Macromedia Flash (kurz Flash) ist eine proprietäre integrierte Entwicklungsumgebung zur Erzeugung von Flash-„Filmen“ im SWF-Format, einem auf Vektorgrafiken basierenden Grafik- und Animations
Flash findet heutzutage auf vielen Webseiten Gebrauch, sei es als Werbebanner oder in Form kompletter Flash-Seiten. Die Quelldateien (FLA-Dateien) werden zum Einsatz auf einem Webserver in SWF-Dateien kompiliert (übersetzt) und dabei auf Wunsch auch komprimiert. Die FLA-Dateien werden nur von den Autoren während der Entwicklung verwendet und sind veränderbar. Die kompilierten SWF-Dateien sind für die Anzeige im Webbrowser gedacht und können in dieser Form nicht mehr einfach verändert werden. Mittlerweile können SWF-Dateien auch von anderen Programmen erzeugt werden. Um Flash-Dateien betrachten zu können, ist ein Browser-Plugin erforderlich.
Durch diese sehr unterschiedlichen Einsatzgebiete wirkt Flash auf die Internetgemeinde stark polarisierend und teilt sie in Befürworter und Gegner.
Durch die Kombination von Animation und Programmierung ist Flash besonders geeignet, komplexe Zusammenhänge interaktiv im Wortsinn „begreifbar“ zu machen. Die Wirkungsweise eines Viertaktmotors zum Beispiel lässt sich so sehr anschaulich darstellen. Mit Hilfe von Macromedias ActionScript lassen sich beispielsweise Online-Spiele, multimediale Präsentations-CDs oder auch virtuelle 360°-Rundgänge realisieren.
Aufgrund seiner multimedialen Möglichkeiten werden in Flash häufig Video- oder Sounddateien eingesetzt. Da diese Formate meist größere Datenvolumen beanspruchen, kommen in Flash oft so genannte Preloader zum Einsatz, die einen Teil oder den ganzen Film zwischenspeichern. Da Flash ein streamendes Format ist, ist es jedoch auch möglich, Seiten zu bauen, die auch bei kleinen Bandbreiten ohne deutliche Wartezeiten sofort starten.
Zunehmender Beliebtheit erfreut sich Flash für multimediale Tutorials, bei denen Bildschirmaktivitäten aufgenommen werden können. Dadurch können neue Funktionen oder bestimmte Methoden dargestellt werden. Diese Flash-Dateien sind üblicherweise kleiner als die üblichen Videoformate und erfordern neben dem Plugin keine weiteren Multimedia-Player. Zum Einsatz kommt dabei z. B. ein Programmpaket wie vnc2swf, das die Bilddaten von einem VNC-Server abgreift und in eine Flash-Datei abspeichert. Mit zusätzlichen Programmen ist es dann auch möglich, diese Animationen nachzuvertonen.
Die Programmiersprache PHP enthält auch das Modul ming zur Generierung von Flash-Dateien.
Für vektorisierte, interaktive Animationen im Web ist Flash derzeit fast alternativlos. Der offene Standard Scalable Vector Graphics (SVG), der teilweise ähnliche Anwendungsfelder wie Flash abdeckt, wird noch von wenigen Browsern gut unterstützt und Entwicklungswerkzeuge zur effektiven Nutzung dieser Technologie sind noch nicht sehr ausgereift. Mit Java-Applets kann man zwar prinzipiell auch ähnliche Dinge umsetzen wie mit Flash, allerdings handelt es sich dabei um eine weniger spezialisierte Technologie, so dass dies selten wirtschaftlicher ist. Ein weiterer Vorteil von Flash gegenüber Java-Applets ist es, dass das Flash-Plugin im Vergleich zum Java-Plugin wesentlich schneller vom Webbrowser geladen und initialisiert werden kann.
Aus ähnlichen Gründen sind reine Flash-Seiten auch nur bedingt durch Webcrawler von Suchmaschinen zugreifbar und können schlecht von ihnen erfasst werden. Daher hat es sich mittlerweile durchgesetzt, textliche Inhalte aus XML-Dateien zu laden und diese dann für die Webcrawler zugänglich zu machen.
