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Macao (; portugiesisch: Macau) ist eine in der Nähe von Hongkong gelegene ehemalige portugiesische Kolonie. Im Jahr 1999 wurde sie als zweite Sonderverwaltungszone in die Volksrepublik China integriert.
Macao ist reich an Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit. Haupterwerbsquellen sind der Tourismus (8 Mio. Besucher im Jahr 2000) und das Glücksspiel, weshalb Macao das Monte Carlo des Ostens genannt wird, zumal mit dem Macao Grand Prix auch ein Rennen auf einem Straßenkurs ausgetragen wird. Da Glücksspiel im Gegensatz zum benachbarten Hongkong in Macao legal ist, gibt es von dort einen regen Pendelverkehr. Macao ist auch der Name eines (tatsächlich aus Ungarn stammenden) Glücksspiels.
Die Einwohner Macaos sprechen hauptsächlich Kantonesisch. Portugiesisch, Hochchinesisch, Englisch, Fiji, Philipinisch, Thai und einige weitere Sprachen werden auch gesprochen. Die Macanesische Sprache, die unter dem Begriff "Patúa" oder Macaista bekannt ist, ist eine besondere Kreolsprache, die noch immer von einigen Dutzend Macanesen, eine ethnische Gruppe von gemsischter asiatischer und portugiesischer Abstammung, was auf ungefähr zwei Prozent der Bevölkerung Macoaus zutrifft, gesprochen wrid.
Wirtschaftlich bedeutend für Macao ist die Herstellung von Feuerwerkskörpern und Textilien.
Macao liegt bei im Mündungsdelta des Perlflusses. Das Gebiet der heutigen Sonderverwaltungszone bestand ursprünglich aus 3 Inseln. Durch Landaufschüttungen sind die Inseln Taipa und Coloane miteinander und Macao mit dem Festland verbunden.
Die chinesischen Aufzeichnungen über Macao reichen zurück bis ins Jahr 1152 als Landkreis Xiangshan, wobei Macao als unbewohnt verzeichnet ist. 1277 flohen Mitglieder der südlichen Sung-Dynastie mit etwa 50.000 Anhängern vor den Mongolen nach Macao, dies ist die erste Aufzeichnung über Bewohner, die Flüchtlinge konnten sich in Macao festsetzen und die Inseln verteidigen.
Als die Portugiesen 1516 in Macao landeten war es nicht viel mehr als eine Fischersiedlung am Delta des Perlflusses. 1557 erlaubten die Chinesen den Portugiesen die Errichtung einer Ansiedlung, die Souveränität verblieb jedoch bei China, lediglich eine lokale portugiesische Verwaltung wurde eingerichtet. Die Portugiesen nutzten Macao als Handelsposten und Zwischenstopp auf dem Weg von Lissabon nach Nagasaki.
Als China 1547 den direkten Handel mit Japan untersagte, lief der Handel über Macao weiter. Die Portugiesen bauten den Standort zur Hafenstadt und schließlich zum Zentrum ihrer Präsenz in Asien aus. Von Macao aus herrschte ein Gouverneur, der auch für die gesamten asiatischen Gebiete zuständig war, jedoch formal dem Vizekönig von Indien in Goa unterstand. Der erste portugiesische Gouverneur wurde 1680 eingesetzt, jedoch weiterhin unter chinesischer Souveränität, die Portugiesen zahlten Pacht und Steuern an China.
Im Jahr 1835 wird die Pauluskirche, das Wahrzeichen der Stadt, bei einem Taifun zerstört. Seitdem steht nur noch die Fassade und kann noch heute besichtigt werden.
Als das Hafengeschäft immer mehr an den großen Nachbarn Hongkong abwandert, wird 1847 in Macao das Glücksspiel legalisiert. Da auch in Hongkong nur Pferdewetten erlaubt sind und die Chinesen als allgemein dem Glücksspiel sehr zugetan gelten, stellen die Kasinoeinkünfte seither einen Großteil des Bruttoinlandsproduktes.
1849 versuchten die Portugiesen erstmalig die vollständige Gewalt über Macao zu gewinnen und erklärten Macaos "Unabhängigkeit" von China. Die Chinesen duldeten dies nicht, es gab kleinere Gefechte, der Höhepunkt der Unruhen war der Tod des Gouverneurs Ferreira do Amaral.
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Am 26. März 1887 erkannte die Mandschu-Regierung das portugiesische Recht auf dauerhafte Besetzung an.
Während des 2. Weltkriegs war Macao neutraler Hafen bis die Japaner 1943 ein Protektorat über Macao errichteten, die japanische Herrschaft dauerte bis 1945.
