang der Zuckerrohrproduktion, da der ausgelaugte Boden immer schlechtere Erträge brachte. Viele Pflanzungen wurden in Weinberge verwandelt.
Im 16. Jahrhundert wurde Madeira ein Exporteur von Weinen. Die Reben stammten ursprünglich aus Zypern, Kreta und Sizilien. Die aus den USA eingeschleppte Reblaus verursachte den Niedergang des Weinanbaus. Dadurch bedingt kam es zu einer großen Auswanderungswelle der madeirensischen Bevölkerung.
1580 erobert Spanien Madeira und übernimmt die Kontrolle. Die Verwaltung wird zentralisiert.
1640 revoltieren die Portugiesen gegen die spanischen Besatzer, Madeira wird portugiesisch, behält aber die von den Spaniern eingeführte Zentralverwaltung der Insel bei.
Für die Segler in die Neue Welt, nach Amerika oder Indien war Madeira eine wichtige Station, Madeira war ebenfalls ein Umschlagplatz für aus Westafrika kommende Sklavenhändler.
Die Madeirische Wirtschaft befindet sich derzeit in einem Umwandlungsprozess. Der Tourismussektor versucht zunehmend, Aktivurlauber (45-65 Jahre alt) anzulocken, um seinen Ruf als Rentnerparadies zu verändern. Daher wird auch versucht, Billigfluggesellschaften anzuwerben. Die Erhöhung der portugiesischen Mehrwertsteuersätze von 13% auf 15% haben einige potentielle Investoren (zB. Yahoo, AOL oder Apple) von Investitionen auf Madeira abgehalten. Während die madeirische Regionalregierung eine Ausnahmeregelung für Madeira auszuhandeln versucht, stärken die madeirischen Firmen ihr Profil im Servicebereich, um dem Wettbewerb standzuhalten. Madeira steht im direkten Wettbewerb mit Luxemburg und Zypern, welche ebenfalls Mehrwertsteuersätze von 15% bieten.
Mit der € 520 mio teuren Verlängerung der Landebahn auf 2.781m im Jahr 2000, besitzt Madeira nun einen leistungsfähigen Flughafen, der jährlich bis zu 3.5 mio Fluggäste empfangen kann. Der Flughafen, westlich von Machico gelegen, ist auf spektakulären Betonpfählen erbaut. Bis zum vorletzten Ausbau von 1984 bis 1986 durfte er nur von fortgeschrittenen Piloten angeflogen werden. Jetzt können auch Großraumflugzeuge den Flughafen problemlos anfliegen. Von Deutschland ist Madeira etwa vier Flugstunden, von Lissabon eineinhalb Flugstunden entfernt.
Regelmäßige Fährverbindungen von Europa oder dem Afrikanischen Festland nach Madeira bestehen nicht; angefahren wird lediglich die Schwesterinsel Porto Santo. Madeira ist allerdings ein beliebtes Ziel von Kreuzfahrtschiffen.
Madeira ist als Wanderparadies bekannt, mit frühlingshaften bis sommerlichen, angenehmen Temperaturen das ganze Jahr hinweg. Entlang der Levadas (kl. Wasserkanäle, besonders im Nordteil der Insel) sind Wanderwege (zur Wartung und Pflege) entlang der Bewässerungskanäle vor gut 300 Jahren (von maurischen Sklaven) angelegt worden, die bis heute gut gepflegt werden und grandiose Ein- und Ausblicke in die Schönheit der Insel geben. Kerngebiet ist die Gegend zwischen Porto da Cruz und Santana im Norden (Weltnaturerbe der UNESCO). Bemerkenswert auch die Bergwanderroute zwischen dem dritthöchsten Gipfel Pico do Arieiro und dem höchsten Berg Pico Ruivo. Diese Wanderung sollte man am frühen Morgen beginnen - gegen Mittag liegen die Berge oft in Wolken.
