Mac OS X ist die aktuelle Version von Mac OS, dem proprietären Apple-Betriebssystem für Macintosh-Computer. Die erste kommerzielle Version von Mac OS X erschien im März 2001.
Mac OS X ist ein Nachfolger des von Apple aufgekauften NeXTStep-Systems. Um die Basis des neuen Systems schneller und günstiger entwickeln zu können, wurde ihre Entwicklung unter eine quelloffene Lizenz gestellt, welche allerdings erst in der späteren Version 2.0 als Lizenz freier Software von der Free Software Foundation anerkannt wird. Um eine Veröffentlichung unter einer quelloffenen Lizenz auf legalem Wege zu ermöglichen, musste das System von allen Original-UNIX-Codezeilen gereinigt werden, da der damalige Besitzer sämtlicher Rechte an AT&T UNIX keine Veröffentlichung des UNIX-Quellcodes mehr gestattete. Da diese Aufgabe einige Jahre zuvor auch bei BSD vollzogen worden war, bot es sich an, die ursprünglich aus 4.4BSD stammenden, in NeXTStep enthaltenen Daemons und Server gegen ihre Nachfolger aus 4.4BSDlite (vollkommen von UNIX-Code bereinigte Neuveröffentlichung von BSD auf der alle modernen BSD-Derivate basieren) oder dessen mittlerweile erschienenen Nachfolgern NetBSD und FreeBSD auszutauschen. Der Kernel wurde gegenüber NeXTStep vollkommen überarbeitet, während NeXtstep noch auf einen reinen Mach Microkernel setzte, setzt Mac OS X auf einen sogenannten Hybridkernel, dabei werden wieder einige Funktionen in den Kernel integriert, allerdings nicht so viele wie bei einem monolithischen Kernel. Als Basis für den XNU getauften Kernel wurde weiterhin Mach verwendet und mit Teilen des monolithischen FreeBSD-Kernels ergänzt. Dieses Basis-System trägt den Projektnamen Darwin.
Darüber hinaus wurde die API von OpenStep weiterentwickelt und durch Cocoa umgesetzt. Das Desktop Environment Aqua wurde komplett neu entworfen und gilt mit dem Konzept von Sheets and Drawers, der Darstellung von Bildschirminhalten durch Quartz bzw. seit der 2005 erschienenen Systemversion 10.4 der hardwarebeschleunigten Darstellung von Bildschirminhalten durch Quartz Extreme als eines der fortschrittlichsten Desktop Environments. Diese unter proprietären Lizenzen veröffentlichten Systemteile bilden zusammen mit dem als freie Software veröffentlichten Darwin Mac OS X.
Durch Darwin verfügt Mac OS X über Fähigkeiten wie Speicherschutz, präemptives Multitasking, Mehrbenutzerfähigkeit, erweitertes Speichermanagement und symmetrisches Multiprocessing (SMP). Obwohl Mac OS X auf Unix basiert, kann es wie ein gewöhnliches Einzelplatzbetriebssystem verwendet werden. Auf Wunsch fragt OS X beim Start nicht einmal nach Name und Kennwort. Wie bei Unix üblich, wird aber trotzdem bei sicherheitsrelevanten Aktionen das Kennwort verlangt.
Seinen Darwin-Kern verbirgt Mac OS X vor dem Benutzer. Dies geschieht teils, um Verwirrung zu verhindern, teils, um den Benutzer davor zu schützen, grundlegende Systemfunktionen zu verändern und zu zerstören. Selbstverständlich können professionelle Benutzer aber auch über ein Terminal-Programm Root-Zugriff erlangen.
Als ein weiteres Erscheinungsbild für Fenster gibt es auch Brushed Metal (gebürstetes Metall). In den Apple Human Interface Guidelines empfiehlt Apple die Verwendung dieses Designs für Programme, die einen Teil der Hardware oder ein bestimmtes Gerät darstellen (z. B. eine digitale Kamera oder DVD-Player).
Komplett neue Elemente in Aqua gegenüber älteren Oberflächen sind sogenannte Sheets und Drawers. Sheets sollen das Problem lösen, dass für einen Benutzer oft nicht ersichtlich ist, zu welchem Dokument eine sich gerade öffnende Dialogbox gehört. Ein Sheet ist eine Art Dialogfenster, das direkt an die Titelzeile des betroffenen Dokuments angehängt wird, und das somit zum untrennbaren Bestandteil des betroffenen Dokuments wird. Drawers sind Schubladen, die durch einen Klick auf die entsprechende Schaltfläche in der Symbolleiste links oder rechts des Hauptfensters ausgefahren werden und Elemente enthalten, die man nicht dauerhaft zur Programmbedienung benötigt – in Apples Mail-Programm (Version 1 – bei Version 2 wurde der Drawer zu einem festem Programmteil gemacht) befindet sich beispielsweise die Ordnerstruktur in einem Drawer.