Nach der Revolution 1949 forderte die chinesische Regierung Macao zunächst zurück, konnte sich jedoch nicht durchsetzen, die Lösung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. 1966 kam es zu prokommunistischen Unruhen in Macao. Die Portugiesen versuchten anschließend, Macao an China zurückzugeben, dies wurde von der chinesischen Regierung abgelehnt, wie auch ein weiterer diplomatischer Vorstoß Portugals nach der portugiesischen Revolution 1974. Die chinesische Regierung wollte das Hongkong-Problem zuerst lösen.
Nach der Aufnahme offizieller diplomatischer Beziehungen zwischen Portugal und China im Jahr 1979 wurden 1985 die Rückgabeverhandlungen aufgenommen, ein Jahr nachdem die britische Regierung der Rückgabe Hongkongs für das Jahr 1997 zugestimmt hatten. Die Verhandlungen führten 1987 zum Erfolg.
Am 20. Dezember 1999 gab Portugal die Souveränität zurück an China. Der offizielle Name Macaos ist seit der Machtübergabe: Sonderverwaltungszone Macao der Volksrepublik China (Chinesisch : 中華人民共和國澳門特別行政區
Im Mai 2004 eröffnete die "Las Vegas Sands, Inc." das mit einer goldenen Fassade versehene "Sands Macau". Das gleiche Konsortium baut bis zum Jahr 2006 das "Venetian Macau Resort-Hotel-Casino".
Politisch gliedert sich das Gebiet in zwei Städte:
Die eigenständigen Verwaltungen der Städte und Gemeindebezirke wurden am 31. Dezember 2001 aufgelöst. An ihre Stelle trat das Instituto para os Assuntos Cívicos e Municipais (Verwaltung der bürgerschaftlichen und städtischen Angelegenheiten).
Die Halbinsel Macao und die Insel Taipa sind über drei Brücken verbunden, die neueste Brücke (Sai Van Bridge; im Westen) ist seit Anfang 2005 für den Verkehr freigegeben. Erst durch diese neue und höhere Brücke ist die Insel Taipa auch bei Taifun-Warnung mit dem Auto erreichbar, die beiden älteren Brücken (Governor Nobre de Carvalho Bridge und Ponte da Amizade; seit 1994; im Osten) sind nicht vor Wind und Wellen ausreichend geschützt.
Macao erreicht man mit den regelmäßig verkehrenden Schnellfähren von Hongkong aus. Die Überfahrt dauert ca. 60 Minuten.
Seit 1995 verfügt Macao über einen eigenen internationalen Flughafen (Macau International Airport).
Zur Zeit laufen Planungen für ein schienenbasiertes Nahverkehrssystem (U-Bahn und oberirdisch), das aus 3 Linien bestehen soll (Zirkellinie, Nord-Süd-Linie für Verbindung zu den Inseln und eine Linie zum Flughafen) und 27 km Gesamtlänge aufweisen würde. Die 2005 in Betrieb genommene neue dritte Brücke zwischen Macao und Taipa ist bereits für die Schienenverbindung ausgelegt. Baubeginn soll 2006 sein, Start der ersten Verbindung im Jahr 2009.
Seit 1954 findet alljährlich im November auf dem Stadtkurs "Guia" der Macao Grand Prix statt, der aus verschiedenen Rennen für Motorräder, Tourenwagen und Monoposti besteht.
Der Streckenverlauf durch Häuserschluchten ähnelt der Rennstrecke in Monaco, ist aber mit 6.115 Metern deutlich länger und hat zudem schnelle Geraden. Während auch andernorts noch Stadtkurse befahren werden (etwa im französischen Pau, in Surfers Paradise/Gold Coast in Australien und in Long Beach (Kalifornien) in den USA), so weist Macao die Besonderheit auf, an einem Wochenende Motorradrennen und Autorennen in diversen Klassen auszutragen. Diese finden anderorts seit Jahrzehnten getrennt statt.
Durch die Enge der Strecke, beidseitig flankiert durch Leitplanken, ist sie besonders für Motorradfahrer gefährlich. So verunglückte 2005 der Franzose Bruno Bonhuil tödlich. Ähnlich wie bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man überwiegt bei den Zweiradfahrern die Faszination der anspruchsvollen Rennstrecke gegenüber Sicherheitsbedenken.
Im Jahre 2005 war das Guia Race für Tourenwagen der Saisonabschluss der Tourenwagen-WM WTCC. Zudem wird im eigentlichen Macao-GP-Rennen das prestigeträchtige Weltfinale für Formel 3 ausgetragen, bei dem sich die besten Piloten aus den verschiedenen nationalen F3-Meisterschaften messen. Auch Ayrton Senna, Michael Schumacher, David Coulthard und andere haben sich hier in die Siegerliste eingetragen.
Ein kurvenreicher Streckenabschnitt wird "Solitude Esses" genannt, nach der ehemaligen Rennstrecke bei Stuttgart, auf der einst auch F1-Rennen und Motorrad-WM-Läufe am gleichen Wochenende stattfanden.
Außerdem befindet sich auch das International Institut for Software Technology der United Nations University in Macao.
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