Da die Technologie nicht in Form offener Standards spezifiziert wurdeFile Format Specification FAQ (englisch), kann sie nur durch aufwändiges Reverse Engineering als Freie Software neu implementiert werden. Kritiker weisen darauf hin, dass dies den freien Informationsaustausch im Internet behindert und man besser auf Technologien setzen sollte, die auf offenen Standards basieren.Joost van Baal: Macromedia Flash considered harmful (englisch)
Die vom Hersteller vorgeschlagene Vorgehensweise zur Einbindung des Flash-Player in Webseiten verwendet das HTML-Element <embed>, welches nie in den W3C-Standards zu HTML enthalten war.Flash TechNote – Macromedia Flash OBJECT and EMBED tag syntax, 19. Juli 2002 (englisch) Eine standardkonforme Einbindung ist jedoch auch möglich (Siehe: Weblinks: Flash W3C konform).
Speicherort unter Windows ist
\Dokumente und Einstellungen\
Es handelt sich dabei um einen Ordner, der in einem XP mit Standardeinstellungen nicht sichtbar ist.
Unter UNIX-artigen Betriebssystemen wie Linux und Solaris befinden sich die Dateien unter
$HOME/.macromedia/Macromedia/Flash Player/#SharedObjects
1992: Aus dem Zusammenschluss der Firmen MacroMind und Authorware entsteht das Softwareunternehmen Macromedia mit Sitz in San Francisco (Kalifornien).
1995: Es kommt zur Übernahme von Altsys, dem Hersteller des Grafikprogramms Freehand. Die Firma FutureWave aus San Diego veröffentlicht das vektorbasierte Illustrationsprogramm SmartSketch und ein entsprechendes Plugin, um das Format Namens Splash (SPL) im Browser darzustellen. Der Player selbst trägt den Namen FutureSplash.
1996: Auf der Grundlage von SmartSketch entwickelt FutureWave das Animationsprogramm FutureSplash-Animator, den Vorläufer von Flash. Macromedia übernimmt noch im selben Jahr die Firma FutureWave. Die Produkte FutureSplash-Animator und der Player werden unter dem Namen Flash und Shockwave Flash Player weiterentwickelt.
1997: Flash Version 1 wird von Macromedia veröffentlicht. Der Shockwave Flash Player wird entsprechend mitgeliefert. Die Einbindung von Audio- und Rastergrafikformaten wird integriert. Noch im selben Jahr erscheint die Flash-Version 2 und ein erweiterter Shockwave Flash Player. Die Rastergrafikeinbindung wurde wesentlich optimiert und dem Entwickler stehen neue Aktionen zur Verfügung, damit lassen sich einfache Interaktionen umsetzen.
1998: Flash Version 3 wird veröffentlicht und enthält bereits einen erweiterten Befehlssatz. Die Interaktionsmöglichkeiten wurden gegenüber den Version 1 und 2 stark erweitert. Nun lassen sich Aktionen auch auf Schlüsselbilder und Bilder zuweisen. Zusätzlich wird das Testen von Flash-Projekten durch den in der Entwicklungsumgebung integrierten Player wesentlich erleichtert.
1999: Flash Version 4 führt zu einem gigantischen Schub in der Entwicklung der nun integrierten Programmiersprache ActionScript. Es stehen erste Kontrollstrukturen, wie if-Anweisungen und Schleifen, zur Verfügung, mit deren Hilfe die Entwicklung von Computer Based Training, POI oder Spiele-Projekten ermöglicht wird. Die Eingabetextfelder versetzen den Entwickler in die Lage, selbst komplexe Formulare zu erstellen und die Daten zwischen Client und Server zu versenden. Damit stand dem CGI-gestützten Datenaustausch nichts mehr im Wege. Flash und ActionScript wurden dadurch auch für dynamische Projekte zugänglich.
