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Maa auch Masai, Maasai, Lumbwa oder Kimaasai ist die Sprache der Massai und verwandter Ethnien wie der Samburu und der Camus. Derzeit gibt es rund 500.000 Menschen in Kenia und ebensoviele in Tansania, die diese Sprache beherrschen.

Sprachliche Zuordnung


Maa ist eine nilotische Sprache. Der Klassifikation des Linguisten Rainer Vossen zufolge gehört Maa zur Untergruppe der ostnilotischen Sprachen. Diese werden meist als Dialekte betrachtet, da die Sprecher ostnilotischer Sprachen sich untereinander in der Regel verständigen können. Historisch ist davon auszugehen, dass sich von einer Frühform des Ostnilotischen zunächst die Bari-Sprache und dann das Teso-Turkanische (aus dem sich Iteso und Turkana gebildet haben) abgespalten haben. Schließlich trennte sich auch das Otuxo von der Maa-Sprache, die sich wiederum im Wesentlichen in einen nördlichen und einen südlichen Dialekt aufteilt. Dabei wird das nördliche Maa vor allem von den Stämmen der IlSampur und der IlCamus gesprochen, das südliche Maa von den IlArusa, IlMoitanik, Isiria, IlWuasinkishu, IlPurko, IlKeekonyokie, IlDamat, IlOitai, Isikirari, IlOodokilani, IlDalalekutuk, IlDamat, IlKaputiei, IlMatapato und IlKisonko.

Die Zuordnung des Maa zu bestimmten Stämmen ist allerdings nicht immer eindeutig, da es, bedingt durch Umsiedlungen, Kontakt zu verschiedenen Sprachfamilien der Umgebung, die sich geographisch oft überlappen, etc., mitunter dazu kam, dass ein Stamm die Sprache gewechselt hat, also Maa zugunsten einer anderen Sprache aufgegeben hat bzw. umgekehrt. So sprachen etwa die Aasáx früher eine eigene Sprache, die aber zugunsten der Maa-Sprache aufgegeben wurde; die Kore dagegen, die heute an der Küste leben, sprachen früher Maa, nachdem sie Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Binnenland an die Küste umgesiedelt wurden, wechselten sie zu Somali.

Phonologie


Maa wird mit 25 Konsonanten und 9 Vokalen gesprochen, wobei sich verschiedene Maa-Dialekte in ihrem Phonembestand unterscheiden.

Konsonanten

Implosive:
  • b, d, j, g, mb, nd, nj, ng

Explosive:

  • p, t, k, s, sh, c, m, n, ny, ŋ, l, r, rr, y, yy (yi), w, ww (wu)

Bei den nicht immer in aller Deutlichkeit ausgeprägten implosiven Konsonanten handelt es sich um Laute, bei denen durch ruckweises Absenken des Kehlkopfs ein einwärts gerichteter Luftstrom erzeugt wird. Die explosiven Laute im Maa entsprechen den etwa auch im Deutschen üblichen Konsonanten. Maa unterscheidet außerdem w und y von ihren „emphatischen“ Gegenstücken ww und yy. Sie werden mit mehr Nachdruck artikuliert.

Vokale

Zu den neun Vokalen im Maa gehören neben dem neutralen a die Laute i, e, o, u und deren Varianten ɪ, ɛ, ɔ, ʊ. Die Vokale i, e, o, u tragen das phonologische Merkmal (advanced tongue root - vorgeschobene Zungenwurzel). Durch das Vorschieben der Zungenwurzel (und möglicherweise auch durch Absenken des Kehlkopfs) wird der Rachenraum vergrößert und dem Vokal eine eigene Klangqualität gegeben. Auf dieser Unterscheidung baut die Vokalharmonie im Maa auf: Wörter bestehen in der Regel nur aus Vokalen einer der beiden Kategorien. Wird ein Suffix angehängt, kann es unter Umständen dazu kommen, dass sich die Vokale im Stamm hinsichtlich des Merkmals [ATR an das Suffix anpassen. Der Vokal a ist von diesem Prozess ausgeschlossen.

Töne

Das Maa kennt zwei grundlegende Töne – einen Hoch- und einen Tiefton (Notation: á und à). Aus Kombinationen von beiden entsteht zuweilen ein dritter, fallender Ton (â). Wie in vielen Tonsprachen dient auch im Maa der Ton, also die relative Tonhöhe mit der eine Silbe gesprochen wird, zur Unterscheidung von Wortbedeutungen und zur Markierung grammatischer Funktionen (unter anderem Kasus).

Grammatik


Das Maa verfügt insgesamt über einen großen Formenreichtum, vor allem aber über eine äußerst komplexe Verbmorphologie. Es wird obligatorisch die Person des Subjekts und (bei transitiven Verben) die des Objekts am Verb markiert. In einigen Fällen wird zwischen direkter und inverser Beziehung von Subjekt und Objekt unterschieden, d.h. falls das Subjekt des Satzes in der Hierarchie 1. Person Sg. > 2. Pers. Sg. > 3. Pers. Sg./Pl. und 1./2. Pers. Pl niedriger steht als das Objekt, wird dies durch eine Änderung der Töne deutlich gemacht. Zusätzlich wird Tempus, Aspekt und Modus mithilfe von Affixen ausgedrückt. Maa besitzt ein reichhaltiges Inventar von Aspekten.

Bei Substantiven wird mittels Präfigierung zwischen maskulin, feminin und in Ausnahmefällen Ort unterschieden. Plural wird durch Anhängen von einem der rund zwölf Plural-Affixen ausgedrückt. Maa baut auf einem System von zwei Kasus (Nominativ und Akkusativ) auf, die Kasus werden voneinander durch Töne unterschieden.

Die Aufbau des Satzes folgt im Allgemeinen dem Schema: erst Verb, dann Subjekt, dann Objekt. Die Wortstellung ist insgesamt jedoch recht frei. Eine Besonderheit stellen die partiellen Infinitive im Maa dar. Im Unterschied zu üblichen, flexionslosen Infinitiven tragen sie eine Markierung, die angibt, ob das Subjekt im Singular (Präfix à und Hochton auf der letzten Silbe) oder im Plural (Präfix áa und Tiefton im restlichen Wort) steht. Sie tauchen bei der Bildung komplexer Sätze und Verbserialisierungen auf.

Weblinks


Literatur


Als Standardwerk zur Maa-Forschung gilt: Archibald N. Tucker und John Tompo Ole Mpaayei - A Maasai Grammar with Vocabulary (1955), Longmans, Green and Company, London

Afrikanische Sprache | Einzelsprache | Masaieg | Maasai language | Język masajski

 

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