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Macrovision ist ein analoges Kopierschutz-System, welches von der gleichnamigen Firma Macrovision Corporation aufrecht erhalten wird. Es besteht aus:

  • einem Verfahren zum absichtlichen Senden von gestörten Nicht-Standard-Signalen von Video-Sendesystemen (Videorekorder, DVD-Player) an Video-Empfangssysteme (Fernseher, Videorekorder)
  • einer Reihe von Verfahren, um diese gestörten Signale zu korrigieren
  • Gesetzen, die vorschreiben, dass jedes Video-Empfangssystem, das zur Aufzeichnung von Videosignalen fähig ist, für die gestörten Signale anfällig zu sein hat. (DMCA)

Die Patente für die Verfahren zur Verschlüsselung und Entstörung werden von der Firma Macrovision gehalten. Die Korrekturverfahren sind patentiert, damit juristisch gegen Hersteller oder Importeure von Videorekordern und dergleichen vorgegangen werden kann, welche diese Korrekturverfahren anwenden, ohne Lizenzgebühren zu entrichten.

Die Patente und eventuell vorhandende Gesetze liefern den Herstellern von Videorekordern genügend Anlass, ihre Produkte mit diesen Macrovision-Systemen auszurüsten, sprich die Rekorder für das verfälschte Macrovision-Signal anfällig sein zu lassen. Durch den Einbau von Macrovision in Video-Sendesysteme und Video-Empfangssysteme schützen sich die Hersteller dieser Geräte vor allfälligen Klagen, die Verbreitung von Raubkopien durch ihre Produkte zu unterstützen oder zumindest nicht ausreichend zu verhindern.

Macrovision in VHS


Im Videosystem VHS fand das erste von der Firma Macrovision (1983) entwickelte Kopierschutzverfahren Anwendung. Um dem Bestreben der Filmbranche nach einer möglichst flächendeckenden Verbreitung des Kopierschutzes nachzukommen, wurde der 1976 entwickelte VHS-Standard 1985 von JVC um die Regelung erweitert, daß VHS-Lizenznehmer nur noch VHS-Aufzeichnungsgeräte mit AGC (Automatic Gain Control) bauen dürfen. Macrovision funktioniert rein analog, in dem es auf der Kassette in die Austastlücke des aufgezeichneten Videosignals ein Signal einfügt, das die Automatic Gain Control-Schaltung des beim Kopiervorgang empfangenden Videorekorders verwirren soll. Dies wird erreicht, indem in einigen Zeilen dieses Bereiches ein Signal aufgezeichnet wird, das zwischen dem Synchronimpuls-Pegel ("schwärzer als schwarz") und einem sehr hellen Weiß umschaltet. Dadurch vermutet der Videorekorder, dass das Signal viel zu stark ist und regelt es herunter. Es ist erwähnenswert, dass Videorekorder anderer Formate für dieses Macrovision-Signal nicht anfällig sind. Ebenso unanfällig sind natürlich die professionellen VHS-Aufzeichnungsmaschinen, die zum Bespielen von Kaufkassetten verwendet werden – sonst würden ja schon die Originalkassetten nicht richtig abspielbar sein. Das reine Abspielen von Macrovision-Kassetten vom Videorekorder zum Fernseher funktioniert (bei Fernsehgeräten seit Mitte der 80er Jahre) ohne Störungen, da die Fernsehgeräte in der Lage sind, das Rücklaufsignal durch Generatoren selbst aufzubauen.

Macrovision-Störungen können mit Hilfe eines externen Time Base Corrector oder einer "Kopierbox" (deren Verkauf bis etwa 2003 in den meisten EU-Ländern legal war) aus dem Videosignal entfernt werden. Diese Geräte entfernen nicht-standardgemäße Signalanteile, darunter auch das Macrovision-Signal. Ein Time Base Corrector verbessert auch sonst das relativ instabile Videosignal analoger Videorekorder und ist daher zum Kopieren aller VHS-Videos empfehlenswert.

Macrovision auf DVD


Auf Video-DVDs wird Macrovision in einer anderen Weise genutzt. DVDs zeichnen anders als analoge Videokassetten nicht das Videosignal selbst auf, sondern nur einen kodierten Bildinhalt; das Videosignal wird erst im Abspielgerät erzeugt. Der kodierte Bildinhalt auf einer DVD enthält keine Daten für die Austastlücke. Daher kann ein Macrovisions-Signal nicht auf der DVD selbst gespeichert werden. Vielmehr enthält die DVD nur ein Flag (digitale Markierung), das dem Abspielgerät mitteilt, dass es ein Macrovision-Signal ins erzeugte Videosignal einfügen soll. Manche DVD-Player fügen jedoch immer das Macrovision-Störsignal hinzu, unabhängig davon, ob ein Flag vorhanden ist oder nicht. Viele DVD-Player lassen sich mittels einer geänderten Firmware dazu bringen, dieses Flag zu ignorieren; eine solche Firmwareänderung darf in Deutschland allerdings nicht mehr von Firmen gegen Entgelt durchgeführt werden.

Störungen einiger Empfangsgeräte


Da das Macrovision-Signal auch Stellen mit dem Synchronimpulspegel enthält, wird es von einigen Geräten als mehrere Bildzeilen interpretiert, wodurch die Bildlage gestört wird – das Bild erscheint nach oben verschoben, oder es läuft durch. Besonders ältere Videoprojektoren sind dafür anfällig.

Auch manche alten Fernsehgeräte (bis ca. Baujahr 1980) haben mit dem Macrovision-Signal Probleme.

Siehe auch


Urheberrecht | Fernsehtechnik | Kopierschutz

Macrovision

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Macrovision".

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