2000: Im Sommer veröffentlicht Macromedia die Version 5. ActionScript wurde in dieser Version stark verändert und an den ECMAScript-Standard angepasst, auf dem auch JavaScript aufbaut. Die Syntax aus der Version 4 hat ausgedient. Entwickler, die mit anderen Programmiersprachen zu tun hatten, haben es nun wesentlich leichter, umzusteigen. Neue Objekte erleichtern die Integration externer Formate, darunter XML. Zusätzliche Hilfsmittel wie der Debugger ermöglichen dem Entwickler, den Zeitaufwand für die Fehlersuche zu minimieren.
2002: Im März erscheint die MX-Version, Flash MX. Diese Version hat eine recht umfangreichen Funktionsbibliothek, und man kann durchaus behaupten, die integrierte Programmiersprache ActionScript werde erwachsen. Der ECMAScript-Standard wird nun noch strikter berücksichtigt und erzieht den Entwickler dazu, sauber zu programmieren und dadurch Fehler zu vermeiden. Die neue Zeichnen-API erweitert die ActionScript-Programmierfunktionen und ermöglicht das Erstellen von dynamischen Formen. Zusätzlich wurde das Objekt- und Ereignismodell erweitert.
2003: Im Oktober erblickt Flash MX 2004 das Licht der Welt und damit auch ActionScript 2.0. Die integrierte Programmiersprache wurde in Version 1.0 (objektbasiert) und 2.0 (objektorientiert) geteilt. Darüber hinaus lässt sich nun auch die Flash-API mit Hilfe von Flash-JavaScript um einiges komfortabler erweitern und auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Einen weiteren Evolutionsschritt stellt die Integration zweier neuer Arbeitsweisen dar, Bildschirm- und Formularanwendungen sind nun auch in Flash realisierbar.
2004: Ende Juli kommt es zu einem umfangreichen Update von Flash MX 2004 7.1.1 auf 7.2. Die Entwicklungsumgebung wirkt nun wesentlich stabiler und die Performance wurde deutlich verbessert.
2005: Adobe will Macromedia für 3,4 Milliarden Dollar übernehmen. Mitte Juni stellt Macromedia die "Flash Platform" vor, die vor allem Unternehmenskunden adressiert. Am 8. August wurde zusammen mit "Studio 8" auch Flash Professional 8 (Codename EightBall) vorgestellt. Die deutsche Version wurde im September veröffentlicht, ebenso wie der neue Flash Player 8 ("Maelstrom"). Dessen öffentlicher Betatest hat im Juli begonnen. Zu den Neuerungen in Flash 8 gehören: die Möglichkeit Rastergrafiken (bitmap) zu erzeugen oder zu verändern, Filter wie Gaußscher Weichzeichner, Schlagschatten oder Verzerrung, Blending-Modes wie in Photoshop, Datei-Upload, eine neue Text-Engine namens FlashType (Codename: "Saffron"), Bitmap-Caching, einstellbares Easing, ein neuer Videocodec mit Alphakanal-Unterstützung (On2 VP6), ein stand-alone Video-Encoder mit Stapelverarbeitung, sowie eine verbesserte Programmoberfläche. Flash 8 ist derzeit für Linux und andere unixartige Betriebssysteme nicht verfügbar und sollte somit nur mit Zurückhaltung eingesetzt werden. Am 3. Dezember 2005 hat Adobe Systems die Akquisition von Macromedia abgeschlossen. Aufgrund der Übernahme werden Macromedia-Stammaktien nicht länger an der Börse gehandelt. Macromedia-Aktionäre haben das Anrecht auf 1,38 Adobe-Stammaktien pro Macromedia-Aktie. Der Markenname Macromedia hört mit sofortiger Wirkung auf zu existieren. Zunächst wird Macromedia Flash die Bezeichnung weiterführen, aber schon mit den nächsten Produktzyklen werden alle Produkte in das Adobe-Schema überführt, also Adobe Flash.
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