Auf Madeira gibt es kaum Badestrände. Die Nebeninsel Porto Santo (zwei bis drei Stunden mit der Fähre oder 20 Minuten Flug) bietet dagegen einen neun Kilometer langen Sandstrand, ist aber landschaftlich bei weitem nicht so interessant (Erosion durch Abholzung durch die alten Seefahrer) und insgesamt recht langweilig.
Insgesamt besuchten im Jahr 2005 ca. 1 Million Touristen die Insel, wobei ungefähr 200.000 mit Kreuzfahrtschiffen kamen und daher nur kurz verweilten.
Österreichs Kaiserin Elisabeth (Sissi) (1837–1898) verbrachte hier im Winter 1860/61 ein halbes Jahr, sie fand Madeira langweilig und reiste lieber an den Genfersee.
Im Jahr 1879 wanderte der Musiker Joao Fernandez auf dem Emigrantenschiff "Ravenscrag" wegen des Zusammenbruchs des Zuckerrohr-Marktes aus Madeira nach Honolulu auf Hawaii aus. Mit ihm kommt die Braguinha, eine kleine viersaitige Gitarre aus Madeira, auf die Insel. Aus ihr entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit die hawaiianische Ukulele.
Der letzte Kaiser Österreichs Karl wurde 1921 mit seiner Frau Zita (1892–1989) nach Madeira ins Exil verbannt. Er starb am 1. April 1922 in Monte oberhalb Funchal an einer Grippe. Dort ist er auch beigesetzt.
Auch der britische Premierminister Winston Churchill besuchte Madeira. Er logierte im mondänen Reid's Palace. Oberhalb von Câmara de Lobos befindet sich eine Gedenktafel, die daran erinnert, dass Churchill an diesem Platz einige Bilder malte.
Der Fußballer Cristiano Ronaldo wurde 1985 in Funchal geboren und begann seine Karriere bei CD Nacional Madeira, bis er 1997 im Alter von 12 Jahren aufs Festland zog, um bei Sporting Lissabon zu spielen.
Nicht zu verwechseln mit der Espada ist die Espetada, ein etwa ein Meter langer Fleischspieß. Traditionellerweise ist der Spieß aus Lorbeerholz gefertigt. Da der Lorbeerwald jedoch mittlerweile unter Naturschutz steht, wird von der traditionellen Zubereitung normalerweise Abstand genommen – im Sinne der Natur – und ein Metallspieß verwendet, wobei frische Lorbeerblätter beim Einreiben des Fleisches immer noch eine wesentliche, geschmacksgebende Rolle spielen.
Nach der verwendeten Rebsorte werden folgende vier Arten unterschieden: vom trockenen Sercial über Verdelho und Boal (Bual) zum süßen Malvasia (Malmsey). Die Lese des Weins beginnt Mitte August und dauert rund sechs Wochen. Abgefüllt werden pro Jahr etwa 5,3 Millionen Flaschen. Die alkoholische Gärung wird zunächst mit hochprozentigem Alkohol (Weinbrand) gestoppt, dadurch bleibt eine gewisse Restsüße im Wein erhalten. Anschließend wird der Wein durch Erhitzung in sogenannten Estufas weiterbehandelt und für mehrere Jahre im Fass gelagert. Im Unterschied zum Sherry, der oft im Solera-Verfahren weiter veredelt wird, bleibt der Wein eines Jahrgangs unangetastet. Als voroxydierter Wein gewinnt er nicht durch die anschließende Flaschenlagerung, kann aber gut und gerne 100 Jahre lagern, wenn der Kork alle 15 Jahre erneuert wird. Auch eine geöffnete Flasche Madeira ist sehr haltbar und kann noch nach einem Jahr ohne Qualitätsverlust getrunken werden. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 18 und 21 Vol. %.
| Gemeinde | Einwohner |
|---|---|
| Funchal | 102.521 |
| Câmara de Lobos | 30.785 |
| Machico | 12.383 |
| Caniço | 10.320 |
| Camacha | 8.010 |
| Santa Cruz | 6.038 |
| Ribeira Brava | 5.967 |
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