Eine weitere Besonderheit von Aqua ist die Art der Darstellung der Bildschirminhalte. Hierbei verwendet Apple eine eigene Technologie namens Quartz. Diese Darstellung zweidimensionaler Elemente basiert auf dem PDF-Format. Die Weiterentwicklung dieser Technologie namens Quartz Extreme beschleunigt die Darstellung, indem jedes Fenster als Textur betrachtet und so nicht mehr nur vom Haupt-, sondern auch vom Grafikprozessor berechnet werden kann. Fenster können dadurch in Echtzeit skaliert und transformiert werden.
Um ältere, nicht angepasste Programme unter Mac OS X benutzen zu können, gibt es die Classic-Umgebung. Dies ist ein als Laufzeitumgebung geladenes Mac OS 9 innerhalb von Mac OS X, in dem solche Programme normal benutzt werden können. Praktisch alle ältere Software für Mac OS kann auf diese Weise verwendet werden. Die Classic-Umgebung entspricht der Blue Box von Rhapsody.
Außer Cocoa und Carbon steht eine Java- und eine BSD-Umgebung zur Verfügung. Apple liefert seit Mac OS X 10.3 auch eine eigene Version der X-Window-System-Umgebung mit (X11), so dass auch viele grafische Programme aus der Unix- und GNU/Linux-Welt verwendet werden können. Daneben stehen die wichtigsten Unix-Programmiersprachen (z. B. Perl, PHP, Python, Ruby oder Tcl) und -Tools (etwa GCC oder Autoconf) zur Programmierung zur Verfügung. Einige dieser Sprachen bieten Bindings zum Zugriff auf Betriebssystem-APIs, wodurch beispielsweise Python-Programme mit nativer Benutzeroberfläche entwickelt werden können (bekannt als PyObjC). Diese Bindings werden auch Bridge genannt, da sie die eigenen Befehle und Klassen in Objective-C „überbrücken“, d. h. übersetzen.
Die letzte Version von Jaguar war Mac OS X 10.2.8; danach gab es jedoch noch einige Sicherheitsaktualisierungen. Seit dieser Version sind die Raubkatzenarten nicht nur Code- bzw. Projektnamen sondern offizielle Produktbezeichnungen, die auch auf den Verpackungen und Datenträgern aufgedruckt sind.
Mac OS X gilt dank seines Unix-Unterbaus als sicheres Betriebssystem, das seinen Benutzern Virenscanner und deren umständliche Konfiguration und Handhabung erspart. Diese größere Sicherheit des Unix-Unterbaus wird jedoch aus kommerziellen Interessen immer wieder bestritten. Weiterhin wird in Diskussionen die Vermutung geäußert, dass die relative Sicherheit in der Vergangenheit auf der geringen Verbreitung von OS X beruhte, die es für Angreifer angeblich uninteressant machte. Dem wird entgegen gehalten, dass Mac OS schädlichen Programmen keine durch ungeeignete Systemarchitektur bedingten Schwachstellen biete. Ein aktueller Artikel (deutsche Übersetzung) beleuchtet die Tatsache, dass Antiviren-Software unter Mac OS X bisher mehr Schäden verursacht als verhindert hat.
Die Fachwelt ist sich bei der Klassifizierung nicht einig, ob es sich bei diesem Schädling tatsächlich um einen Wurm (Art der Verbreitung), einen Virus (Infektion von Programmdateien) oder ein Trojanisches Pferd (Art der Tarnung) handelt. Auch die Benennung des Schädlings ist nicht eindeutig. Andrew Welch, der die erste technische Analyse (* deutsche Zusammenfassung) verfasste, nannte ihn OSX/Oomp-A - nach einer Prüfroutine des Wurms. Die Firma Sophos benannte ihn als OSX/Leap-A.
Der Schädling muss vom Anwender willentlich ausgeführt und zudem durch eine Kennworteingabe bestätigt werden, was seine Gefährlichkeit im Vergleich zu vielen Schädlingen anderer Betriebssysteme erheblich relativiert. Er richtet auch keinen tatsächlichen Schaden an, sondern verbreitet sich lediglich als gepackte Bilddatei (Name: latestpics.tgz) getarnt, mit der Dateiübertragungsfunktion der Videochat-Software iChat unter den erreichbaren Bonjour-Kontakten. - Insgesamt wird dieser "Schädling" von den meisten Anwendern und Experten - bis auf die Hersteller von Anti-Viren-Software - nur müde belächelt, da es sich bloß um ein Programm handelt, das sich als Bilddatei ausgibt.
Am 2. März 2006 veröffentlichte Apple eine System-Aktualisierung, welche den unbedarften Anwender vor solchen Gefahren schützen soll. Beim Auftreten von Diskrepanzen zwischen passivem und aktivem Dateiinhalt weisen iChat, Mail und Safari vor einer Übertragung auf diesen Umstand und die davon ausgehende Gefahr hin.
Die Existenz von weiteren Viren, Würmern, Trojanern oder sonstigen Schädlingen ist nicht bekannt.
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